Mit einer Buchbesprechung rekonstruiert der Deutschlandfunk den Kontext von Anja Banzhafs Saatgut. Wer die Saat hat, hat das Sagen. Das im Oekom-Verlag erschienene Buch gibt einen verständlichen und gründlichen Einblick, wie die Agrarindustrie versucht weltweit die Kontrolle über die Saat zu übernehmen. Gerade vor dem Hintergund von Kaufverhandlungen zwischen Monsanto und Bayer sowie der Glyphosat-Zulassungsdebatte bekommt das Buch neue Brisanz.
„Konzerne kaufen sich in verschiedene Bereiche entlang der Saatgut-Wertschöpfungskette ein. Insbesondere die Verquickung zwischen Chemie- und Saatgutkonzernen hat sich für diese als äußerst fruchtbar erwiesen: Fünf der sechs größten Pestizidhersteller gehören heute zugleich zu den zehn größten Saatgutkonzernen.“ so Banzhaf in ihrem Buch.
„Die globale Vereinheitlichung in der Landwirtschaft hat aus komplexen Anbausystemen Monokulturen gemacht. Hierbei gingen nicht nur verschiedenste bäuerliche Anbaumethoden und kleinteilige Strukturen verloren, sondern auch die Sorten, die in diesen Systemen genutzt wurden. Schätzungen zufolge sind in den letzten 100 Jahren etwa 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt (…) vernichtet worden.“
Britta Fecke, Deutschlandfunk, urteilt: „Diese wissenschaftlichen Exkurse sind allgemeinverständlich und dennoch präzise formuliert. Gelingt viel zu selten, hier aber sehr gut. Und was noch schöner ist: wer keine Zeit für einen Fachexkurs hat, versteht das nächste Kapitel trotzdem.“
Der
The UNEP-Global Footprint Network report, entitled
Essen ist in vielerlei Hinsicht politisch. Salem El-Mogaddedi hat dieser Idee einen weiteren wesentlichen Aspekt hinzugefügt, als er 2015 gemeinsam mit Gernot Würtenberger
In Dänemark empfahl die Ethik-Kommission Ende April die Einführung einer Steuer auf rotes Fleisch. Dies könne die Treibhausgasemissionen um 20 bis 35% reduzieren. Die Erwägung der Steuer ist damit auch eine Konsequenz der Klimakonferenz von Paris COP 21 Ende vergangenen Jahres. Die Einführung einer solchen Steuer zielt auf die Reduktion des Fleischkonsums ab ähnlich wie Tabak- und Alkoholsteuer.
In einer kleinen hübschen Stadt in Südfrankreich werden große Pläne geschmiedet: Bis 2020 möchte die Stadtverwaltung von Albi mit Bürgermeisterin Stéphanie Guiraud-Chaumeil die Selbstversorgung mit Lebensmitteln für den gesamten Ort umsetzen. Die 50.000 EinwohnerInnen des Département Tarn sollen mit Hilfe von urbaner Landwirtschaft im Umkreis von bis zu 60km, Gemeinschaftsgärten und kurzen Lieferwegen selbstsuffizient ernährt werden.
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Seit gestern ist vom großen #TTIPleak die Rede: Greenpeace übergab am 01. Mai Abschriften der bisher verhandelten 13 Vertragskapitel der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und WDR. Dies entspricht rund der Hälfte des gesamten Abkommens. Darin finden sich u. a. Forderungen der USA nach erheblichen Zugeständnissen beim Agrarexport (Stichwort: Genfood). Außerdem möchten die USA das europäische Vorsorgeprinzip zugunsten des sogenannten Wissenschaftsprinzips schwächen. (Schon jetzt ein wesentliches Argument der Glyphosat-Debatte.) Das Wissenschaftprinzip „besagt, dass ein Produkt so lange als sicher gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Europa dagegen orientiert sich am Vorsorgeprinzip. Es kann schon ein Risikoverdacht reichen, um Verbote auszusprechen.“ (
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