Interview zum Weltbodentag: Wie geht die Kirche mit ihrem Land um?

Interview zum Weltbodentag: Wie geht die Kirche mit ihrem Land um?

Bei der Durchsetzung neuer Leitlinien für die Verpachtung kircheneigenen Landes ist langer Atem gefragt.

von Karin Vorländer

Schätzungsweise drei bis vier Prozent der derzeit 16,5 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche gehören den beiden großen Kirchen. Gemeinsam sind sie damit der größte Grundbesitzer Deutschlands. Wie kircheneigenes Land bewirtschaftet wird, ob ökologisch nachhaltig oder unter dem Vorzeichen industrieller oder konventioneller Landwirtschaft, das fällt im Zeichen abnehmender Artenvielfalt und bedrohter Bodenfruchtbarkeit durchaus ins Gewicht.

Auf dem Kirchentag 2019 hat die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) deshalb eine Handreichung vorgestellt, in der sie in Zusammenarbeit mit dem NABU Projekt “Fairpachten“ neue Leitlinien zur Verpachtung von Kirchenland vorstellt.

Die Handreichung zielt darauf, dass deutlich mehr Kirchenland nach ökologischen Kriterien verpachtet werden soll. Darüber hinaus will die EKvW familiengeführte bäuerliche Betriebe stärken und gibt den Gemeinden, die kircheneigenes Land besitzen, Hinweise zur neuen Gestaltung des Pachtzinses.

Aus Anlass des Weltbodentages am 5. Dezember hat Karin Vorländer bei Dirk Hillerkus, dem Mitverfasser der Handreichung, nachgefragt, welche Chancen und Probleme es beim Versuch gibt, Kirchenland von den Pächtern künftig ökologisch nachhaltiger bewirtschaften zu lassen.

Gibt es verlässliche Zahlen dazu, wie viel Land in kirchlichem Besitz ist?

Dirk Hillerkus: Das ist eine schwierige Frage. Es gibt die Zahl, dass in der EKD etwa 325.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche in den 20 Gliedkirchen der EKD verpachtet sind. Das gestaltet sich in den Gliedkirchen sehr unterschiedlich. In Mitteldeutschland etwa wird das Pachtland zentral erfasst und verwaltet. In der Evangelischen Kirche in Westfalen, in der Evangelischen Kirche im Rheinland und in Hessen-Nassau dagegen sind die Kirchengemeinden Eigentümer des Pachtlandes. Da liegt auf Kirchenkreis- oder landeskirchlicher Ebene keine Gesamtzahl vor. Wir sind dabei, eine Übersicht für die gesamte EKvW zu erstellen und die Zahlen zu erheben.

Ist das kirchliche Pachtland ein Faktor in der Landwirtschaft?

Hillerkus: Ja, zumindest in bestimmten Regionen. Wenn Sie etwa ans Münsterland, an Ost- und Südwestfalen oder an die Forstwirtschaft im Wittgensteiner Land denken, da gibt es beachtliche Pacht-Flächen in Kirchenbesitz. Sogar ein eher städtischer Kirchenkreis wie Unna hat 200 Hektar Land. In Unna zum Beispiel sind das Flächen, auf denen auch eine intensive Landwirtschaft, Kartoffel- und Gemüseanbau stattfindet.

Wenn diese Flächen wegfielen oder wenn die Kirchen strengere ökologische Kriterien für die Verpachtung durchsetzte, wäre das spürbar?

Hillerkus: Das wäre für einige Pächter spürbar. Deshalb haben wir unsere Handreichung so gestaltet, dass wir sagen: „Das sind Empfehlungen“. Die Kirchengemeinden und ihre Presbyterien entscheiden ja eigenständig. Nun ist es so, dass sich die Zusammensetzung der Presbyterien auf dem Land stark verändert hat und weniger Landwirte als früher Mitglied sind. Das hat verschiedene Gründe. Einmal ist die Zahl der Landwirte generell weniger geworden. Heute bewirtschaften zwei Landwirte die Fläche, die früher zehn Landwirte bewirtschaftet haben. Die Pächter sind Mitglieder der evangelischen oder katholischen Kirche. Aufgrund der teilweise höheren Arbeitsbelastung ist ihre verfügbare Zeit für Ehrenämter sicherlich begrenzter als früher. Von daher sind in vielen Presbyterien keine Landwirte mehr vertreten und die anderen Mitglieder sind mit der Materie nicht mehr so vertraut. Das war auch einer der Gründe, warum wir die Handreichung gemacht haben, so dass auch die Mitglieder, die fachlich nicht so bewandert sind, sich in die Materie einarbeiten können und anhand von Beispielen sagen können: „So sieht angewandter Naturschutz in der Landwirtschaft aus, so könnte man das tun.“

Wo liegt das Neue in der Handreichung und wo liegt die Herausforderung die Empfehlungen umzusetzen?

Hillerkus: Das Neue liegt sicherlich darin, dass die Handreichung erstens mit der NABU Stiftung Nationales Naturerbe, bzw. mit dem Projekt „Fairpachten“ zusammen entwickelt wurde. Das Projekt „Fairpachten“ ist vor einem Jahr neu gestartet worden. In dem Projekt sind auch Berater tätig, die Verpächter, das wären in dem Fall die Kirchengemeinden direkt vor Ort, beraten. Das ganz Wichtige dabei ist, dass wir nicht nur ganz konkret die Nachhaltigkeitskriterien Ökologie, Ökonomie und Soziales aufgenommen haben, die wir auch schon in der ersten Handreichung hatten, sondern dass wir in der aktuellen Handreichung auch ganz konkret Fördermöglichkeiten und Naturschutzmaßnahmen aufführen. Von 30 möglichen Maßnahmen, die das Fairpachten Projekt vorschlägt, haben wir zehn ausgesucht und in die Handreichung aufgenommen. Wir sagen: „Leute, das sind jetzt mal Beispiele und wir würden dazu raten, dass ein oder zwei dieser Maßnahmen auf dem Kirchenland angewandt werden.“ Wir haben darauf geachtet, dass das Maßnahmen sind, die vom Land gefördert werden und finanziell attraktiv sind.

Warum schreibt sich die Kirche das Thema Böden und nachhaltige Landwirtschaft auf die Fahnen? Wie hängt das mit dem Verständnis des Auftrages von evangelischer Kirche zusammen?

Hillerkus: Unser Auftrag ist ja Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit. Das sind nun mal die drei wichtigen Säulen. Schon im konziliaren Prozess in den achtziger Jahren haben sich die Kirchen damit beschäftigt und über Nachhaltigkeit geredet. Und gerade jetzt sehen wir, dadurch dass das Thema Biodiversität und Verschwinden von Arten immer mehr zum Thema wird, wie wichtig die Erhaltung des Bodens, der Bodenfruchtbarkeit und der Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt ist. Einmal zur Nahrungsmittelproduktion, aber auch insgesamt zur Erhaltung funktionierender Ökosysteme, die wir letztendlich ja alle zum Leben brauchen.

Welche Landwirtschaft entspräche denn den anspruchsvollen Kriterien, die die Kirche formuliert hat?

Hillerkus: Wir sagen, dass wir familiengeführte Landwirtschaftsbetriebe möchten, die nachhaltig wirtschaften. Es wäre toll, wenn es ein Biolandbetrieb ist, aber, wenn jemand artgerechte Tierhaltung hat, und zwei Großvieheinheiten pro Hektar hält (zwei Kühe), nicht unbedingt Mais nach Mais anbaut, was z.B. Bestandteil eines Pachtvertrages sein kann, dann sind das schon mal positive Aspekte, die wir aufnehmen sollten.

Macht sich die Kirche bei den Landwirtschaftsverbänden mit ihren Forderungen und Kriterien Freunde?

Hillerkus: Nicht immer. Das kommt auf den Verband an. Wir sind in regelmäßigem Dialog mit dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) in Münster, 80 Prozent der Landwirte sind da Mitglied. Da wird eine Landwirtschaftspolitik vertreten, die das Motto „Wachsen oder Weichen“ zumindest nicht in Frage stellt.

Wo gibt es Dissens zwischen Landwirten und ihren Verbänden und den Empfehlungen der Kirche?

Hillerkus: Wenn wir auf Arbeitsebene Gespräche in Münster haben, dann wird immer wieder gesagt: „Wir müssen doch die Welt ernähren.“ Ich habe selbst 16 Jahre beim kirchlichen Hilfswerk „Brot für die Welt“ in Äthiopien gearbeitet. Ich entgegne dann: „Liebe Leute. Wir müssen dort die Bauern fördern, ihnen dort Wissen geben, ihnen dort Zugang zu Ressourcen und Krediten verschaffen, aber wir müssen nicht hier produzieren, und es dann dorthin zu verschiffen. Wir müssen nicht von hier aus die Welt ernähren.“

Das ist einer der großen Punkte, wo es eine große Diskrepanz zwischen der Kirche und den Bauernverbänden gibt. „Brot für die Welt“ wird kritisch gesehen. Das hat auch mit der Mentalität der hiesigen Landwirte zu tun. Man ist sehr technisch orientiert. Je größer die Maschine, umso besser. Je mehr Ertrag pro Hektar, umso besser. Da werden andere Faktoren wie Zugang zu Land oder die politische Situation ziemlich ausgeblendet. Kritisch geguckt wird auch, wenn wir vorschlagen, dass die Landwirtschaft ihren Fokus auf den EU Binnenmarkt legen sollte.

Wo ganz kritisch reagiert wird, ist, wenn wir auf alternativ/biologisch wirtschaftende Betriebe hinweisen, etwa bei der Umstellung der Schweinehaltung. „Na ja komm, die paar Stück, die der dann verkaufen kann“, heißt es dann. Man tut sich schwer damit anzuerkennen, dass man von der Masse weg mehr auf Qualität setzen kann und dass man Regionalvermarktung aufbauen kann. Da sind die meisten konventionell wirtschaftenden Landwirte schwer zugänglich. Das ist noch ein dickes Brett. Wir haben natürlich auch Kontakt zu Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL) und den Bio-Anbau-Verbänden. Wir sind mit allen im Gespräch.

Haben die Kriterien aus der Handreichung für nachhaltige Bewirtschaftung von kirchlichem Pachtland schon Eingang in Musterverträge gefunden?

Hillerkus: Nein, das ist noch nicht in den Musterverträgen. Es gibt einen Mustervertrag von der EKvW, der sich nach dem EKD Mustervertrag richtet. Die Kriterien ordnungsgemäße Landbewirtschaftung, kein Ausbringen von Klärschlamm und kein Anbau genveränderter Pflanzen sind fester Bestandteil des EKvW-Musterpachtvertrages. Das andere wären dann Anhänge, die in den Kirchenkreisen oder Kirchengemeinden angefügt werden können. Das hängt natürlich auch von den jeweiligen Standorten ab. Wenn es keine Biogasanlagen in der Region gibt, muss im Pachtvertrag nicht stehen, es darf nicht Mais nach Mais angebaut werden. Sollte es eine Region geben, wo das sehr stark ist, dann wäre das ein Kriterium.

Mit neuen Pachtbedingungen handeln sich Presbyterien vermutlich auch Ärger ein.

Hillerkus: Pachtland hat in den Kirchengemeinden jahrelang keine große Rolle gespielt. Das heißt, Pachtverträge wurden nicht erneuert. Die laufen teilweise seit 30 Jahren. Es wurde auch der Pachtzins nicht erhöht. Landwirte zahlen immer noch das, was sie vor langer Zeit bezahlt haben. Das mag in manchen abgelegenen Gegenden ja okay sein, aber wenn sie an Stadtrandgebiete und größere Betriebe denken, da sind die Pachtbeträge mittlerweile 5- bis 6-fach so hoch. Da sind zwei Komponenten, die diskutiert werden müssen: Einmal der Pachtzins und zum anderen die ökologischen, ökonomischen und sozialen Verpachtungskriterien. Wobei wir sagen, die ökologischen Kriterien sollten stärker wiegen als der maximale monetäre Ertrag, den man pro Hektar Pachtland erzielen kann.

Wenn aber ein Landwirt sagt, „ich würde gerne auf Bio umstellen, kriege aber in der Übergangszeit keine Biopreise“, dann kann man darüber reden. Der Pachtpreis muss nicht an die Decke des Höchstmöglichen gehen. Auch wenn ein Betrieb durch eine Erhöhung in seiner Existenz gefährdet wäre, dann müsste man sagen, das wollen wir nicht. Es gibt eben auch das soziale Kriterium. Wir möchten, dass Landwirte Teil des Dorfes bleiben. Wir möchten, dass Betriebe familiengeführt bleiben und keine Kapitalgesellschaft werden.

Gibt es ein Beispiel für eine Nichtverlängerung eines Pachtvertrages aufgrund der neuen Kriterien?

Hillerkus: Mir ist es nicht bekannt, weil wir ja erst anfangen. Es gibt einen Kirchenkreis, der alle Pachtverträge erneuert hat. Das war vor der Veröffentlichung der Handreichung. Da ging es hauptsächlich um den Pachtpreis. Und bei einer Kirchengemeinde am Stadtrand von Unna mit 22 Pächtern wurden vor einiger Zeit alle Pachtverträge erneuert. Dabei war wichtig, dass der sozialen Frieden und das gute Verhältnis zwischen Bauern und Kirche erhalten bleibt.

Und womit ist zu rechnen, wenn die Kirche ernst macht mit den strengeren Kriterien der Handreichung?

Hillerkus: Man darf das Ganze natürlich auch nicht außerhalb der Agrarpolitik sehen. Das ist das große Korsett, in dem wir alle stecken. Auch Biolandbetriebe stehen nicht gerade außerhalb des Systems und des ökonomischen Drucks. Solange die Agrarpolitik auf Wachsen oder Weichen setzt und Betriebe ihre Kostensteigerung über Produktionssteigerung auffangen müssen und die EU auf Exporte setzt, wo die Betriebe von den Produktionskosten her oft nicht konkurrieren können, werden wir in diesem Dilemma bleiben.

Wir brauchen eine Veränderung, dass wir sagen: Öffentliche Gelder für öffentliche Güter. Landwirte erhalten Geld von der öffentlichen Hand, um öffentliche Güter wie gesunde Nahrungsmittel, Artenvielfalt, Boden, Luft und Wasser zu produzieren oder zu erhalten, die hohen Umweltnormen entsprechenWir müssen die Qualität landwirtschaftlicher Produkte wieder mehr schätzen lernen. Das hat natürlich mit einer Ernährungsveränderung zu tun und auch mit der Bereitschaft der Verbraucher, für bessere Qualität mehr zu zahlen. Der Landwirt schiebt die Schuld gerne auf die Verbraucher, die oft nicht mehr bezahlen wollen und bleibt reserviert. Ich sage dann schon mal: „Ihr könnt euch überlegen, entweder wollt ihr einen Schnitzelpreis pro Kilo von 1,99 Euro und einen Wasserpreis von 15 Euro pro m3. Oder ihr zahlt 4 Euro für das Kilo und das Wasser ist nicht so teuer und enthält weniger Nitrat.“ Anders ausgedrückt: Überlegt euch, wo ihr hinwollt. Mit allen Umweltfolgen.

Können Sie ein Beispiel nennen, wo die neue Handreichung schon etwas zum Positiven verändert hat?

Hillerkus: Wenn es um die Umweltmaßnahmen geht, ist es noch zu früh. Die Handreichung haben wir ja erst zum Kirchentag veröffentlicht. Wir installieren gerade erste Arbeitsgruppen und sind dabei, gemeinsame Auswahlkriterien für die Verpachtung zu finden und dann mit den Pächtern einen Dialog zu führen.

Wie soll oder kann die Umsetzung der Empfehlungen und daraus erwachsener neuer Pachtverträge überprüft werden?

Hillerkus: Wir setzen mehr auf Kommunikation und Dialog als auf Kontrolle. Es ist eine Illusion zu glauben, dass ehrenamtliche Kirchenvorstandsmitglieder, die oft schwierig zu finden sind, die Zeit haben, alle Flächen jedes Jahr zu begehen.

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100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

Seit Wochen protestieren Bäuerinnen und Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und für mehr gesellschaftliche Wertschätzung. Angesichts der Proteste hat Angela Merkel heute Vertreter der Agrarbranche zum Agrargipfel ins Kanzleramt eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren.

100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

Von Wilfried Bommert und Manfred Linz

Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Boston Consulting Group hat sich die deutsche Landwirtschaft vorgenommen. Unter dem Titel: „Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nachhaltig sichern – Denkanstöße und Szenarien für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit“ greift sie in die gegenwärtig so lebhafte Diskussion um den Kurs der Agrarpolitik in Deutschland ein. Und bescheinigt der gegenwärtigen Agrarpolitik die skandalöse Missachtung aller Prinzipen der Ökonomie. Nach ihrer Rechnung stehen Kosten von 100 Milliarden Euro nur einem landwirtschaftlichen Produktionswert von 20 Milliarden Euro gegenüber. Sie rät zu drastischen Reformen, und scheut sich nicht, auch mächtigen Interessen auf die Füße zu treten.

Das Besondere: Für Diagnose und Therapie wählt sie einen Ansatz, der ihr die Aufmerksamkeit vieler sichern kann, die mit einer ethischen oder zukunftsgefährdenden Argumentation nicht leicht zu erreichen sind. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt nämlich bei einer gesamtgesellschaftlichen Gewinn- und Verlustrechnung, also beim Geld. Sie fragt, zu welchen Kosten die deutsche Landwirtschaft zwischen Boden- und Nordsee, Oder und Rhein gegenwärtig wirklich produziert, sie analysiert die wahren Kosten der intensiven Landwirtschaft. Dabei werden Positionen sichtbar, die in der Buchhaltung der Landwirte und in den Preisen für ihre Produkte bisher keine Geltung finden.

Verantwortlich dafür ist die Art, wie die intensive Landwirtschaft hierzulande betrieben wird. Ihre Kostenpositionen klopfen die Prüfer einzeln ab. Synthetischer Dünger und Pestizide schädigen Bodenleben und Grundwasser, großflächige Monokulturen lassen die Böden ein leichtes Opfer für Wind und Wasser werden und tragen den Humus ab. Diese Wirtschaftsweise hinterlässt verdeckte Kosten, die die Wirtschaftsprüfer der Boston Consulting auf 40 Milliarden Euro pro Jahr schätzen.

Ähnliches gilt für den massiven Verlust an Artenvielfalt, die Auswirkung der Intensivlandwirtschaft auf das Klima, den Wasserhaushalt, die Luftqualität und den Zustand von Kultur- und Erholungslandschaften. Auch hier entstehen verdeckte Kosten, die noch  einmal mit jährlich 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Rechnet man die Subventionen hinzu, die jedes Jahr aus den Brüsseler Töpfen und dem Bundeshaushalt für die Landwirtschaft ausgegeben werden, dann steigen die Kosten der deutschen Landwirtschaft auf 100 Milliarden Euro pro Jahr. Ihnen steht ein Produktionswert für Getreide, Kartoffeln, Milch und Fleisch von nur 20 Milliarden Euro gegenüber. Die bisher nicht eingerechneten Kosten der deutschen Landwirtschaft liegen also um den Faktor fünf höher als der Wert ihrer Waren – pro Kopf jährlich 1.200 Euro. Wirtschaftlich gesehen ist das eine Bankrotterklärung für die landwirtschaftlichen Unternehmen. Und nicht anders für die Politik  die diese Bilanz seit Jahrzehnten deckt.

Die Kur, die Boston Consulting als Wirtschaftsberatungsgesellschaft der Industrie der Landwirtschaft  vorschlägt, entspricht den Regeln jeder Unternehmensberatung: verdeckte Kosten aufdecken, Wirtschaftlichkeit durch Kostensenkung erhöhen. Konkret geht es um eine Minimierungsstrategie. Dabei zeigt sich, dass einzelne Maßnahmen nur geringe Entlastung bringen, wie die Tierhaltung an die Fläche binden, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Leguminosen anbauen oder Brachland ruhen lassen. Auch der Verzicht auf Dünger und Agrarchemie bringt nicht mehr als 15 %  an Kostensenkung.  

Was wirklich hilft, sind grundsätzliche Weichenstellungen, radikale Veränderungen.  Die Berater halten vier Szenarien für bedenkenswert.

  • Die Landwirtschaft gibt ihre Exportambitionen auf und produziert nur noch für den deutschen Markt. Dies würde dazu führen, das die Zahl der Masttiere deutlich gesenkt werden könnte, die Umweltschäden durch Importfutter und Gülle ebenfalls. Fast die Hälfte des gegenwärtig in Deutschland erzeugten Fleisches wird für den Export produziert und verursacht allein rund 40 Prozent der versteckten Kosten der deutschen Landwirtschaft.  
  • Auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten sieht Boston Consulting Potential: Würde der Fleischkonsum entsprechend den Empfehlungen der internationalen EAT-Lancet-Kommission auf ein Viertel des heutigen Verbrauches sinken, könnten 25 Prozent der versteckten Kosten der Landwirtschaft aus der Welt geschafft werden.
  • Kann das Wegwerfen von Nahrungsmittel ganz ausgemerzt werden, sind noch einmal 15 Prozent an Einsparung zu erwarten.
  • Das größte Potential aber liegt in der Kombination der Varianten.  

Wenn Dünger und Pestizide stark vermindert würden, wenn die deutsche Landwirtschaft ihre Weltmarktambitionen aufgeben und  nur noch Fleisch für den Inlandverbrauch produzieren würde, wenn Lebensmittelverschwendung auf Null gebracht und die Kultur des Sonntagsbraten wieder Einzug halten dürfte, dann, so lautet das Urteil der Boston Consultants, könnten insgesamt 80 Prozent der bisher             versteckten Kosten in der deutschen Landwirtschaft vermieden werden.

20 Prozent blieben übrig als „unvermeidbarer“ Rest. Die entsprächen dann dem tatsächlichen Wert der Produktion. Und damit wäre die Mission der Berater beendet. Ein Erfolg wäre sie dennoch nicht. Zwar machen die vorgeschlagenen Operationen einen erheblichen Schritt hin auf mehr Ökologie. Gleichzeitig wird aber erkennbar, dass es sich dabei nur um eine Reparatur des derzeitigen Agrarsystems handelt. Eine grundlegende Wende zur Nachhaltigkeit wird nicht in den Blick genommen. Und so bleiben die Hauptnachteile des Systems für die Bauern auch bestehen. Sie liegen im dramatischen Preisdruck, den das herrschende System immer wieder erzeugt. Und der entsteht aus den Marktstrukturen, denen die Bauern ausgeliefert sind: Märkte für gesichtslose Massenware; Kleinproduzent gegen Monopole in Verarbeitung und Handel.

Solange es nicht gelingt den Bauern und ihren Produkten wieder einen Wert zu geben, der auf Wertschätzung beruht, werden sie keine besseren Preise erwarten können. Wertschätzung für sie als Menschen, für ihre Arbeit und damit auch für das, was sie mit Säen und Ernten. Diese Wertschätzung lässt sich nicht durch Kostenminimierung schaffen. Sie gedeiht vor allem dort, wo Nähe entstehen kann, an runden Tischen etwa, an denen Bauern und Bürger darüber nachdenken, wie die Region und ihre Lebensmittel wieder in Wert gesetzt werden können und sie so entstehen, das die Kosten nicht versteckt werden müssen, sondern vom Preis abgedeckt werden. Das wären die wahren Preise. Die liegen dann höher, als das was heute in den Supermärkten angepriesen wird, aber enthalten das, was den konventionellen Produkten heute fehlt: Enkeltauglichkeit.

Solche runden Tische sind keine reine Utopie; in mehr als 20 Städten der Republik arbeiten sie schon, eine große Koalition der Zivilgesellschaft auf den Weg zu neuen wertschätzenden Ernährungskonzepten. Unter den Koordinaten: regional, ökologisch und fair beginnt dort eine ökologische Transformation. Nur sie kann die zwingend notwendige Resilienz erreichen, die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit unseres Ernährungssystems, ohne die die Herausforderungen der Klimakrise nicht zu meistern sind.

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Buchkritik: „Das Sterben der Anderen“ von Tanja Busse

Buchkritik: „Das Sterben der Anderen“ von Tanja Busse

Eine Buchkritik von IWE-Vorstand Wilfried Bommert.

Tanja Busse ist eine erfahrene Journalistin mit besonderer Expertise in Bereich nachhaltiger Landwirtschaft. Dies zeichnet auch ihr jüngstes Werk „Das Sterben der Anderen – Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können“ über das Ende der Arten aus, in dem sie das Zerbrechen ökologischer Ketten beschreibt und die dahinter stehende ökonomische Gier, die das System der Massenvernichtung betreibt.

Das Sterben der anderen von Tanja Busse

Sie erzählt uns, was den Untergang der Arten in den letzten Jahrzehnten beschleunigt hat und dass er weit über das Verschwinden von drei Viertel aller Insekten in Feld und Flur hinausgeht. Er geht an die Substanz des Ökosystems, das auch unsere Existenz überhaupt erst möglich macht. Auch wenn es früher schon Artensterben gegeben hat, weil sich die Welt veränderte, dies ist der größte Aderlass in der Erdgeschichte seit dem Aussterben der Dinosaurier und er schreitet schneller fort als viele ahnen.

Tanja Busse nimmt uns mit zu den Tatorten, den Heiden und Mooren, den Magerasen und Feuchtgebieten. Wir finden uns wieder auf dem Schlachtfeld des Artensterbens der industriellen Landwirtschaft, die mit ihren Monokulturen, ihrem Einsatz an Chemie, ihrer Strategie des Wachsens und Weichens das Ende der anderen, ob Wiedehopf, Feldlärche oder Feldhase, vorantreibt. Aber wir hören auch von Bauern, die andere Wege einschlagen. Die wieder mit der Natur wirtschaften, die Vielfalt als Sicherheit in unsicheren Zeiten des Klimawandels erleben, die von ihrer Scholle wieder leben können und dabei ein wesentliches Merkmal bäuerliche Kultur hochhalten: in Generationen zu denken.

Aber was sollen wir nun tun? Anders leben? Erkennen, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, in das wir uns wieder einordnen müssten, wenn wir denn überleben wollen? Aber wie? Im eigenen Garten, im Supermarkt, auf der Autobahn? Indem wir unsere Politiker auffordern, die Saat einer ökologischen Agrarpolitik in Berlin und Brüssel endlich zu säen. All das wird nicht reichen, um das große Schwinden aufzuhalten. Tanja Busse schlägt vor, sozusagen als letztes Mittel, als Aufschrei der anderen, ein öffentliches Tribunal der aussterbenden Tiere einzurichten. Einen großen Prozess, in dem die Feldheuschrecke, der Segelfalter, das Rebhuhn, der Orang Utan ihr Überlebensrecht vor Gericht einklagen.

Tanja Busse erzählt packend, argumentiert schlagkräftig und sachkundig. In jedem Fall ist ihr Buch ein Gewinn für die dringend notwendige Debatte über die Erosion unseres Lebensraums.

„Das Sterben der Anderen – Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können“ von Tanja Busse, Erschienen August 2019. Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 20,6 cm. ISBN: 978-3-89667-592-7

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Vorreiter: Sikkim – ein indischer Bundesstaat auf der ökologischen Überholspur

Vorreiter: Sikkim – ein indischer Bundesstaat auf der ökologischen Überholspur

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Alexandra Buley-Kandzi. In der Rubrik “Vorreiter” sammeln wir Beispiele von Pionieren der Ökologischen Agrarwende.

Foto: Bernward Geyer
Foto: Bernward Geyer

„Wir haben einstimmig beschlossen, dass in Sikkim nur noch ökologische Landwirtschaft betrieben werden darf.“ Dies verkündete 2003 Shri Pawan Chamling, der Ministerpräsident des zweitkleinsten Bundesstaates von Indien, und leitete eine konsequente Transformation der Landwirtschaft ein. Es war eine historische und damals weltweit einzigartige Entscheidung mit dem Ziel, einen umweltfreundlichen Staat zu etablieren, der gut für das Leben und die Gesundheit aller ist.

Die Voraussetzungen für diesen großen Schritt schienen günstig: Der Boden in Sikkim ist verhältnismäßig nährstoffreich. Die Landwirte benötigten dadurch ohnehin nur relativ geringe Mengen an synthetisch-chemischem Dünger. Außerdem waren viele Methoden der traditionellen Landwirtschaft noch bekannt. Trotzdem galt es, die rund 65.000 Bauern von dem gemeinsamen Weg zu überzeugen und sie durch Schulungen mitzunehmen.

Zuallererst ging es bei der Umstellung darum, Kunstdünger und synthetische Pestizide aus dem Land zu verbannen. Um die Bauern unabhängig von den zugekauften Düngern zu machen, investierte die Regierung in tausende von Kompostanlagen. Schließlich ist Kompost zusammen mit wohl überlegten Fruchtfolgen und Mischkultur-Anbau die Grundlage für eine robuste Bodengesundheit und eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit, d.h. sie bilden den Kern des erfolgreichen Bioanbaus. Im staatlichen Forschungszentrum für Bio-Landbau wird hieran geforscht und das Wissen rund um die traditionelle Landwirtschaft mit den Erkenntnissen aus der modernen Forschung verbunden. Es gibt ein umfangreiches Schulungsangebot für die Bauern.

Seit Ende 2015 ist Sikkim auf 100% Bioanbau umgestellt und alle landwirtschaftlichen Flächen sind auch entsprechend zertifiziert. Die Vielfalt an produzierten Feldfrüchten ist groß. Tee und Kardamom werden exportiert. Auch wenn es hier und da durchaus noch Lern- und Entwicklungsbedarf gibt, stehen die BäuerInnen und BürgerInnen in Sikkim hinter dem Projekt ihres Ministerpräsidenten Pawan Chamling und der ökologischen Landwirtschaft. Die Erfahrungen zeigen, dass der Bio-Anbau den Boden und die wertvolle Fauna und Flora schützt, was sehr wichtig ist, denn Sikkim ist ein Biodiversitäts-Hotspot. Deshalb steht auch ein Drittel des Landes unter Naturschutz. Durch den Verzicht auf Kunstdünger leistet Sikkim auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Für die Menschen dort ein durchaus bedeutsamer Nebeneffekt, denn der Himalaya und sein Öko-System leiden bereits spürbar unter dem Klimawandel.

2018 erhielt Sikkim für seine Bio-Initiative den Future Policy Award – auch als Policy Oscar bekannt -, den die FAO zusammen mit der IFOAM und dem World Future Council verleiht. Eine große Anerkennung, die auch dazu beiträgt, dass das visionäre und mutige Beispiel immer mehr Nachahmer findet. Inzwischen sind drei weitere indische Staaten dabei, ihre Landwirtschaft zu 100% auf Bio umzustellen u.a. Uttarakhand mit rund 1,7 Mio. Bauern, das ebenfalls Himalaya- Anreiner ist.

Sikkim ist ein inspirierendes und motivierendes Beispiel für die Welt. Und mit jeder Umstellung kommt die Welt der Vision Pawan Chamlings näher, dass es spätestens 2050 weltweit keine Pestizide mehr in der Landwirtschaft gibt. Sikkim zeigt, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen.

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Vorreiter: Liechtenstein – klein, aber Bio-Weltspitze

Vorreiter: Liechtenstein – klein, aber Bio-Weltspitze

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Alexandra Buley-Kandzi. In der Rubrik „Vorreiter“ sammeln wir Beispiele von Pionieren der Ökologischen Agrarwende.

Flächenmäßig zählt Liechtenstein zu den kleinsten Staaten der Welt. Aber wenn es um den Öko-Anbau geht, hängt das kleine Alpenland alle anderen Staaten auf der Erde ab: 39,7% (IFOAM 2019) der rund 3500 Hektar landwirtschaftlichen Flächen werden hier nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet.

Damit setzt Liechtenstein Maßstäbe und ist weltweit Leuchtturm in Sachen Bio. Dies ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass die Geschichte der Bio-Landbau-Bewegung in dem kleinen Fürstentum eine sehr kurze ist. Erst in den 1990er kam sie dank einer Privatinitiative und Förderungen aus einer Stiftung in Gang und nahm dann aber rasch Fahrt auf. Seit 2008 ist auch der agrarpolitische Rahmen so gesteckt, dass die Bio-Bauern gute Bedingungen vorfinden. Sie arbeiten nach den Richtlinien der Bio-Suisse und damit nach den strengsten Bio-Vorgaben überhaupt.

„Doch gerade die hohen Standards sind ein wichtiger Faktor für den Erfolg der ökologischen Bewegung“, sagt Dr. Florian Bernardi, der seit 2010 für die Bioberatung Liechtenstein tätig ist. Die Verbraucher hier und in der benachbarten Schweiz, die die Hauptabnehmer der Bio-Waren sind, wissen die Qualität zu schätzen. Dabei legen sie besonderen Wert auf die hohen Tierhaltungsstandards. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Produkte hoch, schließlich ist die Rückverfolgbarkeit leichter: Die Wege in Liechtenstein selbst sind kurz und damit auch die Beziehungen zwischen Landwirten und Verbrauchern enger und direkter. Ein Segen für beide Seiten. Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt. Im gemeinsamen Wirtschaftsraum Schweiz/Liechtenstein werden im Durchschnitt 288 Euro pro Kopf und Jahr für ökologisch erzeugte Lebensmittel ausgegeben – so viel wie sonst nirgends. „Trotzdem ist beim Konsum- und Kaufverhalten noch Luft nach oben“, meint der Agrarwissenschaftler Bernardi.

„Entscheidend für die schnelle positive Entwicklung und das anhaltend hohe Niveau der Produktion ist jedoch auch der systematische Aufbau des Biolandbaus und die gute Beratungsstruktur“, so Bernardi. Hierbei sind die übergreifenden Dienstleistungen z.B. bei Marketing und Management genauso wichtig wie die individuelle Beratung jedes einzelnen Landwirts. „So können proaktiv Projekte auf den Weg gebracht werden. Dies ist bei uns die Schlüsselfunktion für die Weiterentwicklung“, beschreibt er die Art und Weise, wie in Liechtenstein der Bio-Anbau durch den permanenten Austausch mit den Landwirten gefördert wird.

Die Bio-Betriebe hier gehören eher zu den größeren im Land. Viele von ihnen produzieren Kuhmilch. Es gibt außerdem Höfe, die Ziegen, Pferde oder Rinder für die Fleischproduktion halten. Diese Bewirtschaftung passt gut zur Landschaft, die viele Dauergrünlandflächen bietet. Doch auch Gemüse, Obst und Wein werden produziert. Die Vielfalt an Bio-Erzeugnissen ist groß und die verschiedenen Standbeine machen die Betriebe wirtschaftlich resilient. Schließlich wird auch ihre Arbeit durch die Klimawandel immer anspruchsvoller, aber auch wichtiger. „Der Biolandbau bietet durch höhere Bodenfruchtbarkeit und breitere Fruchtfolgen Vorteile, wenn es um das Wasserspeichervermögen der Böden geht.“ Außerdem ist der Humusaufbau ein entscheidender CO2-Fänger und -Speicher. Biolandbau in Liechtenstein ist modern und zukunftsweisend. Er macht die eigenen Bauern, die Verbraucher und die Umwelt zu Gewinnern. Kopieren erwünscht.

Unser Interview-Partner: Florian Bernardi (Jg 1984) hat in Österreich Agrarwissenschaften studiert und dort auch promoviert. Seit 2010 ist er als Berater in Lichtenstein tätig. Zu seinen Aufgaben gehören u.a. einzelbetriebliche Beratungen, die Leitung von Arbeitsgruppen und Projekten, Öffentlichkeitsarbeit, Bearbeitung von Anfragen der Politik, Regierung und Behörden. An seinen Aufgaben schätzt er besonders die Chance, Neues vorantreiben zu können, um den Biolandbau weiterzuentwickeln.

IWEVorreiter: Liechtenstein – klein, aber Bio-Weltspitze
Ökologische Landwirtschaft und Suffizienz gehören zusammen

Ökologische Landwirtschaft und Suffizienz gehören zusammen

Ein Beitrag von Manfred Linz.

1. Ökologische Landwirtschaft ist ein Landbau, für den die Bodenfruchtbarkeit zentral ist, der ohne synthetischen Stickstoff, Pestizide, industrielle Importfuttermittel und Gentechnik wirtschaftet. Ökologische Landwirtschaft orientiert sich an einer organischen Kreislaufwirtschaft, die auf vielfäl­tige Fruchtfolge achtet, die Ackerbau und Viehzucht miteinander verbindet und aufeinander abstimmt. In der Viehzucht gilt artgerechte Tierhaltung.

2. Suffizienz ist in der gegenwärtigen Diskussion um die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Erde die bewusste und beabsichtigte Verringerung des Bedarfes an Energie, vor allem fossiler Herkunft, an Rohstoffen und an Fläche, und zwar durch menschliches Verhalten, also durch eine verminderte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Persönliche Suffizienz geschieht durch Veränderung des eigenen Lebensstils. Suffizienzpolitik richtet sich auf die Begrenzung des oben genannten Bedarfes in Produktion und Konsum durch fördernde und verpflichtende Maßnahmen der öffentlichen Hand.

Ökologische Landwirtschaft fördert und braucht die Suffizienz.

3. Ökologische Landwirtschaft ist in sich eine Form der Suffizienz. Sie spart fossile Energie ein, verwendet keinen mineralischen Dünger,  verzichtet auf importierte Futtermittel und verwirft die Anwendung von Pestiziden.

4.  Ökologische Landwirtschaft ermöglicht die ausreichende und gesunde Ernährung einer weiter wachsenden Weltbevölkerung. Sie erlaubt jedoch nicht die Fortsetzung der gegenwärtigen luxurierenden Ernährungsweisen, die die Grundlagen der Welternährung zerstören. Mit Bezug auf die derzeit prägenden Konsummuster erfordert die Ökologische Landwirtschaft Maßhalten und Verzichte, ist also auf Suffizienz angewiesen.

5. Maßhalten und Verzichte beziehen sich vor allem auf Nahrungsmittel, für deren Herstellung große Mengen von (fossiler) Energie, Wasser, industriell angebauten Futtermitteln und mineralischem Dünger erforderlich sind. Dazu zählen etwa die in Massentierhaltung erzeugten Nahrungsmittel Fleisch, Eier, Milchprodukte und der industriell gefangene Fisch. Diese Produkte erzeugt die Ökologische Landwirtschaft sowohl unvermeidlich als auch bewusst in geringerer Menge als die industrielle Landwirtschaft. Da auch viele der weiter verarbeiteten und konfektionierten Produkte der Ernährungsindustrie erhebliche Mengen von Energie und Rohstoffen verbrauchen, gelten Maßhalten im Verzehr und Einschränkungen in der Produktion ebenso für sie.

6. Ökologische Landwirtschaft fördert die Suffizienz. So geben Konsumenten der Ökologischen Landwirtschaft in der Regel Nahrungsmitteln aus der eigenen Region Vorrang vor langen Transportwegen, und sie bevorzugen Produkte der jeweiligen Ernte-Saison. Auch kann der vorrangige Konsum ökologischer  Produkte zu einem Bewusstseinswandel und Wertewandel führen, der einen suffizienten Lebensstil fördert. Damit stärkt Suffizienz wiederum die Ökologische Landwirtschaft.

Suffizienz fördert und braucht die Ökologische Landwirtschaft

7. Suffizienz kann auf vielfältige Weise die Ökologische Landwirtschaft begünstigen. Zunächst, indem ein suffizienter Lebensstil ihr zugute kommt. Etwa, wenn Konsumenten bereit sind, die oben unter 5. genannten Lebensmittel nicht oder doch sparsam zu verwenden, und  zum Schutz der Umwelt und um der Qualität der naturbelassenen Nahrungsmittel willen für Produkte der Ökologischen Landwirtschaft den dafür erforderlichen Preis zu bezahlen.

8. Erfahrung lehrt freilich, dass nur ein begrenzter Teil der Bevölkerung aus eigenem Entschluss zu einem suffizienten Lebensstil findet. Auch Ratschläge, Ermunterungen, Appelle bewegen zu wenige Menschen zu suffizientem Verhalten; und wenn und wo es gelingt,  bleiben Maßhalten und Bescheidung ein Patchwork, weichen also immer wieder der Gewohnheit und der Bequemlichkeit .

9. Wer darum die Suffizienz auch für die Ökologische Landwirtschaft wirksam machen möchte, wird sie als eine politische Aufgabe verstehen, ihr also durch staatliche Förderung, durch Gesetze und Verordnungen Geltung verschaffen. Zu denken ist hier an eine konsequente Minderung des Lebensmittelverderbs durch Förderung und Verordnung seitens der öffentlichen Hände, an eine Steuer für konventionell erzeugtes Fleisch, an ein Verbot der Massentierhaltung, an eine Lebensmittelampel, die auf hohe Mengen von Fett, Zucker und Salz aufmerksam macht, und nicht zuletzt sondern eher zuerst an eine ökologische Umwidmung der Flächenprämie der Europäischen Union. Alle Maßnahmen dieser Art können die Grundlagen einer ausreichenden und gesunden Ernährung festigen.

Beitragsfoto: Tracy Lundgren/Pixabay

IWEÖkologische Landwirtschaft und Suffizienz gehören zusammen
Buchkritik: „Das geht so nicht weiter“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth

Buchkritik: „Das geht so nicht weiter“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth

Rezension von Karin Vorländer zum Buch „Das geht so nicht weiter – Die Würde des Tieres ist unantastbar“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth.

Immer mehr, immer günstiger und alles zu jeder Zeit, das wird von Industrie und Landwirtschaft gerne als Ausdruck für gutes Leben verkauft. Auch und gerade, wenn es um Lebensmittel geht. Aber das „Immer- günstiger“ hat seinen Preis: Die Fruchtbarkeit des Bodens, die Würde der Tiere und der Blick dafür, dass alles Leben miteinander verbunden ist, bleiben auf der Strecke.

In ihrem Buch: „Das geht so nicht weiter“ belegen Karl-Ludwig Schweisfurth und seine Enkeltochter Sophie mit aufrüttelnden Fakten, warum es einer grundlegenden Wende bedarf. Ihr Plädoyer für eine neue Ethik im Umgang mit den fleischliefernden Nutztieren und für ein Konsumverhalten des „Weniger ist mehr“ überzeugt ebenso wie ihre Berichte davon, dass und wie in den Hermannsdorfer Landwerkstätten in der Tradition fachkundigen Handwerks und mit Respekt gewirtschaftet und produziert wird.

Auf 102 Seiten entfalten sie ihr Credo und eine Vision von einem Leben, in dem Mensch, Tier und Mitwelt gut miteinander leben können. Es geht ihnen um Achtsamkeit beim Essen, um gute Tierhaltung, um Ehrfurcht vor dem Leben und um die Verantwortung der Generationen füreinander und nicht zuletzt: um Schönheit.

In diesem auch für Nicht-Fachleute gut lesbaren Bändchen entfalten sie einen verlockende Entwurf eines anderen Lebens und Wirtschaftens. Sie wollen dazu beitragen, dass wir „die Erde ein kleinwenig schöner und besser verlassen, als wir sie betreten haben und ohne dass wir am Ende etwas bereuen“. Dass sie die Welt als einzelne nicht retten können, bestreiten sie nicht, aber „bewusste Zeichen setzen, das Gute stärken und das Schlechte verhindern und mit einem Traum den Anfang einer neuer Wirklichkeit möglich machen“, dafür werben sie.

Sympathisch dabei ihr einladender Ton, der den Lesern nicht Verzicht mit hängenden Mundwinkeln predigt oder Weltuntergangsstimmung weckt, sondern sie mitnimmt auf eine verlockende Praxis des „guten Leben“. Auf allzu einlinige Bauernschelte verzichten sie ebenso wie auf das Versprechen einfacher, „billiger“ Lösungen. Denn; auch das gute Leben hat seinen Preis!

Das geht so nicht weiter – Die Würde des Tieres ist unantastbar“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth. Verlag bene! Mai 2019 Hardcover, 102 Seiten, 12 €. ISBN: 978-3-96340-056-8

Zu den Autoren:

Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth. Copyright: Hans-Günther Kaufmann 

Karl-Ludwig Schweisfurth (Jg 1930)

Mit Mitte 30 erbt der gelernte Metzger den Familienbetrieb des Vaters. Er rationalisiert Schlachtung, Verarbeitung und Verpackung nach US-amerikanischen Vorbild und sorgt so dafür, dass seine „Herta- Wurst“ immer billiger wird. Etwa 100.000 Tiere werden dafür jeden Monat geschlachtet. Anfang der 1980er Jahre kommen dem „Pionier der Moderne“ ernsthafte Zweifel an seinem Tun. 1984 verkauft er seine inzwischen größte Wurstfabrik Europas.

Er gründet 1985 die Schweisfurth Stiftung, mit der er eine gerechte, nachhaltige und verantwortungsbewusste Land- und Lebensmittelwirtschaft fördern will. 1986 folgt die Gründung der Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn bei München, wo die Familie bis heute lebt. In seinem Bio- Unternehmen für Ackerbau und Viehzucht sowie Herstellung und Vermarktung von frischen Lebensmitteln verwirklicht er seinen Traum von einer ökologischen Lebensmittelherstellung. Entscheidend ist für ihn: „Die Liebe zu mir selbst, den Menschen um mich herum und zu allen anderen Geschöpfen. Die Liebe zu den Tieren. Die Liebe zur Natur. Die Liebe hält alles zusammen.“

Sophie Schweisfurth (Jg 1987)

Von Kindheit an ist sie vertraut mit dem Anliegen ihres Großvaters und dem Leben und der Arbeit in den Hermannsdorfer Landwerkstätten. Nach dem Abitur arbeitet sie in allen Abteilungen des Unternehmens mit. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und verschiedenen beruflichen Stationen übernimmt sie im Mai 2018 gemeinsam mit ihrem Mann die Verantwortung für das Unternehmen. Auch wenn sie als Angehörige der Generation „Millenial“ ganz anders tickt als die Generation vor ihr, ist sie wie ihr Großvater überzeugt: Wegsehen und weiter wie bisher ist keine Lösung. Ein anderes Wirtschaften und Leben ist machbar!


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Streitschrift: Landwirtschaft am Scheideweg

Streitschrift: Landwirtschaft am Scheideweg

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Missernte des Sommers 2018 zeigt, dass die industrielle Landwirtschaft dem Klimawandel nicht gewachsen ist. Im Gegenteil: Sie feuert ihn weiter an. Sie zerstört die Bodenfruchtbarkeit, erschöpft die Wasservorräte und beschleunigt den Artenschwund. Die Ernährung zukünftiger Generationen steht auf dem Spiel.

Die Untätigkeit der Politik darf nicht länger hingenommen werden. In dieser Überzeugung fordert ein breites Bündnis der deutschen Zivilgesellschaft eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung. Dazu stellt es heute in Berlin die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ vor.

Im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober 2018 fordert das Bündnis aus Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. , Naturfreunde Deutschland e.V., Slow Food Deutschland e.V., Slow Food Europe und Institut für Welternährung – World Food Institute e.V. eine ökologische Wende: „Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischen Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten.“

Die Mitunterzeichner setzen vor allem auf die Zivilgesellschaft. Sie rufen dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade einer Ernährungswende durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen:

• Die Zivilgesellschaft setzt Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie.

• Sie schafft Vorbilder, indem sie darauf dringt, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.

• Sie verlangt, dass öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für gesellschaftlich geforderte Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden, die vom Markt nicht ausreichend vergütet werden.

• Sie unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.

• Sie fordert, dass chemisch-synthetische Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.

Für die Initiatoren der Streitschrift ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft eine globale Herausforderung. Sie startet als ein europäisches Projekt, das in den Regionen beginnt und von einer wachen Zivilgesellschaft getragen wird.

Die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ steht in verschiedenen Versionen als PDF zum Download zur Verfügung: Kurzversion (DE), Langversion (DE), Short Version (EN), Long Version (EN)

Foto: Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

IWEStreitschrift: Landwirtschaft am Scheideweg
Bergische Klimagespräche: Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur

Bergische Klimagespräche: Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur

Die Schriftenreihe „Bergische Impulse“ greift wichtige Ergebnisse der Bergischen Klimagespräche auf. Die dritte Ausgabe erscheint unter dem Titel „Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur. Auf der Suche nach lebendigen und gleichberechtigten Versorgungsbeziehungen zwischen Stadt und Land“ mit Beiträgen von Rainer Lucas, Hubertus Ahlers, Wilfried Bommert, Harald Kegler und Uta von Winterfeld. Die Impulse dienen als Inspiration für Akteure, politische Prozesse und gesellschaftliche Debatten.

Städtische Quartiere sind in Bezug auf die Versorgung mit Energie, Wasser, Materialien und Lebensmitteln keine selbstversorgenden Einheiten. Über vielfältige Beziehungen und Wertschöpfungsketten sind die Quartiere abhängig von externen Versorgungsleistungen. Die räumlichen Bezüge in den genannten Bereichen sind dabei sehr unterschiedlich. Ansätze einer nachhaltigen Regional- und Stadtentwicklung verfolgen u.a. das Ziel, diese Beziehungen kleinräumiger zu gestalten. Mögliche Ansatzpunkte sind u.a. eine Dezentralität von Versorgungsleistungen zur Verringerung des Transportaufkommens, Schließung von Stoff- und Wirtschaftskreisläufen, direkte Beziehungen zwischen Produzentinnen und Produzenten und Verbraucherinnen und Verbrauchern und räumliche Nähe als Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Auf den Bergischen Klimagesprächen wurde diskutiert, wie diese Ansätze im Bereich der Ernährung gestärkt und verbreitert werden können, um letztlich in den Quartieren eine neue Landwirtschafts- und Ernährungskultur zu entwickeln. Dies wurde mit der Vorstellung von fairen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen zwischen Stadt/Quartier und Umland verbunden. Für die Umsetzung dieser Vision sind selbsttragende, transformative Strukturen notwendig, die von den Menschen in den städtischen Quartieren und den Produzentinnen und Produzenten der Lebensmittel getragen werden. Die hiermit verbundenen Ziele bedürfen einer politischen Rahmung, Fragen der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln gehören auf die Agenda der kommunalen Politik.

Der Diskussionsprozess um diese Fragen ist nicht abgeschlossen. Es wurde verabredet, zunächst im Rahmen eines Impulspapiers einen analytischen und konzeptionellen Rahmen zu schaffen, auf dessen Grundlage weitere Aktivitäten möglich sind. Nachfolgend werden erste Ideen entwickelt für eine Neugestaltung der raumstrukturellen Beziehungen im Bereich Landwirtschaft/Ernährung. Hierbei werden zunächst einige konzeptionelle und analytische Ausgangspunkte umrissen und Transformationsperspektiven entwickelt, die eine Agrar- und Ernährungswende integriert behandeln. Eine solche Zielsetzung muss sich auch mit möglichen Hemmnissen auseinandersetzen. Deshalb verweisen die Autoren auf das Spannungsfeld von Stadtkultur und Landnatur und die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Produktion. Bei der Perspektiventwicklung greifen sie Ansätze auf, wie sie bereits in vielen Großstädten im Kontext einer Ernährungswende existieren. Abschließend werden vier Schritte entwickelt, die für den Aufbau selbsttragender Strukturen einer neuen Landwirtschafts- und Ernährungskultur als wichtig erachtet werden.

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Beitragsbild: Markthalle IX in Berlin, Der Hauptstadtbarsch, Foto: Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

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Interview mit Ursula Hudson und Wilfried Bommert

Interview mit Ursula Hudson und Wilfried Bommert

Zivilgesellschaftliches Engagement und politische Verantwortung

Demo: „Wir haben es satt!“ 2018 / Foto: Christian Mang, Campact

Zum Tischgespräch über eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik trafen sich am 28. November 2017 Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, und Umweltjournalist und IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert. Kurz davor war der Glyphosat-Alleingang von Landwirtschaftsminister Schmidt öffentlich geworden.Das Interview erschien in der Januar-Ausgabe des Slow Food Magazins.

Unten stehend finden Sie das komplette Interview zum Download.

IWEInterview mit Ursula Hudson und Wilfried Bommert