Symposium: Bilder machen für die Zukunft

Symposium: Bilder machen für die Zukunft

MOSAiC-Expedition; Photo: Esther Horvath

Das IWE unterstützt das Projekt „Biodiversität & Landwirtschaft“ der Neuen Schule für Fotografie. Im Rahmen des Projekts findet am Samstag, 31. Oktober das Symposium „Bilder machen für die Zukunft. Positionen der Umweltfotografie“ statt, zu dem wir Sie und Euch herzlich einladen.

Wann: 31. Oktober, 10–18 Uhr
Wo: Neue Schule für Fotografie (ausgebucht)
Live-Stream: Bitte melden Sie sich per Email bis 28. Oktober unter info@neue-schule-fotografie.berlin an.

Das Symposium stellt verschiedene Aspekte des noch jungen und fototheoretisch wenig erforschten Gebiets der Umweltfotografie vor. Wie wird die Umweltkrise in dokumentarischen und künstlerischen Positionen dargestellt? Welche historischen und zeitgenössischen Strategien gibt es in der Umweltfotografie, welche fototheoretischen Positionen? Welche Fotos haben tatsächlich Veränderungen angestoßen? Diese Fragen werden Referent*innen in ihren Vorträgen für das Symposium untersuchen.

Programm

10.15 Uhr: Begrüßung und Einführung – Dr. Susanne Holschbach und Ines Meier, Neue Schule für Fotografie

10.30 Uhr: PD Dr. Gisela Parak, Deutsches Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte Bremerhaven, „Protokoll einer verpassten Chance: Umweltschutz im Ausstellungsnarrativ der 1970er Jahre“

Mit „Project Documerica“ rief die amerikanische Umweltschutzbehörde 1971 eine Fotoagentur ins Leben, deren Bilder die Öffentlichkeit für aktuelle Themen sensibilisieren sollte. Eine besondere Funktion kam hierbei der 1974 eröffneten Ausstellung „Our Only World“ zu. Der Vortrag erörtert Programmatik und Umsetzung dieser Ausstellung und kontrastiert sie mit der 1969 im American Museum of National History präsentierten Schau „Can Man Survive?“

11.30 Uhr: Esther Horvath, Fotografin Alfred-Wegener-Institut, „Polarnight 25/24“

Als Dokumentarfotografin begleitete Esther Horvath 2019/20 Arbeit und Leben der Wissenschaftler*innen der MOSAiC-Expedition an Bord des Eisbrechers Polarstern sowie auf dem Meereis des Arktischen Ozeans. Während der monatelangen Polarnächte waren die Stirnlampen des Teams und die Scheinwerfer des Eisbrechers die einzigen Lichtquellen. Der ohrenbetäubende Wind und die tiefschwarze Dunkelheit sorgten für eine surreale Szenerie. In ihrem Vortrag nimmt Esther Horvath das Publikum mit auf eine Eisscholle und in die absolute Finsternis der Polarnächte und zeigt, wie Expeditionsteilnehmer*innen am entlegensten Ort unseres Planeten leben und arbeiten.

12.30–14 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Dr. Anna-Katharina Wöbse, Umwelthistorikerin, „Help! Umweltengagement und Fotografie im Anthropozän“

In den 1920er-Jahren erschüttert ein verstörendes Fotomotiv die Öffentlichkeit: Bilder von verölten Vögeln werden zu einem Topoi der internationalen Naturschutzbewegung. Sie bringen eine komplizierte Angelegenheit – die chronische Verschmutzung der Weltmeere – auf einen einfachen visuellen Punkt. Aus der Dokumentation entwickeln sich politische Aktionen – ein idealtypischer Prozess, der aber weder selbstverständlich noch einfach berechenbar ist. Der Beitrag wirft einen Blick auf Wechselwirkungen zwischen fotografischer Erzählung und Umweltengagement im 20. Jahrhundert.

15.00 Uhr: Claudius Schulze, Fotograf und Forscher, „Biosphere X“

Der Werkzyklus „Biosphere X“ führt zwei epochenprägende Entwicklungen zusammen: Das Verschwinden von Fauna einerseits und die Entstehung neuer Spezies durch künstliche Intelligenz, Bionik und Gentechnik andererseits. Während die Welt für Maschinen verständlich wird, verschwindet sie gleichzeitig für immer. Während das Physische in Bits und Bytes übersetzt wird, sterben Arten, weil deren Lebensgrundlage verloren geht. Werden Drohnen und Roboter die Tier- und Pflanzenwelt ersetzen? Können künstliche Intelligenz und Bionik dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen? Oder werden die Vorbilder aus der Natur verschwunden sein, bevor Ingenieure von ihnen lernen konnten? Welche Arten hätten sich entwickeln können, wäre die Evolution nicht gestört worden? Im Rahmen eines intensiven Forschungsprozesses bearbeitet Claudius Schulze mit großformatigen Fotografien, 3D-Scans, Animationen und seiner eigenen künstlichen Intelligenz diese Fragen.

16.00–16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30–17.30 Uhr: Kurzpräsentationen Teilnehmer*innen Projekt „Biodiversität und Landwirtschaft“, Neue Schule für Fotografie

Die industrielle Landwirtschaft gehört zu den Hauptverursachern von Artensterben und Klimakrise, leidet aber gleichzeitig massiv unter den Folgen. Mit welchen Bildern können wir als Fotograf*innen die Öffentlichkeit auf dieses drängende Thema aufmerksam machen und positive Veränderungen bewirken? Eine Auswahl Studierender und Alumni der Neuen Schule für Fotografie, die an dem Projekt „Biodiversität & Landwirtschaft“ teilnehmen, stellen ihre fotografischen Arbeiten vor.

Das Symposium „Bilder für die Zukunft. Positionen der Umweltfotografie“ findet im Rahmen des European Month of Photography Berlin statt und ist Teil des Projekts „Biodiversität & Landwirtschaft“ der Neuen Schule für Fotografie Berlin, das durch die Heinrich-Böll-Stiftung, die Firma Hahnemühle, die GLS Bank, die Berliner Landeszentrale für politische Bildung, das Institut für Welternährung und das Ökodorf Brodowin gefördert wird.

IWESymposium: Bilder machen für die Zukunft
Systemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik

Systemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik

Ein Kommentar von IWE-Vorstand Wilfried Bommert zur EU-Agrarreform

Es sind die Worte, die Realitäten schaffen. Was politisch nicht zu erreichen ist, wird wenigstens verbal hochgehalten, um zu Hause nicht ganz das Gesicht zu verlieren.

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner steht unter Druck von vielen Seiten. Von der Agrarlobby, die ein „weiter so“ mit ihren Traktoren erzwingen will. Von der Ernährungsindustrie, die die Ministerin als willfähriges Aushängeschild für ihre kalorienreiche aber gesundheitsarme Massenproduktion nutzt. Von den Umweltverbänden, die versuchen, ihr eine Ernährungswende abzuringen. Mit der deutschen Präsidentschaft hat sie nun auch noch die unwilligen Staaten Europas am Hals, die in ihrer Mehrheit alles wollen außer Bewegung und schon gar keine ökologische. Wer vor dieser Szenerie nicht verzweifelt, muss ein dickes Fell haben oder ein strategisches Sprachvermögen. Und das kann man der Ministerin nicht absprechen, als sie nach durchgesessener Nacht an die Öffentlichkeit trat und ein Ergebnis verkünden musste, dass keinerlei Taten in Richtung einer klimaverträglichen Landwirtschaft enthält. Was ihr und ihren Berater*innen blieb, um wenigstens die eigene Haut zu retten, war Wording. Die richtige Wortwahl, die verschleiert und beschönigt, was nicht zu beschönigen ist.

Der Kompromiss um die Zukunft der europäischen Agrarpolitik gibt vor, ein Meilenstein in Richtung Umweltverträglichkeit zu sein. Zwanzig Prozent der Mittel, die bisher wahllos verteilt wurden, sollen in Eco-Schemes fließen – Umweltprogramme, die sich die Nationalstaaten selbst ausdenken können. Und wenn die Bauern da nicht anbeißen, fällt das Geld zurück in die alte Gießkannenförderung. Meilenstein, super!

Dieser Mogelpackung auch noch der Titel „Systemwechsel“ umzuhängen, zeigt die Not, in der die Ministerin steht. Sie muss mit einem vorzeigbaren Ergebnis zurück in ein Deutschland kommen, in dem die Grünen immer mehr Land gewinnen. Und wenn das der Kompromiss nicht hergibt, dann zumindest das Wording, mit dem er nun verkauft werden soll. Wer Geschichten kennt, der denkt hier an „Des Kaisers neue Kleider“. Sie sollten die peinliche Nacktheit einer Majestät kaschieren, die längst den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat.

Das Verfahren macht klar, das nach wie vor Einsteins Lehrsatz gilt: Die, die mit ihrer Strategie den Karren in den Dreck gefahren haben, werden ihn mit der gleichen Strategie nicht heraus bekommen. Da braucht es andere Kräfte. Und die sitzen nicht in Brüssel oder Straßburg am Verhandlungstisch, sondern in Köln und Hamburg, in Berlin und München – in mehr als 50 deutschen Städten. Sie sitzen als Bürger*innen in Ernährungsräten, die sich vorgenommen haben, das verfahrene Ernährungssystem politisch von unten neu aufzustellen, in der Region, für die Region, fair und klimaverträglich. Für sie ist das Signal aus Brüssel ein Meilenstein, der ihnen klar macht, dass es für ihre Arbeit an einer Ernährungswende von unten keine Alternative gibt. Und es ist ein Aufruf zum Systemwechsel, nicht als rhetorische Hülse, wie die deutsche Agrarministerin ihn nutzt, sondern als Vision, die Realität werden kann, wenn man ehrlich und engagiert daran arbeitet. Politik statt Wording und nicht Wording statt Politik.

IWESystemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik
Öffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand?

Öffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand?

v.r.n.l.: Jochen Goedecke, Fairpachten – Regionalberatung Süd; Dirk Hillerkus, Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW; Wilfried Bommert, IWE; Matthias Kiefer, Sprecher der AGU; Dr. Ursula Hudson, Präsidentin Slowfood Deutschland; Ralf Demmerle, Fairpachten – AbL Mitteldeutschland

Kein leichter Weg, aber machbar – Erste Erfahrungen machen Mut

Wenn ökologische Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen bis 2030 Standard werden soll, so wie es die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vorsehen, dann müssen jetzt Weichen gestellt werden. Das war das einheitliche Votum der Diskutanten der Podiumsdiskussion „Öffentliches und kirchliches Land in Biobauernhand?“ anlässlich der Biofach 2020 in Nürnberg. Vor allem Kirchen, Kommunen, Länder und der Bund stehen hier in der Verantwortung. Wie sich zeigte, bedarf es dazu jedoch eines neuen Bewusstseins, Mut und neuer Strategien.

Die Kirchen gehören zu den großen Besitzern von Pachtland und könnten durchaus Einfluss darauf nehmen, wer und wie ihr Kirchenland pachten und beackern darf. Theoretisch. Noch fällt es den beiden großen Volkskirchen aber schwer, ökologische Vergabekriterien für Pachtland in den Gemeinden umzusetzen. Vertragliche Bindungen, nicht selten über Generationen hinweg, lassen sich nicht ohne Weiteres aufkündigen. Bislang gehen Vorschriften für die Bewirtschaftung nicht über das Verbot von Klärschlammausbringung und die Anwendung genveränderten Saatgutes hinaus. Pachtbedingungen, die weitergehende ökologische Verpflichtungen wie etwa ein Verbot von synthetischen Pestiziden wie Glyphosat, mehr Artenschutz oder Vorrang für bäuerliche Betriebe des Ökolandbaus sind rar.

Sozialer Friede geht vor

Kein Ärger im Dorf gehe da vor ökologische Ansprüche, erklärte Dirk Hillerkus, Umweltbeauftragter der Evangelische Kirche Westfalen. Dies gelte auch, so Matthias Kiefer, Umweltbeauftragter des Bistum München und Freising, wenn die Kirchen auf höherer Ebene entsprechende Empfehlungen ausgeben. Der soziale Friede habe Vorrang. Einen Lösungsvorschlag steuerte Ralf Demmerle von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland bei. Der Konflikt ließe sich entspannen, wenn die Entscheidung über die kirchlichen Pachtverträge auf höheren Stufen der Verwaltung gefällt würde, wo sie keine direkten Interessen mehr ausgesetzt ist.

Greifswald Vorreiter

Auch bei kommunalen Flächen muss die Anwendung ökologischer Maßstäbe erst ins Bewusstsein kommen und durchgesetzt werden. Dank des zivilgesellschaftlichen Aktionsbündnisses „Unser Land schafft Wandel“ könnte die Stadt Greifswald Vorreiter werden. Wie Björn Pasemann vom Aktionsbündnis erklärte, sei in Greifswald erstmals in der Bundesrepublik eine gemeinwohlorientierte Vergabe von kommunalen Flächen durchgesetzt worden.

Strategie-Forum geplant

Doch noch steht die Bewegung mit der Forderung „Öffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand“ am Anfang. Um sie weiter zu fördern, werden Veranstalter des Podiums Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung ein Forum einrichten, über das erfolgreiche Strategien des Fairpachtens deutschlandweit in die Öffentlichkeit gebracht werden können.

Hilfreiche Vorlagen für Pächterauswahl und Pachtvertrag

Zwei Muster-Vorschläge zur Pächterauswahl, einer von der AbL und ein anderer vom Aktionsbündnis „Unser Land schafft Wandel“ aus Greifswald können unten stehend heruntergeladen werden. Ein kostenloses Beratungsangebot bietet darüber hinaus die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe als Initiator des Projektes „Fairpachten“, mit dem die Evangelische Kirche von Westfalen zusammenarbeitet. Auch der Mustervertrag von „Fairpachten“ steht zum Download zur Verfügung.

IWEÖffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand?
Ökolandbau in der Himalaya-Region: Sikkim voran – die anderen folgen?

Ökolandbau in der Himalaya-Region: Sikkim voran – die anderen folgen?

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Alexandra Kandzi

100% Ökolandbau – das hat sich der kleine indische Bundesstaat Sikkim auf die Fahnen geschrieben. Damit ist er zum weltweiten Vorbild, besonders aber zum Vorreiter in der Himalaya-Region geworden. In dieser ökologisch vielfältigen und gleichzeitig sehr empfindlichen Gegend sind damit auch die indischen Nachbarstaaten wie Nagaland, Uttarakhand, Mizoram oder auch die Länder wie Bhutan oder Nepal gefordert. Und erfreulicherweise tut sich hier einiges, wenn es darum geht, den Ökolandbau zu fördern. Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Mainstreaming von ökologischem Landbau und Agrarökologie im Himalaya“, an der u.a. das World Future Council und die deutsche Schweisfurth-Stiftung mitgearbeitet hat.

Modellprojekte, die an die bergigen Standorte angepasst sind, die Förderung von Betriebsmitteln sowie die Weiterbildung von Subsistenz-Bauern sind dabei wichtige Maßnahmen. Besonders erfolgreich ist die Entwicklung des Ökolandbaus in der Himalaya-Region dann, wenn auch die Zusatznutzen dieser schonenden Anbau-Form gesehen und berücksichtigt werden: Sanfter Tourismus als zusätzliche Einnahmequelle sowie Natur-, Gewässer- und Klimaschutz zur Wahrung der Ressourcen.

Besonders letztere haben eine große Bedeutung. Beherbergt die Himalaya-Region doch wertvolle Öko-Systeme, die sich durch eine außergewöhnliche Biodiversität auszeichnen. Außerdem hängt die Wasserversorgung von 1,3 Milliarden Menschen, die im Einzugsgebiet der Bergregion leben, direkt von den Reserven der gigantischen Berggegend ab. Und der Klimawandel verändert und erschwert die Lebensmittelproduktion auf ohnehin nicht einfach zu bewirtschaftenden Flächen.

Das alles haben auch die politischen Entscheider vor Ort in den vergangenen zehn Jahren nicht nur mehr und mehr erkannt, sondern auch motiviert umzusteuern. Während Sikkim den Weg am konsequentesten gegangen ist, sind die anderen Anrainer dabei, Programme und Gesetze zu installieren, die die nachhaltige Landwirtschaft zunehmend implementieren. In vielen Gegenden sind die Voraussetzungen gut für den Bio- Landbau, da die moderne konventionelle Landwirtschaft, die u.a. auf große Flächen und Maschinen setzt, nur schlecht Fuß fassen konnte. Trotzdem müssen Bauern für die Transformation zusätzlich geschult, gefördert und allen voran die regionalen und lokalen Märkte weiterentwickelt werden.

Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth Stiftung. Studie: „Mainstreaming von ökologischem Landbau und Agrarökologie im Himalaya

Auch wenn dies in manchen Gegenden noch ein weiter Weg ist, kann am Ende die gesamte Gegend von einer nachhaltigen zukunftsfähigen Landwirtschaft profitieren. Die im Himalaya gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen sind außerdem kostbar für viele Menschen rund um den Globus. Schließlich leben zirka 13% der Weltbevölkerung in Gebirgen und ungefähr die Hälfte der Menschheit hängt direkt von Gebirgsressourcen, vor allem Wasser, ab. Und nicht zuletzt 25% der terrestrischen Biodiversität hat in den Bergen ihre Heimat.

Ökolandbau, der an die Gegebenheiten in Gebirgen angepasst ist, kann damit nicht nur eine resiliente Möglichkeit sein, Lebensmittel zu produzieren, sondern gleichzeitig auch die Möglichkeit bieten, Klima- und Artenschutz in den empfindlichsten Regionen dieser Erde zu betreiben. Der Anfang dafür ist gemacht.

IWEÖkolandbau in der Himalaya-Region: Sikkim voran – die anderen folgen?
Dossier: Kirchenland in (Bio-)Bauernhand?

Dossier: Kirchenland in (Bio-)Bauernhand?

Nach welchen Kriterien verpachtet die Kirche ihr Land?
von Karin Vorländer

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gehört mit geschätzten 300.000 Hektar zu den größten Landeigentümern Deutschlands. Der römisch-katholischen Kirche gehören etwa 200.000 Hektar Acker- und Grünland und Wald. Gemeinsam besitzen die beiden Kirchen etwa 3 Prozent der aktuell 16,5 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche in Deutschland größtenteils in den neuen Bundesländern. Das ist eine Größe, die durchaus relevant ist, wenn es um die Frage geht, wie und von wem dieses Land bewirtschaftet wird. Angesichts von zurückgehender Bodenfruchtbarkeit, dramatisch abnehmender Artenvielfalt und immer deutlich werdendem Klimawandel fällt es durchaus ins Gewicht, ob und von wem Kirchenland ökologisch nachhaltig, konventionell oder im Rahmen industrieller Landwirtschaft bearbeitet wird.

Den allergrößten Teil ihres Landes verpachten die Kirchen in den „alten Bundesländern“ zur landwirtschaftlichen Nutzung an Landwirte, deren Familie das kirchliche Pachtland nicht selten schon seit Generationen bewirtschaften. Ausgelaufene Pachtverträge wurden bislang meist mehr oder weniger automatisch verlängert.

Innerkirchlich und in der Gesellschaft mehren sich Stimmen, die von der Kirche eine Vorreiterrolle erwarten, wenn es um die Förderung biologischen Landbaus und die Wertschätzung des Bodens geht. Die Verpflichtung zur Bewahrung der Schöpfung ist in der Kirche, evangelisch und katholisch gleichermaßen, schon seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema, das auch für den Umgang mit kircheneigenen Flächen in etlichen Denkschriften und Programmen zum Naturschutz zunehmend relevant wird.

Das Dossier „Kirchenland in (Bio-)Bauernhand?“ von Karin Vorländer können Sie hier herunterladen.

IWEDossier: Kirchenland in (Bio-)Bauernhand?