Und nach den Ferien: weiter mit schlechter Schulverpflegung!?

Und nach den Ferien: weiter mit schlechter Schulverpflegung!?

Forum „Zukunft der Schulverpflegung“ des Ernährungsrats Hannover und Region deckt Mängel auf.

Ein Bericht von Peter Wogenstein

Noch vor Beginn der Sommerferien in Niedersachsen trafen sich in der Aula der Berufsbildenden Schule Ernährung in Hannover viele von denen, die das Thema Schulverpflegung betrifft: Eltern- und Schülervertreter, Schulleitung, Schulträger und Verwaltung, Lehrervertretung, Landwirte, Caterer und Politiker*innen aus Stadt und Region. Um die „Zukunft der Schulverpflegung“ sieht es dabei nicht gut aus. „Momentan liegt gute Schulverpflegung am Engagement einzelner Personen der Schulgemeinschaft“, so die Schulleitung. „Und das kann ja nicht im Sinne von Bildungsgerechtigkeit sein“.

Mittagessen als gesellschaftliche Aufgabe

Deutlich wird, und da stimmen alle Beteiligte überein: Mittagessen ist eine gesellschaftliche Aufgabe und darf nicht auf die Schulen abgewälzt werden. Zudem ist der Abbau der rechtlichen und behördlichen Hürden für Ausstattung, Einkauf und Bereitung von Schulessen dringend nötig. Personal ist eine weitere Hürde. „Wir können als Schulträger“ – so die Verwaltung – „nur wenig Personal beisteuern. Den Rest muss das pädagogische Personal leisten. Hier ist der Bund gefordert, damit eine einheitliche Lösung für alle Schulen gefunden wird.“

Kostenfreies Essen

Es fehlt Geld insbesondere für Personal an den Schulen und in der Verwaltung für die Organisation des Mittagessens. Kosten des Essens sollten so gestalten werden, dass alle Kinder teilnehmen können und wollen. „Mensen müssen so sein, dass jede Schülerin und jeder Schüler lieber zur Mensa als zum Supermarkt um die Ecke gehen will“, ergänzt der Stadt-Schülerrat, aber genau daran hapert es. Die GEW geht weiter und fordert organisatorische Änderungen und mehr: „Schulessen sollten in kommunalen sozialen Betrieben organisiert werden. Unser Ziel ist kostenfreies Essen.“

Knackpunkt ist der Preis

Einig ist man sich schnell: Schulpolitik sollte Mittagessen in Schulen und Kitas ernster nehmen, und es braucht mehr Anbieter, die gutes Essen, wenn möglich Bio, „regional“ und saisonal, in den Schulen anbieten. Aber diese Anbieter sind kaum zu finden. Nächster Knackpunkt ist der Preis. Der entscheidet, wieviel beim Bauern ankommt. Und er muss vom Caterer gegenüber dem Schulträger garantiert werden. „Bei Ausschreibungen wird stark auf den Preis geachtet“, bestätigt der Bio-Caterer und fordert, „Ausschreibungen sollten stärker soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen.“ Aber genau das tun sie in der Regel nicht. Und da Bio-Landwirte nicht über den Preis verhandeln, sondern verlangen was es kostest, sind Bio-Caterer damit schnell raus aus dem Bieterverfahren. Für den Caterer ist die Ausschreibung entscheidend, ob sich sein Engagement an einer Schule rechnet. „Wenn der Schulträger bereit ist, Mehrkosten zu tragen, sind wir auch für individuelle Lösungen offen. “

Wenn die Politik will

„Wenn die Politik will und die Rahmenbedingungen schafft, dann kann Schul- und Kita-Verpflegung wie in Göttingen zentral eingekauft, frisch, regional und saisonal gekocht und ohne große Transportwege an Kitas und Schulen im Stadtgebiet geliefert werden.“ Die Vertreterinnen der Politik aus Stadt und Region sind sich mit Anja Köchermann, Verwaltung Göttingen, einig. Bisher ist dies jedoch die Ausnahme und in Städten wie Hannover ist das nach wie vor Fehlanzeige. „Die öffentliche Hand ist bei der Gruppenverpflegung noch nicht so weit. Die Verwaltung muss sich auf den Weg machen“, kommentiert eine Regionspolitikerin.

Mit und für Kinder kochen

Viel gilt es anzupacken: „Gerade in der 8. Klasse zeigt sich, dass Kinder, die auch mal mitkochen, weiter an der Schulverpflegung interessiert bleiben“, betont Anja Köchermann aufgrund ihrer Erfahrungen in Göttingen. Doch nicht jeder Koch kann mit und für Kinder kochen – hier braucht es eine passende Ausbildung. Auch die Verwaltung braucht Expertise, um die Herausforderung „Mittagessen“ ganzheitlich zu betrachten und Lösungen zu finden.

Es braucht Raum für Kochen

Wie hoch die Hürden bereits bei der Planung von Schulbauten sind, macht eine Abgeordnete der Stadt deutlich: „Bei den aktuellen Schul-Neubauten soll die Mensa einen Mehrnutzungs-Charakter als Aula, Veranstaltungsfläche und Mensa erhalten. Da kann keine gute Atmosphäre beim Mittagessen aufkommen.“ Dass es anders geht, zeigt die Stadt Seelze bei Hannover: „Unsere Schulen in Seelze können autonom und autark kochen. Wir können auch ohne Caterer die Schulen versorgen und damit flächendeckend gute Ernährung anbieten,“ so ein Mitglied des Stadtrats.

Faire Ernährungsumgebungen

Wir erinnern uns: notwendig ist „ein Systemwechsel in der Kita- und Schulverpflegung“ und die „Schaffung von fairen Ernährungsumgebungen“, empfiehlt der Wiss. Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz im Juni 2020. Denn „die Art und Weise, wie wir uns ernähren, beeinflusst wesentlich unseren individuellen Gesundheitsstatus, unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden.“ Darin waren sich beim Forum „Zukunft der Schulverpflegung“ des Ernährungsrats Hannover und Region alle einig. Trotz Lichtblicken und viel guten Willen: nach den Ferien geht es weiter wie bisher.

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Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Gemeinsame Pressemitteilung, 27.6.2022

Chancen nutzen, Resilienz schaffen: Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Ernährungsstrategie bis 2023 angekündigt. Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken aus 22 Verbänden hat jetzt ein Positionspapier für eine zukunftsweisende Ernährungsstrategie erarbeitet, die es im Vorfeld der Auftaktveranstaltung des Bundesernährungsministeriums zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie am 29. Juni vorlegt. Darin werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um allen Menschen eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung zu ermöglichen.

Die Initiative #ErnährungswendeAnpacken begrüßt, dass die Ampelkoalition bis 2023 eine Ernährungsstrategie für Deutschland erarbeiten will, um eine „gesunde Umgebung für Ernährung und Bewegung zu schaffen”. Jetzt muss die Bundesregierung zügig ambitionierte Ziele und einen klaren Zeitplan für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen vorlegen.

Grundlage, Leitbild und Vision bei der Entwicklung der Ernährungsstrategie sollte eine sozial gerechte, gesundheitsfördernde, umweltverträgliche und dem Tierschutz zuträgliche Ernährungspolitik für Deutschland sein. Die Ernährungsstrategie und die darin definierten Maßnahmen sollten mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein. Ohne Investitionen wird eine Ernährungswende nicht zu erreichen sein. Um eine verbindliche Umsetzung der Maßnahmen sicherzustellen, sollten konkrete Erfolgsindikatoren entwickelt werden.

Transparenz und Beteiligung

Eine Ernährungswende kann nur gelingen, wenn sie breiten Rückhalt in der Bevölkerung hat. Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis eine transparente Planung und Beteiligung der relevanten Wissenschaftler:innen und Berufsgruppen sowie der zivilgesellschaftlichen Verbände bei der Erstellung der Ernährungsstrategie bis 2023 sowie bei deren Umsetzung.

Eine Strategie für alle

Ziele und Maßnahmen der Ernährungsstrategie müssen mit Blick auf soziale Gerechtigkeit gestaltet werden. Dies gilt insbesondere für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen. Eine Ernährungswende muss dazu führen, dass allen Menschen eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung ermöglicht wird. Gesundes, nachhaltiges Essen darf kein Privileg für einkommensstarke Haushalte sein, sondern ist ein Grundrecht für alle.

Folgende konkrete Maßnahmen hält das Bündnis für essenziell:

  • Finanzierung einer flächendeckenden, gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und eine Weiterentwicklung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
  • Überprüfung der Lebensmittelbesteuerung mit dem Ziel einer sozial gerechten, gesundheitsfördernden, umweltverträglichen und dem Tierschutz zuträglichen Ausrichtung.
  • Förderung einer pflanzenbasierten Ernährung mit dem Ziel, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.
  • Stärkung einer sozial gerechten, gesundheitsförderlichen und umweltfreundlichen Ernährungskompetenz in Schule und Beruf.
  • Verbesserung der Qualifizierung und Verankerung von Ernährungsbildung und Ernährungstherapie im Gesundheitswesen.
  • Verbindliche Regulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung.
  • Erhöhung der Leistungen in der sozialen Mindestsicherung im Kampf gegen Ernährungsarmut. 

Um die Ziele der Vereinten Nationen für eine Nachhaltige Entwicklung sowie die im Pariser Klimaabkommen verankerten Ziele zu erreichen, ist ein „Weiter so“ keine Option. Darüber besteht ein breiter Konsens. Nun hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht nur zu einer leidvollen humanitären Krise geführt, sondern er bedroht auch die globale Ernährungssicherung und erschwert das Erreichen von Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitszielen in der Weltgemeinschaft.

Gerade jetzt ist es deshalb wichtiger denn je, dass wir für eine nachhaltige und gesunde Ernährung ein langfristig resilientes Ernährungssystem schaffen. Aktuellen und künftigen Herausforderungen und Krisen werden wir nur standhalten, wenn wir Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Umweltverträglichkeit zusammendenken.   

„Deutschland sollte in dieser Frage vorangehen“, betont Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung – World Food Institute, Berlin, „und eine Strategie vorlegen, die vom Acker bis zum Teller Maßstäbe für eine globale Ernährungswende setzt.“

Empfehlung des Bündnisses #Ernährungswendeanpacken für eine zukunftsweisende Ernährungsstrategie zum Download.

Das Positionspapier wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern (BÄK), Bundesvertretung der Medizinstudierenden, Deutschland e. V. (bvmd), Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW), Der Paritätische Gesamtverband, Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. (DAG) Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung (DNSV), Ecologic Institute, Netzwerk der Ernährungsräte, Institut für Welternährung, iSuN – Institut für Nachhaltige Ernährung, Fachhochschule Münster, Physicians Association for Nutrition (PAN), ProVeg, RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V., Slow Food Deutschland e. V., Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), WWF Deutschland

IWEForderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie
Save the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022

Save the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022

Save the Date: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“
Herbstakademie des Instituts für Welternährung vom 14.-16. Oktober 2022

Weizen als Waffe, der Krieg Russlands weitet sich aus. Das wichtigste Brotgetreide der Welt wird zum Spielball strategischer Interessen. Die Klimakrise verschärft die Lage. Die industrielle Landwirtschaft, ihr massiver Einsatz fossiler Energie, ihre anfälligen Monokulturen, ihre globale Abhängigkeit, untergräbt die Ernährungssicherheit weltweit.

Fehlernährung greift um sich. Übergewicht und Fettsucht, Hunger und Unterversorgung zeigen die Schieflage des Welternährungssystems. Lässt es sich noch korrigieren oder braucht es einen grundsätzlichen Neuanfang? Eine Ernährungswende ist überfällig, wie wollen wir mit der Herausforderung umgehen? Welche Rolle soll Deutschland in diesem Prozess der Erneuerung einnehmen? Welchen Beitrag soll und kann das Institut für Welternährung leisten?

Das ist das Thema unserer Herbstakademie. Sie findet am 14./15./16. Oktober 2022 statt in der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem ökologischen Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen und Zentrum der Ökomodell-Region Nordhesssen.

IWESave the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022
Dokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit

Dokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit

Eine Ernährungsstrategie für Deutschland – die Rolle der Gesundheit. Ein Überblick.

MS. Marie-Luise Dörffel

Auf Einladung von Slow Food Deutschland e. V. und dem Institut für Welternährung fand am 8. Juni 2022 in der Landesvertretung Baden-Württemberg ein weiteres Berliner Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung statt. Im Fokus stand die Frage nach einer Ernährungsstrategie für Deutschland unter dem Aspekt der Gesundheit.

Welche Eckpunkte diese Strategie haben sollte und wie sie zügig umgesetzt werden könnte, versuchten Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Dr. Wilfried Bommert, Vorstand des Instituts für Welternährung und Autor des Buches „Stille Killer“, Dr. Doris Heberle, Leiterin der Unterabteilung Ernährung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL sowie Niklas Oppenrieder, Mitgründer und Global Director Strategy & Development von Physicians Association for Nutrition PAN, gemeinsam mit dem live und virtuell anwesenden Publikum zu klären. Moderiert wurde die Diskussion von Simone Zeil.

Warum eine Ernährungsstrategie zwingend ist, zeigte Wilfried Bommert auf. Nach seinen Recherchen leidet Deutschland unter wachsender Fehlernährung, besonders dramatisch sichtbar in der Zunahme von übergewichtigen Kindern und Erwachsenen. Die Ursache liegt für Bommert in der Ernährungsindustrie, die seit den 1990 Jahren Massenproduktion und Gewinnmaximierung kultiviert und dies durch billige Zutaten und hochprozessierte, zucker- und fettreiche Syntheseprodukte erreicht, die als Nahrungsmittel in die Märkte gedrückt werden. Die Folgen dieser profitorientierten Industriestrategie kommen den Betroffenen und die Gesellschaft teuer zu stehen, heute schon sind es jährlich 29 Mrd. Euro direkte Kosten durch Krankheit, Arbeitsausfall etc. Tendenz deutlich steigend.

Um gegenzusteuern, so Niklas Oppenrieder sei gesunde Ernährung die beste Prävention und eine Ernährungsstrategie daher gleichzeitig eine Gesundheitsstrategie. Als Vertreter von Physicians Association for Nutrition PAN fordert er daher unter anderem, Krankenhaus- und Gemeinschaftsverpflegungen zu optimieren und dabei Steuerungsmöglichkeiten über eine angepasste Mehrwertsteuer zu nutzen.

Die Bundesregierung wird, so Dr. Doris Heberle, bis 2023 eine Ernährungsstrategie formulieren, deren Kernziel die Förderung einer gesunderhaltenden und nachhaltigen Ernährung sein soll. In einem mehrjährigen, dynamischen Prozess mit vielen verschiedenen Stakeholdern sollen bis 2050 die Weichen für eine gesunde ökologische Ernährung gestellt werden.

Dr. Nina Wolff forderte vor allem schnell zu handeln, denn das jetzige Ernährungssystem belaste zunehmend Umwelt und das soziale Miteinander. Sie wies darauf hin, dass Ernährungskultur und Vielfalt essentiell seien. Und, dass ohne Vielfalt und entsprechende Produktions- und Ernährungsumgebungen auf Sicht kein Leben möglich sei.

In der anschließenden lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass das eine Ernährung, bei der Gesundheit und nachhaltige, pflanzenbasierte Kost im Vordergrund steht, einen komplexen Veränderungsprozess voraussetzt, bei dem viele Akteure einbezogen werden müssen. Es wurde klar, dass politisch Resort-übergreifend gedacht und gehandelt und alle Ebenen bis hin zu den Kommunen integriert werden müssen. Ausbildung und Bildung sind in diesem Prozess grundlegend, verbunden damit auch eine neue Wertschätzung der Arbeit von Köchinnen, Köchen und des Lebensmittelhandwerks.

Unterstrichen wurde auch, dass durch die aktuellen Lebens- und Arbeitssituationen von Familien vielfach keine Zeit mehr für die Vermittlung von guter Ernährung und eigenem Kochen bleibt. In diesem Zusammenhang müsse die Familienarbeit eine neue Wertschätzung erfahren und über Kita- und Schulverpflegung entsprechend positive Ernährungsumgebungen und Esserlebnisse geschaffen werden. Diese Veränderung der Ernährungslage und des Ernährungsbewusstseins wird zukünftig mehr Geld kosten. Entscheidend für die Umsetzung einer gesunden Ernährungsstrategien, so ein Fazit des Berliner Werkstattgesprächs zur Zukunft der Ernährung sei jedoch, statt der Kosten die Gewinne auf allen Ebenen in den Vordergrund zu stellen und zu kommunizieren, um politische Stopp-Schilder von vornherein zu vermeiden.

Das Positionspapier vom Bündnis #ErnährungswendeAnpacken können Sie hier herunterladen.

IWEDokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit
Save the Date: World Organic Forum 26.-30.Juni

Save the Date: World Organic Forum 26.-30.Juni

Vom 26.- 30.06.2022 findet das 5. WORLD ORGANIC FORUM auf Schloss Kirchberg statt. Veranstalter ist die Akademie Schloss Kirchberg/Stiftung Haus der Bauern, welche zum 5. Mal diese Alternativ-Veranstaltung zum „WORLD ECONOMIC FORUM“ in Davos durchführt.

Beim WORLD ORGANIC FORM geht es nicht ums globale Großkapital, sondern um die Zukunft unseres Planeten und die Wege und notwendigen Schritte und Maßnahmen für den Frieden mit der Natur und zukunftsfähige Konzepte für eine nachhaltige Sicherung unserer Lebensgrundlagen.

Beim 5. WORLD ORGANIC FORUM liegt der Fokus auf „Localizing SDGs – Creating a Global Network of Regions on Organic Soil“ mit dem Ziel, die UN-SDGs auf den Boden zu bringen und weltweite Leuchttürme als SDG-Regionen zu etablieren welche die überlebensnotwendige Umsetzung dieser 17 globalen Nachhaltigkeitsziele von der Pariser Klimakonferenz 2015 voranbringt. Bedeutende Persönlichkeiten werden im Dialog mit dem internationalen Publikum um Lösungen ringen und ihre Visionen vortragen: sei es der Ehrenpräsident des Club of Rome, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Ulrich von Weizsäcker, IFOAM-Gründungspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartmut Vogtmann, Alternative Nobelpreisträgerin Dr. Vandana Shiva, AR-Vorsitzender des World Future Councils Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald als auch Staatssekretär Jochen Flasbarth (noch nicht bestätigt) vom Ministerium für Entwicklung und Internationale Zusammenarbeit, Berlin, eine große Anzahl international renommierter Vordenker und Aktivisten geben sich ein Stelldichein um die Lösungsansätze für die Zukunft unserer EINEN WELT auf den Weg zu bringen.

Auszüge aus dem Konferenz-Programm:

  • 26.06. 19.00 h: Vorpremiere des neuen Kinofilms „Agrarwende Jetzt! Und es geht doch…“ von Denkmal Film/Bertram Verhaag
  • 27.06. 15.00 h: Pressekonferenz, anschließend Festakt 50 Jahre IFOAM-Organics International (INTERNATIONAL FEDERATION OF ORGANIC MOVEMENT)
  • 28.06. 17.30 h: Festakt 50 Jahre Club of Rome
  • 29.06. 9.00 h: Vandana Shiva, Indien

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Anmeldungen zur Konferenz über folgendes Formular
und über akademie@hdb-stiftung.com+49 (0) 7954 9211880

Anmeldungen zur Pressekonferenz am 27.06.2022, 15.00 Uhr:
akademie@hdb-stiftung.com und info@besh.de

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Berliner Werkstattgespräche: Eine Ernährungsstrategie für Deutschland

Berliner Werkstattgespräche: Eine Ernährungsstrategie für Deutschland

Einladung

Berliner Werkstattgespräche zur Zukunft der Ernährung
„Eine Ernährungsstrategie für Deutschland: Die Rolle der Gesundheit“

8. Juni 2022 von 11:00 bis 13:00 Uhr

Ort: Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Tiergartenstr. 15, 10785 Berlin sowie Live-Übertragung bei YouTube

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl stellten Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Ernährungsstrategie für Deutschland zur Diskussion. Heute begrüßen wir, dass die Schaffung einer nationalen Ernährungsstrategie eine der Prioritäten der Ampel-Koalition und insbesondere des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist. Ein zentrales Thema dabei: Wie gelangen wir zu einer gesunden Ernährung für alle Menschen – angefangen bei der Notwendigkeit, gesundheitsschädigende Produkte der Lebensmittelindustrie zu unterbinden, bis hin zu einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis, das ein Recht jedes Menschen auf gesunde und nachhaltige Ernährung ebenso einschließt wie die Gesundheit unseres Planeten?

Diese Fragen möchten wir bei unserem Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung „Eine Ernährungsstrategie für Deutschland: Die Rolle der Gesundheit“ diskutieren, mit Inputs von:

  • Dr. Wilfried Bommert – Sprecher des Instituts für Welternährung und Autor vom „Stille Killer. Wie Big Food unsere Gesundheit gefährdet“
  • Niklas Oppenrieder – Global Director Strategy & Development bei der Physicians Association for Nutrition
  • Dr. Doris Heberle – Leiterin der Unterabteilung „Ernährung“, Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
  • Dr. Nina Wolff – Vorsitzende Slow Food Deutschland


Moderation: Sven Prange – Journalist, Moderator

Im Rahmen der Diskussion wird es Gelegenheit für Fragen und Kommentare der Teilnehmenden geben.

Sie können sich für die Teilnahme an der Diskussion vor Ort bis zum 07.06. unter diesem Link anmelden. Die Veranstaltung wird außerdem Live auf YouTube übertragen. Hierfür melden Sie sich gern (ebenfalls bis zum 07.06) unter diesem Link an.

Im Anschluss laden wir Sie ein, einen kleinen Imbiss in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg mit uns zu genießen. Ab 15:00 Uhr findet ebenfalls in der Landesvertretung Baden-Württemberg die Verleihung des Ursula-Hudson-Preises statt. Wir würden uns freuen, Sie auch hierbei als Gast begrüßen zu dürfen und laden Sie sehr herzlich ein.


Dr. Nina Wolff
Amtierende Vorsitzende 
Slow Food Deutschland e. V.
nina.wolff@slowfood.de
+49-(0)170 81 27 346

Dr. Wilfried Bommert 
Sprecher des Vorstandes
Institut für Welternährung e. V.
wilfried.bommert@institut-fuer-welternaehrung.org
+49-(0)173-9552544
 

IWEBerliner Werkstattgespräche: Eine Ernährungsstrategie für Deutschland
DLF Sendung: Von der Energie bis zu Lebensmitteln – Der Trend zur Selbstversorgung

DLF Sendung: Von der Energie bis zu Lebensmitteln – Der Trend zur Selbstversorgung

Selbstversorgung liegt im Trend. Das betrifft Nahrungsmittel über den Anbau im eigenen Garten oder einer Stadtparzelle ebenso wie die Stromerzeugung. Gerade die Energieversorgung ist seit Putins Angriff auf die Ukraine und der Verteuerung von Gas und Öl ein Anliegen, das in Privathaushalten Bedeutung gewonnen hat.

Ob erneuerbare Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung oder die Selbstversorgung mit Lebensmitteln aus dem eigenen Garten. Die Corona Pandemie, Klimaerwärmung, Inflation und Krieg in der Ukraine haben uns ins Bewußtsein geholt, wie abhängig wir von Dritten sind und der Wunsch nach unabhängiger Versorgung wächst. Doch wie können wir die auch über eigene private Initiativen erreichen? Welche Möglichkeiten haben wir? Welche Hürden gilt es zu überwinden und was bedeutet der Fachkräftemangel für den steigenden Bedarf nach alternativen Energien? Welche Nutzpflanzen halten Einzug in die Gärten und auf den Balkonen und welche Angebote gibt es auch von den Kommunen an ihre Bürgerinnen und Bürger?

In der Sendung des Deutschlandfunks „Von der Energie bis zu Lebensmitteln – Der Trend zur Selbstversorgung“ von Susan Zare und Petra Ensminger (Moderation) waren IWE-Sprecher Wilfried Bommert, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW Reinhard Loch, Christopher Henrichs vom Permakultur Niederrhein e.V. sowie Maximilian Fitzner von Essbare Stadt Kassel e.V. zu Gast. Die komplette Sendung können Sie hier Nachhören.

IWEDLF Sendung: Von der Energie bis zu Lebensmitteln – Der Trend zur Selbstversorgung
IWE-Wahlprüfstein zur Landtagswahl NRW

IWE-Wahlprüfstein zur Landtagswahl NRW

Ungeachtet vom üppigen Lebensmittelangebot in den Supermärkten, verschlechtert sich die Ernährungslage der Bevölkerung in Deutschland zunehmend – die Ernährungskompetenz nimmt ab und mittlerweile sind 7,1 Millionen Menschen hierzulande übergewichtig, Tendenz steigend.

Abgesehen von den gesundheitlichen Schäden wird sowohl unser Gesundheitssystem als auch unsere Volkswirtschaft massiv mit den Behandlungskosten ernährungsbedingter Krankheiten belastet. Eine schnelle Gegensteuerung ist unbedingt erforderlich. Fehlernährung und Übergewicht sind schon bei Kindern ein im wahrsten Sinne des Wortes „zunehmendes“ Problem.

Fachleute sehen in einer nachhaltigen und gesunden Kita- und Schulverpflegung einen wichtigen Hebel, um die Lage dauerhaft zu verbessern. Denn Ernährungsgewohnheiten werden in der Kindheit geprägt. Die Politik ist aufgefordert, hier Räume zu eröffnen. Unsere IWE-Studie „On the Way to a Sustainable Future“ hat allerdings ergeben, dass selbst Kantinen der Bundesregierung weit hinter den Standards für ökologische und gesunde Ernährung zurückbleiben.

Zur bevorstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat das Institut für Welternährung deshalb einen Wahlprüfstein zur Förderung nachhaltiger und gesunder Ernährung in der nächsten Legislaturperiode an alle Fraktionsvorsitzenden des NRW-Landtags verschickt. Das Ergebnis unserer Anfrage werden wir als Pressemitteilung und hier auf der Website veröffentlichen.

IWE-Wahlprüfstein: Fragen zur Förderung nachhaltiger gesunder Ernährung in der nächsten Legislaturperiode

  • Welche konkreten Maßnahmen und Ziele zur Förderung einer klimafreundlichen und gesunden Ernährung in der Schul- und Kitaverpflegung und in den öffentlich geförderten Kantinen des Landes werden von Ihrer Partei in einer künftigen Regierungsarbeit angestrebt?
  • Welche verbindlichen Qualitätsstandards (Prozentualer Anteil von Bio, Regional und Fair) plant Ihre Partei z. B. für Mensen und Kantinen, insbesondere für die Schulverpflegung bis 2026 umzusetzen?
  • Welche Rolle sollen dabei Kantinen und Mensen spielen, die von Kommunen und Bundesland betrieben werden?
  • Gibt es Pläne für kostenlose Mahlzeiten in Schulmensen bis 2026?
  • Wie wollen sie dazu beitragen, die Akzeptanz von weniger fleischlastigen Gerichten zu steigern?
  • Falls es diese Pläne nicht gibt, erläutern Sie bitte die Gründe.
  • Wie soll die Vermittlung von Wissen über eine nachhaltige gesunde Ernährung in der schulischen, außerschulischen und beruflichen Bildungsarbeit verankert und gestärkt werden?
  • Welche Maßnahmen wird Ihre Partei zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung in Erzeugung, Verarbeitung und Handel von Lebensmitteln ergreifen?
  • Welche Maßnahmen plant Ihre Partei, um die Direktvermarktung von Produkten von Landwirten in NRW zu fördern?
  • Wie möchte Ihre Partei die Solidarische Landwirtschaft stärken?
  • Wie wollen Sie die zivilgesellschaftlichen Ernährungsräte, die in immer mehr Städten gegründet werden, fördern?
IWEIWE-Wahlprüfstein zur Landtagswahl NRW
Podcast „Plan C“: Krieg in der Ukraine – Wer bekommt jetzt noch was zu essen?

Podcast „Plan C“: Krieg in der Ukraine – Wer bekommt jetzt noch was zu essen?

IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert war zu Gast beim Podcast „Plan C – weil Plan B hat eh nicht funktioniert“ von Severin von Hoensbroech und Valentin Thurn zum Thema „Krieg in der Ukraine – Wer bekommt jetzt noch was zu essen?“.

Die Folge könnt ihr hier nachhören:

IWEPodcast „Plan C“: Krieg in der Ukraine – Wer bekommt jetzt noch was zu essen?
Ausstellung: „GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity“, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) Potsdam

Ausstellung: „GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity“, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) Potsdam

(c) Sabrina Radeck

GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity

Vernissage im CIRCLE des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie Potsdam (ATB)
Montag, 14. März, 16 bis 18 Uhr

Studierende und Alumni der Neuen Schule für Fotografie Berlin zeigen in ihrer Ausstellung „GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity“ im CIRCLE des ATB vom 14. März bis 8. April 2022 neue und überraschende Blickwinkel auf den Themenkomplex.

Teilnehmende Fotograf:innen: Eun Sun Cho, Johann Karl, Linda Kerstein, Caro Lenhart, Thilo Mokros, Sabrina Radeck, soso, Jakob Wierzba 

Eröffnung: Montag, 14. März von 16 bis 18 Uhr
Grußworte: Prof. Dr. Barbara Sturm und Dr. Annette Prochnow (Direktion ATB)
Eva Bertram und Ines Meier (Projektleitung Neue Schule für Fotografie)
Führung mit den Künstler:innen um 16.30 Uhr

Geöffnet:14. März bis 8. April, Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr
CIRCLE des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie Potsdam (ATB),
Max-Eyth-Allee 100, 14469 Potsdam
Corona-Hinweis: Es gilt die 3G-Regel

„Gift“ meinte althochdeutsch ursprünglich „das Gegebene“ oder „die Gabe“, bevor sich die Bedeutung hin zur „tödlichen Gabe“ veränderte. Der Titel der Ausstellung, die sich künstlerisch und dokumentarisch mit dem Themenkomplex Landwirtschaft und Biodiversität auseinandersetzt, verweist auf biologische Vielfalt als Geschenk, das von Generation zu Generation vererbt wird – und gleichzeitig auch auf die akute Gefährdung unserer Lebensgrundlage.

(c) Johann Karl

Der Mensch ist im Zeitalter der Anthropozäns zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden. Doch die Vielzahl der weltweit durch Medien transportierten Bilder, die die Themen Landwirtschaft und Biodiversität vermitteln sollen, kreisen um wenige einfache und naheliegende Motive, die in Varianten kreislaufartig wiederholt werden und inzwischen klischeehaft und abgenutzt erscheinen. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel des im Frühjahr 2020 begonnenen Ausstellungsprojekts „GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity“, diesen Bildkreislauf durch eine intensive inhaltliche und visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema zu durchbrechen und neue, überraschende Blickwinkel zu zeigen.

Die Wanderausstellung der Neuen Schule für Fotografie wird unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Institut für WelternährungGrün BerlinGLS Treuhand und Hahnemühle.

Nächste Ausstellungsstation: 15. Umweltfotofestival „horizonte zingst“, 20.-29. Mai 2022

Pressekontakt: 
Ines Meier, Projektkoordination NSFB
Tel.: 01573 49 59 851
E-Mail: ines.meier@neue-schule-fotografie.berlin

Wir freuen uns auf Ihren und Euren Besuch!

IWEAusstellung: „GIFT – Field Experiments in Agriculture and Biodiversity“, Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) Potsdam