Dokumentation Herbstakademie „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“

Dokumentation Herbstakademie „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“

Dokumentation der Herbstakademie „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“, die gemeinsam vom Institut für Welternährung sowie dem Ernährungsrat Hannover und Region am 14.-15. Oktober 2022 veranstaltet wurde
Hessische Staatsdomäne Frankenhausen, Ökologisches Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen


Weizen als Waffe, der Krieg Russlands weitet sich aus. Das wichtigste Brotgetreide der Welt wird zum Spielball strategischer Interessen. Die Klimakrise verschärft die Lage. Die industrielle Landwirtschaft, ihr massiver Einsatz fossiler Energie, ihre anfälligen Monokulturen, ihre globale Abhängigkeit untergräbt die Ernährungssicherheit weltweit.

Fehlernährung greift um sich. Übergewicht und Fettsucht, Hunger und Unterversorgung zeigen die Schieflage des Welternährungssystems. Lässt es sich noch korrigieren oder braucht es einen grundsätzlichen Neuanfang? Eine Ernährungswende ist überfällig. Wie wollen wir mit der Herausforderung umgehen? Welche Rolle soll Deutschland in diesem Prozess der Erneuerung einnehmen? Welchen Beitrag soll und kann das Institut für Welternährung leisten?

Das war das Thema der Herbstakademie unter dem Titel „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“. Sie fand in der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen statt, dem ökologischen Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen und Zentrum der Ökomodell-Region Nordhessen. Mitveranstalter der Herbstakademie war der Ernährungsrat Hannover und Region e.V. 

Hier finden Sie die Aufzeichnungen aller Vorträge der Herbstakademie:

Die verfügbaren PDF Präsentationen der Vorträge finden Sie unten stehend im Programm verlinkt.

Programm Herbstakademie
Moderation: Mechthild Nagel-Dürscheid und Heinrich Dürscheid

Freitag, der 14.10. 2022, 13:00 – 18:00 Uhr
 
Ernährungswende, was uns voranbringt? 

  1. „Ernährungswende, was uns voranbringt“ IWE Dossier, Dr. Wilfried Bommert, Sprecher des Vorstands des IWE, Buchautor, Heddinghausen
  2. „Nationale Ernährungsstrategie: Worauf es ankommt und was wir von anderen lernen können“,  Stephanie Wunder, Agora Agrar Berlin (Zoom)
  3. „Was die Zivilgesellschaft von einer Ernährungsstrategie erwartet“, Dr. Nina Wolff, Vorsitzende Slow Food Deutschland und Netzwerk #ErnährungswendeAnpacken!, Berlin
  4. „Ernährungsstrategie Niedersachsen. Was wir davon lernen können“, Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Landwirtschaftsministerin, Hannover
  5. „Der Nationale Dialog als Impuls für die Ernährungsstrategie der Bundesregierung“, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Dr. Hanns-Christoph Eiden, Bonn
  6. Abschluss mit Round Table Gespräch

Am Abend (ca. 20:00 Uhr)
Küche ohne Grenzen/ David Höner, Autor von „Köche hört die Signale“ 
 
Samstag, der 15.10. 2022, 10:00 – 17:00 Uhr
 
Kantinen – ein Hebel der Ernährungswende
Praktische Führung durch Forschungsschwerpunkte der Universität Kassel-Witzenhausen

  1. „GIFT – Feldversuche zu Landwirtschaft und Biodiversität“, Wanderausstellung der Neuen Schule für Fotografie Berlin – Projektpräsentationen: Sabrina Radeck, Thilo Mokros und Jakob Wierzba
  2. „Was isst eigentlich unsere Regierung – Ökologische Performance der Bundeskantinen“, Ergebnisse einer IWE-Praxis-Studie von Svea Spieker
  3. „Wenn schon Fleisch, dann Regionales: Bio-Rindfleisch in Berlin-Brandenburger Kantinen“, Projekt der TU Berlin, Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG), Susanne Salzgeber
  4. „RegioWoche Kassel – Praxistest für eine bioregionale Verpflegung an Kasseler Schulen und Kitas“, Silke Flörke, Koordinatorin Ökolandbau-Modellregion Nordhessen
  5. „Ernährungswende von unten? – Es braucht Ernährungsräte vor Ort“, Peter Wogenstein, Ernährungsrat Hannover und Region e.V.
  6. „Ernährungswende, der Beitrag der Universität Kassel-Witzenhausen“, Praktische Führung durch Forschungsschwerpunkte der Universität Kassel-Witzenhausen

Weiterführende Informationen:

Leitfaden „Mehr Bio in Kommunen“

Ernährungsbildungsprojekt für Kinder und Lehrer in Berlin „Wo kommt dein Essen her?“

Slow Food Magazin „Was sind Ernährungsräte?“

Ernährungsstrategie für Köln und Umgebung

Netzwerk der Ernährungsräte

Kontakt zum Netzwerk Ernährungsräte

Ernährungsrat Berlin

IWEDokumentation Herbstakademie „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“
Breites Bündnis um Starkoch Jamie Oliver fordert umfassenden Schutz von Kindern gegen Junkfood-Werbung

Breites Bündnis um Starkoch Jamie Oliver fordert umfassenden Schutz von Kindern gegen Junkfood-Werbung

Breites Bündnis um Starkoch Jamie Oliver fordert umfassenden Schutz von Kindern gegen Junkfood-Werbung – rund 40 Organisationen machen Druck auf die Ampel-Koalition

TV-Starkoch Jamie Oliver appelliert gemeinsam mit einem Bündnis aus etwa 40 Organisationen an die Ampel-Koalition, Kinder und Jugendliche vor Werbung für Lebensmittel mit viel Zucker, Fett oder Salz zu schützen. Werbung beeinflusse „nachweislich die Präferenzen und das Essverhalten“ junger Menschen, heißt es in einem offenen Brief an die Parteivorsitzenden von SPD, Grünen und FDP, den zahlreiche medizinische Fachgesellschaften, Forschungseinrichtungen, Elternverbände, Verbraucherschutz- und Kinderrechtsorganisationen sowie Krankenkassen und Ernährungsorganisationen unterzeichnet haben. Werbebeschränkungen seien ein „wichtiger Schritt, um Familien dabei zu unterstützen, Kindern eine gesunde Ernährungsweise beizubringen“, so das Bündnis.
 
„Tag für Tag bombardiert die Lebensmittelindustrie unsere Kinder mit Werbung für Zuckerbomben und fettige Snacks – sie schaltet TV-Spots während Fußballspielen, Casting-Shows und Kindersendungen und engagiert beliebte Influencer:innen. Um Kinder und Jugendliche vor den perfiden Marketing-Tricks zu schützen, haben wir in Großbritannien ein weitreichendes Gesetz erkämpft. Wenn Deutschland einen ähnlichen Weg beschreitet – oder sogar noch weiter geht, um Kinder angemessen zu schützen, wäre das ein Meilenstein. Werbebeschränkungen sind ein zentraler Baustein zum Schutz der Kindergesundheit“, sagte Jamie Oliver. In Großbritannien soll ab 2024 eine umfassende Werbebeschränkung in Kraft treten. Im Internet soll Werbung für Ungesundes komplett untersagt und im TV ausschließlich nachts ausgestrahlt werden dürfen. Jamie Oliver hatte sich gemeinsam mit Ärzteverbänden und Elternorganisationen jahrelang für ein solches Gesetz stark gemacht – mit Erfolg.
 
Auch die Ampel-Parteien in Deutschland hatten im Koalitionsvertrag angekündigt, gegen Junkfood-Werbung vorzugehen. Das Bundesernährungsministerium dürfte schon in Kürze einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis pocht auf eine „umfassende Regelung“. Eine „Werbebeschränkung light“, die lediglich klassische Kindersendungen adressiert, würde „ihr Ziel verfehlen“. Das Gesetz müsse Junkfood-Werbung in TV, Radio und Streamingdiensten tagsüber von 6 bis 23 Uhr untersagen. Influencer:innen sollten ausschließlich Werbung für gesunde Lebensmittel machen dürfen. Für Plakatwerbung solle eine 100-Meter-Bannmeile im Umkreis von Kitas, Schulen und Spielplätzen gelten. Als Grundlage, welche Lebensmittel als ungesund gelten, müssten die Nährwert-Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dienen.
 
„Die Zeit der wirkungslosen freiwilligen Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie ist vorbei und das ist richtig so. Die Bundesregierung darf nun keine halben Sachen machen. Nur ein umfassendes Gesetz wird Kinder vor Junkfood-Werbung schützen. Die Regeln dürfen nicht nur reine Kinderformate, sondern müssen auch Familiensendungen umfassen, denn junge Menschen gucken nicht nur Zeichentrickfilme, sondern auch Fußballspiele und Casting-Shows“, erklärte Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).
 
„Kinder müssen umfassend vor Werbung für ungesunde Lebensmittel geschützt werden. 93 Prozent der Eltern und Großeltern haben sich schon im Jahr 2020 für Zucker-, Fett- und Salz-Höchstgrenzen bei Lebensmitteln mit Kinderoptik ausgesprochen. Die Ampel muss diesem Wunsch nachkommen und endlich ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen“, sagt vzbv-Vorständin Ramona Pop.
 
Laut einer Studie der Universität Hamburg sieht jedes Kind zwischen drei und 13 Jahren pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. 92 Prozent der gesamten Werbung, die Kinder wahrnehmen, vermarktet Fast Food, Snacks oder Süßigkeiten. Allein die Süßwarenindustrie hat 2021 über eine Milliarde Euro für Werbung ausgegeben – so viel wie in keinem anderen Jahr zuvor.
 
Kinder essen etwa doppelt so viel Süßigkeiten, aber nur halb so viel Obst und Gemüse wie empfohlen. Aktuell sind etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht und sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen. Ihnen drohen im späteren Leben Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Jeder siebte Todesfall in Deutschland ist laut Daten der OECD auf ungesunde Ernährung zurückzuführen.

Den offenen Brief an die Ampel-Koalition unterzeichneten:

Link:

Weiterführende Informationen:

Pressekontakt foodwatch:

Dario Sarmadi

E-Mail: presse@foodwatch.de

Mobil: +49 (0)174 / 3 75 16 89

Pressekontakt DAG/DANK:

Oliver Huizinga

E-Mail: presse@dank-allianz.de

Mobil: + 49 (0) 1515 127 19 21

Pressekontakt vzbv:

Sebastian Meyer

E-Mail: presse@vzbv.de

Tel.: +49 (30) 258 00 525

IWEBreites Bündnis um Starkoch Jamie Oliver fordert umfassenden Schutz von Kindern gegen Junkfood-Werbung
IWE-Dossier: „Ernährungswende – Was Landwirtschaft und Ernährung erneuert“

IWE-Dossier: „Ernährungswende – Was Landwirtschaft und Ernährung erneuert“

Die Zeit der billigen Lebensmittel ist vorbei. Seit drei Jahren steigen die Preise. Zuerst durch die Pandemie, die die Transportketten unterbrochen hat und weder die billigen Erntehelfer, noch die Schlachter ins Land ließ.

Dann der Überfall Russlands auf die Ukraine, der die Öl- und Gaspreise explodieren ließ und in Folge die Kosten unserer energiehungrigen Agrarindustrie. Weizen und Sonnenblumenblumenöl wurden im Frühjahr 2022 über Nacht zu strategischen Waffen. Gezielte Knappheit verteuert seither die Lebensmittel weltweit. Hunger wird zum politischen Kalkül.

Die galoppierenden Preise offenbaren, wie verwundbar unser System der Welternährung ist. Wie abhängig von fossilen Energien und wie zerbrechlich ihre globalen Lieferketten. Schon lange ist offensichtlich, dass die globalisierte Agrar- und Ernährungsindustrie die Ernährungssicherheit weltweit untergräbt, weil sie Bodenfruchtbarkeit vernichtet, Wasserreserven erschöpft, Artenvielfalt ausradiert und das Weltklima aufheizt.

Sicherheit bei Lebensmitteln ist nur durch einen Systemwechsel, eine grundsätzliche Wende der Ernährungspolitik zu erreichen. Und zwar jetzt. Mit welcher Strategie Ernährungssouveränität und Resilienz zu erreichen ist, das ist das Thema des IWE Dossiers „Ernährungswende – Was Landwirtschaft und Ernährung erneuert“.

IWEIWE-Dossier: „Ernährungswende – Was Landwirtschaft und Ernährung erneuert“
IWE-Herbstakademie: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“ 14.-15.10.2022

IWE-Herbstakademie: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“ 14.-15.10.2022

Einladung zur Herbstakademie des Instituts für Welternährung „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende
14.-15. Oktober 2022

Hessische Staatsdomäne Frankenhausen, Ökologisches Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen


Zoom-Link Freitag, 14. Oktober: https://us06web.zoom.us/j/82720916583

Zoom-Link Samstag, 15. Oktober: https://us06web.zoom.us/j/82379023087


Weizen als Waffe, der Krieg Russlands weitet sich aus. Das wichtigste Brotgetreide der Welt wird zum Spielball strategischer Interessen. Die Klimakrise verschärft die Lage. Die industrielle Landwirtschaft, ihr massiver Einsatz fossiler Energie, ihre anfälligen Monokulturen, ihre globale Abhängigkeit untergräbt die Ernährungssicherheit weltweit.

Fehlernährung greift um sich. Übergewicht und Fettsucht, Hunger und Unterversorgung zeigen die Schieflage des Welternährungssystems. Lässt es sich noch korrigieren oder braucht es einen grundsätzlichen Neuanfang? Eine Ernährungswende ist überfällig. Wie wollen wir mit der Herausforderung umgehen? Welche Rolle soll Deutschland in diesem Prozess der Erneuerung einnehmen? Welchen Beitrag soll und kann das Institut für Welternährung leisten?

Das ist das Thema der Herbstakademie unter dem Titel „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“. Sie findet statt in der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem ökologischen Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen und Zentrum der Ökomodell-Region Nordhessen. Mitveranstalter ist der Ernährungsrat Hannover und Region e.V. 


Programm
Moderation: Mechthild Nagel-Dürscheid und Heinrich Dürscheid

Freitag, der 14.10. 2022, 13:00 – 18:00 Uhr
 
Ernährungswende, was uns voranbringt? 

  1. „Ernährungswende, was uns voranbringt?“ IWE Dossier, Dr. Wilfried Bommert, Sprecher des Vorstands des IWE, Buchautor, Heddinghausen
  2. „Nationale Ernährungsstrategie: Worauf es ankommt und was wir von anderen lernen können?“,  Stephanie Wunder, Agora Agrar Berlin (Zoom)
  3. „Was die Zivilgesellschaft von einer Ernährungsstrategie erwartet“, Dr. Nina Wolff, Vorsitzende Slow Food Deutschland und Netzwerk #ErnährungswendeAnpacken!, Berlin
  4. „Ernährungsstrategie Niedersachsen. Was wir davon lernen können“, Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Landwirtschaftsministerin, Hannover
  5. „Der Nationale Dialog als Impuls für die Ernährungsstrategie der Bundesregierung“, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Dr. Hanns-Christoph Eiden, Bonn
  6. Abschluss mit Round Table Gespräch

Am Abend (ca. 20:00 Uhr)
Köche ohne Grenzen/ David Höner, Autor von „Köche hört die Signale“ 
 
Samstag, der 15.10. 2022, 10:00 – 17:00 Uhr
 
Kantinen – ein Hebel der Ernährungswende
Praktische Führung durch Forschungsschwerpunkte der Universität Kassel-Witzenhausen

  1. „GIFT – Feldversuche zu Landwirtschaft und Biodiversität“, Wanderausstellung der Neuen Schule für Fotografie Berlin – Einführung: Eva Bertram; Projektpräsentationen: Sabrina Radeck, Thilo Mokros und Jakob Wierzba
  2. „Was isst eigentlich unsere Regierung – Ökologische Performance der Bundeskantinen“, Ergebnisse einer IWE-Praxis-Studie von Svea Spieker
  3. „Kantine Zukunft, Wie Berlin seine Kantinenwirtschaft ökologisch, regional und fair umgestaltet“, Phillip Stierand, Kantine Zukunft, Berlin
  4. „Wenn schon Fleisch, dann Regionales: Bio-Rindfleisch in Berlin-Brandenburger Kantinen“, Projekt der TU Berlin, Zentrum für Technik und Gesellschaft (ZTG), Susanne Salzgeber
  5. „Wie eine ökologische Kantinenwirtschaft Schule machen kann“, André Jeroma, Leiter Kantine Glockseeschule Hannover
  6. „Ernährungswende von unten? – Es braucht Ernährungsräte vor Ort“, Daria Kistner, Vorsitzende des Ernährungsrats Hannover und Region e.V., Peter Wogenstein, Ernährungsrat Hannover und Region e.V.
  7. „Ernährungswende, der Beitrag der Universität Kassel-Witzenhausen“, Praktische Führung durch Forschungsschwerpunkte der Universität Kassel-Witzenhausen

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Herzliche Grüße,

Dr. Wilfried Bommert                                 Daria Kistner
Sprecher des Vorstands IWE                   Vorstand Ernährungsrat Hannover und Region 

IWEIWE-Herbstakademie: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“ 14.-15.10.2022
Und nach den Ferien: weiter mit schlechter Schulverpflegung!?

Und nach den Ferien: weiter mit schlechter Schulverpflegung!?

Forum „Zukunft der Schulverpflegung“ des Ernährungsrats Hannover und Region deckt Mängel auf.

Ein Bericht von Peter Wogenstein

Noch vor Beginn der Sommerferien in Niedersachsen trafen sich in der Aula der Berufsbildenden Schule Ernährung in Hannover viele von denen, die das Thema Schulverpflegung betrifft: Eltern- und Schülervertreter, Schulleitung, Schulträger und Verwaltung, Lehrervertretung, Landwirte, Caterer und Politiker*innen aus Stadt und Region. Um die „Zukunft der Schulverpflegung“ sieht es dabei nicht gut aus. „Momentan liegt gute Schulverpflegung am Engagement einzelner Personen der Schulgemeinschaft“, so die Schulleitung. „Und das kann ja nicht im Sinne von Bildungsgerechtigkeit sein“.

Mittagessen als gesellschaftliche Aufgabe

Deutlich wird, und da stimmen alle Beteiligte überein: Mittagessen ist eine gesellschaftliche Aufgabe und darf nicht auf die Schulen abgewälzt werden. Zudem ist der Abbau der rechtlichen und behördlichen Hürden für Ausstattung, Einkauf und Bereitung von Schulessen dringend nötig. Personal ist eine weitere Hürde. „Wir können als Schulträger“ – so die Verwaltung – „nur wenig Personal beisteuern. Den Rest muss das pädagogische Personal leisten. Hier ist der Bund gefordert, damit eine einheitliche Lösung für alle Schulen gefunden wird.“

Kostenfreies Essen

Es fehlt Geld insbesondere für Personal an den Schulen und in der Verwaltung für die Organisation des Mittagessens. Kosten des Essens sollten so gestalten werden, dass alle Kinder teilnehmen können und wollen. „Mensen müssen so sein, dass jede Schülerin und jeder Schüler lieber zur Mensa als zum Supermarkt um die Ecke gehen will“, ergänzt der Stadt-Schülerrat, aber genau daran hapert es. Die GEW geht weiter und fordert organisatorische Änderungen und mehr: „Schulessen sollten in kommunalen sozialen Betrieben organisiert werden. Unser Ziel ist kostenfreies Essen.“

Knackpunkt ist der Preis

Einig ist man sich schnell: Schulpolitik sollte Mittagessen in Schulen und Kitas ernster nehmen, und es braucht mehr Anbieter, die gutes Essen, wenn möglich Bio, „regional“ und saisonal, in den Schulen anbieten. Aber diese Anbieter sind kaum zu finden. Nächster Knackpunkt ist der Preis. Der entscheidet, wieviel beim Bauern ankommt. Und er muss vom Caterer gegenüber dem Schulträger garantiert werden. „Bei Ausschreibungen wird stark auf den Preis geachtet“, bestätigt der Bio-Caterer und fordert, „Ausschreibungen sollten stärker soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen.“ Aber genau das tun sie in der Regel nicht. Und da Bio-Landwirte nicht über den Preis verhandeln, sondern verlangen was es kostest, sind Bio-Caterer damit schnell raus aus dem Bieterverfahren. Für den Caterer ist die Ausschreibung entscheidend, ob sich sein Engagement an einer Schule rechnet. „Wenn der Schulträger bereit ist, Mehrkosten zu tragen, sind wir auch für individuelle Lösungen offen. “

Wenn die Politik will

„Wenn die Politik will und die Rahmenbedingungen schafft, dann kann Schul- und Kita-Verpflegung wie in Göttingen zentral eingekauft, frisch, regional und saisonal gekocht und ohne große Transportwege an Kitas und Schulen im Stadtgebiet geliefert werden.“ Die Vertreterinnen der Politik aus Stadt und Region sind sich mit Anja Köchermann, Verwaltung Göttingen, einig. Bisher ist dies jedoch die Ausnahme und in Städten wie Hannover ist das nach wie vor Fehlanzeige. „Die öffentliche Hand ist bei der Gruppenverpflegung noch nicht so weit. Die Verwaltung muss sich auf den Weg machen“, kommentiert eine Regionspolitikerin.

Mit und für Kinder kochen

Viel gilt es anzupacken: „Gerade in der 8. Klasse zeigt sich, dass Kinder, die auch mal mitkochen, weiter an der Schulverpflegung interessiert bleiben“, betont Anja Köchermann aufgrund ihrer Erfahrungen in Göttingen. Doch nicht jeder Koch kann mit und für Kinder kochen – hier braucht es eine passende Ausbildung. Auch die Verwaltung braucht Expertise, um die Herausforderung „Mittagessen“ ganzheitlich zu betrachten und Lösungen zu finden.

Es braucht Raum für Kochen

Wie hoch die Hürden bereits bei der Planung von Schulbauten sind, macht eine Abgeordnete der Stadt deutlich: „Bei den aktuellen Schul-Neubauten soll die Mensa einen Mehrnutzungs-Charakter als Aula, Veranstaltungsfläche und Mensa erhalten. Da kann keine gute Atmosphäre beim Mittagessen aufkommen.“ Dass es anders geht, zeigt die Stadt Seelze bei Hannover: „Unsere Schulen in Seelze können autonom und autark kochen. Wir können auch ohne Caterer die Schulen versorgen und damit flächendeckend gute Ernährung anbieten,“ so ein Mitglied des Stadtrats.

Faire Ernährungsumgebungen

Wir erinnern uns: notwendig ist „ein Systemwechsel in der Kita- und Schulverpflegung“ und die „Schaffung von fairen Ernährungsumgebungen“, empfiehlt der Wiss. Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz im Juni 2020. Denn „die Art und Weise, wie wir uns ernähren, beeinflusst wesentlich unseren individuellen Gesundheitsstatus, unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden.“ Darin waren sich beim Forum „Zukunft der Schulverpflegung“ des Ernährungsrats Hannover und Region alle einig. Trotz Lichtblicken und viel guten Willen: nach den Ferien geht es weiter wie bisher.

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Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Gemeinsame Pressemitteilung, 27.6.2022

Chancen nutzen, Resilienz schaffen: Forderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag eine Ernährungsstrategie bis 2023 angekündigt. Das Bündnis #ErnährungswendeAnpacken aus 22 Verbänden hat jetzt ein Positionspapier für eine zukunftsweisende Ernährungsstrategie erarbeitet, die es im Vorfeld der Auftaktveranstaltung des Bundesernährungsministeriums zur Erarbeitung der Ernährungsstrategie am 29. Juni vorlegt. Darin werden konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um allen Menschen eine gesundheitsförderliche und nachhaltige Ernährung zu ermöglichen.

Die Initiative #ErnährungswendeAnpacken begrüßt, dass die Ampelkoalition bis 2023 eine Ernährungsstrategie für Deutschland erarbeiten will, um eine „gesunde Umgebung für Ernährung und Bewegung zu schaffen”. Jetzt muss die Bundesregierung zügig ambitionierte Ziele und einen klaren Zeitplan für die Umsetzung der wichtigsten Maßnahmen vorlegen.

Grundlage, Leitbild und Vision bei der Entwicklung der Ernährungsstrategie sollte eine sozial gerechte, gesundheitsfördernde, umweltverträgliche und dem Tierschutz zuträgliche Ernährungspolitik für Deutschland sein. Die Ernährungsstrategie und die darin definierten Maßnahmen sollten mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein. Ohne Investitionen wird eine Ernährungswende nicht zu erreichen sein. Um eine verbindliche Umsetzung der Maßnahmen sicherzustellen, sollten konkrete Erfolgsindikatoren entwickelt werden.

Transparenz und Beteiligung

Eine Ernährungswende kann nur gelingen, wenn sie breiten Rückhalt in der Bevölkerung hat. Vor diesem Hintergrund fordert das Bündnis eine transparente Planung und Beteiligung der relevanten Wissenschaftler:innen und Berufsgruppen sowie der zivilgesellschaftlichen Verbände bei der Erstellung der Ernährungsstrategie bis 2023 sowie bei deren Umsetzung.

Eine Strategie für alle

Ziele und Maßnahmen der Ernährungsstrategie müssen mit Blick auf soziale Gerechtigkeit gestaltet werden. Dies gilt insbesondere für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen. Eine Ernährungswende muss dazu führen, dass allen Menschen eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Ernährung ermöglicht wird. Gesundes, nachhaltiges Essen darf kein Privileg für einkommensstarke Haushalte sein, sondern ist ein Grundrecht für alle.

Folgende konkrete Maßnahmen hält das Bündnis für essenziell:

  • Finanzierung einer flächendeckenden, gesundheitsförderlichen und nachhaltigen Gemeinschaftsverpflegung und eine Weiterentwicklung der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
  • Überprüfung der Lebensmittelbesteuerung mit dem Ziel einer sozial gerechten, gesundheitsfördernden, umweltverträglichen und dem Tierschutz zuträglichen Ausrichtung.
  • Förderung einer pflanzenbasierten Ernährung mit dem Ziel, den Konsum tierischer Produkte zu reduzieren.
  • Stärkung einer sozial gerechten, gesundheitsförderlichen und umweltfreundlichen Ernährungskompetenz in Schule und Beruf.
  • Verbesserung der Qualifizierung und Verankerung von Ernährungsbildung und Ernährungstherapie im Gesundheitswesen.
  • Verbindliche Regulierung von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung.
  • Erhöhung der Leistungen in der sozialen Mindestsicherung im Kampf gegen Ernährungsarmut. 

Um die Ziele der Vereinten Nationen für eine Nachhaltige Entwicklung sowie die im Pariser Klimaabkommen verankerten Ziele zu erreichen, ist ein „Weiter so“ keine Option. Darüber besteht ein breiter Konsens. Nun hat der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht nur zu einer leidvollen humanitären Krise geführt, sondern er bedroht auch die globale Ernährungssicherung und erschwert das Erreichen von Klima-, Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitszielen in der Weltgemeinschaft.

Gerade jetzt ist es deshalb wichtiger denn je, dass wir für eine nachhaltige und gesunde Ernährung ein langfristig resilientes Ernährungssystem schaffen. Aktuellen und künftigen Herausforderungen und Krisen werden wir nur standhalten, wenn wir Gesundheit, soziale Gerechtigkeit und Umweltverträglichkeit zusammendenken.   

„Deutschland sollte in dieser Frage vorangehen“, betont Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung – World Food Institute, Berlin, „und eine Strategie vorlegen, die vom Acker bis zum Teller Maßstäbe für eine globale Ernährungswende setzt.“

Empfehlung des Bündnisses #Ernährungswendeanpacken für eine zukunftsweisende Ernährungsstrategie zum Download.

Das Positionspapier wird getragen von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern (BÄK), Bundesvertretung der Medizinstudierenden, Deutschland e. V. (bvmd), Bundeszahnärztekammer, Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Zahnärztekammern e.V. (BZÄK), Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW), Der Paritätische Gesamtverband, Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. (DAG) Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) der DAG, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), Deutsches Netzwerk Schulverpflegung (DNSV), Ecologic Institute, Netzwerk der Ernährungsräte, Institut für Welternährung, iSuN – Institut für Nachhaltige Ernährung, Fachhochschule Münster, Physicians Association for Nutrition (PAN), ProVeg, RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V., Slow Food Deutschland e. V., Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv), WWF Deutschland

IWEForderungen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken für eine Ernährungsstrategie
Save the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022

Save the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022

Save the Date: „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“
Herbstakademie des Instituts für Welternährung vom 14.-16. Oktober 2022

Weizen als Waffe, der Krieg Russlands weitet sich aus. Das wichtigste Brotgetreide der Welt wird zum Spielball strategischer Interessen. Die Klimakrise verschärft die Lage. Die industrielle Landwirtschaft, ihr massiver Einsatz fossiler Energie, ihre anfälligen Monokulturen, ihre globale Abhängigkeit, untergräbt die Ernährungssicherheit weltweit.

Fehlernährung greift um sich. Übergewicht und Fettsucht, Hunger und Unterversorgung zeigen die Schieflage des Welternährungssystems. Lässt es sich noch korrigieren oder braucht es einen grundsätzlichen Neuanfang? Eine Ernährungswende ist überfällig, wie wollen wir mit der Herausforderung umgehen? Welche Rolle soll Deutschland in diesem Prozess der Erneuerung einnehmen? Welchen Beitrag soll und kann das Institut für Welternährung leisten?

Das ist das Thema unserer Herbstakademie. Sie findet am 14./15./16. Oktober 2022 statt in der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen, dem ökologischen Lehr- und Versuchsgut der Universität Kassel-Witzenhausen und Zentrum der Ökomodell-Region Nordhesssen.

IWESave the Date: IWE-Herbstakademie 14.-16. Oktober 2022
Dokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit

Dokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit

Eine Ernährungsstrategie für Deutschland – die Rolle der Gesundheit. Ein Überblick.

MS. Marie-Luise Dörffel

Auf Einladung von Slow Food Deutschland e. V. und dem Institut für Welternährung fand am 8. Juni 2022 in der Landesvertretung Baden-Württemberg ein weiteres Berliner Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung statt. Im Fokus stand die Frage nach einer Ernährungsstrategie für Deutschland unter dem Aspekt der Gesundheit.

Welche Eckpunkte diese Strategie haben sollte und wie sie zügig umgesetzt werden könnte, versuchten Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, Dr. Wilfried Bommert, Vorstand des Instituts für Welternährung und Autor des Buches „Stille Killer“, Dr. Doris Heberle, Leiterin der Unterabteilung Ernährung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft BMEL sowie Niklas Oppenrieder, Mitgründer und Global Director Strategy & Development von Physicians Association for Nutrition PAN, gemeinsam mit dem live und virtuell anwesenden Publikum zu klären. Moderiert wurde die Diskussion von Simone Zeil.

Warum eine Ernährungsstrategie zwingend ist, zeigte Wilfried Bommert auf. Nach seinen Recherchen leidet Deutschland unter wachsender Fehlernährung, besonders dramatisch sichtbar in der Zunahme von übergewichtigen Kindern und Erwachsenen. Die Ursache liegt für Bommert in der Ernährungsindustrie, die seit den 1990 Jahren Massenproduktion und Gewinnmaximierung kultiviert und dies durch billige Zutaten und hochprozessierte, zucker- und fettreiche Syntheseprodukte erreicht, die als Nahrungsmittel in die Märkte gedrückt werden. Die Folgen dieser profitorientierten Industriestrategie kommen den Betroffenen und die Gesellschaft teuer zu stehen, heute schon sind es jährlich 29 Mrd. Euro direkte Kosten durch Krankheit, Arbeitsausfall etc. Tendenz deutlich steigend.

Um gegenzusteuern, so Niklas Oppenrieder sei gesunde Ernährung die beste Prävention und eine Ernährungsstrategie daher gleichzeitig eine Gesundheitsstrategie. Als Vertreter von Physicians Association for Nutrition PAN fordert er daher unter anderem, Krankenhaus- und Gemeinschaftsverpflegungen zu optimieren und dabei Steuerungsmöglichkeiten über eine angepasste Mehrwertsteuer zu nutzen.

Die Bundesregierung wird, so Dr. Doris Heberle, bis 2023 eine Ernährungsstrategie formulieren, deren Kernziel die Förderung einer gesunderhaltenden und nachhaltigen Ernährung sein soll. In einem mehrjährigen, dynamischen Prozess mit vielen verschiedenen Stakeholdern sollen bis 2050 die Weichen für eine gesunde ökologische Ernährung gestellt werden.

Dr. Nina Wolff forderte vor allem schnell zu handeln, denn das jetzige Ernährungssystem belaste zunehmend Umwelt und das soziale Miteinander. Sie wies darauf hin, dass Ernährungskultur und Vielfalt essentiell seien. Und, dass ohne Vielfalt und entsprechende Produktions- und Ernährungsumgebungen auf Sicht kein Leben möglich sei.

In der anschließenden lebhaften Diskussion mit dem Publikum wurde deutlich, dass das eine Ernährung, bei der Gesundheit und nachhaltige, pflanzenbasierte Kost im Vordergrund steht, einen komplexen Veränderungsprozess voraussetzt, bei dem viele Akteure einbezogen werden müssen. Es wurde klar, dass politisch Resort-übergreifend gedacht und gehandelt und alle Ebenen bis hin zu den Kommunen integriert werden müssen. Ausbildung und Bildung sind in diesem Prozess grundlegend, verbunden damit auch eine neue Wertschätzung der Arbeit von Köchinnen, Köchen und des Lebensmittelhandwerks.

Unterstrichen wurde auch, dass durch die aktuellen Lebens- und Arbeitssituationen von Familien vielfach keine Zeit mehr für die Vermittlung von guter Ernährung und eigenem Kochen bleibt. In diesem Zusammenhang müsse die Familienarbeit eine neue Wertschätzung erfahren und über Kita- und Schulverpflegung entsprechend positive Ernährungsumgebungen und Esserlebnisse geschaffen werden. Diese Veränderung der Ernährungslage und des Ernährungsbewusstseins wird zukünftig mehr Geld kosten. Entscheidend für die Umsetzung einer gesunden Ernährungsstrategien, so ein Fazit des Berliner Werkstattgesprächs zur Zukunft der Ernährung sei jedoch, statt der Kosten die Gewinne auf allen Ebenen in den Vordergrund zu stellen und zu kommunizieren, um politische Stopp-Schilder von vornherein zu vermeiden.

Das Positionspapier vom Bündnis #ErnährungswendeAnpacken können Sie hier herunterladen.

IWEDokumentation Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung: Die Rolle der Gesundheit
Save the Date: World Organic Forum 26.-30.Juni

Save the Date: World Organic Forum 26.-30.Juni

Vom 26.- 30.06.2022 findet das 5. WORLD ORGANIC FORUM auf Schloss Kirchberg statt. Veranstalter ist die Akademie Schloss Kirchberg/Stiftung Haus der Bauern, welche zum 5. Mal diese Alternativ-Veranstaltung zum „WORLD ECONOMIC FORUM“ in Davos durchführt.

Beim WORLD ORGANIC FORM geht es nicht ums globale Großkapital, sondern um die Zukunft unseres Planeten und die Wege und notwendigen Schritte und Maßnahmen für den Frieden mit der Natur und zukunftsfähige Konzepte für eine nachhaltige Sicherung unserer Lebensgrundlagen.

Beim 5. WORLD ORGANIC FORUM liegt der Fokus auf „Localizing SDGs – Creating a Global Network of Regions on Organic Soil“ mit dem Ziel, die UN-SDGs auf den Boden zu bringen und weltweite Leuchttürme als SDG-Regionen zu etablieren welche die überlebensnotwendige Umsetzung dieser 17 globalen Nachhaltigkeitsziele von der Pariser Klimakonferenz 2015 voranbringt. Bedeutende Persönlichkeiten werden im Dialog mit dem internationalen Publikum um Lösungen ringen und ihre Visionen vortragen: sei es der Ehrenpräsident des Club of Rome, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Ulrich von Weizsäcker, IFOAM-Gründungspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hartmut Vogtmann, Alternative Nobelpreisträgerin Dr. Vandana Shiva, AR-Vorsitzender des World Future Councils Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald als auch Staatssekretär Jochen Flasbarth (noch nicht bestätigt) vom Ministerium für Entwicklung und Internationale Zusammenarbeit, Berlin, eine große Anzahl international renommierter Vordenker und Aktivisten geben sich ein Stelldichein um die Lösungsansätze für die Zukunft unserer EINEN WELT auf den Weg zu bringen.

Auszüge aus dem Konferenz-Programm:

  • 26.06. 19.00 h: Vorpremiere des neuen Kinofilms „Agrarwende Jetzt! Und es geht doch…“ von Denkmal Film/Bertram Verhaag
  • 27.06. 15.00 h: Pressekonferenz, anschließend Festakt 50 Jahre IFOAM-Organics International (INTERNATIONAL FEDERATION OF ORGANIC MOVEMENT)
  • 28.06. 17.30 h: Festakt 50 Jahre Club of Rome
  • 29.06. 9.00 h: Vandana Shiva, Indien

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Anmeldungen zur Konferenz über folgendes Formular
und über akademie@hdb-stiftung.com+49 (0) 7954 9211880

Anmeldungen zur Pressekonferenz am 27.06.2022, 15.00 Uhr:
akademie@hdb-stiftung.com und info@besh.de

IWESave the Date: World Organic Forum 26.-30.Juni
Berliner Werkstattgespräche: Eine Ernährungsstrategie für Deutschland

Berliner Werkstattgespräche: Eine Ernährungsstrategie für Deutschland

Einladung

Berliner Werkstattgespräche zur Zukunft der Ernährung
„Eine Ernährungsstrategie für Deutschland: Die Rolle der Gesundheit“

8. Juni 2022 von 11:00 bis 13:00 Uhr

Ort: Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Tiergartenstr. 15, 10785 Berlin sowie Live-Übertragung bei YouTube

Bereits im Vorfeld der Bundestagswahl stellten Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung die Möglichkeit und Notwendigkeit einer Ernährungsstrategie für Deutschland zur Diskussion. Heute begrüßen wir, dass die Schaffung einer nationalen Ernährungsstrategie eine der Prioritäten der Ampel-Koalition und insbesondere des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist. Ein zentrales Thema dabei: Wie gelangen wir zu einer gesunden Ernährung für alle Menschen – angefangen bei der Notwendigkeit, gesundheitsschädigende Produkte der Lebensmittelindustrie zu unterbinden, bis hin zu einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis, das ein Recht jedes Menschen auf gesunde und nachhaltige Ernährung ebenso einschließt wie die Gesundheit unseres Planeten?

Diese Fragen möchten wir bei unserem Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung „Eine Ernährungsstrategie für Deutschland: Die Rolle der Gesundheit“ diskutieren, mit Inputs von:

  • Dr. Wilfried Bommert – Sprecher des Instituts für Welternährung und Autor vom „Stille Killer. Wie Big Food unsere Gesundheit gefährdet“
  • Niklas Oppenrieder – Global Director Strategy & Development bei der Physicians Association for Nutrition
  • Dr. Doris Heberle – Leiterin der Unterabteilung „Ernährung“, Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
  • Dr. Nina Wolff – Vorsitzende Slow Food Deutschland


Moderation: Sven Prange – Journalist, Moderator

Im Rahmen der Diskussion wird es Gelegenheit für Fragen und Kommentare der Teilnehmenden geben.

Sie können sich für die Teilnahme an der Diskussion vor Ort bis zum 07.06. unter diesem Link anmelden. Die Veranstaltung wird außerdem Live auf YouTube übertragen. Hierfür melden Sie sich gern (ebenfalls bis zum 07.06) unter diesem Link an.

Im Anschluss laden wir Sie ein, einen kleinen Imbiss in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg mit uns zu genießen. Ab 15:00 Uhr findet ebenfalls in der Landesvertretung Baden-Württemberg die Verleihung des Ursula-Hudson-Preises statt. Wir würden uns freuen, Sie auch hierbei als Gast begrüßen zu dürfen und laden Sie sehr herzlich ein.


Dr. Nina Wolff
Amtierende Vorsitzende 
Slow Food Deutschland e. V.
nina.wolff@slowfood.de
+49-(0)170 81 27 346

Dr. Wilfried Bommert 
Sprecher des Vorstandes
Institut für Welternährung e. V.
wilfried.bommert@institut-fuer-welternaehrung.org
+49-(0)173-9552544
 

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