Monsanto ist Bayer – und nun? Kommentar von Wilfried Bommert

Monsanto ist Bayer – und nun? Kommentar von Wilfried Bommert

Monsanto ist nun Bayer – und damit alles gut? Die Ratingagenturen haben erst einmal abgestuft. Eine Warnung. Die Rechnung mit Saatgut und Agrarchemie könnte nicht aufgehen. Die fundamentalen Daten sprechen gegen das Geschäftsmodell. Hochleistungspflanzen besitzen kaum Klimatoleranz. Dürren, Trockenperioden und Hitzewellen sind sie schutzlos ausgeliefert. Und auch die Prognose für Pestizide ist düster.

Deren Wirkung auf die Insekten ist verheerend. Der Verdacht steht im Raum, dass sie den Bestand um drei Viertel geschrumpft haben. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert eine grundsätzliche Neubewertung ihrer Risiken. Europa hat die ersten Verbote ausgesprochen. Weitere sind zu erwarten. Das große Geschäft mit der Zukunft der Welternährung droht zu platzen. 12 Milliarden Menschen lassen sich nicht mit einem Agrarsystem ernähren, das sein Fundament – Klima, Bodenfruchtbarkeit, Wasserreserven und Artenvielfalt – zerstört.

Die Produkte von Bayer und Monsanto genügen nicht den Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Se beruhen auf Konzepten von gestern. Landwirtschaft gegen die Natur zu betreiben und gegen die Grenzen des Planten, taugt für eine Welt von morgen nicht. Sie haben sich überholt. Die Ratingagenturen richten über die Bonität eines Unternehmens, und wenn die erst in Frage steht, steht alles auf dem Spiel. Monsanto ist nun Bayer – und nichts ist gut.

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Bergische Klimagespräche: Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur

Bergische Klimagespräche: Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur

Die Schriftenreihe „Bergische Impulse“ greift wichtige Ergebnisse der Bergischen Klimagespräche auf. Die dritte Ausgabe erscheint unter dem Titel „Für eine neue, regionale Landwirtschafts- und Ernährungskultur. Auf der Suche nach lebendigen und gleichberechtigten Versorgungsbeziehungen zwischen Stadt und Land“ mit Beiträgen von Rainer Lucas, Hubertus Ahlers, Wilfried Bommert, Harald Kegler und Uta von Winterfeld. Die Impulse dienen als Inspiration für Akteure, politische Prozesse und gesellschaftliche Debatten.

Städtische Quartiere sind in Bezug auf die Versorgung mit Energie, Wasser, Materialien und Lebensmitteln keine selbstversorgenden Einheiten. Über vielfältige Beziehungen und Wertschöpfungsketten sind die Quartiere abhängig von externen Versorgungsleistungen. Die räumlichen Bezüge in den genannten Bereichen sind dabei sehr unterschiedlich. Ansätze einer nachhaltigen Regional- und Stadtentwicklung verfolgen u.a. das Ziel, diese Beziehungen kleinräumiger zu gestalten. Mögliche Ansatzpunkte sind u.a. eine Dezentralität von Versorgungsleistungen zur Verringerung des Transportaufkommens, Schließung von Stoff- und Wirtschaftskreisläufen, direkte Beziehungen zwischen Produzentinnen und Produzenten und Verbraucherinnen und Verbrauchern und räumliche Nähe als Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Auf den Bergischen Klimagesprächen wurde diskutiert, wie diese Ansätze im Bereich der Ernährung gestärkt und verbreitert werden können, um letztlich in den Quartieren eine neue Landwirtschafts- und Ernährungskultur zu entwickeln. Dies wurde mit der Vorstellung von fairen und gleichberechtigten Austauschbeziehungen zwischen Stadt/Quartier und Umland verbunden. Für die Umsetzung dieser Vision sind selbsttragende, transformative Strukturen notwendig, die von den Menschen in den städtischen Quartieren und den Produzentinnen und Produzenten der Lebensmittel getragen werden. Die hiermit verbundenen Ziele bedürfen einer politischen Rahmung, Fragen der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln gehören auf die Agenda der kommunalen Politik.

Der Diskussionsprozess um diese Fragen ist nicht abgeschlossen. Es wurde verabredet, zunächst im Rahmen eines Impulspapiers einen analytischen und konzeptionellen Rahmen zu schaffen, auf dessen Grundlage weitere Aktivitäten möglich sind. Nachfolgend werden erste Ideen entwickelt für eine Neugestaltung der raumstrukturellen Beziehungen im Bereich Landwirtschaft/Ernährung. Hierbei werden zunächst einige konzeptionelle und analytische Ausgangspunkte umrissen und Transformationsperspektiven entwickelt, die eine Agrar- und Ernährungswende integriert behandeln. Eine solche Zielsetzung muss sich auch mit möglichen Hemmnissen auseinandersetzen. Deshalb verweisen die Autoren auf das Spannungsfeld von Stadtkultur und Landnatur und die Flächenverluste der landwirtschaftlichen Produktion. Bei der Perspektiventwicklung greifen sie Ansätze auf, wie sie bereits in vielen Großstädten im Kontext einer Ernährungswende existieren. Abschließend werden vier Schritte entwickelt, die für den Aufbau selbsttragender Strukturen einer neuen Landwirtschafts- und Ernährungskultur als wichtig erachtet werden.

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Beitragsbild: Markthalle IX in Berlin, Der Hauptstadtbarsch, Foto: Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

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Interview mit Ursula Hudson und Wilfried Bommert

Interview mit Ursula Hudson und Wilfried Bommert

Zivilgesellschaftliches Engagement und politische Verantwortung

Demo: „Wir haben es satt!“ 2018 / Foto: Christian Mang, Campact

Zum Tischgespräch über eine zukunftsfähige Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik trafen sich am 28. November 2017 Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, und Umweltjournalist und IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert. Kurz davor war der Glyphosat-Alleingang von Landwirtschaftsminister Schmidt öffentlich geworden.Das Interview erschien in der Januar-Ausgabe des Slow Food Magazins.

Unten stehend finden Sie das komplette Interview zum Download.

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Dossier: Zerstört die Landwirtschaft das Klima?

Dossier: Zerstört die Landwirtschaft das Klima?

IWE-Dossier: 10 Milliarden Menschen ernähren ohne das Weltklima zu ruinieren – Wege aus einem globalen Konflikt

Das Weltklima wird ohne eine drastische Veränderung der Landwirtschaft nicht zu retten sein. Das ist das Ergebnis des Dossiers: „Zerstört die Landwirtschaft das Klima? 10 Milliarden Menschen ernähren ohne das Weltklima zu ruinieren – Wege aus einem globalen Konflikt“, das das Institut für Welternährung – World Food Institute e.V., Berlin, IWE, anlässlich der Klimakonferenz in Marrakesch vorlegt.

Die Landwirtschaft trägt global zu einem Viertel zur Klimabelastung bei. Zu den stärksten Treibern im System der modernen Agrarwirtschaft zählt der synthetische Stickstoffdünger. „Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung wird sein Gebrauch in Zukunft weiter massiv steigen,“stellt der Sprecher des IWE Dr. Wilfried Bommert fest. Bisher gebe es für diesen Bereich jedoch weder klare Reduktionsziele noch eine wirksame Begrenzungsstrategie. Auch in ihrem Klimaschutzplan für Marrakesch habe sich die Bundesregierung nicht dazu durchringen können, den synthetischen Stickstoff als Klimaproblem anzusprechen.

„Es ist zwingend notwendig, die synthetische Düngung grundlegend zu überdenken und an ihre Stelle organische Quellen der Stickstoffversorgung zu setzen,“ erklärt Bommert, der auch Mitautor des Dossiers ist. „Aus Klimasicht empfiehlt sich bis 2050 eine Doppelstrategie: Zum einen Ausstieg aus der mineralischen Stickstoffdüngung und zum anderen der zügige Einstieg in eine flächendeckende agrarökologische Bewirtschaftung.“

Wenn die Landwirtschaft nicht stärker in die Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgase einbezogen wird, sieht das Institut für Welternährung die Ziele der Bundesregierung bei Klimaschutz und Welternährung in Gefahr, In einem Brief an die Bundeskanzlerin fordert das IWE von der Bundesregierung, den gegenwärtig favorisierten Weg einer vom synthetischen Stickstoff getriebenen Landwirtschaft zu verlassen und durch Gesetzgebung wie auch durch Forschungsförderung die Agrarökologie ins Zentrum ihrer Bemühungen zu rücken.

„Zerstört die Landwirtschaft das Klima? 10 Milliarden Menschen ernähren ohne das Weltklima zu ruinieren – Wege aus einem globalen Konflikt“, Recherche: Anne Preger, Redaktion: Wilfried Bommert und Manfred Linz. Veröffentlicht 15.11.2016

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Bioökonomie schafft neue Fluchtursachen

Bioökonomie schafft neue Fluchtursachen

IWE-Studie: Welternährung kann nicht nachhaltig durch Bioökonomie gesichert werden

Anlässlich des „Global Bioeconomy Summit“, der vom 24. bis 26. November unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung in Berlin stattfindet, stellt das Institut für Welternährung – World Food Institute (IWE) die Versprechen und Folgen der Bioökonomie auf den Prüfstand. Die Studie, die mit Unterstützung der Schweisfurth-Stiftung erstellt wurde, trägt den Titel „Mit Bioökonomie die Welt ernähren?“. Die Autoren kommen darin zu dem Schluss: Bioökonomie leistet keinen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Welternährung. Im Gegenteil, sie droht weltweit den Kampf um biologische Rohstoffe und Ackerflächen anzutreiben, die Lebensmittelpreise zu erhöhen, und damit das Risiko von Hunger, Armut und Flucht zu vergrößern.

Im Konzept der Bioökonomie wird die Natur, egal ob wild oder kultiviert, egal ob Getreide, Öl-, Eiweiß-, Faserpflanzen, Holz oder Zucker, zum Rohstofflager einer globalen Industrie erklärt. Biotechnologische Verfahren, von der Gentechnik bis zur synthetischen Biologie, mit deren Hilfe die Schöpfung neu programmiert werden soll, gehören zu ihren Werkzeugen. Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Mitautor der IWE Studie, sieht darin Hochrisikotechnologien ohne Rückfahrkarte. Und er stellt fest: „Die Wunderwaffen der Bioökonomie können nach hinten losgehen“.

Die Studie „Mit Bioökonomie die Welt ernähren?“ von Franz-Theo Gottwald und Joachim Budde wurde mit Unterstützung der Schweisfurth- Stiftung erstellt.

Franz-Theo Gottwald, Joachim Budde: Mit Bioökonomie die Welt ernähren? 25.11.2015:

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Der Veggie Day der Grünen

Der Veggie Day der Grünen

Eine politische Analyse von Manfred Linz

Im Wahlkampf für die Bundestagswahl 2013 haben Bündnis 90/Die Grünen in ihr Wahlprogramm den Vorschlag eines fleischlosen Wochentages, eines Veggie Days (VD), in öffentlichen Kantinen eingesetzt und dafür vehementen Widerspruch in den publizistischen und sozialen Medien erfahren. Die BILD-Zeitung eröffnete die hitzige Debatte mit der großflächigen Überschrift „Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten“. (5.8.2013)

In dieser Diskussion erfuhren die Grünen neben allerhand Zustimmung einen vielfachen Protest, ja einen Verriss ihres Planes. Die Partei selbst hat diese Ablehnung als einen der wichtigen Gründe für ihr schwaches Abschneiden bei der Wahl benannt. Sie musste einen Rückgang der Stimmen von 10,7 Prozent 2009 auf 8,4 Prozent 2013 hinnehmen. Diese Einbuße hat die Grünen so verschreckt, dass sie ihren Vorschlag eines Veggie Days ausdrücklich zurückgenommen haben, und zwar unter dem Titel „Freiheit Grün Gestalten – emanzipatorisch und partizipativ, verantwortungsbewusst und solidarisch“.

Wie berechtigt und wie notwendig ist diese Selbstkorrektur? War es der Vorschlag eines fleischlosen Kantinenessens pro Woche als solcher, der den Grünen die Stimmen gekostet hat? War es die Art und Weise, wie er formuliert war und kommuniziert wurde? Es lohnt sich, diesen politischen Vorstoß zu einer gesünderen Lebensweise genauer zu untersuchen.

Manfred Linz: Manfred Linz: Der Veggie-Day der Grünen. Eine politische Analyse, 15.07.2015:

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Studie: Unter falscher Flagge? Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition

Studie: Unter falscher Flagge? Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition

Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition

Die Entwicklungspolitik der G7, die unter der „New Alliance for Food Security and Nutrition“ firmiert, droht die Flüchtlingsströme aus Afrika massiv zu verstärken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Welternährung – World Food Institute e.V.

2012 schlossen sich die damaligen G7-Staaten plus Russland unter dem Namen „New Alliance for Food Security and Nutrition“ mit führenden Weltkonzernen zusammen, um Hunger und Armut in Afrika zu bekämpfen. Doch bei genauerer Betrachtung könnte sie das genaue Gegenteil bewirken. Nach Schätzungen des Instituts läuft die G7 Politik darauf hinaus, in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Kleinbauern in Afrika zu entwurzelt und in die Slums der großen Städte abzudrängen.

„Das Programm der New Alliance kann sich auf mittlere Sicht als Brandbeschleuniger für die Flüchtlingsströme nach Europa erweisen und nicht als Hilfe gegen Hunger und Armut in Afrika“, warnt der Sprecher des Instituts für Welternährung Dr. Wilfried Bommert.

Anja Humburg, Wilfried Bommert: UNTER FALSCHER FLAGGE? Entwicklungspolitik der New Alliance for Food Security and Nutrition, 20.06.2015:

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Glyphosat fördert Resistenz gegen Antibiotika

Glyphosat fördert Resistenz gegen Antibiotika

Institut für Welternährung fordert neue Glyphosat-Debatte

Global 2000/Flickr (CC BY-ND 2.0)

Ein schlimmer Verdacht: Der Einsatz von Glyphosat führt zu Antibiotika-Resistenzen bei Menschen. Das ist die Konsequenz der Studie eines internationalen Forscherteams an der Universität von Florida. Unter dem Titel „Environmental and health effects of the herbicide glyphosate“ veröffentlichte das Team Erkenntnisse, die bisher in der Diskussion über Glyphosat unberücksichtigt geblieben sind.

Die Forscher um A.H.C. Van Bruggen stellen fest, dass Glyphosat, so wie es heute eingesetzt wird, im Boden zu einer Selektion von Bakterien führt. Es überleben diejenigen, die gegen Glyphosat resistent sind. Damit einher geht aber auch eine Antibiotikaresistenz. Diese sogenannte Kreuz-Resistenz ist seit 2015 bekannt. Sie wurde seither in immer mehr Ackerböden, auf denen Glyphosat eingesetzt wird, festgestellt.

Die Forscher warnen jetzt davor, dass diese Antibiotika-Resistenz über den Boden, die Pflanzen, die damit gefütterten Tiere und schließlich über die Nahrung auch auf die Menschen überspringen könne. Dieser Pfad vom Acker bis zum Menschen sei bisher unberücksichtigt geblieben, könne aber erklären, warum es immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika in der Tierhaltung ebenso wie bei Menschen gibt. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte Ende 2017 vor dieser Entwicklung, in der sie eine der größten Bedrohung für die globale Gesundheit und die Ernährungssicherheit sieht.

Die Forscher der Universität von Florida fürchten, dass der weltweit steigende Einsatz von Glyphosat zu einer steigenden Unwirksamkeit von Antibiotika führen könnte. Diese fatale Dimension des Herbizid-Einsatzes, so die Forscher, spiele bisher in der Debatte um die Zulassung keine Rolle.

Diese Ignoranz der Zulassungsbehörden könne sich jedoch als großer Fehler erweisen, erklärt der Sprecher des Instituts für Welternährung Wilfried Bommert zu Jahresbeginn in Berlin. Der Verdacht, dass Glyphosat Antibiotika-Resistenzen fördere, sei ein weiteres Warnsignal an die Regierung, eine grundsätzliche und ökologische Wende ihrer Agrarpolitik einzuleiten. Glyphosat müsse im Lichte dieser Erkenntnisse neu bewertet werden.

Die Studie „Environmental and health effects of the herbicide glyphosate“ finden Sie hier.

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Landgrabbing: Wie der Hunger nach Boden die Welternährung bedroht

Landgrabbing: Wie der Hunger nach Boden die Welternährung bedroht

Beitrag von Wilfried Bommert im Dossier "Migration und Entwicklung" der bpb

Tropical forest deforestation for oil palm plantations in Costa Rica/ Wikipedia Commons

Der Beitrag „Landgrabbing: Wie der Hunger nach Boden die Welternährung bedroht“ von IWE-Sprecher Wilfried Bommert erschien im Dossier „Migration und Entwicklung“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Private Investoren und staatliche Akteure aus Industrie- und Schwellenländern sichern sich durch Direktinvestitionen, Kaufverträge oder langfristige Pachtverträge große Agrarflächen in Entwicklungsländern – eine Praxis, die auch als Landgrabbing bzw. Landnahme bezeichnet wird. In seinem Beitrag untersucht Wilfried Bommert die Fragen, wer die Drahtzieher hinter diesen Geschäften sind, was sie antreibt und welche Konsequenzen die Landnahme für die Welternährung hat.

Den Artikel „Landgrabbing: Wie der Hunger nach Boden die Welternährung bedroht“ finden Sie hier.

Das Dossier „Migration und Entwicklung“ der bpb hier.

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Verbrannte Mandeln: Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht

Verbrannte Mandeln: Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht

von Wilfried Bommert und Marianne Landzettel

Klimawandel ist die Sache der anderen? Falsch: Er wird uns schneller erreichen, als uns lieb ist und er trifft uns in unserer Komfortzone. Bei Kaffee, beim Rotwein, auf der Grillplatte, beim Spargelessen, bei den Oliven. Er greift nach der süßen Seite unseres Lebens, nach Kakao und Schokolade. Selbst Austern und Miesmuscheln sind in Gefahr. Orangensaft adé. Mandeln verbrannt! Was tun?

Selbst Tee trinken hilft nicht mehr weiter. Die Monokulturen halten den Stress von Hitze und Dürre nicht aus. Die Saatgut-Monopole der Welt-Landwirtschaft haben auf die falschen Pflanzen gesetzt. Ihre Hochleistung lässt sich nicht durchhalten. Der Klimawandel zeigt der industriellen Landwirtschaft ihre Grenzen auf. Zu viel oder zu wenig Regen, zu hohe oder zu niedrige Temperaturen bringen die Ernten ebenso in Gefahr wie neue Schädlinge. Die Kosten steigen, Anbaugebiete müssen aufgegeben werden. Unser Teller wird sich leeren, wenn die Weltlandwirtschaft nicht neu aufgestellt wird, und zwar vielfältig und ökologisch, robust gegenüber Wetterextremen.

Zwei ausgewiesene Experten zeigen anhand von zehn beliebten Nahrungsmitteln die Folgen des Klimawandels und beantworten die Frage, wie wir den veränderten Bedingungen begegnen können: Die Agrarwende steht an, nur Nachhaltigkeit kann unsere Ernährung sichern.

Über die Autoren:

Wilfried Bommert, promovierter Agrarwissenschaftler, war Begründer und Leiter der Umweltredaktion des WDR und ist Mitbegründer des Instituts für Welternährung, Berlin.

Marianne Landzettel ist Journalistin, sie arbeitete für SDR/SWR, Zeitfunk und Landfunk, war zehn Jahre bei BBC World Service tätig. Seit 2013 arbeitet sie als freie Journalistin (Schwerpunkt Nahrungsmittel und Landwirtschaft). Schreibt für Medien in Deutschland und den USA, in Großbritannien regelmäßiger Blog für die Soil Association. Sie lebt in London.

Mehr Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe finden Sie hier.

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