100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

Seit Wochen protestieren Bäuerinnen und Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und für mehr gesellschaftliche Wertschätzung. Angesichts der Proteste hat Angela Merkel heute Vertreter der Agrarbranche zum Agrargipfel ins Kanzleramt eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren.

100 Milliarden, die wahren Kosten der deutschen Landwirtschaft

Von Wilfried Bommert und Manfred Linz

Die Wirtschaftsberatungsgesellschaft Boston Consulting Group hat sich die deutsche Landwirtschaft vorgenommen. Unter dem Titel: „Die Zukunft der deutschen Landwirtschaft nachhaltig sichern – Denkanstöße und Szenarien für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit“ greift sie in die gegenwärtig so lebhafte Diskussion um den Kurs der Agrarpolitik in Deutschland ein. Und bescheinigt der gegenwärtigen Agrarpolitik die skandalöse Missachtung aller Prinzipen der Ökonomie. Nach ihrer Rechnung stehen Kosten von 100 Milliarden Euro nur einem landwirtschaftlichen Produktionswert von 20 Milliarden Euro gegenüber. Sie rät zu drastischen Reformen, und scheut sich nicht, auch mächtigen Interessen auf die Füße zu treten.

Das Besondere: Für Diagnose und Therapie wählt sie einen Ansatz, der ihr die Aufmerksamkeit vieler sichern kann, die mit einer ethischen oder zukunftsgefährdenden Argumentation nicht leicht zu erreichen sind. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt nämlich bei einer gesamtgesellschaftlichen Gewinn- und Verlustrechnung, also beim Geld. Sie fragt, zu welchen Kosten die deutsche Landwirtschaft zwischen Boden- und Nordsee, Oder und Rhein gegenwärtig wirklich produziert, sie analysiert die wahren Kosten der intensiven Landwirtschaft. Dabei werden Positionen sichtbar, die in der Buchhaltung der Landwirte und in den Preisen für ihre Produkte bisher keine Geltung finden.

Verantwortlich dafür ist die Art, wie die intensive Landwirtschaft hierzulande betrieben wird. Ihre Kostenpositionen klopfen die Prüfer einzeln ab. Synthetischer Dünger und Pestizide schädigen Bodenleben und Grundwasser, großflächige Monokulturen lassen die Böden ein leichtes Opfer für Wind und Wasser werden und tragen den Humus ab. Diese Wirtschaftsweise hinterlässt verdeckte Kosten, die die Wirtschaftsprüfer der Boston Consulting auf 40 Milliarden Euro pro Jahr schätzen.

Ähnliches gilt für den massiven Verlust an Artenvielfalt, die Auswirkung der Intensivlandwirtschaft auf das Klima, den Wasserhaushalt, die Luftqualität und den Zustand von Kultur- und Erholungslandschaften. Auch hier entstehen verdeckte Kosten, die noch  einmal mit jährlich 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Rechnet man die Subventionen hinzu, die jedes Jahr aus den Brüsseler Töpfen und dem Bundeshaushalt für die Landwirtschaft ausgegeben werden, dann steigen die Kosten der deutschen Landwirtschaft auf 100 Milliarden Euro pro Jahr. Ihnen steht ein Produktionswert für Getreide, Kartoffeln, Milch und Fleisch von nur 20 Milliarden Euro gegenüber. Die bisher nicht eingerechneten Kosten der deutschen Landwirtschaft liegen also um den Faktor fünf höher als der Wert ihrer Waren – pro Kopf jährlich 1.200 Euro. Wirtschaftlich gesehen ist das eine Bankrotterklärung für die landwirtschaftlichen Unternehmen. Und nicht anders für die Politik  die diese Bilanz seit Jahrzehnten deckt.

Die Kur, die Boston Consulting als Wirtschaftsberatungsgesellschaft der Industrie der Landwirtschaft  vorschlägt, entspricht den Regeln jeder Unternehmensberatung: verdeckte Kosten aufdecken, Wirtschaftlichkeit durch Kostensenkung erhöhen. Konkret geht es um eine Minimierungsstrategie. Dabei zeigt sich, dass einzelne Maßnahmen nur geringe Entlastung bringen, wie die Tierhaltung an die Fläche binden, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Leguminosen anbauen oder Brachland ruhen lassen. Auch der Verzicht auf Dünger und Agrarchemie bringt nicht mehr als 15 %  an Kostensenkung.  

Was wirklich hilft, sind grundsätzliche Weichenstellungen, radikale Veränderungen.  Die Berater halten vier Szenarien für bedenkenswert.

  • Die Landwirtschaft gibt ihre Exportambitionen auf und produziert nur noch für den deutschen Markt. Dies würde dazu führen, das die Zahl der Masttiere deutlich gesenkt werden könnte, die Umweltschäden durch Importfutter und Gülle ebenfalls. Fast die Hälfte des gegenwärtig in Deutschland erzeugten Fleisches wird für den Export produziert und verursacht allein rund 40 Prozent der versteckten Kosten der deutschen Landwirtschaft.  
  • Auch bei den Konsumentinnen und Konsumenten sieht Boston Consulting Potential: Würde der Fleischkonsum entsprechend den Empfehlungen der internationalen EAT-Lancet-Kommission auf ein Viertel des heutigen Verbrauches sinken, könnten 25 Prozent der versteckten Kosten der Landwirtschaft aus der Welt geschafft werden.
  • Kann das Wegwerfen von Nahrungsmittel ganz ausgemerzt werden, sind noch einmal 15 Prozent an Einsparung zu erwarten.
  • Das größte Potential aber liegt in der Kombination der Varianten.  

Wenn Dünger und Pestizide stark vermindert würden, wenn die deutsche Landwirtschaft ihre Weltmarktambitionen aufgeben und  nur noch Fleisch für den Inlandverbrauch produzieren würde, wenn Lebensmittelverschwendung auf Null gebracht und die Kultur des Sonntagsbraten wieder Einzug halten dürfte, dann, so lautet das Urteil der Boston Consultants, könnten insgesamt 80 Prozent der bisher             versteckten Kosten in der deutschen Landwirtschaft vermieden werden.

20 Prozent blieben übrig als „unvermeidbarer“ Rest. Die entsprächen dann dem tatsächlichen Wert der Produktion. Und damit wäre die Mission der Berater beendet. Ein Erfolg wäre sie dennoch nicht. Zwar machen die vorgeschlagenen Operationen einen erheblichen Schritt hin auf mehr Ökologie. Gleichzeitig wird aber erkennbar, dass es sich dabei nur um eine Reparatur des derzeitigen Agrarsystems handelt. Eine grundlegende Wende zur Nachhaltigkeit wird nicht in den Blick genommen. Und so bleiben die Hauptnachteile des Systems für die Bauern auch bestehen. Sie liegen im dramatischen Preisdruck, den das herrschende System immer wieder erzeugt. Und der entsteht aus den Marktstrukturen, denen die Bauern ausgeliefert sind: Märkte für gesichtslose Massenware; Kleinproduzent gegen Monopole in Verarbeitung und Handel.

Solange es nicht gelingt den Bauern und ihren Produkten wieder einen Wert zu geben, der auf Wertschätzung beruht, werden sie keine besseren Preise erwarten können. Wertschätzung für sie als Menschen, für ihre Arbeit und damit auch für das, was sie mit Säen und Ernten. Diese Wertschätzung lässt sich nicht durch Kostenminimierung schaffen. Sie gedeiht vor allem dort, wo Nähe entstehen kann, an runden Tischen etwa, an denen Bauern und Bürger darüber nachdenken, wie die Region und ihre Lebensmittel wieder in Wert gesetzt werden können und sie so entstehen, das die Kosten nicht versteckt werden müssen, sondern vom Preis abgedeckt werden. Das wären die wahren Preise. Die liegen dann höher, als das was heute in den Supermärkten angepriesen wird, aber enthalten das, was den konventionellen Produkten heute fehlt: Enkeltauglichkeit.

Solche runden Tische sind keine reine Utopie; in mehr als 20 Städten der Republik arbeiten sie schon, eine große Koalition der Zivilgesellschaft auf den Weg zu neuen wertschätzenden Ernährungskonzepten. Unter den Koordinaten: regional, ökologisch und fair beginnt dort eine ökologische Transformation. Nur sie kann die zwingend notwendige Resilienz erreichen, die Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit unseres Ernährungssystems, ohne die die Herausforderungen der Klimakrise nicht zu meistern sind.

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Bauernprotest: Gerechte Wut – Ein Kommentar von Wilfried Bommert

Bauernprotest: Gerechte Wut – Ein Kommentar von Wilfried Bommert

Die Schlange der Traktoren wollte kein Ende nehmen. Doch es ist keine Machtdemonstration, die sich da in Bonn und anderswo abspielte. Es war der Zug der Verzweifelten, von denen viele keine Zukunft mehr sehen. Der einst sichere Boden, auf dem sie wirtschafteten, schwankt. Die Hypotheken, die sie für größere Viehherden, größere Ställe, größere Maschinen aufgenommen haben, lasten schwer.

Sie spüren die Grenzen ihres Wirtschaftens immer deutlicher. Nitrat im Grundwasser, ein Drittel überbelastet. Artensterben in der Feldflur, drei Viertel aller Insekten verschwunden. Der dramatische Abwärtstrend bei Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche sendet ein Signal. Monotonie auf den Äckern, 95 Prozent der Pflanzenvielfalt abgeschrieben. Der Boden unter ihren Füssen, die Hälfte davon die Fruchtbarkeit verloren. Die Wasserreserven im Untergrund, zu mehr als 50 Prozent ausgepumpt. Und die Klimagase, die unsere Atmosphäre und die unserer Kindeskinder zerstören, ein Viertel kommt aus der Landwirtschaft, vor allem aus der Tiermast. Klimagase, die sie selbst spätestens seit dem Sommer 2018 zu spüren bekommen mit Hitze, Dürre, Überflutungen und Missernten. Ist es Bauernbashing, wenn offen ausgesprochen, was  wissenschaftliche Gutachten nicht erst seit gestern dem gängigen System der Intensivlandwirtschaft ins Stammbuch schreiben?

Nein, Bäuerinnen und Bauern, die in Bonn und anderswo auf die Straße gegangen sind, die zornig, verzweifelt, hoffnungslos und betroffen sind, sollten erkennen, dass sie die Opfer eines aus den Fugen geratenen Systems sind. Des Systems der industriellen Landwirtschaft, das seine Grenzen erreicht und die Grenzen unseres Planten schon vielfach überschritten hat. Es ist dieses System, dem die Empörten bisher vertrauen, und das sie an den Rand des Erträglichen gebracht hat.

„Weiter so“ ist keine Option mehr. Was not tut, ist ein grundlegender Wandel, eine neue Vision. Bäuerinnen und Bauern, die wieder für ihre Mitmenschen pflügen, säen und ernten. Die fair zu ihren Tieren sind. Die Vielfalt zum Geschäftsmodell machen, auf ihren Äckern und in ihren Ställen. Die den Boden wertschätzen, die Wasserreserven schonen, Klima und Artenvielfalt erhalten. Und die wieder Anerkennung genießen von ihren Mitmenschen für das, was sie auf ihren Höfen tun.

Das Gefühl sagt uns: Ja, das wäre die Vision für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, eine Ernährungswende! Der Verstand sagt uns, dass es dazu keine Alternative gibt!

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Arglistige Täuschung: Das Klimaschutzprogramm der Landwirtschaftsministerin

Arglistige Täuschung: Das Klimaschutzprogramm der Landwirtschaftsministerin

Ein Kommentar von IWE-Vorstand Wilfried Bommert

Die Enttäuschung könnte nicht größer sein. Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung hat von der Wissenschaft die Note „mangelhaft – ungenügend“ bekommen. Den Klimaaktivisten ist der Frust ins Gesicht geschrieben, sie hatten schon wenig von ihrer Regierung erwartet und nun ist es noch weniger als das. Mit diesem Weniger ist die Kanzlerin nun nach New York zum Klimagipfel der Vereinigten Nationen gefahren und hat es als Erfolg verkauft. Politischer Minimalismus.

Alf Ribeiro / Shutterstock.com

Als ambitionierteste Künstlerin in politischer Untätigkeit sticht Julia Klöckner, die Landwirtschaftsministerin, hervor. Sie hatte schon im letzten Jahr ein 10-Punkte-Programm für besseres Klima vorgelegt, das sie nun zum Klimaschutzprogramm erklärt. Minimaler kann politischer Aufwand nicht sein. Man könnte dies als wenig ambitioniert bezeichnen, tatsächlich aber ist es ein Dokument der Täuschung.

Ob arglos, listig oder arglistig, hängt von Auge des Betrachters ab, zumindest geht es an der zentralen Frage, wie unsere Ernährung den Klimawandel bremsen könnte, meilenweit vorbei. Wer die Zahlen kennt, weiß, wo die größten Klimasünder im Bereich von Landwirtschaft und Ernährung liegen: in der industriellen Fleischproduktion und beim synthetischen Stickstoffdünger. Auf das Konto von Steak und Kottelet gehen nicht nur die Brände in Amazonien, sondern auch der höchst wirksame Klimakiller Methan. Das Düngen mit Synthesestickstoff hinterlässt in großen Mengen Lachgas, das kritischste, weil aggressivste Klimagas überhaupt. Von beidem kein Wort in Klöckners Klimaschutzprogramm.

Dafür aber umso mehr alt Bekanntes: Grünland, Moore, Mischwälder und Humus bewahren, Lebensmittelabfälle und Überdüngung vermeiden und mehr Biogas fördern. Und 20 Prozent Biolandbau bis 2030. Das alles steht schon teils seit Jahren auf der Agenda der Regierung. Heute sind es politische Ladenhüter, die wenig ändern und keinem weh tun. Kein Wunder also, dass der Bauernverband höchst zufrieden ist mit dem klimapolitischen Stillstand seiner Ministerin. Auch wenn seine Mitglieder die sein werden, die als erste unter den Klimafolgen leiden müssen.

Diese Täuschung verdient eine starke Antwort. Von wem? Von uns, von den Betrogenen. Von unseren Kindern, denen die Zukunftschancen durch derartige Untätigkeit verbaut werden. „Wenn ihr nichts tut, werden wir euch niemals vergeben“. Der Fluch, den Greta Thunberg in New York vor den Vereinten Nationen tat, hallt nach. Aber bewirken wird er dort wohl nichts.  Wenn hier etwas geändert werden soll, dann sind wir selbst gefragt. Wir werden Fleisch und Synthesestickstoff zu unserem Thema machen müssen. Eine Klimawende verlangt eine Ernährungswende. In dieser Frage werden wir uns nicht täuschen lassen. Nicht arglos, nicht listig, und schon gar nicht arglistig. Die deutsche Zivilgesellschaft ist auf dem Weg. Sie macht Klima und Essen zum Thema ihrer Politik, egal mit wieviel Wenig die Kanzlerin vom UN Klimagipfel aus New York nach Hause kommt.

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Buchkritik: „Das Sterben der Anderen“ von Tanja Busse

Buchkritik: „Das Sterben der Anderen“ von Tanja Busse

Eine Buchkritik von IWE-Vorstand Wilfried Bommert.

Tanja Busse ist eine erfahrene Journalistin mit besonderer Expertise in Bereich nachhaltiger Landwirtschaft. Dies zeichnet auch ihr jüngstes Werk „Das Sterben der Anderen – Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können“ über das Ende der Arten aus, in dem sie das Zerbrechen ökologischer Ketten beschreibt und die dahinter stehende ökonomische Gier, die das System der Massenvernichtung betreibt.

Das Sterben der anderen von Tanja Busse

Sie erzählt uns, was den Untergang der Arten in den letzten Jahrzehnten beschleunigt hat und dass er weit über das Verschwinden von drei Viertel aller Insekten in Feld und Flur hinausgeht. Er geht an die Substanz des Ökosystems, das auch unsere Existenz überhaupt erst möglich macht. Auch wenn es früher schon Artensterben gegeben hat, weil sich die Welt veränderte, dies ist der größte Aderlass in der Erdgeschichte seit dem Aussterben der Dinosaurier und er schreitet schneller fort als viele ahnen.

Tanja Busse nimmt uns mit zu den Tatorten, den Heiden und Mooren, den Magerasen und Feuchtgebieten. Wir finden uns wieder auf dem Schlachtfeld des Artensterbens der industriellen Landwirtschaft, die mit ihren Monokulturen, ihrem Einsatz an Chemie, ihrer Strategie des Wachsens und Weichens das Ende der anderen, ob Wiedehopf, Feldlärche oder Feldhase, vorantreibt. Aber wir hören auch von Bauern, die andere Wege einschlagen. Die wieder mit der Natur wirtschaften, die Vielfalt als Sicherheit in unsicheren Zeiten des Klimawandels erleben, die von ihrer Scholle wieder leben können und dabei ein wesentliches Merkmal bäuerliche Kultur hochhalten: in Generationen zu denken.

Aber was sollen wir nun tun? Anders leben? Erkennen, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, in das wir uns wieder einordnen müssten, wenn wir denn überleben wollen? Aber wie? Im eigenen Garten, im Supermarkt, auf der Autobahn? Indem wir unsere Politiker auffordern, die Saat einer ökologischen Agrarpolitik in Berlin und Brüssel endlich zu säen. All das wird nicht reichen, um das große Schwinden aufzuhalten. Tanja Busse schlägt vor, sozusagen als letztes Mittel, als Aufschrei der anderen, ein öffentliches Tribunal der aussterbenden Tiere einzurichten. Einen großen Prozess, in dem die Feldheuschrecke, der Segelfalter, das Rebhuhn, der Orang Utan ihr Überlebensrecht vor Gericht einklagen.

Tanja Busse erzählt packend, argumentiert schlagkräftig und sachkundig. In jedem Fall ist ihr Buch ein Gewinn für die dringend notwendige Debatte über die Erosion unseres Lebensraums.

„Das Sterben der Anderen – Wie wir die biologische Vielfalt noch retten können“ von Tanja Busse, Erschienen August 2019. Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 20,6 cm. ISBN: 978-3-89667-592-7

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Vorreiter: Sikkim – ein indischer Bundesstaat auf der ökologischen Überholspur

Vorreiter: Sikkim – ein indischer Bundesstaat auf der ökologischen Überholspur

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Alexandra Buley-Kandzi. In der Rubrik “Vorreiter” sammeln wir Beispiele von Pionieren der Ökologischen Agrarwende.

Foto: Bernward Geyer
Foto: Bernward Geyer

„Wir haben einstimmig beschlossen, dass in Sikkim nur noch ökologische Landwirtschaft betrieben werden darf.“ Dies verkündete 2003 Shri Pawan Chamling, der Ministerpräsident des zweitkleinsten Bundesstaates von Indien, und leitete eine konsequente Transformation der Landwirtschaft ein. Es war eine historische und damals weltweit einzigartige Entscheidung mit dem Ziel, einen umweltfreundlichen Staat zu etablieren, der gut für das Leben und die Gesundheit aller ist.

Die Voraussetzungen für diesen großen Schritt schienen günstig: Der Boden in Sikkim ist verhältnismäßig nährstoffreich. Die Landwirte benötigten dadurch ohnehin nur relativ geringe Mengen an synthetisch-chemischem Dünger. Außerdem waren viele Methoden der traditionellen Landwirtschaft noch bekannt. Trotzdem galt es, die rund 65.000 Bauern von dem gemeinsamen Weg zu überzeugen und sie durch Schulungen mitzunehmen.

Zuallererst ging es bei der Umstellung darum, Kunstdünger und synthetische Pestizide aus dem Land zu verbannen. Um die Bauern unabhängig von den zugekauften Düngern zu machen, investierte die Regierung in tausende von Kompostanlagen. Schließlich ist Kompost zusammen mit wohl überlegten Fruchtfolgen und Mischkultur-Anbau die Grundlage für eine robuste Bodengesundheit und eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit, d.h. sie bilden den Kern des erfolgreichen Bioanbaus. Im staatlichen Forschungszentrum für Bio-Landbau wird hieran geforscht und das Wissen rund um die traditionelle Landwirtschaft mit den Erkenntnissen aus der modernen Forschung verbunden. Es gibt ein umfangreiches Schulungsangebot für die Bauern.

Seit Ende 2015 ist Sikkim auf 100% Bioanbau umgestellt und alle landwirtschaftlichen Flächen sind auch entsprechend zertifiziert. Die Vielfalt an produzierten Feldfrüchten ist groß. Tee und Kardamom werden exportiert. Auch wenn es hier und da durchaus noch Lern- und Entwicklungsbedarf gibt, stehen die BäuerInnen und BürgerInnen in Sikkim hinter dem Projekt ihres Ministerpräsidenten Pawan Chamling und der ökologischen Landwirtschaft. Die Erfahrungen zeigen, dass der Bio-Anbau den Boden und die wertvolle Fauna und Flora schützt, was sehr wichtig ist, denn Sikkim ist ein Biodiversitäts-Hotspot. Deshalb steht auch ein Drittel des Landes unter Naturschutz. Durch den Verzicht auf Kunstdünger leistet Sikkim auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Für die Menschen dort ein durchaus bedeutsamer Nebeneffekt, denn der Himalaya und sein Öko-System leiden bereits spürbar unter dem Klimawandel.

2018 erhielt Sikkim für seine Bio-Initiative den Future Policy Award – auch als Policy Oscar bekannt -, den die FAO zusammen mit der IFOAM und dem World Future Council verleiht. Eine große Anerkennung, die auch dazu beiträgt, dass das visionäre und mutige Beispiel immer mehr Nachahmer findet. Inzwischen sind drei weitere indische Staaten dabei, ihre Landwirtschaft zu 100% auf Bio umzustellen u.a. Uttarakhand mit rund 1,7 Mio. Bauern, das ebenfalls Himalaya- Anreiner ist.

Sikkim ist ein inspirierendes und motivierendes Beispiel für die Welt. Und mit jeder Umstellung kommt die Welt der Vision Pawan Chamlings näher, dass es spätestens 2050 weltweit keine Pestizide mehr in der Landwirtschaft gibt. Sikkim zeigt, dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen.

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Wir Brandstifter!

Wir Brandstifter!

Ein Kommentar von IWE-Vorstand Wilfried Bommert

Sojaplantage in der Gegend Alto Paraíso. Foto: Marcelo Camargo/Agência Brasil (Licença Creative Commons Atribuição 3.0 Brasil)

Der Amazonas brennt, das Feuer hat der brasilianische Präsident Bolsonaro angeheizt. Für seine Freunde, die Soja- und Rinderbarone Brasiliens, schafft er freies Feld. Das Ziel: mehr Rindfleisch und Viehfutter, auch für Europa, für die Mastfabriken an Weser, Ems, an Elbe und Havel. Dafür brennt der Amazonas, dafür wird die Lunge der Welt geopfert und der größte Klimagasspeicher, den wir auf unserem Planeten haben, der Tropenwald.

Vernichtet für unsere Rindersteaks, unsere Schweinekoteletts, unsere Putenbrust. Für das ganze Sortiment an Billigfleisch, mit dem deutsche Supermärkte ihren Preiskampf führen. Und wir, wie sehen wir Fleischesser dabei aus? Wir mögen uns drücken und winden. Das Urteil ist klar: Brandstifter oder Beihilfe zur Brandstiftung in einem besonders schweren Fall, mit Vorsatz, also ohne Berufung.

Wenn es also unser Fleischkonsum ist, der das Feuer in Amazonien mit anfacht, was wäre dann zu tun? Feuerwehr schicken, Löschflugzeuge, kampferprobte Truppen gegen die Feuerwalzen, wie die europäischen Regierungen jetzt fordern? Den Feuerteufel an der Spitze Brasiliens zurechtweisen? Mit Handelssanktionen drohen? Viel politischer Schaum, aber wenig Löschkraft.

Das einzige, was helfen würde, wäre ein Ende der Fleischorgie bei uns. Der Weltklimarat fordert eine radikale Wende vom Acker bis zum Teller. Schluss mit den Sojaimporten für Billigfleisch, Schluss mit den Steaks, an denen Urwaldasche klebt. Die Feuerbrunst in Amazonien verlöscht erst dann, wenn es keinen neuen Markt mehr für Soja gibt. Wenn unser Appetit auf Fleisch nicht mehr auf Importe setzt, sondern das wiederentdeckt, was auf den Bauernhöfen vor der Haustür wächst in Einklang mit der Natur. Löschen beginnt im eigenen Land, diese Wahrheit ist unangenehm. Und auch wenn sich die Kanzlerin dazu nicht äußern mag, alternativlos.

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Kehrtwende bei Lidl: Wieder billige Bananen im Angebot

Kehrtwende bei Lidl: Wieder billige Bananen im Angebot

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Karin Vorländer

Nun also doch nicht! Nachdem Lidl im September 2018 angekündigt hatte, nur noch Fairtrade Bio Bananen zu verkaufen, jetzt die Kehrtwende. Ab Sommer gibt es wieder deutlich billigere Bananen im Sortiment. Auf Anfrage des Instituts für Welternährung (IWE) versichert Lidl, man bekenne sich nach wie vor zu Fairtrade und weite lediglich das Sortiment aus, indem neben der Bio-Fairtrade-Banane auch die konventionelle Fairtrade-Banane angeboten werde. Im Klartext ist das ein Rückzug vom zertifizierten Bio Standard bei Fairtrade, der den Erzeugern ein besseres Leben ermöglicht, die Umwelt schützt und gerechte Arbeitsbedingungen garantiert. Man wolle aber in den Filialen, so Lidl, Verbraucher auf den Mehrwert der zertifizierten Bio Fairtrade Bananen hinweisen. Man darf gespannt sein, wie das vor sich gehen soll!!

Offenbar hat Lidl auf das Preisdumping der Mitbewerber reagiert. Die zogen nicht etwa nach, sondern gingen mit den Preisen für konventionelle Bananen herunter. Und offenbar ist es so, dass die Mehrheit der Kunden eben doch zum Produkt mit dem scheinbar „günstigsten“ Preis greift, den sie seit Jahrzehnten gewohnt sind. Noch immer ist eine bis zu 11.000 km weit transportierte Banane billiger ist als ein Apfel aus Deutschland. Und immer noch nehmen die Kunden billigend in Kauf, dass die Erzeuger von ihrer Arbeit kaum leben können und Boden und Wasser und Gesundheit der Erzeuger bei herkömmlichem Anbau massiv Schaden nehmen. Dieser Haltung kommt Lidl jetzt mit seinem geräuschlos vollzogenen Rückzug entgegen, mit dem man dafür sorgen will „dass Kunden gemäß ihrer Wünsche und Lebensgewohnheiten einkaufen können“.

Wir erinnern uns: Lidl ist in allererster Lebensmittelhändler. Und zielt nun mal vor allem auf Gewinn und nicht auf Bewusstseinsbildung. Wenn der sich mit fairen Produkten erzielen oder gar steigern lässt, prima! Wenn nicht, dann gibt es eben einen Rückzug vom fairen Produkt. Oder müssen erst mehr Verbraucher ihr Bewusstsein und Kaufverhalten ändern, damit sich das Angebot dauerhaft ändert?

Auch Fairtrade Chef Dieter Overath zeigt sich von der Entwicklung herb enttäuscht. Denn der Kauf von Fairtrade Biobananen würde bei den durchschnittlich 12 Kilo Bananen, die in Deutschland pro Kopf und Jahr verzehrt werden, mit nur 2 Euro zu Buche schlagen. So rechnet Fairtrade vor. Aber dazu ist hierzulande – anders als in Nachbarländern – bislang nur eine Minderheit bereit.

Der eben vollzogene Rückzug in Sachen Fairtrade Bananen nährt aber auch die Zweifel an der Ankündigung, künftig nach strengen Bioland Kriterien erzeugtes Fleisch zu fairen Erzeugerpreisen ins Angebot aufzunehmen. Bei den Bananen waren die Verträge auf ein Jahr ausgelegt – und werden jetzt wohl nicht verlängert. Wie lang werden die Verträge für die Bioland Bauern gelten und erfüllt werden? Machen wir uns nichts vor: Auch hier geht es nicht vorrangig darum, „Bio in der Mitte der Gesellschaft zu verankern und in die Breite zu bringen“, wie Lidl beteuert, sondern darum, neue Kundenkreise zu erschließen. Handeln aus Überzeugung sieht jedenfalls anders aus.

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Deutschlandfunk: Kein Brot für die Welt?

Deutschlandfunk: Kein Brot für die Welt?

Im Rahmen der Sendung „Der Tag“ war IWE-Vorstand Wilfried Bommert zu Gast bei Deutschlandfunk.

Aus der Ankündigung zur Sendung: „Mehr statt weniger Hunger: Zum dritten Mal in Folge ist die Zahl der Menschen gestiegen, die zu wenig zu essen haben. Das steht im aktuellen Welternährungsbericht. Für Wilfried Bommert ist das alarmierend. Der Gründer des Instituts für Welternährung sieht keine Fortschritte im globalen Kampf gegen den Hunger. „Im Gegenteil. Was die Zahlen zeigen ist vielleicht die Spitze des Eisbergs.“ Der ehemalige Hörfunkjournalist ist Autor von Büchern wie „Kein Brot für die Welt“ und „Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht„. Er hofft auf eine große Initiative zur Welternährung – ähnlich wie der Bewegung „Fridays for Future“.“

Hier gibt’s die Sendung „Der Tag“ zum Nachhören:

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Vorreiter: Liechtenstein – klein, aber Bio-Weltspitze

Vorreiter: Liechtenstein – klein, aber Bio-Weltspitze

Ein Beitrag von IWE-Mitglied Alexandra Buley-Kandzi. In der Rubrik „Vorreiter“ sammeln wir Beispiele von Pionieren der Ökologischen Agrarwende.

Flächenmäßig zählt Liechtenstein zu den kleinsten Staaten der Welt. Aber wenn es um den Öko-Anbau geht, hängt das kleine Alpenland alle anderen Staaten auf der Erde ab: 39,7% (IFOAM 2019) der rund 3500 Hektar landwirtschaftlichen Flächen werden hier nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet.

Damit setzt Liechtenstein Maßstäbe und ist weltweit Leuchtturm in Sachen Bio. Dies ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass die Geschichte der Bio-Landbau-Bewegung in dem kleinen Fürstentum eine sehr kurze ist. Erst in den 1990er kam sie dank einer Privatinitiative und Förderungen aus einer Stiftung in Gang und nahm dann aber rasch Fahrt auf. Seit 2008 ist auch der agrarpolitische Rahmen so gesteckt, dass die Bio-Bauern gute Bedingungen vorfinden. Sie arbeiten nach den Richtlinien der Bio-Suisse und damit nach den strengsten Bio-Vorgaben überhaupt.

„Doch gerade die hohen Standards sind ein wichtiger Faktor für den Erfolg der ökologischen Bewegung“, sagt Dr. Florian Bernardi, der seit 2010 für die Bioberatung Liechtenstein tätig ist. Die Verbraucher hier und in der benachbarten Schweiz, die die Hauptabnehmer der Bio-Waren sind, wissen die Qualität zu schätzen. Dabei legen sie besonderen Wert auf die hohen Tierhaltungsstandards. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die Produkte hoch, schließlich ist die Rückverfolgbarkeit leichter: Die Wege in Liechtenstein selbst sind kurz und damit auch die Beziehungen zwischen Landwirten und Verbrauchern enger und direkter. Ein Segen für beide Seiten. Die Nachfrage nach Bio-Produkten steigt. Im gemeinsamen Wirtschaftsraum Schweiz/Liechtenstein werden im Durchschnitt 288 Euro pro Kopf und Jahr für ökologisch erzeugte Lebensmittel ausgegeben – so viel wie sonst nirgends. „Trotzdem ist beim Konsum- und Kaufverhalten noch Luft nach oben“, meint der Agrarwissenschaftler Bernardi.

„Entscheidend für die schnelle positive Entwicklung und das anhaltend hohe Niveau der Produktion ist jedoch auch der systematische Aufbau des Biolandbaus und die gute Beratungsstruktur“, so Bernardi. Hierbei sind die übergreifenden Dienstleistungen z.B. bei Marketing und Management genauso wichtig wie die individuelle Beratung jedes einzelnen Landwirts. „So können proaktiv Projekte auf den Weg gebracht werden. Dies ist bei uns die Schlüsselfunktion für die Weiterentwicklung“, beschreibt er die Art und Weise, wie in Liechtenstein der Bio-Anbau durch den permanenten Austausch mit den Landwirten gefördert wird.

Die Bio-Betriebe hier gehören eher zu den größeren im Land. Viele von ihnen produzieren Kuhmilch. Es gibt außerdem Höfe, die Ziegen, Pferde oder Rinder für die Fleischproduktion halten. Diese Bewirtschaftung passt gut zur Landschaft, die viele Dauergrünlandflächen bietet. Doch auch Gemüse, Obst und Wein werden produziert. Die Vielfalt an Bio-Erzeugnissen ist groß und die verschiedenen Standbeine machen die Betriebe wirtschaftlich resilient. Schließlich wird auch ihre Arbeit durch die Klimawandel immer anspruchsvoller, aber auch wichtiger. „Der Biolandbau bietet durch höhere Bodenfruchtbarkeit und breitere Fruchtfolgen Vorteile, wenn es um das Wasserspeichervermögen der Böden geht.“ Außerdem ist der Humusaufbau ein entscheidender CO2-Fänger und -Speicher. Biolandbau in Liechtenstein ist modern und zukunftsweisend. Er macht die eigenen Bauern, die Verbraucher und die Umwelt zu Gewinnern. Kopieren erwünscht.

Unser Interview-Partner: Florian Bernardi (Jg 1984) hat in Österreich Agrarwissenschaften studiert und dort auch promoviert. Seit 2010 ist er als Berater in Lichtenstein tätig. Zu seinen Aufgaben gehören u.a. einzelbetriebliche Beratungen, die Leitung von Arbeitsgruppen und Projekten, Öffentlichkeitsarbeit, Bearbeitung von Anfragen der Politik, Regierung und Behörden. An seinen Aufgaben schätzt er besonders die Chance, Neues vorantreiben zu können, um den Biolandbau weiterzuentwickeln.

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Crowdfunding: GreenUp Sahara

Crowdfunding: GreenUp Sahara

Credit: World Food Programme

In der algerischen Sahara leben Zehntausende Menschen seit über 40 Jahren in Flüchtlingslagern. Die Menschen sind isoliert und es gibt kaum Wasser und Nahrung für ihre Tiere. Traditionelle Landwirtschaft ist unter den lokalen Bedingungen unmöglich. Die Menschen leiden an Mangelernährung und sind abhängig von den Hilfslieferungen der Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat zur Lösung des Problems einen ersten Schritt getan und ein Hydrokultur-System entwickelt. Mit diesem System kann man Futter für Ziegen und Kamele kostengünstig, wassersparend und lokal anbauen. Diese Hydrokultur soll so weiterentwickelt werden, dass vor Ort auch Gemüse, Salat und Kräuter zur Ernährung der Menschen angebaut werden können.

Für die Weiterentwicklung dieses bereits erprobten Konzeptes haben Fraunhofer-Forscher eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, für die noch Spenden gesucht werden.

Wenn Sie das Projekt „GreenUp Sahara“ unterstützen wollen, können Sie das hier tun. Auf der Website von startnext finden Sie auch noch weitere Hintergrundinformationen über das Projekt.

IWECrowdfunding: GreenUp Sahara