Ökologische Landwirtschaft und Suffizienz gehören zusammen

Ökologische Landwirtschaft und Suffizienz gehören zusammen

Ein Beitrag von Manfred Linz.

1. Ökologische Landwirtschaft ist ein Landbau, für den die Bodenfruchtbarkeit zentral ist, der ohne synthetischen Stickstoff, Pestizide, industrielle Importfuttermittel und Gentechnik wirtschaftet. Ökologische Landwirtschaft orientiert sich an einer organischen Kreislaufwirtschaft, die auf vielfäl­tige Fruchtfolge achtet, die Ackerbau und Viehzucht miteinander verbindet und aufeinander abstimmt. In der Viehzucht gilt artgerechte Tierhaltung.

2. Suffizienz ist in der gegenwärtigen Diskussion um die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Erde die bewusste und beabsichtigte Verringerung des Bedarfes an Energie, vor allem fossiler Herkunft, an Rohstoffen und an Fläche, und zwar durch menschliches Verhalten, also durch eine verminderte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Persönliche Suffizienz geschieht durch Veränderung des eigenen Lebensstils. Suffizienzpolitik richtet sich auf die Begrenzung des oben genannten Bedarfes in Produktion und Konsum durch fördernde und verpflichtende Maßnahmen der öffentlichen Hand.

Ökologische Landwirtschaft fördert und braucht die Suffizienz.

3. Ökologische Landwirtschaft ist in sich eine Form der Suffizienz. Sie spart fossile Energie ein, verwendet keinen mineralischen Dünger,  verzichtet auf importierte Futtermittel und verwirft die Anwendung von Pestiziden.

4.  Ökologische Landwirtschaft ermöglicht die ausreichende und gesunde Ernährung einer weiter wachsenden Weltbevölkerung. Sie erlaubt jedoch nicht die Fortsetzung der gegenwärtigen luxurierenden Ernährungsweisen, die die Grundlagen der Welternährung zerstören. Mit Bezug auf die derzeit prägenden Konsummuster erfordert die Ökologische Landwirtschaft Maßhalten und Verzichte, ist also auf Suffizienz angewiesen.

5. Maßhalten und Verzichte beziehen sich vor allem auf Nahrungsmittel, für deren Herstellung große Mengen von (fossiler) Energie, Wasser, industriell angebauten Futtermitteln und mineralischem Dünger erforderlich sind. Dazu zählen etwa die in Massentierhaltung erzeugten Nahrungsmittel Fleisch, Eier, Milchprodukte und der industriell gefangene Fisch. Diese Produkte erzeugt die Ökologische Landwirtschaft sowohl unvermeidlich als auch bewusst in geringerer Menge als die industrielle Landwirtschaft. Da auch viele der weiter verarbeiteten und konfektionierten Produkte der Ernährungsindustrie erhebliche Mengen von Energie und Rohstoffen verbrauchen, gelten Maßhalten im Verzehr und Einschränkungen in der Produktion ebenso für sie.

6. Ökologische Landwirtschaft fördert die Suffizienz. So geben Konsumenten der Ökologischen Landwirtschaft in der Regel Nahrungsmitteln aus der eigenen Region Vorrang vor langen Transportwegen, und sie bevorzugen Produkte der jeweiligen Ernte-Saison. Auch kann der vorrangige Konsum ökologischer  Produkte zu einem Bewusstseinswandel und Wertewandel führen, der einen suffizienten Lebensstil fördert. Damit stärkt Suffizienz wiederum die Ökologische Landwirtschaft.

Suffizienz fördert und braucht die Ökologische Landwirtschaft

7. Suffizienz kann auf vielfältige Weise die Ökologische Landwirtschaft begünstigen. Zunächst, indem ein suffizienter Lebensstil ihr zugute kommt. Etwa, wenn Konsumenten bereit sind, die oben unter 5. genannten Lebensmittel nicht oder doch sparsam zu verwenden, und  zum Schutz der Umwelt und um der Qualität der naturbelassenen Nahrungsmittel willen für Produkte der Ökologischen Landwirtschaft den dafür erforderlichen Preis zu bezahlen.

8. Erfahrung lehrt freilich, dass nur ein begrenzter Teil der Bevölkerung aus eigenem Entschluss zu einem suffizienten Lebensstil findet. Auch Ratschläge, Ermunterungen, Appelle bewegen zu wenige Menschen zu suffizientem Verhalten; und wenn und wo es gelingt,  bleiben Maßhalten und Bescheidung ein Patchwork, weichen also immer wieder der Gewohnheit und der Bequemlichkeit .

9. Wer darum die Suffizienz auch für die Ökologische Landwirtschaft wirksam machen möchte, wird sie als eine politische Aufgabe verstehen, ihr also durch staatliche Förderung, durch Gesetze und Verordnungen Geltung verschaffen. Zu denken ist hier an eine konsequente Minderung des Lebensmittelverderbs durch Förderung und Verordnung seitens der öffentlichen Hände, an eine Steuer für konventionell erzeugtes Fleisch, an ein Verbot der Massentierhaltung, an eine Lebensmittelampel, die auf hohe Mengen von Fett, Zucker und Salz aufmerksam macht, und nicht zuletzt sondern eher zuerst an eine ökologische Umwidmung der Flächenprämie der Europäischen Union. Alle Maßnahmen dieser Art können die Grundlagen einer ausreichenden und gesunden Ernährung festigen.

Beitragsfoto: Tracy Lundgren/Pixabay

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Buchkritik: „Das geht so nicht weiter“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth

Buchkritik: „Das geht so nicht weiter“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth

Rezension von Karin Vorländer zum Buch „Das geht so nicht weiter – Die Würde des Tieres ist unantastbar“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth.

Immer mehr, immer günstiger und alles zu jeder Zeit, das wird von Industrie und Landwirtschaft gerne als Ausdruck für gutes Leben verkauft. Auch und gerade, wenn es um Lebensmittel geht. Aber das „Immer- günstiger“ hat seinen Preis: Die Fruchtbarkeit des Bodens, die Würde der Tiere und der Blick dafür, dass alles Leben miteinander verbunden ist, bleiben auf der Strecke.

In ihrem Buch: „Das geht so nicht weiter“ belegen Karl-Ludwig Schweisfurth und seine Enkeltochter Sophie mit aufrüttelnden Fakten, warum es einer grundlegenden Wende bedarf. Ihr Plädoyer für eine neue Ethik im Umgang mit den fleischliefernden Nutztieren und für ein Konsumverhalten des „Weniger ist mehr“ überzeugt ebenso wie ihre Berichte davon, dass und wie in den Hermannsdorfer Landwerkstätten in der Tradition fachkundigen Handwerks und mit Respekt gewirtschaftet und produziert wird.

Auf 102 Seiten entfalten sie ihr Credo und eine Vision von einem Leben, in dem Mensch, Tier und Mitwelt gut miteinander leben können. Es geht ihnen um Achtsamkeit beim Essen, um gute Tierhaltung, um Ehrfurcht vor dem Leben und um die Verantwortung der Generationen füreinander und nicht zuletzt: um Schönheit.

In diesem auch für Nicht-Fachleute gut lesbaren Bändchen entfalten sie einen verlockende Entwurf eines anderen Lebens und Wirtschaftens. Sie wollen dazu beitragen, dass wir „die Erde ein kleinwenig schöner und besser verlassen, als wir sie betreten haben und ohne dass wir am Ende etwas bereuen“. Dass sie die Welt als einzelne nicht retten können, bestreiten sie nicht, aber „bewusste Zeichen setzen, das Gute stärken und das Schlechte verhindern und mit einem Traum den Anfang einer neuer Wirklichkeit möglich machen“, dafür werben sie.

Sympathisch dabei ihr einladender Ton, der den Lesern nicht Verzicht mit hängenden Mundwinkeln predigt oder Weltuntergangsstimmung weckt, sondern sie mitnimmt auf eine verlockende Praxis des „guten Leben“. Auf allzu einlinige Bauernschelte verzichten sie ebenso wie auf das Versprechen einfacher, „billiger“ Lösungen. Denn; auch das gute Leben hat seinen Preis!

Das geht so nicht weiter – Die Würde des Tieres ist unantastbar“ von Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth. Verlag bene! Mai 2019 Hardcover, 102 Seiten, 12 €. ISBN: 978-3-96340-056-8

Zu den Autoren:

Sophie und Karl-Ludwig Schweisfurth. Copyright: Hans-Günther Kaufmann 

Karl-Ludwig Schweisfurth (Jg 1930)

Mit Mitte 30 erbt der gelernte Metzger den Familienbetrieb des Vaters. Er rationalisiert Schlachtung, Verarbeitung und Verpackung nach US-amerikanischen Vorbild und sorgt so dafür, dass seine „Herta- Wurst“ immer billiger wird. Etwa 100.000 Tiere werden dafür jeden Monat geschlachtet. Anfang der 1980er Jahre kommen dem „Pionier der Moderne“ ernsthafte Zweifel an seinem Tun. 1984 verkauft er seine inzwischen größte Wurstfabrik Europas.

Er gründet 1985 die Schweisfurth Stiftung, mit der er eine gerechte, nachhaltige und verantwortungsbewusste Land- und Lebensmittelwirtschaft fördern will. 1986 folgt die Gründung der Hermannsdorfer Landwerkstätten in Glonn bei München, wo die Familie bis heute lebt. In seinem Bio- Unternehmen für Ackerbau und Viehzucht sowie Herstellung und Vermarktung von frischen Lebensmitteln verwirklicht er seinen Traum von einer ökologischen Lebensmittelherstellung. Entscheidend ist für ihn: „Die Liebe zu mir selbst, den Menschen um mich herum und zu allen anderen Geschöpfen. Die Liebe zu den Tieren. Die Liebe zur Natur. Die Liebe hält alles zusammen.“

Sophie Schweisfurth (Jg 1987)

Von Kindheit an ist sie vertraut mit dem Anliegen ihres Großvaters und dem Leben und der Arbeit in den Hermannsdorfer Landwerkstätten. Nach dem Abitur arbeitet sie in allen Abteilungen des Unternehmens mit. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und verschiedenen beruflichen Stationen übernimmt sie im Mai 2018 gemeinsam mit ihrem Mann die Verantwortung für das Unternehmen. Auch wenn sie als Angehörige der Generation „Millenial“ ganz anders tickt als die Generation vor ihr, ist sie wie ihr Großvater überzeugt: Wegsehen und weiter wie bisher ist keine Lösung. Ein anderes Wirtschaften und Leben ist machbar!


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Vor dem falschen Karren: Worum es bei der Bauerndemo von Münster wirklich ging

Vor dem falschen Karren: Worum es bei der Bauerndemo von Münster wirklich ging

Kommentar von Wilfried Bommert

Es sollen tausende Bauern und Bäuerinnen gewesen sein, die in Münster – an der Grenze des deutschen Schweinegürtels – gegen eine Verordnung auf die Straße zogen, die unsere Grund- und Trinkwasservorräte schützen soll. Die verhindern soll, das die gesundheitlich bedenklichen Nitratwerte im Grundwasser weiter steigen. Die vor allem der Mastindustrie, die mit ihren Abfällen Landschaft und Wasser verpestet, Grenzen setzen will. Die Bauernverbände, die die Demo organisierten, bezeichnen diese Verordnung als „Angriff auf die Landwirtschaft“. Doch auf welche Landwirtschaft?

Auf die, die in immer größeren Mastfabriken das Tierwohl mit Füßen tritt? Die ihr Mastfutter auf den Großfarmen Brasiliens wachsen lässt? Die mit ihrer Arzneimittelpraxis und wachsenden Resistenzen unsere Gesundheit gefährdet? Die heute schon die Hälfte ihres Fleischs auf dem Weltmarkt verramscht? Und ihren Dreck, die Gülle, bei uns ablädt und dies  in solchen Mengen, dass unser Grundwasser verseucht?

Um diese Landwirtschaft geht es in der Gülleverordnung. Es geht um die Profite der Fleischbarone, um die Umsätze der Schlachtkonzerne, um die Bilanzen der globalen Händler für Futtermittel und Exporteure für Schweinefleisch. Dass dafür in Münster 6000 Bauern und Bäuerinnen vor den Dom ziehen, ist schon bemerkenswert. Wer wurde hier vor wessen Karren gespannt?

Wäre es um den Erhalt bäuerlicher Kultur, verlässliche Märkte, um sichere Arbeit auf den Höfen, um Anerkennung für ihre Produkte gegangen, wäre der Protest verständlich gewesen. Aber dass Bauern und Bäuerinnen für diejenigen auf die Straße gehen, die morgen die Pachtpreise in die Höhe und die Schweinepreise in den Keller treiben, das ist mehr als verwunderlich.

Sehen diese protestierenden Landleute nicht die Märkte vor ihren Hoftoren, die steigende Zahl der Städter, die sich vor allem nach Lebensmitteln aus der Region, nach intakter Natur, nach fairem Umgang mit Mensch und Tier sehnen? Wollen sie nicht unser wichtigstes Lebensmittel, das Trinkwasser, für kommende Generationen bewahren? Wünschen sie sich nicht auch Anerkennung für ihre Arbeit? Beim Streit um die Gülleverordnung geht es nur vordergründig um die Gülle. Es geht um die Landwirtschaft, die wir in Zukunft haben wollen. Und da werden sich auch die Bäuerinnen und Bauern, die in Münster auf die Straße gingen, entscheiden müssen: Wollen sie weiterhin den Mastbaronen das Geschäft retten und Billigfleisch für China produzieren? Oder wollen sie eine bäuerliche Existenz, die sich auch für ihre Kinder wieder lohnt?

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Volksbegehren Artenvielfalt: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus! Kommentar von Wilfried Bommert

Volksbegehren Artenvielfalt: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus! Kommentar von Wilfried Bommert

Kommentar von Wilfried Bommert

Bayern vorn, das Volksbegehren um die Zukunft von Natur und Ernährung ist durch, beschlossen und damit politische Realität! Das Volk begehrte eine ökologische Landwirtschaft zwischen Passau und Nürnberg, zwischen Alpen und Hopfenland und nun hat es sich durchgesetzt. Gegen seine Regierung, gegen die CSU und gegen den Bauernverband.

Viele Bayern freut’s, viele Bienen auch. Glückwunsch!

Der Erfolg im Bayern ermutigt weit über die Grenzen des Freistaates hinaus. In ganz Deutschland machen sich Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zu einer Ernährungswende. Und sie leben überwiegend in den Städten. Dort, wo immer mehr Initiativen wachsen, die Ernährung wieder zu ihrer Sache machen, die an lokalen Ernährungskonzepten arbeiten, die sich in Ernährungsräten organisieren und Essen wieder zu einer Aufgabe lokaler Politik machen. BürgerInnen, die lokale Lebensmittel und die Arbeit ihrer Bauern und Bäuerinnen wertschätzen. Landwirte, die auf die Natur setzen und auf Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Die wissen, dass der Verlust von 75 Prozent unserer Insekten in der Feldflur kein Betriebsunfall, sondern die Konsequenz einer fehlgeleiteten Landwirtschaft sind.

Es geht um Werte und Wertschätzung von Menschen und Natur, von denen sich Bauernverbände und Regierungen weit entfernt haben, nicht nur in Bayern. Jetzt werden sie eingefordert von der Zivilgesellschaft. Die bayrischen Bürgerinnen und Bürger haben ein Vorbild gesetzt und sich nicht damit begnügt zu protestieren. Sie haben der Staatsregierung gleich ein Gesetz geschrieben, das sagt, wie der Weg in eine ökologische Zukunft auf unserem Teller, in unseren Landschaften, auf unseren Höfen aussehen soll. 30% Bio bis 2030 ist da nur ein Anfang. Auch wenn der Ministerpräsident versucht die Forderungen durch Runde Tische aufzuweichen, er wird am Ende einsehen müssen, dass sein Wahlvolk in Zeiten knapper Mehrheiten am längeren Hebel sitzt.

Der bayrische Sieg setzt ein Zeichen. Er zeigt, wie das Versprechen des § 20 unseres Grundgesetzes Wirklichkeit werden kann: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Alle. Danke Bayern. 

Foto: Bienenliederchor auf dem Marienplatz in München. © Georg Kurz

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Wie viel Ungleichheit verträgt die Welt?

Wie viel Ungleichheit verträgt die Welt?

Deutschlandfunk Kultur, Beitrag vom 25.01.2019:

„Während in Davos das Weltwirtschaftsforum tagt, will die globale Entwicklungsorganisation Oxfam aufrütteln: Die Zahl der Milliardäre wächst, die Zahl der Armen auch. Von Ausgleich keine Spur, doch immerhin: Die Armen sind weniger arm als früher.

Kritiker sagen, dass die Zahlen auch anders zu deuten sind. Selbst wenn es im Vergleich zu den Reichen mehr Arme geben sollte, so seien die doch nicht mehr so arm wie noch vor wenigen Jahrzehnten. So werde übersehen, dass es auf vielen Gebieten Fortschritt gibt. Die krasse Armut habe global abgenommen. Das aber bestreiten die Entwicklungsorganisationen auch nicht.

So scheiden sich nun die Geister: Während Ökonomen wie die vom Münchner IFO-Institut darauf verweisen, dass die Weltwirtschaft wächst und die Armut insgesamt abnimmt, verweisen Entwicklungshilfeorganisationen darauf, dass dies nicht für alle Länder Afrikas gilt. Dort gibt es teilweise mehr Arme; Frauen, denen Bildung vorenthalten wird, sind besonders betroffen. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Milliardäre zu – auch in Deutschland. Und selbst dort, wo die Armut abnimmt, wächst die Ungleichheit.

Auch über den Weg der Armutsbekämpfung herrscht keine Einigkeit. Manche wollen die Entwicklungshilfe aufstocken. Andere plädieren dafür, sie ganz abzuschaffen, weil sie bestehende Ungleichheiten manifestiere und politische Eliten bevorzuge. Wer ist heute arm? Und wieviel Ungleichheit verträgt die Welt?“

Diskussionsteilnehmer/innen:

Evita Schmieg, Welthandelsexpertin von der Stiftung Wissenschaft und Politik
Wilfried Bommert, Gründer des Instituts für Welternährung
Kurt Gerhardt vom Bonner Aufruf für eine andere Entwicklungspolitik und Ellen Ehmke,  Analystin zum Thema soziale Ungleichheit bei Oxfam
Moderation: Marcus Pindur

Die komplette Sendung zum Nachhören:

Foto: Michael Schober/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Filmkritik: Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Filmkritik: Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Eine Filmkritik von Ines Meier
DAVID GEGEN GOLIATH

Bei der Rettung des Saatguts ginge es um Sex, Menschen seien besessen von Sex, selbst wenn es nur Steckrüben-Sex sei. Will Bonsall, Gründer des Scatterseed Projekts, wirkt wie ein hippiesker Weihnachtsmann und schwadroniert schmunzelnd vor seinem Holzschuppen. Diese einigermaßen schräge Szene ist der Beginn des Trailers zu Taggart Siegels und Jon Betz’ Dokumentarfilm „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“. Der erste Eindruck also: Hier wird ein Film darauf aus sein, mit  den Mitteln des Boulevards eine Zielgruppe zu kapern, die Saatgut sonst in etwa so spannend und relevant wie Briefmarkensammeln findet. Von dem kleinen Fehltritt darf man sich glücklicherweise nicht irritieren lassen: Dieser Dokumentarfilm geht uns alle an.

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung – und diese zentrale Ressource ist extrem bedroht. Mehr als 90% Prozent aller Saatgutsorten sind im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft bereits verschwunden. Seit der Übernahme von Monsanto durch Bayer in diesem Jahr beherrschen nur noch drei Konzerne mehr als 60% des weltweiten Saatgut-Marktes. Eine immer größer werdende Bewegung aus Bauern, Gärtnern, Umweltaktivisten, Wissenschaftlern und Bürgern stemmt sich gegen diese Entwicklung. Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen ist nach Queen of the Sun: What Are the Bees Telling Us? über das Bienensterben die zweite Zusammenarbeit der US-amerikanischen Dokumentarfilmer Taggart Siegel und Jon Betz, die auch die gemeinnützige Filmproduktion Collective Eye Films betreiben. Sie machen kein Geheimnis daraus, auf welcher Seite sie im Kampf von David gegen Goliath stehen.

Siegel und Betz führen uns in Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen durch die Geschichte des Saatguts, das über Jahrtausende in der Hand der Bauern lag. Bis vor einigen Jahrzehnten war allen Kulturen quer über den Globus freier Zugang zu Saatgut selbstverständlich, Saatgut war Gemeingut bevor es zum Handelsgut verkam. Für ihre komplexe Bestandsaufnahme mit Fokus auf den amerikanischen Kontinent interviewen Siegel und Betz eine ganze Reihe an Saatgut-Aktivisten – darunter viele indigene Bäuerinnen und Bauern, die Physikerin Vandana Shiva, die Umweltjuristin Claire Hope Cummings, die Primatologin Jane Goodall sowie NGOs und Projekte, die sich dem Aufbau und Erhalt von Saatgutbanken widmen.

Die Geschichte des Saatguts ist letztendlich eine Geschichte des globalen Kapitalismus.  Großindustrielle entwickeln da unter dem Deckmantel des Versprechens auf höhere und bessere Erträge hybrides und genmanipuliertes Saatgut, das vor allem ihrer eigenen Profitmaximierung dient. Da es patentiert ist und nicht mehr von den Bauern vermehrt werden darf, müssen sie es jedes Jahr neu kaufen. Die Saatbanken und Saatgutpraktiken der Bauern werden zerstört, die Bauern und in ihrer Folge die Verbraucher zu Geiseln der Konzerne. Es sind Pflanzen, die nicht von ungefähr auf einen hohen Chemieverbrauch gezüchtet sind, so wie es kein Zufall ist, dass die Konzerne, die den Saatgutmarkt beherrschen, Chemie- und Pharmaunternehmen sind.

Der Film erzählt die Geschichte einer Industrie, die einst Kriegschemikalien verkaufte und sich mit der Landwirtschaft einen neuen Absatzmarkt erschlossen hat. Die Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität sind immens. Der Regen der Pestizide geht direkt neben Siedlungen oder gar Schulen nieder. Auffällig sind in diesen Gegenden erhöhte Raten an Missbildungen, Fehlgeburten und Krebserkrankungen. Massiv drängen die Konzerne in die Länder des Südens, die Kleinbauern dort nehmen Kredite auf, verschulden sich. Die genmanipulierte Saat ist nicht an die regionalen Klimabedingungen angepasst und schädlingsanfällig. Allein in Indien haben sich in den letzten zwanzig Jahren 300.000 Bauern das Leben genommen. Oft, indem sie Pestizide trinken. Die Konzerne stecken riesige Summen in politische Kampagnen und Lobbyismus, sie reagieren auf Klagen mit Gegenklagen, besetzen Regierungspositionen und manipulieren wissenschaftliche Daten.

Man könnte nun vor der Summe dieses Grauens direkt das Handtuch werfen, aber diesem Impuls stemmt sich Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen schon allein stilistisch mit einem gewaltigen Potpourri entgegen. Die eher klassischen Interviewaufnahmen werden flankiert von Nachrichten- und Archivmaterial, Privatfotos, Stock-Footage von umherfliegendem, wasserbeperltem Gemüse und allerlei animierten Sequenzen, bei denen kein Stil dem anderen gleicht. Man reibt sich da eine Weile ungläubig die Augen, bis einem aufgeht: Das stilistische Chaos ist kein Versehen, sondern die Vielfalt der visuellen Stile soll die Forderung nach Vielfalt im Saatgut spiegeln. Was ja wiederum auch eine Art Stringenz ist – und die ist so dermaßen frech verspielt, dass man sich ihrem Charme nach anfänglichem Widerstand schmunzelnd ergibt.

Die passionierten Aktivistinnen und Aktivisten in Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen sind ansteckend. Immerhin steht und fällt mit dem Saatgut nicht nur das Angebot auf unseren Tellern, sondern auch das Überleben zukünftiger Generationen. Nur mit vielfältigem Saatgut werden wir uns den Folgen des Klimawandels anpassen können. Mit dem einher geht eine Landwirtschaft, die künftig nachhaltig wirtschaften muss, statt den Klimawandel weiter voranzutreiben. Man muss Jane Goodall hören, wie sie mit leuchtenden Augen vom Reichtum des Saatguts schwärmt. Den Molekularbiologen Ignacio Chapela, der die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen als Tanz beschreibt, der eine Kultur überhaupt erst ermöglicht. Die zwei botanischen Entdecker, die über in Tütchen abgepacktes Saatgut in eine dermaßen große Aufregung geraten, dass man sich ein paar Sekunden lang fragt, ob da nicht doch eher Marihuana drin ist. Oder eben Emigdio Ballon aus dem Tesuque Pueblo in New Mexico, der erzählt, wie sein Großvater ihm kurz vor seinem Tod eine Handvoll Samen gab, mit den schlichten Worten: „Dies ist Leben.“

Titelbild: Clayton Brascoupe mit Ähren vom einheimischen Mais der Pueblo in New Mexico © W-film / Collective Eye Films

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Streitschrift: Landwirtschaft am Scheideweg

Streitschrift: Landwirtschaft am Scheideweg

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Missernte des Sommers 2018 zeigt, dass die industrielle Landwirtschaft dem Klimawandel nicht gewachsen ist. Im Gegenteil: Sie feuert ihn weiter an. Sie zerstört die Bodenfruchtbarkeit, erschöpft die Wasservorräte und beschleunigt den Artenschwund. Die Ernährung zukünftiger Generationen steht auf dem Spiel.

Die Untätigkeit der Politik darf nicht länger hingenommen werden. In dieser Überzeugung fordert ein breites Bündnis der deutschen Zivilgesellschaft eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung. Dazu stellt es heute in Berlin die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ vor.

Im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober 2018 fordert das Bündnis aus Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. , Naturfreunde Deutschland e.V., Slow Food Deutschland e.V., Slow Food Europe und Institut für Welternährung – World Food Institute e.V. eine ökologische Wende: „Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischen Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten.“

Die Mitunterzeichner setzen vor allem auf die Zivilgesellschaft. Sie rufen dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade einer Ernährungswende durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen:

• Die Zivilgesellschaft setzt Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie.

• Sie schafft Vorbilder, indem sie darauf dringt, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.

• Sie verlangt, dass öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für gesellschaftlich geforderte Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden, die vom Markt nicht ausreichend vergütet werden.

• Sie unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.

• Sie fordert, dass chemisch-synthetische Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.

Für die Initiatoren der Streitschrift ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft eine globale Herausforderung. Sie startet als ein europäisches Projekt, das in den Regionen beginnt und von einer wachen Zivilgesellschaft getragen wird.

Die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ steht in verschiedenen Versionen als PDF zum Download zur Verfügung: Kurzversion (DE), Langversion (DE), Short Version (EN), Long Version (EN)

Foto: Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

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Brandheiß: Fleisch- und Milchkonzerne zündeln am Weltklima

Brandheiß: Fleisch- und Milchkonzerne zündeln am Weltklima

Kommentar von Wilfried Bommert

Wie schön hätte die Grillsaison werden können, ohne diese Nachricht aus dem Institute for Agriculture and Trade Policy. Aber nun ist es raus, die Ölkonzerne Exxon, Shell und BP sind nicht mehr die größten Brandstifter am Weltklima, in aller Stille haben drei Fleisch- und Milchkonzerne ihren Spitzenplatz als Klimakiller übernommen. Der größte unter ihnen – JBS – mästet seine Herden in Brasilien, danach kommen die USA mit Tyson Foods, Cargill und Dairy Farmers. Sie sind Wohlstandsgewinner, denn mit dem Wohlstand steigt weltweit auch der Konsum von Fleisch und Milch. Und sie sind dabei, ihre Position weiter auszubauen.

Dass sie gleichzeitig das Weltklima in den Abgrund stürzen, davon war bisher nicht die Rede. Aber jetzt kann keiner mehr sagen, er habe es nicht gewusst. Und nun? Schluss mit den Grillorgien, weg mit den Käseburgern? Vielleicht hilft es, einmal genauer hinzusehen. Denn Fleisch ist nicht Fleisch und Milch nicht Milch, entscheidend ist, wo und wie sie hergestellt werden. Schuld am schlechten Klima ist das industrielle Mast- und Milchrezept. Rinder, die eigentlich Grasfresser sind, werden mit Mais und Soja vollgestopft, damit sie möglichst Viel in möglichst wenig Zeit erzeugen, Treibhausgase inklusive.

Für diese Art der Fütterung werden nach wie vor Urwälder gerodet, Wagonladungen von synthetischem Stickstoff verstreut, es werden Pestizide von Flugzeugflotten versprüht und eine gigantische Armada an Lastwagen und Schiffen in Bewegung gehalten. Es ist diese Methode, die die Gase hinterlässt, die das Weltklima unerträglich machen. Und deshalb muss sie ein Ende finden. Auch wenn die deutsche Agrarministerin davon nichts wissen will, wir wissen es spätestens jetzt. Und nun?

Wir könnten Abschied nehmen von Fleisch und Milch, Vegetarier oder Veganer werden, aber wir müssen es nicht. Die gute Nachricht heißt, es gibt noch Rinder, die auf Wiesen und Weiden grasen, die das wiederkäuen, was ihnen gut bekommt: Gras. Und die daraus auch Fleisch und Milch herstellen, nach den Regeln der Natur und nicht nach denen der Fleisch- und Milchkonzerne. Bäuerliche Betriebe, die unsere Landschaft erhalten, unsere Bienen, unser Wasser und unsere Luft, die ökologisch wirtschaften und die Kosten tragen, die die anderen abwälzen, die leben das Gegenmodell zur globalen Fleisch- und Milchindustrie.

Allerdings, das hat seinen Preis und auch die Menge ist nicht die, die aus den industriellen Fleisch- und Milchfabriken quillt. Wir werden also zurückfinden zum Weniger, zum Sonntagsbraten, zum Sonntagskuchen. Wir werden die Fleisch- und Käseberge hinter uns lassen, weil wir wissen, weniger ist mehr.

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„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

Im Rahmen der Ausstellung „Food Revolution 5.0“ fand im Kunstgewerbemuseum in Berlin unter der Moderation von IWE-Sprecher Wilfried Bommert ein Fishbowl-Talk zum Thema „Essbare Stadt“ statt. Als Expertinnen eingeladen waren dazu Svenja Nette von den Prinzessinnengärten, Kai Gildhorn von Mundraub, Bernhard Watzl vom ernährungswissenschaftlichen Max Rubner-Institut in Karlsruhe, die Landschaftsarchitektin Katrin Bohn, Hendrik Monsees vom Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie sowie Volkmar Keuter vom Fraunhofer-Institut UMSICHT.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Leila Kemmer war bei dem Gespräch dabei und hat dazu einen Artikel im Blog der Staatlichen Museen zu Berlin „Museum and the City“ veröffentlicht. Ihren Beitrag können Sie hier lesen.

Foto: Marco Clausen, Prinzessinnengarten / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

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Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Eine Missernte steht uns bevor, mit jedem Tag ohne Regen schwindet die Zuversicht, vor allem im Osten der Republik. Beginnen so die mageren Zeiten? Oder ist es nur ein Ausrutscher der Natur, das ganz normale Risiko, wie es die Landwirtschaft schon immer tragen musste? Für den Bauernverband ist es letzteres, ein Betriebsunfall, der sich durch Versicherungen und Steuernachlass schultern lässt. Für die Klimawissenschaft ist es ein Teil des neuen Klimas, mit dem wir in Zukunft rechnen müssen. Ein Klima, auf das unsere Landwirtschaft bisher noch nicht einmal in Ansätzen vorbereitet ist. Die Risiken der gängigen Methode werden schlichtweg übersehen.

Dabei liegen sie auf der Hand: Es sind die Hochleistungspflanzen, die für ihre Höchstleistung vor allem eines brauchen: Wasser. Für eine Kilo Getreide 1500 Liter. Es ist die Einfalt auf den Feldern, die keinen Puffer bieten, um Klimarisiken abzufedern. Und es sind die gestressten Böden, die ihre Kraft verloren haben, den natürlichen Niederschlag, den Regen zu speichern.

Die Missernte in Ostdeutschland ist ein Alarmsignal. Das System der intensiven Landwirtschaft hat seine Grenzen erreicht. Es ist Zeit für einen grundlegenden Wandel. Landwirtschaft muss wieder auf sichere Ernten setzen. Resilienz statt Höchstertrag. Auf lebendige, fruchtbare Böden, die Niederschläge wieder speichern können. Auf robuste Vielfalt statt empfindlicher Monokulturen. Sie muss sich wieder auf die Kreisläufe der Natur einstellen, sich einpassen, ohne sie zu zerstören. Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Ein „Weiter wie bisher“ darf es nicht geben. „Business as usual is not an Option“, warnte der Weltagrarrat schon 2008. Die Dürre im Osten der Republik führt uns vor Augen, wie recht er damit hat. Nicht nur bei uns und nicht nur im Sommer 2018. Wenn es uns jetzt nicht gelingt, die Wende einzuleiten, werden wir mageren Zeiten entgegen gehen. Die fetten Jahre sind vorbei.

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