Buchkritik: Blauer Mais und rote Kartoffel

Buchrezension zu Andreas Volz“Blauer Mais und rote Kartoffel – Eine kleine Kulturgeschichte bekannter und weniger bekannter Nahrungspflanzen” von IWE-Vorstand Wilfried Bommert

Was hat die Maya bewegt, den Gott des Mais zu ihrem wichtigsten Gott zu erklären? Warum wurde der Mensch aus Mais geschaffen? Wieso schützt ein Maiskolben einsame Kinder davor, dass jemand ihre Seele stiehlt? Warum konnte sich der Mais über die ganze Welt verbreiten und ist heute eine der wichtigsten Pflanzen für die Ernährung von Mensch und Vieh? Wer die Kultur des Maisanbaus bis in seine Anfänge vor etwa 7000 Jahren verfolgt, kann viele Geschichten entdecken, die einem Körner und Kolben, so wie sie heute kultiviert werden, nicht mehr verraten.

Der Ethnologe Andreas Volz erzählt diese und andere Geschichten über unsere Nutzpflanzen in seinem Buch “Blauer Mais und rote Kartoffel – Eine kleine Kulturgeschichte bekannter und weniger bekannter Nahrungspflanzen“. Er geht der Spur der Kartoffeln nach, verfolgt die Wege von Amaranth und Quinoa. Fragt nach den dem Ursprung von Sesam, Reis und Sojabohnen. Erfreut den Leser und die Leserin mit der Geschichte von Datteln, Bananen, Erdnüssen und Süßkartoffeln.

Auch Exotisches wie  Pfeilwurz und Tigernuss finden im Kompendium, das Andreas Volz unterhaltsam und lehrreich verfasst hat, ihren Platz. Mit einer Fülle von Abbildungen und Karten, mit traditionellen Rezepten – nicht nur kulinarischen, sondern auch solchen, die der Heilung und Gesundheit dienen-, ist ihm auf mehr als 550 Seiten eine vielfältige Kulturgeschichte ausgewählter Nahrungspflanzen gelungen, die ihresgleichen sucht. Eine Empfehlung für alle, die mehr über die Ursprünge unserer Ernährung wissen wollen.

Andreas Volz, Blauer Mais und rote Kartoffel, Natur+Text 2019, ISBN: 978-3-942062-34-3, 49,90 € inkl. MwSt.

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