Einladung: Workshop regenerative Landwirtschaft 12.-13. September

Einladung: Workshop regenerative Landwirtschaft 12.-13. September

Einladung zum Workshop des Instituts für Welternährung e.V. (IWE)
am 12.-13. September in Hannover

Liebe Freund*innen des IWE, liebe Interessierte,

wir laden sehr herzlich zu Vorabendtreffen (12.09.) und Workshop des IWE 
am 13. September 2025 in Hannover, VHS der Stadt Hannover, Burgstraße 14 (Innenstadt) ein. Das haben wir geplant:

12. September 2025, 19 Uhr Vorabendtreffen*
Gemeinsames Essen mit bereits eingetroffenen Mitgliedern und interessierten Teilnehmer*innen (Nähe der VHS wird nach Anmeldung bekanntgegeben)

13. September 2025, 9.30 Uhr, VHS, Burgstraße 14 (Innenstadt)
Ab 9.30 Uhr beginnt der öffentliche Workshop mit zwei Schwerpunkten:
„Regenerative Landwirtschaft aus bäuerlicher Sicht – Best Practice.
Was wir warum wollen – Unsere Prinzipien für die Praxis“
Input: Simon Krämer, Executive Director EARA (European Alliance for Regenerative Agriculture)
Einführung und Moderation: Frederik Schulze-Hamann
„Was folgt daraus für die Arbeit des IWE?“

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause
Anna Leine – Kräftiger Eintopf und Wasser / Saft

13.30 – 14.30 Uhr Mitgliederversammlung

Transfer (Großraum Taxis)
14.30 – ca. 17.30 Uhr Praxis-Besuch. Permakultur Kirchhorst 

Wir bitten um Anmeldung möglichst zeitnah und bis spätestens zum 15. August 2025 um gut planen zu können. Das Anmeldeformular finden Sie unten stehend zum Download.


Mit herzlichen Grüßen

Der Vorstand

*Übernachtung: es gibt zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadtmitte, so das gar nicht so teure Central-Hotel Kaiserhof, Ernst-August-Platz 4, 30159 Hannover, gegenüber dem Bahnhof.
5 U-Bahn Stationen entfernt vom Hauptbahnhof liegt die sehr empfehlenswerte Pelikan Residenz, Pelikanstr. 11, 30177 Hannover. 

Foto: Jens Brehl CC BY-NC-Sa 4.0

IWEEinladung: Workshop regenerative Landwirtschaft 12.-13. September
Freiheit von Glyphosat

Freiheit von Glyphosat

Kommentar von IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert

10 Jahre Freiheit für Glyphosat. Es darf weiter auf die Äcker Europas gespritzt werden. Ein großer Tag für die Agrarindustrie. Sie hat bewiesen, dass ihre Netzwerke immer noch bestens funken, bis in die höchsten Kreise europäischer Politik. Für alle, die glaubten, dass jetzt mit dieser Allroundkeule der Chemie Schluss sein sollte, ist dies ein schwarzer Tag. Nicht nur, weil sie im Verdacht steht Krebs auszulösen, sondern weil Glyphosat keines unserer existenziellen Probleme löst, im Gegenteil!

Der Stoff heizt, als zentrale Stütze der industriellen Landwirtschaft, das Treibhaus Erde weiter auf. Glyphosat fördert den Einsatz von synthetischem Stickstoff und damit den Ausstoß von Klimagasen inklusive dem höchst aggressiven Lachgas. Es verbilligt das Mastfutter, begünstigt die Fleischfabriken und damit die Hauptquelle der Klimagase aus der Landwirtschaft. Glyphosat als Allroundkiller lässt nichts übrig von der Artenvielfalt auf den Äckern.

Im Gegenteil, es macht Monokulturen erst profitabel und forciert das Ende immer weiterer Arten. Es fördert den intensiven Ackerbau auch dort, wo der Regen mangelt, und sorgt so dafür, dass die Grundwasser- und damit die Trinkwasservorräte der Welt weiter schrumpfen. Die Monokulturen vernichten die Bodenfruchtbarkeit weltweit. Und der Hunger der Welt, er ist durch seinen Einsatz nicht verschwunden, im Gegenteil. Er spitzt sich zu durch die ökologischen Folgen, die Glyphosat für Weltklima, Artenvielfalt, Boden- und Wasservorräte hat.

Warum soll es also weitere 10 Jahre in Europa sein Unwesen treiben können? Wenn die politischen Schaltstellen in Brüssel und Berlin von der Industrie gekapert sind, bleibt immer noch der Markt. Will es der Markt? Wollen es die Kunden? Wohl kaum, die Mehrheit der Verbraucher jedenfalls lehnt Glyphosat ab. Wenn offizielle Schweizer Studien feststellen, dass ungefähr 40 Prozent der Lebensmittel tiefe, aber messbare Spuren von Glyphosat enthalten, warum sollte es bei uns anders sein?

Warum ignorieren die Aldis, die Lidls und Pennys, die EDEKAs und REWEs die Abneigung der Kundschaft? Weil bisher noch keiner dort die Frage ans Management gestellt hat, warum das Sortiment nicht längst frei von Glyphosat ist? Und warum geht der Bundeslandwirtschaftsminister, der in Brüssel nichts ausrichten konnte, nicht voran und sagt seiner Hauskantine, dass sie ihren Einkauf gefälligst auf Glyphosat freie Rohstoffe umzustellen habe? Das hätte mit Sicherheit Wirkung auf den Markt und auf den Gebrauch des Stoffes, den keiner auf dem Teller haben möchte. Was in Brüssel und Berlin am Widerstand der Lobbyisten scheiterte, das Ende von Glyphosat, könnte der Markt zu Stande bringen. Freiheit von Glyphosat! Ich wette, dafür braucht er nicht einmal 10 Jahre.

IWEFreiheit von Glyphosat
Wir trauern um Marie-Luise Dörffel

Wir trauern um Marie-Luise Dörffel

Marie-Luise Dörffel starb nach schwerer Krankheit im September 2023. Sie hat den Vorstand des Instituts für Welternährung mit ihren Ideen bereichert, mit ihrer Heiterkeit ermuntert und mit ihrer Unverzagtheit ermutigt auf dem Weg der Ernährungswende voranzugehen.

Ihr war wichtig, so schrieb sie selbst 2021 bei ihrem Antritt als Vorständin im IWE, dass unsere Ernährung gesünder wird – für den Menschen und die Umwelt, dass regionale Strukturen wieder entstehen können oder erhalten bleiben, dass Nähe, Gemeinsamkeit und gegenseitige Verantwortung kleine Betriebe stärken. Dass mehr (soziale) Gerechtigkeit, der Schutz der Lebewesen und des Klimas die Agrarwende bestimmen.

Marie Luises war es ein Anliegen, hierfür eine leichte Sprache zu finden. Denn „nur wenn viele Menschen verstehen, dass es um unser aller Zukunft geht, können wir viel bewegen.“ Das war für sie Passion und bleibt für uns Verpflichtung, auch über den Tod hinaus. Wir trauern um eine engagierte Mitstreiterin und liebe Kollegin. Wir trauern um Marie-Luise Dörffel.

Der Vorstand des Instituts für Welternährung

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Buchtipp: Vandana Shiva – Terra Viva. Mein Leben für eine lebendige Erde

Buchtipp: Vandana Shiva – Terra Viva. Mein Leben für eine lebendige Erde

Aufgewachsen in den Bergwäldern des Himalayas im nördlichen Indien, hatte Vandana Shiva von Kindesbeinen an eine intensive Beziehung zur Natur und erlebte schon früh die Bedrohung ihrer Wälder durch Raubbau. Sie entschied sich für ein Studium der Quantenphysik und promovierte in Kanada.

In diesem Buch beschreibt sie ihren Weg von der akademischen Quantenphysik zu ihren eigentlichen Professorinnen, den Frauen der Chipko-Bewegung zur Bewahrung ihrer Wälder, die sie die Ökologie lehrten und in den Kampf gegen die Übermacht des großen Geldes führten.

Bereits 1981 wurde sie als Sachverständige vom Umweltministerium gehört. 1984 bei einer großen Dürre wurde ihr klar, dass die Gewalt der Grünen Revolution die Natur und die mit ihr im Einklang arbeitenden Bauern zerstörte. Ihr Widerstand erschöpfte sich nicht im Protest gegen etwas, sondern führte zu Gründung einer Samenbank, die zum Beispiel 3000 Reissorten rettet. Nicht nur wurde das Saatgut kostenlos abgegeben, ihre »Earth University« bildete auch mehr als 100.000 Bauern im biologischen Landbau aus.

1993 erhielt die Feministin, die die Rolle der Frauen für den Erhalt der Natur und ihrer Vielfalt immer betont, den »Right Livelihood Award« (gemeinhin Alternativer Nobelpreis genannt), und sie war weltweit unterwegs, um für ihre Anliegen zu werben: so bei der UNO und der FAO, im Schumacher College, auf Protestmärschen gegen Gentechnik. Sie ist Autorin von mehr als 25 Büchern und bis heute eine gefragte Vortragsrednerin und Interviewpartnerin – und für viele Leitfigur und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Ihr gesamtes Lebenswerk ist von einer tiefen Liebe zum Leben und zur Freiheit durchdrungen. Es ist diese Liebe, die sie anspornt, all das zu verteidigen, was von Unfreiheit bedroht ist – Wälder, Flüsse, Saatgut, Boden, Biodiversität und auch die Menschen, die davon leben. Zusammen mit der quantenphysikalischen Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden, alles eins ist, weiß sie Herz und Intellekt zu einer unschlagbaren Waffe im Kampf für das Leben zu vereinen.

Vandana Shiva in einem Interview, April 2021: »Alles, woran ich arbeite, entspringt meinem Innersten, meiner Liebe zum Leben und meiner Liebe zur Freiheit, was auch immer es sein mag: ob es der Schutz der Wälder oder des Saatguts ist oder das Zusammensein mit meinen Schwestern, den Bäuerinnen, deren Land und Boden es zu verteidigen gilt. Es geht darum, das Leben im Geist der Liebe zu verteidigen und die Freiheit im Geist des Widerstands gegen die Unfreiheit.«

„Vandana Shiva: Terra Viva – Mein Leben für eine lebendige Erde“ mit einem Vorwort von Renate Künast, Verlag Neue Erde.

Das könnte Sie auch interessieren: Der Dokumentarfilm „Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde“, aktuell zu sehen in der phoenix Mediathek.

IWEBuchtipp: Vandana Shiva – Terra Viva. Mein Leben für eine lebendige Erde
Filmtipp: Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde

Filmtipp: Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde

Wie wurde Vandana Shiva, die eigensinnige Tochter eines Waldschützers aus dem Himalaya eine ernstzunehmende Rivalin von Agrarkonzernen wie Monsanto? Der Dokumentarfilm „Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde“ von James und Camilla Becket erzählt die bemerkenswerte Lebensgeschichte der Öko-Aktivistin Dr. Vandana Shiva, wie sie sich den Großkonzernen der industriellen Landwirtschaft entgegenstellte und in der Bewegung für Biodiversität und ökologischer Landwirtschaft zur Ikone wurde. Sie inspirierte so weltweit zu einer Agrar- und Ernährungswende und wurde zu einer der wichtigsten Aktivistinnen unserer Zeit, wofür sie unter anderem den alternativen Nobelpreis erhielt.

„Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde“ konzentriert sich auf bahnbrechende Ereignisse, die ihr Denken formten, bevor sie den Kampf gegen ein mächtiges Agrarbusiness aufnahm. Seitdem inspiriert sie Menschen auf der ganzen Welt dazu, für eine gerechte Agrar- und Ernährungswende einzutreten und für das Überleben auf der Erde zu kämpfen.

Der Dokumentarfilm „Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde“ ist aktuell in der phoenix Mediathek zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren: Das Buch „Vandana Shiva: Terra Viva. Mein Leben für eine lebendige Erde“.

IWEFilmtipp: Vandana Shiva – Ein Leben für die Erde
Vegan ist machbar: Potential einer umwelt- und klimafreundlichen Ernährung am Beispiel von Hochschulkantinen

Vegan ist machbar: Potential einer umwelt- und klimafreundlichen Ernährung am Beispiel von Hochschulkantinen

Zusammenfassung der Studienergebnisse

Unter dem Dachverband Deutsches Studierendenwerk (DSW) betreiben 57 Studierendenwerke ca. 400 Mensen an deutschen Hochschulen, was sie zu Deutschlands größten Gemeinschaftsverpflegern macht. Die Mehrheit der 2,9 Millionen Studierenden besuchen „ihre“ Mensa im Durchschnitt drei Mal pro Woche, insbesondere zum Mittagessen. Die Menüplanung kann sich auch auf das private Einkaufs- und Essverhalten auswirken. Mensen haben damit eine Vorreiterrolle für den Wandel des Ernährungssystems.  

Für ein ausschließlich fleischfreies Konzept haben sich bisher jedoch nur ein Zehntel der Studierendenwerke entschieden. Dies, obwohl mehr als ein Drittel (35,1%) der Studierenden Interesse an vegetarischer oder veganer Ernährung bekunden. Woran liegt dieser zögerliche Umbau der Kantinenlandschaft in Richtung pflanzlicher Ernährung? Und was könnte ihn befördern?

Mit diesen Fragen setzt sich die Masterarbeit von Luise Seiffert auseinander, die sie unter dem Titel: „Potential einer umwelt- und klimafreundlichen Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung als Maßnahme der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie am Beispiel von Hochschulkantinen“ veröffentlichte und im Masterstudiengang der Hochschule Bochum „Angewandte Nachhaltigkeit“ sowie auf Anregung des Instituts für Welternährung 2023 fertigstellte. Die Arbeit stützt sich auf die Erkenntnisse des Fachpersonals derjenigen Studierendenwerke mit mindestens einer rein veganen oder vegan-vegetarischen Mensa.

Eine Vorreiterrolle in der deutschen Mensenlandschaft nimmt das Studierendenwerk Berlin ein. Es betreibt drei der bisher neun fleischlosen Mensen in Deutschland. Warum die Berliner sich dazu entschlossen haben, zumindest ein Teil ihrer Mensen auf pflanzliche Kost umzustellen, lag nicht an politischen Beschlüssen des Senats oder der Berliner Hochschulverwaltung, sondern den Studienergebnissen zu Folge am Bedarf der Studierenden: „Unsere Klientel hat es sich gewünscht“. Die Berliner nehmen, ebenso wie die anderen Studierendenwerke mit einer fleischfreien Mensa, eine Vorreiterstellung in der deutschen Mensenlandschaft ein, in der eine klimafreundliche und damit pflanzenbetonte Kost bisher noch die Ausnahme ist.

Auch wenn längst anerkannt ist, dass unser Essen das Klima entscheidend prägt und damit über Hitzewellen, Stürme, Überflutungen und die Zukunft kommender Generationen entscheidet, und die industrielle Fleischproduktion als Hauptverantwortlicher für Klimagase im Ernährungssektor längst dingfest gemacht wurde, sind die Reaktionen darauf eher bescheiden. Mensen und andere Orte der Gemeinschaftsverpflegung könnten auf dem Weg zu einer klimaverträglichen Ernährung den Takt angeben und ihr Fleischangebot deutlich reduzieren. Die Hochschulen mit ihrem kritischen und umweltbewussten Klientel könnten dabei vorangehen und die Studierendenwerke sich an die Spitze der Bewegung stellen. Doch in der Praxis scheitert diese Option größtenteils an der Fleischtradition der Großküchen. Nicht nur beim Fachpersonal an den Töpfen und Pfannen, sondern auch bei den Studierenden.

Dass es dennoch zu drei fleischlosen Mensen in Berlin kam, lag laut den Erkenntnissen an den günstigen Bedingungen und dem spezifischen Potential bei den Studierenden, wie die Beobachtung des Küchenpersonals zeigt: „Das hat einiges damit zu tun, was an der Uni gelehrt wird“. Aber auch am Geschlecht der Studierenden: „Ich hätte es nicht zugeben wollen, aber […] ich glaube, […] Frauen [sind] dann doch eher geneigt, sich doch häufiger vegetarisch zu ernähren“. Zum anderen lag es aber auch an der der Motivation der Mensateams, die sich zur Umstellung bereitgefunden hatten: „Es braucht halt Leute, die es wollen“. Die Lust auf Neues, auf die Welt der veganen Küche, entscheidet beim Küchenpersonal über den Erfolg der Umstellung. Und was ebenfalls zählt, ist Engagement und Pioniergeist, den Mehraufwand der veganen Kost auf sich zu nehmen: „es ist halt einfach schwierig […] vegane Produkte in einer guten Qualität, in einer großen Menge herzustellen“. „[…] das haben wir […] gemerkt, der Speiseplan […] ist aufwändiger und das Kochen, die Produktion ist aufwändiger als in anderen Mensen“.

Hinzu kommt, dass die vegane Küche nicht von vornherein mit Zustimmung rechnen kann, auch nicht in Berlin, wie eine frühere Umfrage unter der Kundschaft zeigte: „Da gab es damals Gegenwind“. Das vermeintliche Grundrecht auf Fleisch wollte man sich nicht nehmen lassen. Auch innerhalb des Studierendenwerkes nicht: „Wir haben eben halt einen Versorgungsauftrag für alle Studierenden“. Und dieser Auftrag, so die vorherrschende Meinung in den Vorstandsetagen, schließe die Rücksicht auf die Traditionen des fleischliebenden Publikums mit ein. Alles andere hätte als Bevormundung wahrgenommen werden können, was dem Selbstverständnis der Studierendenwerke widersprochen hätte. Eine Grundüberzeugung, die wenig Spielraum lässt, wenn es um die Gründung neuer rein veganer Mensa geht. Doch in Städten wie Berlin wog dieser Vorbehalt nicht so schwer, denn es gab genügend Mensen mit fleischhaltigen Alternativen: „Wir sind hier in der bequemen Lage, dass wir sagen können, wenn du Fleisch essen willst, dann geh nach gegenüber“, was den Wandel zur fleischfreien Mensa begünstigt.

Dennoch, auch dort, wo heute noch Currywurst und Schnitzel zu den kulinarischen Highlights des Speiseplans gehören, wird sich in Zukunft etwas ändern müssen, so die Einschätzung des Fachpersonals: „Man muss […] nicht jeden Tag ein Kilo Fleisch essen“. Die Expertinnen und Experten halten Fleisch einmal die Woche oder Fleisch nur als Toppping des Gemüse- oder Salattellers, für eine gangbare Alternative als Zwischenschritt auf dem Weg zum klimaverträglichen Menü.

Was die vegane Mensa nach vorne bringt? Der Preis jedenfalls wird es nicht sein, so zeigt die Küchenpraxis: „Es sei ein Trugschluss zu meinen, vegan ist billiges Essen“. „Gute vegane Produkte kosten mindestens genauso viel in der Beschaffung wie gleichwertige artgerechte Fleischprodukte“. Was den Durchbruch brachte, war zielgerichtete Überzeugungsarbeit. Die Berliner haben mit den Studierenden und deren Vertretung die vegane Welle gepuscht und damit ihre Kundschaft für das rein vegane Mensenkonzept gewonnen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Richtungsentscheidung richtig war. Denn letztlich komme es auf die Glaubwürdigkeit an: „Also, wenn dann sollte man das auch wirklich konsequent machen. […] man kann sich drauf verlassen, das, was dasteht, ist vegan, da kannst du zugreifen. Diese Verlässlichkeit zieht“. Eine vegane Mensa, die an Ausnahmetagen Fleisch anbietet, könnte diese Zugkraft nicht entfalten, eher das Gegenteil.

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Offener Brief an die Kirchenpräsidentin zum Erntedankfest

Offener Brief an die Kirchenpräsidentin zum Erntedankfest

Erntedank ist der Tag, an dem Christinnen und Christen in unseren Breiten für die gute Ernte danken, die von den Feldern eingefahren werden konnte. Doch das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Der Klimawandel, das Artensterben stellen dies mehr und mehr in Frage. Um diese wachsenden Risiken abfedern zu können, müsste Landwirtschaft auf den Äckern und Feldern wieder vielfältig und vielseitig werden. Doch das Bild der Vielfalt scheint leider noch nicht im Bewusstsein der Kirchenoberen angekommen zu sein. Zeit zur Besinnung, fordert Peter Wogenstein, Vorstand des IWE, in seinem offenen Brief an die Präsidentin.

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Offener Brief an EU-Präsidentin: 160 Organisationen fordern nachhaltige Ernährungspolitik

Offener Brief an EU-Präsidentin: 160 Organisationen fordern nachhaltige Ernährungspolitik

Über 160 Organisationen wenden sich heute in einem offenen Brief an die EU Präsidentin, Ursula von der Leyen, mit der dringenden Bitte: „Lassen Sie sich nicht vom Weg einer grünen nachhaltigen Politik abbringen.“ So fordert das Institut für Welternährung Frau von der Leyen auf: „Bleiben Sie bei Ihren Forderungen eines Green Deal. Halten Sie fest an dem sicherlich ambitionierten Vorschlag für einen EU weiten, gesetzlichen Rahmen für ein nachhaltiges Ernährungssystem in Europa (Framework for Sustainable Food Systems (FSFS)).“

Der Widerstand ist groß seitens der Agrarlobby. Die anstehenden Wahlen in Europa verstärken diesen Widerstand. Wird das Vorhaben, das „Flaggschiff“ der Farm to Fork Strategie, nicht auf den Weg gebracht, werden auch die Klima-, Umwelt- und Gesundheitsziele der EU verfehlt. „Vorausschauendes Handeln für eine nachhaltige und gesündere Ernährung im Rahmen der planetaren Grenzen ist dringend notwendig. So wie bisher und weiter so können wir nicht verantworten“, macht Peter Wogenstein, Vorstandmitglied des Institut für Welternährung e.V., deutlich.

Den offenen Brief an Ursula von der Leyen können Sie hier lesen.

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IWE fordert gemeinsam mit 60 Organisationen FDP-Parteichef Lindner auf, Weg für Kinderschutz-Gesetz frei zu machen

IWE fordert gemeinsam mit 60 Organisationen FDP-Parteichef Lindner auf, Weg für Kinderschutz-Gesetz frei zu machen

60 Organisationen appellieren an FDP-Parteichef Christian Lindner, die von Bundesernährungsminister Cem Özdemir geplanten Werbeschranken für Lebensmittel mit einem hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalt zu unterstützen. Mit „großer Sorge“ blicke man auf die ablehnenden Äußerungen aus der FDP. In einem offenen Brief an die Parteispitze fordern medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften, Kinderrechtsorganisationen, Eltern- und Pädagogikverbände, Verbraucherschutz- und Ernährungsorganisationen sowie Ärzteverbände und Krankenkassen umfassende Werbeschranken für unausgewogene Lebensmittel.

„Deren Konsum“, so der Sprecher des Instituts für Welternährung Dr. Wilfried Bommert, „fördert nicht nur massives Übergewicht bei Kindern und untergräbt ihre Gesundheit. Wachsende Krankheitskosten drohen eine Milliarden Last für unser Gesundheitssystem zu werden. Frühzeitige Arbeitsunfähigkeit werde die Leistungskraft der gesamten Volkswirtschaft auf Dauer einschränken. Eine solche Entwicklung beschneidet die Freiheitsgrade künftiger Generationen und sollte von keiner Gesellschaft toleriert werden.“ Deutschland müsse auf dem Weg einer gesunden Ernährung vorausgehen. Dies besonders mit Blick auf die Länder des globalen Südens, wo die Junkfoodindustrie ihre Wachstumsmärkte gerade erst ausbaut, betont der Sprecher des Instituts für Welternährung anlässlich der Übergabe es offen Briefes an die FDP-Spitze.

Hier können Sie den offenen Brief an die FDP-Parteispitze „Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung unterstützen“ als PDF herunterladen.

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