Briefaktion zur nachhaltigen Ernährungspolitik – Rückmeldungen erbeten!

Briefaktion zur nachhaltigen Ernährungspolitik – Rückmeldungen erbeten!

Anfang des Jahres hat das IWE gemeinsam mit Slow Food Deutschland die Fraktionen des Deutschen Bundestages, der Landtage und die Parteien aufgefordert, die Wahlen 2021 für einen Kurswechsel in der Ernährungspolitik zu nutzen.

Unsere Forderung: Künftig soll die Ernährungspolitik in einem Ressort angesiedelt werden, das unabhängig von den Interessen der Agrar- und Ernährungsindustrie handelt und sich ausschließlich der Gesundheit der Bevölkerung und einer zukunftsfähigen Ernährungspolitik verpflichtet weiß.

Dazu hat das IWE Mitglieder und Freund*innen gebeten, dieses Anliegen in einem persönlichen Brief an Bundestagsabgeordnete des eigenen Wahlkreises zur Sprache zu bringen. Herzlichen Dank an alle, die die Vorlage des Briefes genutzt oder sich mit einem eigenen Brief beteiligt haben.

Nun schließt sich die Bitte an, dem IWE die Antworten der Abgeordneten auf den Brief zur Auswertung zukommen zu lassen. Auch wer keine Antwort bekommen hat, kann das gerne mitteilen.

Kontakt: info@institut-fuer-welternaehrung.com
oder karin.vorlaender@institut-fuer-welternaehrung.org

Wir möchten die Reaktionen gerne auswerten und daraus Schlüsse für das weitere Vorgehen in dieser wichtigen Frage ziehen.

Natürlich ist es auch jetzt noch möglich, einen Brief zu schreiben und im Freundes- und Bekanntenkreis für die Aktion zu werben. Eine Vorlage dafür finden Sie hier zum Download. 

Foto: René Rauschenberger, Pixabay License

IWEBriefaktion zur nachhaltigen Ernährungspolitik – Rückmeldungen erbeten!
Save the Date: IWE-Sommerakademie am 14. August 2021

Save the Date: IWE-Sommerakademie am 14. August 2021

Save the Date IWE-Sommerakademie 2021

„Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft“, 14. August 2021 von 11:00 – 16:00 Uhr per Zoom

Wir leben in unsicheren Zeiten. Corona hat uns gezeigt, wie verletzlich wir und unsere Lebensumstände sind. Corona hat uns aber auch davon abgelenkt, dass sich im Hintergrund eine weit gefährlichere Welle aufbaut. Klimaextreme, Artensterben, Schwund fruchtbarer Böden und Wasserreserven führen in eine explosive Gemengelage, die nichts Gutes für die Welternährung verheißt.

Die Landwirtschaft der Zukunft muss diese Herausforderungen nicht nur gewachsen sein, sie muss heilen und regenerieren, was zerstört und geschädigt ist. Vom Klima über die Artenvielfalt bis zur Bodenfurchtbarkeit. Es geht um aufbauende agrarökologische Konzepte. Sie werden zum Goldstandard einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung.
Und sie existieren bereits und wirtschaften mit Erfolg.

Ihre Praxis werden sie vorstellen auf unserer IWE Sommerakademie 2021 zum Thema „Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft“ am 14. August 2021 11:00 – 16:00 Uhr als Zoom Konferenz.

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Buchkritik: „Einfach Essen“ von Thomas A. Vilgis

Buchkritik: „Einfach Essen“ von Thomas A. Vilgis

„Einfach Essen – Gegen den Ernährungswahn in unseren Köpfen“
von Thomas A. Vilgis

Eine Buchkritik von Wilfried Bommert

Thomas Vilgis ist Professor der Physik. Seine Spezialität ist die weiche Materie, sein Arbeitsplatz das Max-Plank-Institut in Mainz. Und er liebt es zu essen, einfaches Essen. Darum geht es ihm in seinem Buch „Einfach Essen – Gegen den Ernährungswahn in unseren Köpfen“ über 261 genussvolle Seiten.

Wer hier ein abgeklärtes Sachbuch erwartet, wird enttäuscht. Wer ein akademisches Kochbuch lesen möchte auch. Aus Thomas Vilgis spricht ein Genussforscher, der das einfache Essen schätzt und verabscheut, was in den Kochshows und -zeitschriften als Trend gefeiert und als Unheil verteufelt wird. Und er weiß süffisant zu beschreiben, was er vor seinem Publikum seziert und zelebriert.
 
Thomas Vilgis beginnt dort, wo unser Sinn für Essen entstand, auf dem Weg zur Menschwerdung. Wo er vor der Steinzeit schon eine „Happy Hour“ ausmacht. Wir erfahren, wie das Feuer die Esskultur verwandelte, wie Sesshaftigkeit und Fermentieren den Speiseplan erweitert haben und damit die Grundlage für das legten, was die eigentlichen „Mittel zum Leben“ sind.

Dann aber beginnt so etwas wie eine Abrechnung mit dem, was wir mit Gesundheits- und Selbstoptimierungswahn aus unserer Esskultur gemacht haben. Ein Denkgebäude, in dem Aberglauben und Einfalt regieren, in dem immer neue Ernährungsmythen durch die Gazetten getrieben werden. Rotes Fleisch, Acrylamid, Glyphosat, Nitrosamine. Für Vilgis ein Kessel voller „fettgesättigter Ängste“. Er nimmt sich die neuen Trends von Superfood über „Frei vom Tier“ bis „Frei von vegan“ vor, geißelt das Essen auf Mausklick, und kritisiert die neue Küche als “Brutal, regional“. Und landet dort, wo man bei einer solchen Höllenfahrt landen muss, beim Ausruf: So kann es nicht weitergehen!
 
Aber es muss ja weiter gehen. Und für diesen Fall bietet er eine Küche an, deren Zutaten einfach daher kommen, aber schwierig zu beschaffen sind: Gelassenheit, Fantasie und Kreativität. Dieses Kapitel wie auch die anderen spickt Vilgis mit Rezepten über „Lauchwurzel im Bierteig“, „Röstspaghetti mit Nussbutter, Knoblauch und Haselnüssen“ und mit dem Hinweis, dass auch ein wenig oral aufgenommener Dreck nicht schaden könne.
 
Der Autor macht aus seiner Seele keine Mördergrube. Er zieht hinlänglich von Leder gegenüber wissenschaftlichen Studien, wie sie im Bereich Ernährung an der Tagesordnung sind, aber nach seinen Recherchen nicht einmal primitivsten Maßstäben wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit entsprechen. Dabei stürzt er vieles von seinen tönernen Beinen und lässt an allzu einfachen Glaubenssätzen der Ernährungswissenschaft kein gutes Haar.  
 
Doch er endet nicht im Zorn, sondern entlässt den Leser versöhnlich mit 10 Ratschlägen für ein besseres Essen. Die beginnen mit: Koche selbst, misstraue der Werbung, lass die Finger von Superfood, esse, was der Bauer um die Ecke anbaut, nutze die Saison. Und wem das zu frugal erscheint, der findet am Ende dann doch noch eine Empfehlung, die den Autor endgültig als Genussmenschen entlarvt: Koche und iss mindestens ein Menü am Tag, das die Komponenten roh, gekocht und fermentiert enthält. Beginne mit einem kleinen Aperitif, dazu ein paar Nüssen und/oder Oliven. Schließe es mit ein wenig Käse nach dem Hauptgang und frischem Obst als Dessert und einem finalen Stückchen Schokolade.

Thomas Vilgis ist ein unterhaltsames und sehr engagiertes Buch zur Esskultur im 21. Jahrhundert gelungen. Es spart nicht mit Witz und Ironie, es ist ein Genuss. Und wie der Titel schon andeutet: Einfach zu Lesen.

„Einfach Essen  – Gegen den Ernährungswahn in unsern Köpfen“ von Thomas A. Vilgis; S. Hirzel Verlag 2020

IWEBuchkritik: „Einfach Essen“ von Thomas A. Vilgis
Save the Date: IV. World Organic Forum

Save the Date: IV. World Organic Forum

Das IV. World Organic Forum 2021, das die Stiftung Haus der Bauern – Akademie Schloss Kirchberg veranstaltet, wird vom 16.-18. März die Kräfte zusammenführen, die weltweit die Ökologisierung unserer Ernährung voranbringen. Die Bewegung geht von unten aus, sie beginnt in den Regionen weltweit, getragen von der Zivilbevölkerung, von Ernährungsräten und Landwirt*innen, die der Ökologie auf ihren Feldern Vorrang einräumen.

Ob sie als Biobäuerinnen und Biobauern, regenerative Landwirt*innen oder Permakulturen auftreten, alle setzen das um, was in der UN-Agenda 2030 von der Staatengemeinschaft beschlossen wurde. Das World Organic Forum lädt dazu ein, Leuchtturmprojekte kennenzulernen sowie Kriterien für Regionen nachhaltiger Entwicklung,  „SDG-Musterregionen“, zu erarbeiten.

Das World Organic Forum 2021 bringt Menschen zusammen, die die Zukunft unserer Ernährung gestalten, und verfolgt die Gründung eines internationalen Netzwerks von SDG-Regionen.

Eröffnet wird das Forum vom Ehrenpräsident des Club of Rome, Prof. Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Dr. Hans Herren, Mitherausgeber des Weltagrarberichts und Präsident der Biovision Stiftung, Zürich, wird ebenso wie Prof. José Graziano da Silva, ehemaliger Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) seine Sicht der Dinge einbringen. 

Wir als IWE haben uns mit unserer Streitschrift: „Landwirtschaft am Scheideweg“ im Sinne derForums festgelegt: Nur eine ökologische Landwirtschaft kann 10 Milliarden Menschen ernähren. Wir unterstützen die Tagung mit unserer Arbeit und haben die Chance vom 16. März – 18. März 2021 per Internet live das World Organic Forum mit zu gestalten. Dazu möchten wir euch herzlich einladen!

Mehr Informationen zum Programm und zur Anmeldung findet ihr hier.

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Aussichten der Bioreaktorernährung: Ein Überblick

Aussichten der Bioreaktorernährung: Ein Überblick

„Aussichten der Bioreaktornahrung – Ein Überblick von Manfred Linz“

Die industrielle Landwirtschaft gerät immer stärker unter Druck. Zunehmende ökologische Schäden, das Leiden der Nutztiere und die negative Klimabilanz sprechen immer stärker gegen den industriellen Weg. Nicht wenige Vordenker sagen deshalb biotechnologischen Verfahren, Bioreaktoren und Mikroorganismen eine große Zukunft voraus, insbesondere bei Milch und Fleisch, weil sie ohne ökologische Verwüstung und zu weit günstigeren Preisen die Welt ernähren könnten. Auf viele Flächen, die heute noch intensiv bearbeitet werden, könnten die Biotechnologien verzichten und damit die Klimagasbelastung der Lebensmittelproduktion erheblich verringern.

Doch wie tragfähig sind diese Botschaften?

IWE-Vorstand Manfred Linz hat in einer Literaturrecherche die Prognosen auf den Prüfstand gestellt und kommt zu einem ernüchternden Schluss. Bisher habe mit einer winzigen Ausnahme kein Produkt das Probestadium überwunden; alle Versprechen baldiger Marktfähigkeit blieben damit offen. Auch die große Verheißung, mit Bioreaktornahrung eine wachsende Weltbevölkerung gesund und preiswert zu ernähren, habe in den heute erkennbaren Realitäten keinen Anhalt. Das Narrativ, Bioreaktoren und Mikroorganismen könnten zu einer wesentlichen Stütze der Welternährung werden, diene gegenwärtig vor allem dem Zweck, Investoren von Risikokapital anzuziehen.

Die Ergebnisse der Studie können Sie unten stehend als PDF downloaden.

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Gratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel

Gratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel

Liebe Mitglieder und Freund*innen des IWE,

„Die Vielzahl und Qualität der praktischen Beispiele, Portraits und Artikel, die beim Wettbewerb eingereicht worden sind, zeigt, was sich alles bereits in Sachen Ernährungswandel im Lande tut“, so Vorstandssprecher Wilfried Bommert bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Instituts für Welternährung Mitte Januar.

Sehr erfreulich sei auch, dass etliche Preisträger über ihre IWE Mitgliedschaft oder inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Institut verbunden sind. So gratulierte die Mitgliederversammlung dem langjährigen IWE Mitglied Dr. Karl von Koerber zur Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Glückwünsche gab es auch für das ausgezeichnete Projekt “Landwirtschaft & Biodiversität – Bilder für die Zukunft” von der Neuen Schule für Fotografie Berlin, das von IWE Mitglied Ines Meier angestoßen und begleitet worden ist. Der Preis hat bei den beteiligten Studierenden die Sensibilisierung für die Produktion unserer Nahrungsmittel und ihrer Folgen für die Umwelt auf jeden Fall erhöht und motiviert dazu, am Thema weiterzuarbeiten“, so Ines Meier.

Mit dem ebenfalls ausgezeichneten Projekt “Bürgerbündnis erkämpft öko-soziale Landvergabe” von Björn Pasemann ist das IWE seit längerem inhaltlich verbunden. Sowohl das Bürgerbündnis als auch das IWE setzen sich dafür ein, dass öffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand kommt und das verstärkt soziale und ökologische Kriterien für die Vergabe von Pachtland entwickelt werden. (Siehe dazu unser Interview mit Björn Pasemann)

Das IWE will, wie schon beim aktuellen Wettbewerb, auch künftige Wettbewerbe der Plattform Ernährungswandel unterstützen und setzt weiterhin auf Zusammenarbeit und Vernetzung in Fragen der Welternährung, einer ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft und der dringend nötigen Ernährungswende.

IWEGratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel
Nachhaltige Ernährungspolitik auf die politische Agenda setzen!

Nachhaltige Ernährungspolitik auf die politische Agenda setzen!

Liebe Freund*innen des IWE,

die Ernährungswende kommt politisch nicht voran. Die Zahl der Fehl- und Überernährten steigt, Junkfood übernimmt. Wir sind weit von einer klimaverträglichen Esskultur entfernt. Das IWE hat gemeinsam mit Slow Food Deutschland einen Brief die Parteien und Abgeordneten des Deutschen Bundestages geschrieben. Und fordert sie auf, eine eigenständige und nachhaltige Ernährungspolitik und ein von Industrieinteressen unabhängiges Ressort Ernährung ganz oben auf ihre politische Agenda zu setzen.

Damit der Druck spürbarer wird, möchten wir allen Freund*innen des IWE diesen Brief zu Verfügung stellen, mit der Bitte, ihn als persönliches Schreiben ebenfalls an ihre Wahlkreisabgeordneten zu schicken. Die Briefvorlage findet ihr unten stehend zum Download.

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Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Die Plattform Ernährungswandel zeichnet, nach 2018, zum zweiten Mal Artikel und Projektvorstellungen und, dieses Jahr zum ersten Mal Personen mit besonderen Leistungen, aus, die sich mit dem Ernährungswandel befassen. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung und Bewerbung innovativer Leuchtturmprojekte im Bereich nachhaltige Ernährung. Insgesamt wurden 7 Personenportraits, 18 Projektvorstellungen und 11 Artikel eingereicht.Unter der Berücksichtigung der Wertung der Nutzer*innen auf der Plattform und dem NAHhaft Facebook Account entschied sich die Jury bestehend aus Tanja Busse, Anne Glöggler, Karin Vorländer und Stephanie Wild für die folgenden Gewinner*innen:

Kategorie Artikel:
1. Platz: “​Bürgerbündnis erkämpft öko-soziale Landvergabe​” von Jutta Schneider-Rapp
2. Platz. “C​limate Change Mitigation in EU-Food Systems. A Holistic Approach​.” von Jana Eisberg
3. Platz: “​Aus der Krise lernen. Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.”​ von Fiona Steinert

Die Jury sah es als besonders wichtig an, sowohl die lokale Landvergabe als auch die hochaktuelle EU-Agrarpolitik ins Rampenlicht rücken zu lassen.

Kategorie Projektvorstellung:
1. Platz: “​Kornwerk Pflanzendrinks zur Förderung alter Getreidesorten als Kulturgut​” von Kornwerk
2. Platz: “​Unser Klimaessen”​ von dem Studentenwerk OstNiedersachsen
3. Platz: “​Landwirtschaft & Biodiversität – Bilder für die Zukunft​” von der Neuen Schule für Fotografie Berlin

Die Jury sah es als bemerkenswert an, dass so viele qualitativ hochwertige und innovative Projekte vorgestellt wurden.

Kategorie Personenportrait:1. Platz: “​Nachhaltigkeit Rundum organisieren​” von Gregor Scholtyssek

Den Leistungen von Dr. Karl von Koerber (s. Artikel “​Leben für nachhaltige Ernährung“​) sprach die Jury eine besondere Würdigung fürs Lebenswerk zu.Die Preise sind mit Beträgen zwischen 100 und 1.000€ dotiert und werden durch die Förderung der BKK ProVita und in Kooperation mit dem Institut für Welternährung e.V. (IWE) ermöglicht. Die Initiatoren gratulieren den Gewinner*innen und bedanken sich bei der Jury sowie bei allen Teilnehmer*innen.Mehr Informationen zum Wettbewerb und die Jury finden Sie hier und hier

Über NAHhaft
NAHhaft e.V. ist eine unabhängige und gemeinnützige Forschungs- und Beratungsorganisation und setzt sich für die sozial-ökologische Ausrichtung von Ernährungssystemen ein. Wir erforschen Strategien, wie Ernährungssysteme zukunftsfähig gestaltet werden können, fördern das Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung, beraten Kommunen und Gemeinschaftsgastronomie zu nachhaltiger Lebensmittelversorgung und fördern Dialog und Vernetzung.

Pressekontakt Nahhaft
Alexander Schrode: presse@nahhaft.de, Tel.: 030 55 57 07 33

Foto: Diorama Naturkundemuseum, (c) Thilo Mokros
IWEGewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben
Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern heute, 14. Januar 2021 in einem gemeinsamen Brief die Fraktionen des Deutschen Bundestages, der Landtage und die Parteien auf, die Wahlen 2021 für einen Kurswechsel in der Ernährungspolitik zu nutzen. Ziel sollte laut beider Organisationen sein, Ernährungspolitik in einem Ressort anzusiedeln, das unabhängig von den Interessen der Agrar- und Ernährungsindustrie handelt und sich ausschließlich der Gesundheit der Bevölkerung und einer zukunftsfähigen Ernährungspolitik verpflichtet.

Der Hintergrund für diese Forderung ist die Tatsache, dass sich die Ernährungslage der Bevölkerung trotz voller Supermarktregale zusehends verschlechtert, ernährungsbedingte Krankheiten stark zunehmen und Übergewicht besonders bei Kindern und Jugendlichen um sich greift. Die Ernährungskompetenz geht immer weiter verloren. Die damit verbunden Folgen übersteigen mittlerweile die gesundheitlichen Schäden, die durch den Konsum von Alkohol, Drogen und Nikotin angerichtet werden.

Eine wirksame Antwort auf diese epidemische Fehlernährung hat die deutsche Politik bisher nicht gefunden. Im Wahljahr 2021 sehen die Unterzeichner die Chance für einen politischen Kurswechsel, der Mensch, Tier, Umwelt und Klima gleichermaßen zugute käme. Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern die Parteien dringend auf, eine nachhaltige Ernährungspolitik ganz oben auf Ihre politische Agenda für die kommende Bundestagswahl zu setzen.

Ansprechpartnerinnen für Rückfragen: 

Institut für Welternährung
Sabine Jacobs: 030 28855285

Slow Food Deutschland
Sarah Niehaus: 030 200 04 75 13

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Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Der Vorstand: Walter Dieckmann, Lüneburg, Alina Seiler, Göttingen, Judith Busch, Oldenburg, Peter Wogenstein, Hannover (von links nach rechts). Foto: Peter Wogenstein. Abdruck honorarfrei

Gemeinsam für eine Ernährungswende – Der neue Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Die Zahl der Ernährungsräte und entsprechender Gründungsinitiativen wächst bundesweit, auch in Niedersachsen. 2017 wurde der erste Ernährungsrat in Oldenburg gegründet, danach folgten die Städte Hannover, Lüneburg und Göttingen. Um auf Landesebene „Flagge zu zeigen“, haben am 14.12.2020 die Ernährungsräte aus Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg den Verein „Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ gegründet. Der Ernährungsrat Niedersachsen versteht sich als Plattform für den Austausch aller Ernährungsräte und Initiativen in Niedersachsen und will neue Initiativen vor Ort im Land unterstützen.

Als Zusammenschluss von Bürger*innen, Menschen aus der Ernährungswirtschaft und der Politik, setzen sich Ernährungsräte für ein regionales, ökologisches und faires Ernährungssystem in ihrer Region ein. Sie nehmen in Augenschein, was in den Städten bisher kaum beachtet wird: die ganze Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller. Sie fragen: Wie können wir dafür sorgen, dass unserer Stadt auch unter dem Stress des Klimawandels sicher und vielfältig aus der Region ernährt werden kann? Welche Infrastruktur in Handel und Verarbeitung ist dazu notwendig? Wie kommen wir weg von weiten Transportwegen für Tiere, Obst und Gemüse hin zu lokalen Kreisläufen, ökologisch, tiergerecht und fair gegenüber Mensch und Natur?

Seit Anfang 2020 kooperieren die Vertreter*innen der Ernährungsräte verstärkt miteinander, um den notwendigen Wandel auch auf Landesebene mitzugestalten. So arbeitet der Ernährungsrat Niedersachsen im Beirat des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft (ZEHN) mit, 2019 gegründet von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Judith Busch, Vorstandsmitglied des neu gegründeten Vereins, vertritt dort die Positionen des Ernährungsrats Niedersachsen bei der Erarbeitung einer Ernährungsstrategie für Niedersachsen.

„Ernährungsräte haben die Stärke, durch ihre enge Vernetzung in ihrer Region mit allen relevanten Akteuren des Ernährungssystems die notwendigen Maßnahmen direkt vor Ort anstoßen und umsetzen zu können. Wir sehen uns als wichtigen Partner bei einer Ernährungswende hin zu mehr Regionalisierung und Ökologisierung. Wir finden es wichtig, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, unsere Perspektive auf das Thema Ernährung in die Erarbeitung der Strategie einfließen zu lassen. Wir erwarten, dass viele unserer Vorschläge und Ideen mit aufgenommen werden,“ so Judith Busch, neue Vorstandssprecherin.

„Die bisherigen Gespräche mit Frau Otte-Kinast haben gezeigt, dass in Sachen Ökologisierung der Landwirtschaft, schonender Umgang mit den begrenzten Ressourcen Boden und Grundwasser und Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten noch viel Luft nach oben ist. Wir brauchen ein gemeinsames Bild unserer Landwirtschaft und unseres Ernährungssystems der Zukunft. Da müssen wir weiter am Ball bleiben. Und wir müssen mehr werden!“ ergänzt Peter Wogenstein, neuer Vorstandssprecher des Ernährungsrats Niedersachsen.

Ergänzt wird der Vorstand durch Alina Seiler, Göttingen, und Walter Dieckmann, Lüneburg. Das Berliner Institut für Welternährung e.V. unterstützt den neuen Verein in der Aufbauphase.

Gemeinsam im Verein wollen die Ernährungsräte künftig Projekte zu den Themen Ernährungsbildung, Gemeinschaftsverpflegung, Regionalität und Saisonalität, regionale Wertschöpfungsketten bzw. Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette anstoßen und dabei ihr Netzwerk weiter ausbauen.

Bei Fragen können sich interessierte Bürger*innen auf der Homepage http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de informieren oder eine Mail an peter.wogenstein@t-online.de schreiben.
Da die Arbeit im Verein „Netzwerke Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ i.d.R. ehrenamtlich ist, sind Fördermitglieder sehr willkommen.

Peter Wogenstein
Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
Vorstand im Institut für Welternährung
Tel. 0172 204 9188
E-Mail: peter.wogenstein@t-online.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

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