Werkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022

Werkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022

Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung laden Sie und Euch herzlich zu unserem gemeinsamen digitalen Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung am 14. Januar 2022 von 10-12 Uhr ein. Unser Thema: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU

Nach Schätzungen der EU-Kommission sind 60 bis 70 Prozent der europäischen Böden in keinem guten Zustand. Diese Bodenverschlechterung verursacht in der EU jährlich Kosten in Höhe von 50 Milliarden Euro und schlimmer noch: die Degradierung gefährdet die Ernährungssicherheit zukünftiger Generationen. Zweifellos: Europa braucht eine zukunftsfähige Bodenpolitik!

Die im November 2021 erschienene Europäische Bodenstrategie nimmt den verbindlichen Schutz der Bodengesundheit, nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken und eine Begrenzung der Flächeninanspruchnahme in den Blick und schlägt einen „Boden-Pakt für Europa“ vor. Zudem unterstreicht sie die Notwendigkeit eines rechtsverbindlichen Rahmens für ein nachhaltiges Ernährungssystem in der EU. 

Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung möchten im Rahmen der Berliner Werkstattgespräche zur Zukunft der Ernährunggemeinsammit Boden-Expert*innen aus Wissenschaft, EU-Kommission, Europäischem Parlament und zivilgesellschaftlichen Organisationen die Chancen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Bodens in der EU ausloten.

Nach Impulsvorträgen von Dr. Andrea Beste, Büro für Bodenschutz & Ökologische Agrarkultur und Mirco Barbero, EU-Kommission, DG ENV-Referent für Bodenschutz und nachhaltige Landnutzung und Damiano di Simine, Legambiente & Soil4Life folgt eine Diskussion mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments:

  • Martin Häusling, Grüne / Freie Europäische Allianz
  • Marlene Mortler, Europäische Volkspartei
  • Maria Noichl, Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament

Moderation: Tanja Busse, Journalistin und Autorin

Unser Werkstattgespräch über die nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU wird im Rahmen des Soil4Life Projekts gefördert und findet mit englischer Verdolmetschung statt. 

Sie können sich für die Diskussion bis zum 12.01.2022 auf dieser Seite anmelden. Sie bekommen die Zugangsdaten zur Veranstaltung am 13.01. per E-mail zugesendet.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und auf einen konstruktiven Austausch.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Nina Wolff
Amtierende Vorsitzende 
Slow Food Deutschland e. V.
nina.wolff@slowfood.de
+49-(0)170 81 27 346

Dr. Wilfried Bommert 
Sprecher des Vorstandes
Institut für Welternährung e. V.
wilfried.bommert@institut-fuer-welternaehrung.org
+49-(0)173-9552544
 

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The webinar is organised as part of the SOil4life project co-financed by the European Commission through the Life programme

IWEWerkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022
Manifest zur Regenerativen Landwirtschaft verabschiedet

Manifest zur Regenerativen Landwirtschaft verabschiedet

Pioniere der regenerativen Landwirtschaft aus 16 europäischen Ländern haben sich vom 9.-11. November 2021 beim 1st Climate Farming Congress auf Schloss Kirchberg/ Jagst (dem „Bauernschloss“) getroffen. Ergebnis ist ein Manifest, das die ökologischen und ökonomischen Mehrwerte sowie die Ziele regenerativ arbeitender Bäuerinnen und Bauern zusammenfasst und beschreibt, wie diese vielversprechende Form der Landwirtschaft skalierbar ist.

„Bäuerinnen und Bauern haben einen der größten Hebel im Kampf gegen den Klimawandel im Boden und in der Hand“, sagen Ivo Degn und Philippe Birker, die Gründer der Climate Farmers, „wir müssen uns nur zusammenschließen und der Welt zeigen, wie wir unser enormes Potenzial zur Co2-Bindung und zur Regeneration von Ökosystemen auf dem Weg in eine klimapositive Zukunft nutzen können.“

Regenerative Landwirtschaft zeigt nachhaltige Lösungsvorschläge zur Überwindung der großen Herausforderungen unserer Zeit auf – der Klimawandel, der Verlust der Biodiversität und die Luftverschmutzung, die Lebensmittelerzeugung und die menschliche Gesundheit könnten mit regenerativ ausgerichteten Systemen viel besser angegangen und gestaltet werden. Wie jedoch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU und die spärlichen Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Glasgow belegen, bleiben die regenerativ arbeitenden Bäuerinnen und Bauern bisher zumeist ungehört und ihre Potenziale werden nicht genutzt.

Das Manifest beschreibt den regenerativen Ansatz als einen jeweils auf die lokalen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen der Landwirt:innen angepassten systemischen Umgang mit Böden, Pflanzen und Tieren. Die 80 Bäuerinnen und Bauern haben eine gemeinsame Vision: „Wir sehen eine Zukunft, in der Lebensmittel, Futterpflanzen und nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung auf eine Art und Weise erzeugt werden, wodurch sich die Natur selbst erholt, viel mehr Co2 als bisher gespeichert wird, starke soziale Gemeinschaften wachsen und profitable Wertschöpfung für bäuerliche Betriebe entsteht.“ Um die Transformation des landwirtschaftlichen Sektors regenerativ voranzutreiben, soll der intensive Austausch aufrechterhalten werden. Weitere Climate Farming Congresses werden folgen.

Das Manifest können Sie hier als PDF herunterladen.

IWEManifest zur Regenerativen Landwirtschaft verabschiedet
Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Deutschland zählt im europäischen und internationalen Vergleich in Sachen verantwortlicher Ernährungspolitik zu den „Nachzüglern“, stellen Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung in einem gemeinsamen Brief an die Mitglieder des Koalitionsausschusses fest.
 
„Eine neue Regierung muss die Chance nutzen und dieses Defizit wettmachen“, betont Dr. Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung e.V. „Das Trilemma aus Klima-, Biodiversitäts- und Gesundheitskrise“, so Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V., „erfordert einen entschiedenen Kurswechsel zu einer integrierten, ressortübergreifenden Ernährungsstrategie.“
 
Im Zentrum müsse die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Mensen stehen. Sie präge heute die Ernährungsstile von morgen. Öffentliche Kantinen sollten als Vorbilder Klima-, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsstandards umsetzen. Um dies zu beschleunigen, sollte ein „Bundesprogramm Nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung“ aufgelegt werden. Ein weiterer zentraler Aspekt liege in einer handlungsorientierten Ernährungsbildung für alle gesellschaftlichen Gruppen.
 
Insgesamt müsse das ernährungspolitische Augenmerk künftig auf fairen Ernährungsumgebungen liegen, die allen Bürgerinnen und Bürgern nachhaltige Essensentscheidungen ermöglichen.
 
Eine nachhaltige Ernährungspolitik sollte eine der Kernaufgaben der nächsten Legislatur werden. „Wir fordern mit Nachdruck, die Neuausrichtung der Ernährungspolitik als ganzheitliche Ernährungsstrategie in den Koalitionsverhandlungen voranzutreiben“, so Dr. Nina Wolff und Dr. Wilfried Bommert in ihrem Schreiben an die Mitglieder des Koalitionsausschusses.

IWENachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland
„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet

„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet

„Cooking for Future“, Foto: Vuk Latinovic

„Cooking for Future“ heißt die Aktion, die vom IWE-Vorstandsmitglied Agnes Streber und ihrem Verein „Kinderleicht“ ins Leben gerufen wurde. Sie ging am 16. Oktober 2021 mit Unterstützung des Instituts für Welternährung in Gröbenzell bei München an den Start. Aushängeschild ist ein umgebautes Lastenfahrrad, auf dem eine mobile Küche installiert wurde. Die Freiluftküche ist mit Koch- und Arbeitsflächen und einer Platte für hauchdünne Pfannkuchen und Crêpes ausgestattet und funktioniert mit Kühlung, Spüle, Wasser und Abwasserbehältern fast vollkommen autark.

Das Cooking Mobil wird in der bayrischen Gemeinde Gröbenzell unterwegs sein. Als Köchinnen treten die Projektleiterinnen Nina Helleberg und Agnes Streber in die Pedalen. Ihre Devise: „Gutes Essen und gutes Klima sind kein Widerspruch. Kochen für eine gute Zukunft ist kinderleicht, wenn man weiß, wie es geht.“

v.l.: Nina Helleberg, Agnes Streber, Martin Schäfer, Foto: Vuk Latinovic

Wie notwendig eine Ernährungswende in Richtung Klima und Nachhaltigkeit ist, unterstrich der Vorstandssprecher des Instituts für Welternährung Dr. Wilfried Bommert, der zum Start der Aktion aus Berlin (mit der Bahn) angereist war. Mit dem Cooking Mobil setze Agnes Streber und ihr Verein „Kinderleicht“ ein Zeichen. Das Leuchtturmprojekt habe die Kraft, weit über die Region hinaus zu wirken.

Projektleiterin Agnes Streber und IWE-Sprecher Wilfried Bommert, Foto: Vuk Latinovic

Davon, dass die Küche funktioniert, überzeugte sich Martin Schäfer, Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell, persönlich. Er bereitete mit Schürze, Kochhaube und Kochlöffel bewaffnet eine Rote Beete Suppe zu. Und die habe ihn, obwohl er kein Freund der Roten Beete sei, nun doch überzeugt.

„Man muss die Menschen animieren, dann machen sie auch mit“, sagte der Bürgermeister und unterstrich damit, worum es den Projektleiterinnen Nina Helleberg und Agnes Streber bei der Aktion Cooking for Future geht: Vor allem Kindern und Jugendlichen Mut machen, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Projektleiterinnen Agnes Streber (links) und Nina Helleberg, Foto: Vuk Latinovic
IWE„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet
Aktiv werden: De-Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren verhindern!

Aktiv werden: De-Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren verhindern!

Noch unterliegen die neuen Gentechnikverfahren wie bspw. CRISPR/Cas den strengen Regeln des EU-Gentechnikgesetzes. Doch das könnte sich bald ändern! Denn derzeit plant die EU-Kommission eine Deregulierung der neuen Gentechniken, obwohl auch diese Risikotechnologien sind und es noch keinerlei Erfahrungen mit diesen Techniken gibt. 

Käme der Vorschlag der EU-Kommission durch, würde das Recht auf gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung verletzt – und den Gentechnik-Konzernen ein Freifahrtschein erteilt. Denn sie müssten keine Verantwortung mehr für ihre Produkte übernehmen. 

Deshalb gilt es aktiv zu werden und der EU-Kommission unsere Bedenken mitzuteilen. Noch bis zum 22.10.2021 könnt Ihr Eure/können Sie Ihre Meinung zum Thema Regulierung bei der EU-Kommission einreichen. Es gilt die EU-Kommission aufzufordern, die neuen Gentechnik-Verfahren auch weiterhin angemessen streng nach EU-Gentechnikrecht zu regulieren!

Das Institut für Welternährung hat sich bereits im Frühjahr gemeinsam mit anderen gegen eine Deregulierung der Gentechnikvorschriften ausgesprochen. Deshalb die Bitte: Reichen Sie bis zum 22. Oktober Ihren Protest und Ihre Bedenken bei der EU-Kommission ein. Fordern Sie die Kommission auf, die neuen Gentechnik-Verfahren auch weiterhin angemessen streng nach EU-Gentechnikrecht zu regulieren!

Aus einer Vielzahl bereits vorhandener Homepages/Tools weisen wir auf die beiden folgenden besonders hin und empfehlen Ihre Nutzung:

– Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.
– Slow Food Deutschland e.V.

Je mehr kritische Stimmen, gerne auch in Form von individuellen Texten, bei der EU-Kommission eingehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Kommission damit beschäftigt.

IWEAktiv werden: De-Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren verhindern!
Wie der Klimawandel unseren Speiseplan bestimmt

Wie der Klimawandel unseren Speiseplan bestimmt

Mandelbaum; Foto: Antonio Jose Cespedes, Pixabay License

Für ihren Beitrag „Bedrohte Lebensmittel: Wie der Klimawandel unseren Speiseplan bestimmt“ sprach Julia Katharina Stüß mit unserem IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert:

„In etwa 25 bis 50 Jahren werden wir uns als Normalverdiener im Supermarkt viele Lebensmittel nicht mehr leisten können, warnt der Agrarwissenschaftler Wilfried Bommert. Schuld daran sind die zwei Extreme des Klimawandels: zu viel Trockenheit zur falschen Zeit sowie
zu hoher Niederschlag zur falschen Zeit.

Damit zum Beispiel Weizen oder Kartoffeln wachsen, brauchen die Pflanzen die Temperaturen und Niederschläge, an die sie bisher gewöhnt waren. ‚In den letzten zehn Jahren hatten wir auch die heißesten Jahre überhaupt‘, sagt Bommert. ‚Durch dieses veränderte Klima ändern sich die Vegetationszonen der Erde. Das heißt, die Wüsten breiten sich aus; die Sahara kommt über das Mittelmeer zu uns und macht sich in Spanien, Italien und der Türkei breit. Das ist mit veränderten Niederschlagsmengen und veränderten Temperaturen verbunden. Und dieses Wetter führt dann zu Ernteausfällen – teilweise oder ganz.'“

Den Beitrag können Sie hier weiterlesen.

IWEWie der Klimawandel unseren Speiseplan bestimmt
Sommerakademie: Agrarökologische Konzepte

Sommerakademie: Agrarökologische Konzepte

Credit: Agroscope, CC BY-ND 2.0

Land unter, der Klimawandel zeigt seine Gewalt, jetzt auch bei uns. Corona hat uns davon abgelenkt, dass sich im Hintergrund eine explosive Gemengelage aufgebaut hat, die nichts Gutes für die Welternährung verheißt. Klimaextreme, Artensterben, Schwund fruchtbarer Böden und Wasserreserven, die Landwirtschaft der Zukunft muss diesen Herausforderungen nicht nur gewachsen sein, sie muss heilen und regenerieren, was zerstört und geschädigt ist. Vom Klima über die Artenvielfalt bis zur Bodenfurchtbarkeit. Es geht um aufbauende agrarökologische Konzepte. Wie muss der Goldstandard einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung aussehen?

Unsere IWE-Sommerakademie 2021 ist dieser Frage unter dem Titel „Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft?“ nachgegangen. Im Folgenden finden Sie die Aufzeichnungen der Vorträge von Prof. Dr. Josef Settele und Professor Antônio Andrioli.

1. Prof. Dr. Josef Settele: „Klima, biologische Vielfalt und zukunftsfähige Ernährungssysteme“

Professor Settele arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Halle zum Schwerpunkt Biodiversität, Landnutzung und sozial-ökologische Systeme. Er ist Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen der deutschen Bundesregierung. Jüngst wirkte er mit an einer Studie, die vom Weltklimarat IPCC und dem Weltbiodiversitätsrat IPBES gemeinsam erarbeitet wurde und herausstellt: Klimakrise und Artensterben haben eine gemeinsame Wurzel, unsere Art zu wirtschaften. Sie verstärken sich gegenseitig und können nur gemeinsam bekämpft werden. Dabei spielt die Landwirtschaft eine der wichtigsten Rollen.

Den Vortrag gibt es hier zusätzlich zum Download:


3. Professor Antônio Andrioli: „Eine Universität für zukunftsfähige Landwirtschaft“ 

Professor Antônio Andrioli gehört zu den Gründern der „Universidade Federal da Fronteira Sul“ in Süd-Brasilien. Hier werden Agrarökologische Landbaumethoden gelehrt und in den Alltag der brasilianischen Landwirtschaft übertragen. Professor Andrioli wird uns über seine Erfahrungen auf dem Weg in eine zukunftsfähige Landwirtschaft berichten. Und über die Auseinandersetzung mit der Agrarindustrie, die die Politik in Brasilien bestimmt.

IWESommerakademie: Agrarökologische Konzepte
Superfood – Gar nicht super

Superfood – Gar nicht super

Superfood wie Avocados, Quinoa, Gojibeeren ist wegen seiner Inhaltstoffe Trend. Doch sind die Produkte so gut wie die Werbung verspricht? Ihr ökologischer Fußabdruck ist schlecht, oft sind sie schadstoffbelastet und ihre Produktion hat negative Folgen in ihren Herkunftsländern. Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für Superfood – dabei gibt es genügend regionales Superfood.

Für den BR2-Beitrag „Superfood – Gar nicht super“ hat Roana Brogsitter u.a. mit dem IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert gesprochen:


IWESuperfood – Gar nicht super
Einladung: IWE-Sommerakademie „Agrarökologische Konzepte“ am 14. August

Einladung: IWE-Sommerakademie „Agrarökologische Konzepte“ am 14. August

Einladung zur IWE-Sommerakademie 

„Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft“
14. August 2021, 11:00 – 16:30 Uhr via Zoom

Anmeldung bis 12. August unter
ines.meier@institut-fuer-welternaehrung.org

Land unter, der Klimawandel zeigt seine Gewalt, jetzt auch bei uns. Corona hat uns davon abgelenkt, dass sich im Hintergrund eine explosive Gemengelage aufgebaut hat, die nichts Gutes für die Welternährung verheißt. Klimaextreme, Artensterben, Schwund fruchtbarer Böden und Wasserreserven, die Landwirtschaft der Zukunft muss diesen Herausforderungen nicht nur gewachsen sein, sie muss heilen und regenerieren, was zerstört und geschädigt ist. Vom Klima über die Artenvielfalt bis zur Bodenfurchtbarkeit. Es geht um aufbauende agrarökologische Konzepte. Wie muss der Goldstandard einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung aussehen?

Unsere IWE-Sommerakademie 2021 wird dieser Frage unter dem Titel „Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft?“ am 14. August 2021 von 11:00 – 16:00 Uhr als Zoom Konferenz nachgehen.

Unsere Themen im Überblick:

1. Klima, biologische Vielfalt und zukunftsfähige Ernährungssysteme 

Eröffnen wird Prof. Dr. Josef Settele: „Klima, biologische Vielfalt und zukunftsfähige Ernährungssysteme“ ist sein Thema. Professor Settele arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Halle zum Schwerpunkt Biodiversität, Landnutzung und sozial-ökologische Systeme. Er ist Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen der deutschen Bundesregierung. Jüngst wirkte er mit an einer Studie, die vom Weltklimarat IPCC und dem Weltbiodiversitätsrat IPBES gemeinsam erarbeitet wurde und herausstellt: Klimakrise und Artensterben haben eine gemeinsame Wurzel, unsere Art zu wirtschaften. Sie verstärken sich gegenseitig und können nur gemeinsam bekämpft werden. Dabei spielt die Landwirtschaft eine der wichtigsten Rollen.

2. Permakultur: Praxis des nachhaltigen Anbaus 

Wie sieht eine Landwirtschaft aus, die Klima und Artenvielfalt unter einen Hut bringt? Die Finca „Jelanisol“ von Friedrich Lehmann (Lehmann Natur) liegt im Süden Spaniens. Seit 1992 wird nach dem Prinzip der Permakultur angebaut. Auf einer 50 Hektar großen Fläche der Finca wird biodynamische Landwirtschaft betrieben. Darüber hinaus werden vor Ort Mikroorganismen erforscht, die dazu dienen die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen. Die Finca „Jelanisol“ dient als Forschungswerkstatt und als Vorbild für Menschen weltweit. Ihre Erfahrungen erlauben uns Einblick in die Praxis des nachhaltigen Anbaus.

3. Eine Universität für zukunftsfähige Landwirtschaft 

Professor Antônio Andrioli gehört zu den Gründern der „Universidade Federal da Fronteira Sul“ in Süd-Brasilien. Hier werden Agrarökologische Landbaumethoden gelehrt und in den Alltag der brasilianischen Landwirtschaft übertragen. Professor Andrioli wird uns über seine Erfahrungen auf dem Weg in eine zukunftsfähige Landwirtschaft berichten. Und über die Auseinandersetzung mit der Agrarindustrie, die die Politik in Brasilien bestimmt.

4. IWE: Wie weiter mit dem Goldstandard zukunftsfähiger Ernährungssysteme 

Zum Abschluss der Tagung soll das Thema stehen: Wie Agrarökologische Konzepte als Goldstandard zukunftsfähiger Ernährungssysteme durch die Arbeit des IWE weiter gefördert werden können.

Die Sommerakademie ist die Zukunftswerkstatt des IWE. Teilnehmer*innen sind dazu eingeladen, sich auch in Arbeitsgruppen zu beteiligen. Corana zwingt uns nach wie vor zur Vorsicht, deshalb bleiben wir auch in diesem Jahr beim Format einer Zoomkonferenz. 

Sie können sich noch bis zum 12. August zur IWE-Sommerakademie anmelden unter ines.meier@institut-fuer-welternaehrung.org. Den Zugangslink erhalten Sie am Freitag, 13. August per Email.

Wir freuen uns auf Ihre und Eure Teilnahme!

Herzliche Grüße im Namen des Vorstands,
Wilfried Bommert 

IWEEinladung: IWE-Sommerakademie „Agrarökologische Konzepte“ am 14. August
Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft

Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft

„Die Arbeit der Zukunftskommission Landwirtschaft markiert eine neuen Ansatz für die Ernährungspolitik. Bemerkenswert ist, dass die Bundeskanzlerin die Aufgabe an sich aus dem Ministerium gezogen hat, das eigentlich dafür zuständig war. Sie hat damit nicht nur der Ressortchefin, sondern auch dem Ressort ihr Vertrauen entzogen. Diese Entscheidung entspricht einer Entmachtung der Agrarlobby, die bisher, trotz Massendemonstrationen, den Staus Quo bewahren wollte. Sie eröffnet die Chance, die Diskussion um die Zukunft der Ernährung neu zu ressortieren. Und den Konsens darüber als Ergebnis eines offenen, breit angelegten Gesprächs über Interessengegensätze hinweg zu organisieren. Das steht nicht im Bericht der Zukunftskommission Landwirtschaft, es ist die Lehre, die ihr Wirken hinterläßt.“ – Wilfried Bommert , Vorstandssprecher IWE

Auszug aus der Executive Summary, „Zukunft Landwirtschaft – Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft

In der Richtung seiner Analysen und Empfehlungen lässt sich dieser Abschlussbericht auch leiten von einer Vision für die Zukunft des Landwirtschafts- und Ernährungssystems, welche die Vertreterinnen der Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und des Bundes der Deutschen Landjugend für die ZKL gemeinsam ent- wickelt haben. Diese Zukunftsvision verbindet die Bedürfnisse von landwirtschaftlichen Erzeuger:innen und Verbraucher:innen, von Natur, Umwelt und kommenden Generationen weltweit. Ihr zufolge sollten Landwirt:innen breite gesellschaftliche Anerkennung inkl. finanzieller Entlohnung erhalten, denn sie übernehmen gesellschaftliche und ökologische Verantwortung. In Zukunft trägt die Landwirtschaft zum Erhalt der Biodiversität bei und wirkt positiv auf unser Klima. Ebenso wichtige Elemente des Zukunftsbildes sind die faire Gestaltung der Zusammenarbeit mit vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen, die Stärkung und überwiegende Nutzung von regionalen Kreisläufen und eine idealerweise stabile bis steigende Anzahl der Höfe. Ebenfalls zeigt das Zukunftsbild zufriedene Landwirt:innen, die ihren Beruf gerne ausüben. Es zeigt auch die Haltung von Tieren unter hohen Tierschutzstandards, über Lebensmittelqualitäten gut informierte Verbraucher:innen, die Einhaltung von klimapolitischen Vereinbarungen sowie vielfältige Anwendungen der Digitalisierung.

Der Abschlussbericht der ZKL beschreibt Entwicklungspfade in eine solche Zukunft. Sie sollen die Risiken dieser Transformation beherrschbar machen, Planungssicherheit ermöglichen und ihre Akzeptanz insbesondere auch aufseiten der Landwirt:innen erhöhen. Vor allem anderen sollen sie die ökologische Nachhaltigkeit des deutschen Agrar- und Ernährungssystems deutlich verbessern, seine ökonomische Tragfähigkeit dauerhaft sichern sowie Produktionsverlagerungen in europäische wie außereuropäische Regionen mit geringeren ökologischen und sozialen Standards entgegenwirken.

IWEEmpfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft