Save the Date: IV. World Organic Forum

Save the Date: IV. World Organic Forum

Das IV. World Organic Forum 2021, das die Stiftung Haus der Bauern – Akademie Schloss Kirchberg veranstaltet, wird vom 16.-18. März die Kräfte zusammenführen, die weltweit die Ökologisierung unserer Ernährung voranbringen. Die Bewegung geht von unten aus, sie beginnt in den Regionen weltweit, getragen von der Zivilbevölkerung, von Ernährungsräten und Landwirt*innen, die der Ökologie auf ihren Feldern Vorrang einräumen.

Ob sie als Biobäuerinnen und Biobauern, regenerative Landwirt*innen oder Permakulturen auftreten, alle setzen das um, was in der UN-Agenda 2030 von der Staatengemeinschaft beschlossen wurde. Das World Organic Forum lädt dazu ein, Leuchtturmprojekte kennenzulernen sowie Kriterien für Regionen nachhaltiger Entwicklung,  „SDG-Musterregionen“, zu erarbeiten.

Das World Organic Forum 2021 bringt Menschen zusammen, die die Zukunft unserer Ernährung gestalten, und verfolgt die Gründung eines internationalen Netzwerks von SDG-Regionen.

Eröffnet wird das Forum vom Ehrenpräsident des Club of Rome, Prof. Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Dr. Hans Herren, Mitherausgeber des Weltagrarberichts und Präsident der Biovision Stiftung, Zürich, wird ebenso wie Prof. José Graziano da Silva, ehemaliger Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) seine Sicht der Dinge einbringen. 

Wir als IWE haben uns mit unserer Streitschrift: „Landwirtschaft am Scheideweg“ im Sinne derForums festgelegt: Nur eine ökologische Landwirtschaft kann 10 Milliarden Menschen ernähren. Wir unterstützen die Tagung mit unserer Arbeit und haben die Chance vom 16. März – 18. März 2021 per Internet live das World Organic Forum mit zu gestalten. Dazu möchten wir euch herzlich einladen!

Mehr Informationen zum Programm und zur Anmeldung findet ihr hier.

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Gratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel

Gratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel

Liebe Mitglieder und Freund*innen des IWE,

„Die Vielzahl und Qualität der praktischen Beispiele, Portraits und Artikel, die beim Wettbewerb eingereicht worden sind, zeigt, was sich alles bereits in Sachen Ernährungswandel im Lande tut“, so Vorstandssprecher Wilfried Bommert bei der jährlichen Mitgliederversammlung des Instituts für Welternährung Mitte Januar.

Sehr erfreulich sei auch, dass etliche Preisträger über ihre IWE Mitgliedschaft oder inhaltliche Zusammenarbeit mit dem Institut verbunden sind. So gratulierte die Mitgliederversammlung dem langjährigen IWE Mitglied Dr. Karl von Koerber zur Auszeichnung für sein Lebenswerk.

Glückwünsche gab es auch für das ausgezeichnete Projekt “Landwirtschaft & Biodiversität – Bilder für die Zukunft” von der Neuen Schule für Fotografie Berlin, das von IWE Mitglied Ines Meier angestoßen und begleitet worden ist. Der Preis hat bei den beteiligten Studierenden die Sensibilisierung für die Produktion unserer Nahrungsmittel und ihrer Folgen für die Umwelt auf jeden Fall erhöht und motiviert dazu, am Thema weiterzuarbeiten“, so Ines Meier.

Mit dem ebenfalls ausgezeichneten Projekt “Bürgerbündnis erkämpft öko-soziale Landvergabe” von Björn Pasemann ist das IWE seit längerem inhaltlich verbunden. Sowohl das Bürgerbündnis als auch das IWE setzen sich dafür ein, dass öffentliches und kirchliches Land in Bio-Bauernhand kommt und das verstärkt soziale und ökologische Kriterien für die Vergabe von Pachtland entwickelt werden. (Siehe dazu unser Interview mit Björn Pasemann)

Das IWE will, wie schon beim aktuellen Wettbewerb, auch künftige Wettbewerbe der Plattform Ernährungswandel unterstützen und setzt weiterhin auf Zusammenarbeit und Vernetzung in Fragen der Welternährung, einer ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft und der dringend nötigen Ernährungswende.

IWEGratulation für Preisträger*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel
Nachhaltige Ernährungspolitik auf die politische Agenda setzen!

Nachhaltige Ernährungspolitik auf die politische Agenda setzen!

Liebe Freund*innen des IWE,

die Ernährungswende kommt politisch nicht voran. Die Zahl der Fehl- und Überernährten steigt, Junkfood übernimmt. Wir sind weit von einer klimaverträglichen Esskultur entfernt. Das IWE hat gemeinsam mit Slow Food Deutschland einen Brief die Parteien und Abgeordneten des Deutschen Bundestages geschrieben. Und fordert sie auf, eine eigenständige und nachhaltige Ernährungspolitik und ein von Industrieinteressen unabhängiges Ressort Ernährung ganz oben auf ihre politische Agenda zu setzen.

Damit der Druck spürbarer wird, möchten wir allen Freund*innen des IWE diesen Brief zu Verfügung stellen, mit der Bitte, ihn als persönliches Schreiben ebenfalls an ihre Wahlkreisabgeordneten zu schicken. Die Briefvorlage findet ihr unten stehend zum Download.

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Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Die Plattform Ernährungswandel zeichnet, nach 2018, zum zweiten Mal Artikel und Projektvorstellungen und, dieses Jahr zum ersten Mal Personen mit besonderen Leistungen, aus, die sich mit dem Ernährungswandel befassen. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung und Bewerbung innovativer Leuchtturmprojekte im Bereich nachhaltige Ernährung. Insgesamt wurden 7 Personenportraits, 18 Projektvorstellungen und 11 Artikel eingereicht.Unter der Berücksichtigung der Wertung der Nutzer*innen auf der Plattform und dem NAHhaft Facebook Account entschied sich die Jury bestehend aus Tanja Busse, Anne Glöggler, Karin Vorländer und Stephanie Wild für die folgenden Gewinner*innen:

Kategorie Artikel:
1. Platz: “​Bürgerbündnis erkämpft öko-soziale Landvergabe​” von Jutta Schneider-Rapp
2. Platz. “C​limate Change Mitigation in EU-Food Systems. A Holistic Approach​.” von Jana Eisberg
3. Platz: “​Aus der Krise lernen. Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.”​ von Fiona Steinert

Die Jury sah es als besonders wichtig an, sowohl die lokale Landvergabe als auch die hochaktuelle EU-Agrarpolitik ins Rampenlicht rücken zu lassen.

Kategorie Projektvorstellung:
1. Platz: “​Kornwerk Pflanzendrinks zur Förderung alter Getreidesorten als Kulturgut​” von Kornwerk
2. Platz: “​Unser Klimaessen”​ von dem Studentenwerk OstNiedersachsen
3. Platz: “​Landwirtschaft & Biodiversität – Bilder für die Zukunft​” von der Neuen Schule für Fotografie Berlin

Die Jury sah es als bemerkenswert an, dass so viele qualitativ hochwertige und innovative Projekte vorgestellt wurden.

Kategorie Personenportrait:1. Platz: “​Nachhaltigkeit Rundum organisieren​” von Gregor Scholtyssek

Den Leistungen von Dr. Karl von Koerber (s. Artikel “​Leben für nachhaltige Ernährung“​) sprach die Jury eine besondere Würdigung fürs Lebenswerk zu.Die Preise sind mit Beträgen zwischen 100 und 1.000€ dotiert und werden durch die Förderung der BKK ProVita und in Kooperation mit dem Institut für Welternährung e.V. (IWE) ermöglicht. Die Initiatoren gratulieren den Gewinner*innen und bedanken sich bei der Jury sowie bei allen Teilnehmer*innen.Mehr Informationen zum Wettbewerb und die Jury finden Sie hier und hier

Über NAHhaft
NAHhaft e.V. ist eine unabhängige und gemeinnützige Forschungs- und Beratungsorganisation und setzt sich für die sozial-ökologische Ausrichtung von Ernährungssystemen ein. Wir erforschen Strategien, wie Ernährungssysteme zukunftsfähig gestaltet werden können, fördern das Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung, beraten Kommunen und Gemeinschaftsgastronomie zu nachhaltiger Lebensmittelversorgung und fördern Dialog und Vernetzung.

Pressekontakt Nahhaft
Alexander Schrode: presse@nahhaft.de, Tel.: 030 55 57 07 33

Foto: Diorama Naturkundemuseum, (c) Thilo Mokros
IWEGewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben
Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern heute, 14. Januar 2021 in einem gemeinsamen Brief die Fraktionen des Deutschen Bundestages, der Landtage und die Parteien auf, die Wahlen 2021 für einen Kurswechsel in der Ernährungspolitik zu nutzen. Ziel sollte laut beider Organisationen sein, Ernährungspolitik in einem Ressort anzusiedeln, das unabhängig von den Interessen der Agrar- und Ernährungsindustrie handelt und sich ausschließlich der Gesundheit der Bevölkerung und einer zukunftsfähigen Ernährungspolitik verpflichtet.

Der Hintergrund für diese Forderung ist die Tatsache, dass sich die Ernährungslage der Bevölkerung trotz voller Supermarktregale zusehends verschlechtert, ernährungsbedingte Krankheiten stark zunehmen und Übergewicht besonders bei Kindern und Jugendlichen um sich greift. Die Ernährungskompetenz geht immer weiter verloren. Die damit verbunden Folgen übersteigen mittlerweile die gesundheitlichen Schäden, die durch den Konsum von Alkohol, Drogen und Nikotin angerichtet werden.

Eine wirksame Antwort auf diese epidemische Fehlernährung hat die deutsche Politik bisher nicht gefunden. Im Wahljahr 2021 sehen die Unterzeichner die Chance für einen politischen Kurswechsel, der Mensch, Tier, Umwelt und Klima gleichermaßen zugute käme. Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern die Parteien dringend auf, eine nachhaltige Ernährungspolitik ganz oben auf Ihre politische Agenda für die kommende Bundestagswahl zu setzen.

Ansprechpartnerinnen für Rückfragen: 

Institut für Welternährung
Sabine Jacobs: 030 28855285

Slow Food Deutschland
Sarah Niehaus: 030 200 04 75 13

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Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Der Vorstand: Walter Dieckmann, Lüneburg, Alina Seiler, Göttingen, Judith Busch, Oldenburg, Peter Wogenstein, Hannover (von links nach rechts). Foto: Peter Wogenstein. Abdruck honorarfrei

Gemeinsam für eine Ernährungswende – Der neue Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Die Zahl der Ernährungsräte und entsprechender Gründungsinitiativen wächst bundesweit, auch in Niedersachsen. 2017 wurde der erste Ernährungsrat in Oldenburg gegründet, danach folgten die Städte Hannover, Lüneburg und Göttingen. Um auf Landesebene „Flagge zu zeigen“, haben am 14.12.2020 die Ernährungsräte aus Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg den Verein „Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ gegründet. Der Ernährungsrat Niedersachsen versteht sich als Plattform für den Austausch aller Ernährungsräte und Initiativen in Niedersachsen und will neue Initiativen vor Ort im Land unterstützen.

Als Zusammenschluss von Bürger*innen, Menschen aus der Ernährungswirtschaft und der Politik, setzen sich Ernährungsräte für ein regionales, ökologisches und faires Ernährungssystem in ihrer Region ein. Sie nehmen in Augenschein, was in den Städten bisher kaum beachtet wird: die ganze Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller. Sie fragen: Wie können wir dafür sorgen, dass unserer Stadt auch unter dem Stress des Klimawandels sicher und vielfältig aus der Region ernährt werden kann? Welche Infrastruktur in Handel und Verarbeitung ist dazu notwendig? Wie kommen wir weg von weiten Transportwegen für Tiere, Obst und Gemüse hin zu lokalen Kreisläufen, ökologisch, tiergerecht und fair gegenüber Mensch und Natur?

Seit Anfang 2020 kooperieren die Vertreter*innen der Ernährungsräte verstärkt miteinander, um den notwendigen Wandel auch auf Landesebene mitzugestalten. So arbeitet der Ernährungsrat Niedersachsen im Beirat des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft (ZEHN) mit, 2019 gegründet von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Judith Busch, Vorstandsmitglied des neu gegründeten Vereins, vertritt dort die Positionen des Ernährungsrats Niedersachsen bei der Erarbeitung einer Ernährungsstrategie für Niedersachsen.

„Ernährungsräte haben die Stärke, durch ihre enge Vernetzung in ihrer Region mit allen relevanten Akteuren des Ernährungssystems die notwendigen Maßnahmen direkt vor Ort anstoßen und umsetzen zu können. Wir sehen uns als wichtigen Partner bei einer Ernährungswende hin zu mehr Regionalisierung und Ökologisierung. Wir finden es wichtig, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, unsere Perspektive auf das Thema Ernährung in die Erarbeitung der Strategie einfließen zu lassen. Wir erwarten, dass viele unserer Vorschläge und Ideen mit aufgenommen werden,“ so Judith Busch, neue Vorstandssprecherin.

„Die bisherigen Gespräche mit Frau Otte-Kinast haben gezeigt, dass in Sachen Ökologisierung der Landwirtschaft, schonender Umgang mit den begrenzten Ressourcen Boden und Grundwasser und Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten noch viel Luft nach oben ist. Wir brauchen ein gemeinsames Bild unserer Landwirtschaft und unseres Ernährungssystems der Zukunft. Da müssen wir weiter am Ball bleiben. Und wir müssen mehr werden!“ ergänzt Peter Wogenstein, neuer Vorstandssprecher des Ernährungsrats Niedersachsen.

Ergänzt wird der Vorstand durch Alina Seiler, Göttingen, und Walter Dieckmann, Lüneburg. Das Berliner Institut für Welternährung e.V. unterstützt den neuen Verein in der Aufbauphase.

Gemeinsam im Verein wollen die Ernährungsräte künftig Projekte zu den Themen Ernährungsbildung, Gemeinschaftsverpflegung, Regionalität und Saisonalität, regionale Wertschöpfungsketten bzw. Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette anstoßen und dabei ihr Netzwerk weiter ausbauen.

Bei Fragen können sich interessierte Bürger*innen auf der Homepage http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de informieren oder eine Mail an peter.wogenstein@t-online.de schreiben.
Da die Arbeit im Verein „Netzwerke Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ i.d.R. ehrenamtlich ist, sind Fördermitglieder sehr willkommen.

Peter Wogenstein
Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
Vorstand im Institut für Welternährung
Tel. 0172 204 9188
E-Mail: peter.wogenstein@t-online.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

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Superluminar-Folge: Zerstört unser Fleischkonsum das Klima?

Superluminar-Folge: Zerstört unser Fleischkonsum das Klima?

In der 11. Folge der Sendung Superluminar des Stern geht es um die Frage „Zerstört unser Fleischkonsum das Klima?“ Wie weit sind wir von einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion entfernt? Welches Fleisch ist besonders klimaschädlich? Und wie viele Lebensmittel landen im Müll? Redakteur Hannes Holtermann sprach darüber mit unserem IWE-Vorstand Wilfried Bommert und Alexander Schrode, Vorstand des Vereins NAHhaft.

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Symposium: Bilder machen für die Zukunft

Symposium: Bilder machen für die Zukunft

MOSAiC-Expedition; Photo: Esther Horvath

Das IWE unterstützt das Projekt „Biodiversität & Landwirtschaft“ der Neuen Schule für Fotografie. Im Rahmen des Projekts findet am Samstag, 31. Oktober das Symposium „Bilder machen für die Zukunft. Positionen der Umweltfotografie“ statt, zu dem wir Sie und Euch herzlich einladen.

Wann: 31. Oktober, 10–18 Uhr
Wo: Neue Schule für Fotografie (ausgebucht)
Live-Stream: Bitte melden Sie sich per Email bis 28. Oktober unter info@neue-schule-fotografie.berlin an.

Das Symposium stellt verschiedene Aspekte des noch jungen und fototheoretisch wenig erforschten Gebiets der Umweltfotografie vor. Wie wird die Umweltkrise in dokumentarischen und künstlerischen Positionen dargestellt? Welche historischen und zeitgenössischen Strategien gibt es in der Umweltfotografie, welche fototheoretischen Positionen? Welche Fotos haben tatsächlich Veränderungen angestoßen? Diese Fragen werden Referent*innen in ihren Vorträgen für das Symposium untersuchen.

Programm

10.15 Uhr: Begrüßung und Einführung – Dr. Susanne Holschbach und Ines Meier, Neue Schule für Fotografie

10.30 Uhr: PD Dr. Gisela Parak, Deutsches Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte Bremerhaven, „Protokoll einer verpassten Chance: Umweltschutz im Ausstellungsnarrativ der 1970er Jahre“

Mit „Project Documerica“ rief die amerikanische Umweltschutzbehörde 1971 eine Fotoagentur ins Leben, deren Bilder die Öffentlichkeit für aktuelle Themen sensibilisieren sollte. Eine besondere Funktion kam hierbei der 1974 eröffneten Ausstellung „Our Only World“ zu. Der Vortrag erörtert Programmatik und Umsetzung dieser Ausstellung und kontrastiert sie mit der 1969 im American Museum of National History präsentierten Schau „Can Man Survive?“

11.30 Uhr: Esther Horvath, Fotografin Alfred-Wegener-Institut, „Polarnight 25/24“

Als Dokumentarfotografin begleitete Esther Horvath 2019/20 Arbeit und Leben der Wissenschaftler*innen der MOSAiC-Expedition an Bord des Eisbrechers Polarstern sowie auf dem Meereis des Arktischen Ozeans. Während der monatelangen Polarnächte waren die Stirnlampen des Teams und die Scheinwerfer des Eisbrechers die einzigen Lichtquellen. Der ohrenbetäubende Wind und die tiefschwarze Dunkelheit sorgten für eine surreale Szenerie. In ihrem Vortrag nimmt Esther Horvath das Publikum mit auf eine Eisscholle und in die absolute Finsternis der Polarnächte und zeigt, wie Expeditionsteilnehmer*innen am entlegensten Ort unseres Planeten leben und arbeiten.

12.30–14 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr: Dr. Anna-Katharina Wöbse, Umwelthistorikerin, „Help! Umweltengagement und Fotografie im Anthropozän“

In den 1920er-Jahren erschüttert ein verstörendes Fotomotiv die Öffentlichkeit: Bilder von verölten Vögeln werden zu einem Topoi der internationalen Naturschutzbewegung. Sie bringen eine komplizierte Angelegenheit – die chronische Verschmutzung der Weltmeere – auf einen einfachen visuellen Punkt. Aus der Dokumentation entwickeln sich politische Aktionen – ein idealtypischer Prozess, der aber weder selbstverständlich noch einfach berechenbar ist. Der Beitrag wirft einen Blick auf Wechselwirkungen zwischen fotografischer Erzählung und Umweltengagement im 20. Jahrhundert.

15.00 Uhr: Claudius Schulze, Fotograf und Forscher, „Biosphere X“

Der Werkzyklus „Biosphere X“ führt zwei epochenprägende Entwicklungen zusammen: Das Verschwinden von Fauna einerseits und die Entstehung neuer Spezies durch künstliche Intelligenz, Bionik und Gentechnik andererseits. Während die Welt für Maschinen verständlich wird, verschwindet sie gleichzeitig für immer. Während das Physische in Bits und Bytes übersetzt wird, sterben Arten, weil deren Lebensgrundlage verloren geht. Werden Drohnen und Roboter die Tier- und Pflanzenwelt ersetzen? Können künstliche Intelligenz und Bionik dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen? Oder werden die Vorbilder aus der Natur verschwunden sein, bevor Ingenieure von ihnen lernen konnten? Welche Arten hätten sich entwickeln können, wäre die Evolution nicht gestört worden? Im Rahmen eines intensiven Forschungsprozesses bearbeitet Claudius Schulze mit großformatigen Fotografien, 3D-Scans, Animationen und seiner eigenen künstlichen Intelligenz diese Fragen.

16.00–16.30 Uhr: Kaffeepause

16.30–17.30 Uhr: Kurzpräsentationen Teilnehmer*innen Projekt „Biodiversität und Landwirtschaft“, Neue Schule für Fotografie

Die industrielle Landwirtschaft gehört zu den Hauptverursachern von Artensterben und Klimakrise, leidet aber gleichzeitig massiv unter den Folgen. Mit welchen Bildern können wir als Fotograf*innen die Öffentlichkeit auf dieses drängende Thema aufmerksam machen und positive Veränderungen bewirken? Eine Auswahl Studierender und Alumni der Neuen Schule für Fotografie, die an dem Projekt „Biodiversität & Landwirtschaft“ teilnehmen, stellen ihre fotografischen Arbeiten vor.

Das Symposium „Bilder für die Zukunft. Positionen der Umweltfotografie“ findet im Rahmen des European Month of Photography Berlin statt und ist Teil des Projekts „Biodiversität & Landwirtschaft“ der Neuen Schule für Fotografie Berlin, das durch die Heinrich-Böll-Stiftung, die Firma Hahnemühle, die GLS Bank, die Berliner Landeszentrale für politische Bildung, das Institut für Welternährung und das Ökodorf Brodowin gefördert wird.

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Systemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik

Systemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik

Ein Kommentar von IWE-Vorstand Wilfried Bommert zur EU-Agrarreform

Es sind die Worte, die Realitäten schaffen. Was politisch nicht zu erreichen ist, wird wenigstens verbal hochgehalten, um zu Hause nicht ganz das Gesicht zu verlieren.

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner steht unter Druck von vielen Seiten. Von der Agrarlobby, die ein „weiter so“ mit ihren Traktoren erzwingen will. Von der Ernährungsindustrie, die die Ministerin als willfähriges Aushängeschild für ihre kalorienreiche aber gesundheitsarme Massenproduktion nutzt. Von den Umweltverbänden, die versuchen, ihr eine Ernährungswende abzuringen. Mit der deutschen Präsidentschaft hat sie nun auch noch die unwilligen Staaten Europas am Hals, die in ihrer Mehrheit alles wollen außer Bewegung und schon gar keine ökologische. Wer vor dieser Szenerie nicht verzweifelt, muss ein dickes Fell haben oder ein strategisches Sprachvermögen. Und das kann man der Ministerin nicht absprechen, als sie nach durchgesessener Nacht an die Öffentlichkeit trat und ein Ergebnis verkünden musste, dass keinerlei Taten in Richtung einer klimaverträglichen Landwirtschaft enthält. Was ihr und ihren Berater*innen blieb, um wenigstens die eigene Haut zu retten, war Wording. Die richtige Wortwahl, die verschleiert und beschönigt, was nicht zu beschönigen ist.

Der Kompromiss um die Zukunft der europäischen Agrarpolitik gibt vor, ein Meilenstein in Richtung Umweltverträglichkeit zu sein. Zwanzig Prozent der Mittel, die bisher wahllos verteilt wurden, sollen in Eco-Schemes fließen – Umweltprogramme, die sich die Nationalstaaten selbst ausdenken können. Und wenn die Bauern da nicht anbeißen, fällt das Geld zurück in die alte Gießkannenförderung. Meilenstein, super!

Dieser Mogelpackung auch noch der Titel „Systemwechsel“ umzuhängen, zeigt die Not, in der die Ministerin steht. Sie muss mit einem vorzeigbaren Ergebnis zurück in ein Deutschland kommen, in dem die Grünen immer mehr Land gewinnen. Und wenn das der Kompromiss nicht hergibt, dann zumindest das Wording, mit dem er nun verkauft werden soll. Wer Geschichten kennt, der denkt hier an „Des Kaisers neue Kleider“. Sie sollten die peinliche Nacktheit einer Majestät kaschieren, die längst den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat.

Das Verfahren macht klar, das nach wie vor Einsteins Lehrsatz gilt: Die, die mit ihrer Strategie den Karren in den Dreck gefahren haben, werden ihn mit der gleichen Strategie nicht heraus bekommen. Da braucht es andere Kräfte. Und die sitzen nicht in Brüssel oder Straßburg am Verhandlungstisch, sondern in Köln und Hamburg, in Berlin und München – in mehr als 50 deutschen Städten. Sie sitzen als Bürger*innen in Ernährungsräten, die sich vorgenommen haben, das verfahrene Ernährungssystem politisch von unten neu aufzustellen, in der Region, für die Region, fair und klimaverträglich. Für sie ist das Signal aus Brüssel ein Meilenstein, der ihnen klar macht, dass es für ihre Arbeit an einer Ernährungswende von unten keine Alternative gibt. Und es ist ein Aufruf zum Systemwechsel, nicht als rhetorische Hülse, wie die deutsche Agrarministerin ihn nutzt, sondern als Vision, die Realität werden kann, wenn man ehrlich und engagiert daran arbeitet. Politik statt Wording und nicht Wording statt Politik.

IWESystemwechsel und Meilensteine – Wording statt Politik
Bio kein Exportschlager

Bio kein Exportschlager

Der folgende Beitrag von IWE-Vorstand Wilfried Bommert wurde in der Zeitschrift Ökologie & Landbau veröffentlicht.

Das Ökokonzept der Industrieländer baut auf funktionierende Institutionen, Wohlstand und Wissen auf – wo Korruption und Armut zum Alltag gehören, ist es keine Option. Eine ökologisierte Landwirtschaft hingegen schon.

Hinderlich für einen „Exportschla­ger Bio“ ist nicht nur die erfor­derliche Zertifizierung und die damit verbundene stete Prüfung und Etikettie­rung, die der Expertise bedarf und viel Geld verschlingt. Hinderlich ist auch, dass die meisten Bäuerinnen und Bauern im Globalen Süden arm sind und die landwirtschaftlichen Organisationen ebenso desolat wie die staatliche Verwal­tung. Hinzu kommt das fehlende Ver­ trauen in öffentliche Kontrolle, wo Vetternwirtschaft und Bestechung zum Alltag gehören. Das Biokonzept der Industrieländer setzt auf Vertrauen, Wohlstand und Expertise, deshalb kann es kein Exportmodell werden.

Die Mehrheit der Menschen im Globalen Süden lebt in Armut. Die Kundschaft auf den Märkten kann nur mit Kleingeld be­zahlen. Auch wenn sie rasend schnell wachsen, in den Megastädten des Südens entstehen keine Wohlstandsblasen. Ihr Wachstum ist die Folge von Landflucht, von bewaffneten Konflikten, von Hunger und Unterdrückung. Was hier nottut, ist nicht EU­Öko, sondern ein robustes ökologisches System, das sichere und preiswerte Ernährung vor Ort schafft. Urbane Gärten, die in Form von Genos­senschaften und ohne Pestizide und Kunstdünger bewirtschaftet werden, so wie sie in den Städten Kubas und auch in Argentinien anzutreffen sind.

Oder auch eine stadtnahe ökologische Kleinlandwirtschaft, wie sie unter der Regierung Lula in Brasilien propagiert wurde und auch heute noch über lokale Märkte und ein Netz von „Restaurante Popular“ die Armen Brasiliens speist. Dazu gehören auch die Haus-­ und Bauerngärten, die mit ihrer Vielfalt an Gemüse und Obst die Märkte in Afrika versorgen. Das „System of Rice Intensification“ gehört ebenfalls zu den ökologischen Vorbil­dern. Es verzichtet auf synthetischen Stickstoff und Pestizide, lässt die Nass­phase des Reisanbaus ausfallen, verzichtet auf die Hälfte des sonst üblichen Was­sers sowie auf den klimaschädlichen Methanausstoß.

„Push and Pull“ heißt ein anderes agrarökologisches System, das erfolgreich auf den Maisfeldern die Fressfeinde fernhält. Und schließlich Agroforstwirtschaft, das ökologische Zu­sammenwirken von Bäumen und Land­wirtschaft. Es ist im indischen Hochland zu Hause und sorgt dort für sichere Er­träge. Das alles ist ökologische Landwirt­schaft in ihrer globalen Vielfalt, aber ohne Zertifikat. Und sie steht für das, was der Weltagrarbericht bereits 2008 forder­te: eine agrarökologische Evolution.

Das Konzept der Agrarökologie wird die Zukunft der Welternährung bestimmen. Es umfasst nicht nur die Ökologie der Bewirtschaftung und ihrer Umwelt­folgen, sondern auch das Zusammenwir­ken mit der Natur, den Menschen und ihren Kulturen. Auch wenn die Ertrags­kraft der agrarökologischen Systeme ger­ne von der konventionellen Seite herab­ gesetzt wird, besitzen sie mehr Potenzial als bisher angenommen. Das Internatio­nal Panel of Experts on Sustainable Food Systems (IPES­-Food) stellte 2016 fest, dass durch agrarökologische Evolution eine Steigerung der Erträge um bis zu 80 Prozent möglich sei. Olivier De Schut­ter, der UN­Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, kam schon 2011 zu dem Ergebnis, dass agrarökologische Methoden die Ernten besonders in afrikanischen Staaten verdoppeln könnten.

Unberücksichtigt dabei sind Forschung und Ausbildung, die zusätzliches Poten­zial erschließen könnten, denn die öko­logische Agrarforschung liegt in den Ländern des Südens ebenso danieder wie die landwirtschaftliche Fachausbildung. Was fehlt, ist Geld, vor allem das des Glo­balen Nordens. Das fließt noch immer vor allem in agroindustrielle Großkon­zepte. Wenn Europa im Globalen Süden ökologisch ins Spiel kommen will, dann nicht mit seinem EU­Ökomodell, son­dern mit einer grundlegenden Ökologi­sierung seiner Agrarwirtschaft als Vor­bild für die Welt. Darin liegt die europäische Herausforderung und die der deutschen Präsidentschaft.

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