Werkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022

Werkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022

Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung laden Sie und Euch herzlich zu unserem gemeinsamen digitalen Werkstattgespräch zur Zukunft der Ernährung am 14. Januar 2022 von 10-12 Uhr ein. Unser Thema: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU

Nach Schätzungen der EU-Kommission sind 60 bis 70 Prozent der europäischen Böden in keinem guten Zustand. Diese Bodenverschlechterung verursacht in der EU jährlich Kosten in Höhe von 50 Milliarden Euro und schlimmer noch: die Degradierung gefährdet die Ernährungssicherheit zukünftiger Generationen. Zweifellos: Europa braucht eine zukunftsfähige Bodenpolitik!

Die im November 2021 erschienene Europäische Bodenstrategie nimmt den verbindlichen Schutz der Bodengesundheit, nachhaltigere landwirtschaftliche Praktiken und eine Begrenzung der Flächeninanspruchnahme in den Blick und schlägt einen „Boden-Pakt für Europa“ vor. Zudem unterstreicht sie die Notwendigkeit eines rechtsverbindlichen Rahmens für ein nachhaltiges Ernährungssystem in der EU. 

Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung möchten im Rahmen der Berliner Werkstattgespräche zur Zukunft der Ernährunggemeinsammit Boden-Expert*innen aus Wissenschaft, EU-Kommission, Europäischem Parlament und zivilgesellschaftlichen Organisationen die Chancen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Bodens in der EU ausloten.

Nach Impulsvorträgen von Dr. Andrea Beste, Büro für Bodenschutz & Ökologische Agrarkultur und Mirco Barbero, EU-Kommission, DG ENV-Referent für Bodenschutz und nachhaltige Landnutzung und Damiano di Simine, Legambiente & Soil4Life folgt eine Diskussion mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments:

  • Martin Häusling, Grüne / Freie Europäische Allianz
  • Marlene Mortler, Europäische Volkspartei
  • Maria Noichl, Progressive Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament

Moderation: Tanja Busse, Journalistin und Autorin

Unser Werkstattgespräch über die nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU wird im Rahmen des Soil4Life Projekts gefördert und findet mit englischer Verdolmetschung statt. 

Sie können sich für die Diskussion bis zum 12.01.2022 auf dieser Seite anmelden. Sie bekommen die Zugangsdaten zur Veranstaltung am 13.01. per E-mail zugesendet.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und auf einen konstruktiven Austausch.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. Nina Wolff
Amtierende Vorsitzende 
Slow Food Deutschland e. V.
nina.wolff@slowfood.de
+49-(0)170 81 27 346

Dr. Wilfried Bommert 
Sprecher des Vorstandes
Institut für Welternährung e. V.
wilfried.bommert@institut-fuer-welternaehrung.org
+49-(0)173-9552544
 

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The webinar is organised as part of the SOil4life project co-financed by the European Commission through the Life programme

IWEWerkstattgespräch: Nachhaltige und faire Bodennutzung in der EU am 14. Januar 2022
Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Deutschland zählt im europäischen und internationalen Vergleich in Sachen verantwortlicher Ernährungspolitik zu den „Nachzüglern“, stellen Slow Food Deutschland und das Institut für Welternährung in einem gemeinsamen Brief an die Mitglieder des Koalitionsausschusses fest.
 
„Eine neue Regierung muss die Chance nutzen und dieses Defizit wettmachen“, betont Dr. Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung e.V. „Das Trilemma aus Klima-, Biodiversitäts- und Gesundheitskrise“, so Dr. Nina Wolff, Vorsitzende von Slow Food Deutschland e.V., „erfordert einen entschiedenen Kurswechsel zu einer integrierten, ressortübergreifenden Ernährungsstrategie.“
 
Im Zentrum müsse die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Mensen stehen. Sie präge heute die Ernährungsstile von morgen. Öffentliche Kantinen sollten als Vorbilder Klima-, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsstandards umsetzen. Um dies zu beschleunigen, sollte ein „Bundesprogramm Nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung“ aufgelegt werden. Ein weiterer zentraler Aspekt liege in einer handlungsorientierten Ernährungsbildung für alle gesellschaftlichen Gruppen.
 
Insgesamt müsse das ernährungspolitische Augenmerk künftig auf fairen Ernährungsumgebungen liegen, die allen Bürgerinnen und Bürgern nachhaltige Essensentscheidungen ermöglichen.
 
Eine nachhaltige Ernährungspolitik sollte eine der Kernaufgaben der nächsten Legislatur werden. „Wir fordern mit Nachdruck, die Neuausrichtung der Ernährungspolitik als ganzheitliche Ernährungsstrategie in den Koalitionsverhandlungen voranzutreiben“, so Dr. Nina Wolff und Dr. Wilfried Bommert in ihrem Schreiben an die Mitglieder des Koalitionsausschusses.

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„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet

„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet

„Cooking for Future“, Foto: Vuk Latinovic

„Cooking for Future“ heißt die Aktion, die vom IWE-Vorstandsmitglied Agnes Streber und ihrem Verein „Kinderleicht“ ins Leben gerufen wurde. Sie ging am 16. Oktober 2021 mit Unterstützung des Instituts für Welternährung in Gröbenzell bei München an den Start. Aushängeschild ist ein umgebautes Lastenfahrrad, auf dem eine mobile Küche installiert wurde. Die Freiluftküche ist mit Koch- und Arbeitsflächen und einer Platte für hauchdünne Pfannkuchen und Crêpes ausgestattet und funktioniert mit Kühlung, Spüle, Wasser und Abwasserbehältern fast vollkommen autark.

Das Cooking Mobil wird in der bayrischen Gemeinde Gröbenzell unterwegs sein. Als Köchinnen treten die Projektleiterinnen Nina Helleberg und Agnes Streber in die Pedalen. Ihre Devise: „Gutes Essen und gutes Klima sind kein Widerspruch. Kochen für eine gute Zukunft ist kinderleicht, wenn man weiß, wie es geht.“

v.l.: Nina Helleberg, Agnes Streber, Martin Schäfer, Foto: Vuk Latinovic

Wie notwendig eine Ernährungswende in Richtung Klima und Nachhaltigkeit ist, unterstrich der Vorstandssprecher des Instituts für Welternährung Dr. Wilfried Bommert, der zum Start der Aktion aus Berlin (mit der Bahn) angereist war. Mit dem Cooking Mobil setze Agnes Streber und ihr Verein „Kinderleicht“ ein Zeichen. Das Leuchtturmprojekt habe die Kraft, weit über die Region hinaus zu wirken.

Projektleiterin Agnes Streber und IWE-Sprecher Wilfried Bommert, Foto: Vuk Latinovic

Davon, dass die Küche funktioniert, überzeugte sich Martin Schäfer, Bürgermeister der Gemeinde Gröbenzell, persönlich. Er bereitete mit Schürze, Kochhaube und Kochlöffel bewaffnet eine Rote Beete Suppe zu. Und die habe ihn, obwohl er kein Freund der Roten Beete sei, nun doch überzeugt.

„Man muss die Menschen animieren, dann machen sie auch mit“, sagte der Bürgermeister und unterstrich damit, worum es den Projektleiterinnen Nina Helleberg und Agnes Streber bei der Aktion Cooking for Future geht: Vor allem Kindern und Jugendlichen Mut machen, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Projektleiterinnen Agnes Streber (links) und Nina Helleberg, Foto: Vuk Latinovic
IWE„Cooking for Future“ erfolgreich gestartet
Save the Date: IWE-Sommerakademie am 14. August 2021

Save the Date: IWE-Sommerakademie am 14. August 2021

Save the Date IWE-Sommerakademie 2021

„Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft“, 14. August 2021 von 11:00 – 16:00 Uhr per Zoom

Wir leben in unsicheren Zeiten. Corona hat uns gezeigt, wie verletzlich wir und unsere Lebensumstände sind. Corona hat uns aber auch davon abgelenkt, dass sich im Hintergrund eine weit gefährlichere Welle aufbaut. Klimaextreme, Artensterben, Schwund fruchtbarer Böden und Wasserreserven führen in eine explosive Gemengelage, die nichts Gutes für die Welternährung verheißt.

Die Landwirtschaft der Zukunft muss diese Herausforderungen nicht nur gewachsen sein, sie muss heilen und regenerieren, was zerstört und geschädigt ist. Vom Klima über die Artenvielfalt bis zur Bodenfurchtbarkeit. Es geht um aufbauende agrarökologische Konzepte. Sie werden zum Goldstandard einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung.
Und sie existieren bereits und wirtschaften mit Erfolg.

Ihre Praxis werden sie vorstellen auf unserer IWE Sommerakademie 2021 zum Thema „Agrarökologische Konzepte als künftiger Goldstandard der Landwirtschaft“ am 14. August 2021 11:00 – 16:00 Uhr als Zoom Konferenz.

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Einladung zum IV. World Organic Forum der Akademie Schloss Kirchberg

Einladung zum IV. World Organic Forum der Akademie Schloss Kirchberg

Akademie Schloss Kirchberg sendet digitalen Auftaktimpuls zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele Agenda 2030 – IV. World Organic Forum vom 16. bis 18.03.2021

„Wie bringen wir die globalen UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung zur Schaffung einer gerechten und zukunftsfähigen Welt Zuhause in der Region auf den Boden?“ So lautet die Leitfrage des von Rudolf Bühler und der Stiftung Haus der Bauern – Akademie Schloss Kirchberg initiierten IV. World Organic Forum vom 16. bis 18. März 2021.

Ausgehend von Schloss Kirchberg wird der Kongress mit vielen prominenten Expert:innen sowie Teilnehmer:innen aus der ganzen Welt wegen der Pandemie komplett online stattfinden. Das Institut für Welternährung (IWE) unterstützt die Ziele der Tagung, insbesondere die Gründung eines internationalen Netzwerks an Nachhaltigkeits-Regionen. Dies sei eine Chance, betont Wilfried Bommert, Vorstandssprecher des IWE, die Welt und ihre Ernährung in vielen Bottom-Up Initiativen aus der Zivilgesellschaft heraus zukunftsfähig und lebenswert zu gestalten.

Eröffnet wird das Forum vom Ehrenpräsidenten des Club of Rome, Prof. Ernst-Ulrich von WeizsäckerDr. Hans Herren, Mitherausgeber des Weltagrarberichts und Präsident der Biovision Stiftung, Zürich, wird ebenso wie Sophia Bachmann (UN-Jugenddelegierte für nachhaltige Entwicklung) und Louise Luttikholt (Executive Director IFOAM-Organics International) in Vorträgen und Workshops fünf der insgesamt 17 Sustainable Development Goals besonders unter die Lupe nehmen. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie die UN-Ziele für die ländliche Entwicklung und nachhaltige Wertschöpfung in der Region konkret umgesetzt werden können. Mit Expert:innen unter anderem aus Sansibar, Ägypten und Oberbayern, Indien, Brasilien, aus Hohenlohe, der Rhön und aus Waldsassengau werden die Referent:innen und Teilnehmner:innen ihre Ideen und Erfahrungen bündeln.

Zur Veröffentlichung des vielseitigen Veranstaltungsprogramms betont Rudolf Bühler, Vorsitzender der Stiftung Haus der Bauern sowie Gründer & Vorstandsvorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall: „Das diesjährige World Organic Forum ist der Startschuss für neue Kooperationen. Wir wollen Ideen schmieden und bestehende Leuchtturmprojekte der nachhaltigen Entwicklung noch weiter zum Strahlen bringen. Unser Ziel ist die Gründung eines internationalen Netzwerks der SDG-Regionen!“ 

Programm und Anmeldungen über:

www.schloss-kirchberg-jagst.de/wof

Pressekontakt und Rückfragen:
Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft
Frederik Schulze-Hamann
Schloss Kirchberg
Schlossstraße 16
74952 Kirchberg/ Jagst 
E-Mail: akademie@hdb-stiftung.com
Tel.: +49 (0) 7954 9 21 18 80

IWEEinladung zum IV. World Organic Forum der Akademie Schloss Kirchberg
Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Gewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben

Die Plattform Ernährungswandel zeichnet, nach 2018, zum zweiten Mal Artikel und Projektvorstellungen und, dieses Jahr zum ersten Mal Personen mit besonderen Leistungen, aus, die sich mit dem Ernährungswandel befassen. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung und Bewerbung innovativer Leuchtturmprojekte im Bereich nachhaltige Ernährung. Insgesamt wurden 7 Personenportraits, 18 Projektvorstellungen und 11 Artikel eingereicht.Unter der Berücksichtigung der Wertung der Nutzer*innen auf der Plattform und dem NAHhaft Facebook Account entschied sich die Jury bestehend aus Tanja Busse, Anne Glöggler, Karin Vorländer und Stephanie Wild für die folgenden Gewinner*innen:

Kategorie Artikel:
1. Platz: “​Bürgerbündnis erkämpft öko-soziale Landvergabe​” von Jutta Schneider-Rapp
2. Platz. “C​limate Change Mitigation in EU-Food Systems. A Holistic Approach​.” von Jana Eisberg
3. Platz: “​Aus der Krise lernen. Für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem.”​ von Fiona Steinert

Die Jury sah es als besonders wichtig an, sowohl die lokale Landvergabe als auch die hochaktuelle EU-Agrarpolitik ins Rampenlicht rücken zu lassen.

Kategorie Projektvorstellung:
1. Platz: “​Kornwerk Pflanzendrinks zur Förderung alter Getreidesorten als Kulturgut​” von Kornwerk
2. Platz: “​Unser Klimaessen”​ von dem Studentenwerk OstNiedersachsen
3. Platz: “​Landwirtschaft & Biodiversität – Bilder für die Zukunft​” von der Neuen Schule für Fotografie Berlin

Die Jury sah es als bemerkenswert an, dass so viele qualitativ hochwertige und innovative Projekte vorgestellt wurden.

Kategorie Personenportrait:1. Platz: “​Nachhaltigkeit Rundum organisieren​” von Gregor Scholtyssek

Den Leistungen von Dr. Karl von Koerber (s. Artikel “​Leben für nachhaltige Ernährung“​) sprach die Jury eine besondere Würdigung fürs Lebenswerk zu.Die Preise sind mit Beträgen zwischen 100 und 1.000€ dotiert und werden durch die Förderung der BKK ProVita und in Kooperation mit dem Institut für Welternährung e.V. (IWE) ermöglicht. Die Initiatoren gratulieren den Gewinner*innen und bedanken sich bei der Jury sowie bei allen Teilnehmer*innen.Mehr Informationen zum Wettbewerb und die Jury finden Sie hier und hier

Über NAHhaft
NAHhaft e.V. ist eine unabhängige und gemeinnützige Forschungs- und Beratungsorganisation und setzt sich für die sozial-ökologische Ausrichtung von Ernährungssystemen ein. Wir erforschen Strategien, wie Ernährungssysteme zukunftsfähig gestaltet werden können, fördern das Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Ernährung, beraten Kommunen und Gemeinschaftsgastronomie zu nachhaltiger Lebensmittelversorgung und fördern Dialog und Vernetzung.

Pressekontakt Nahhaft
Alexander Schrode: presse@nahhaft.de, Tel.: 030 55 57 07 33

Foto: Diorama Naturkundemuseum, (c) Thilo Mokros
IWEGewinner*innen des Wettbewerbs Plattform Ernährungswandel bekannt gegeben
Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Nachhaltige Ernährungspolitik für Deutschland

Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern heute, 14. Januar 2021 in einem gemeinsamen Brief die Fraktionen des Deutschen Bundestages, der Landtage und die Parteien auf, die Wahlen 2021 für einen Kurswechsel in der Ernährungspolitik zu nutzen. Ziel sollte laut beider Organisationen sein, Ernährungspolitik in einem Ressort anzusiedeln, das unabhängig von den Interessen der Agrar- und Ernährungsindustrie handelt und sich ausschließlich der Gesundheit der Bevölkerung und einer zukunftsfähigen Ernährungspolitik verpflichtet.

Der Hintergrund für diese Forderung ist die Tatsache, dass sich die Ernährungslage der Bevölkerung trotz voller Supermarktregale zusehends verschlechtert, ernährungsbedingte Krankheiten stark zunehmen und Übergewicht besonders bei Kindern und Jugendlichen um sich greift. Die Ernährungskompetenz geht immer weiter verloren. Die damit verbunden Folgen übersteigen mittlerweile die gesundheitlichen Schäden, die durch den Konsum von Alkohol, Drogen und Nikotin angerichtet werden.

Eine wirksame Antwort auf diese epidemische Fehlernährung hat die deutsche Politik bisher nicht gefunden. Im Wahljahr 2021 sehen die Unterzeichner die Chance für einen politischen Kurswechsel, der Mensch, Tier, Umwelt und Klima gleichermaßen zugute käme. Das Institut für Welternährung und Slow Food Deutschland fordern die Parteien dringend auf, eine nachhaltige Ernährungspolitik ganz oben auf Ihre politische Agenda für die kommende Bundestagswahl zu setzen.

Ansprechpartnerinnen für Rückfragen: 

Institut für Welternährung
Sabine Jacobs: 030 28855285

Slow Food Deutschland
Sarah Niehaus: 030 200 04 75 13

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Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Neuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Der Vorstand: Walter Dieckmann, Lüneburg, Alina Seiler, Göttingen, Judith Busch, Oldenburg, Peter Wogenstein, Hannover (von links nach rechts). Foto: Peter Wogenstein. Abdruck honorarfrei

Gemeinsam für eine Ernährungswende – Der neue Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen

Die Zahl der Ernährungsräte und entsprechender Gründungsinitiativen wächst bundesweit, auch in Niedersachsen. 2017 wurde der erste Ernährungsrat in Oldenburg gegründet, danach folgten die Städte Hannover, Lüneburg und Göttingen. Um auf Landesebene „Flagge zu zeigen“, haben am 14.12.2020 die Ernährungsräte aus Göttingen, Hannover, Lüneburg und Oldenburg den Verein „Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ gegründet. Der Ernährungsrat Niedersachsen versteht sich als Plattform für den Austausch aller Ernährungsräte und Initiativen in Niedersachsen und will neue Initiativen vor Ort im Land unterstützen.

Als Zusammenschluss von Bürger*innen, Menschen aus der Ernährungswirtschaft und der Politik, setzen sich Ernährungsräte für ein regionales, ökologisches und faires Ernährungssystem in ihrer Region ein. Sie nehmen in Augenschein, was in den Städten bisher kaum beachtet wird: die ganze Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller. Sie fragen: Wie können wir dafür sorgen, dass unserer Stadt auch unter dem Stress des Klimawandels sicher und vielfältig aus der Region ernährt werden kann? Welche Infrastruktur in Handel und Verarbeitung ist dazu notwendig? Wie kommen wir weg von weiten Transportwegen für Tiere, Obst und Gemüse hin zu lokalen Kreisläufen, ökologisch, tiergerecht und fair gegenüber Mensch und Natur?

Seit Anfang 2020 kooperieren die Vertreter*innen der Ernährungsräte verstärkt miteinander, um den notwendigen Wandel auch auf Landesebene mitzugestalten. So arbeitet der Ernährungsrat Niedersachsen im Beirat des Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft (ZEHN) mit, 2019 gegründet von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Judith Busch, Vorstandsmitglied des neu gegründeten Vereins, vertritt dort die Positionen des Ernährungsrats Niedersachsen bei der Erarbeitung einer Ernährungsstrategie für Niedersachsen.

„Ernährungsräte haben die Stärke, durch ihre enge Vernetzung in ihrer Region mit allen relevanten Akteuren des Ernährungssystems die notwendigen Maßnahmen direkt vor Ort anstoßen und umsetzen zu können. Wir sehen uns als wichtigen Partner bei einer Ernährungswende hin zu mehr Regionalisierung und Ökologisierung. Wir finden es wichtig, dass wir die Möglichkeit erhalten haben, unsere Perspektive auf das Thema Ernährung in die Erarbeitung der Strategie einfließen zu lassen. Wir erwarten, dass viele unserer Vorschläge und Ideen mit aufgenommen werden,“ so Judith Busch, neue Vorstandssprecherin.

„Die bisherigen Gespräche mit Frau Otte-Kinast haben gezeigt, dass in Sachen Ökologisierung der Landwirtschaft, schonender Umgang mit den begrenzten Ressourcen Boden und Grundwasser und Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten noch viel Luft nach oben ist. Wir brauchen ein gemeinsames Bild unserer Landwirtschaft und unseres Ernährungssystems der Zukunft. Da müssen wir weiter am Ball bleiben. Und wir müssen mehr werden!“ ergänzt Peter Wogenstein, neuer Vorstandssprecher des Ernährungsrats Niedersachsen.

Ergänzt wird der Vorstand durch Alina Seiler, Göttingen, und Walter Dieckmann, Lüneburg. Das Berliner Institut für Welternährung e.V. unterstützt den neuen Verein in der Aufbauphase.

Gemeinsam im Verein wollen die Ernährungsräte künftig Projekte zu den Themen Ernährungsbildung, Gemeinschaftsverpflegung, Regionalität und Saisonalität, regionale Wertschöpfungsketten bzw. Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette anstoßen und dabei ihr Netzwerk weiter ausbauen.

Bei Fragen können sich interessierte Bürger*innen auf der Homepage http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de informieren oder eine Mail an peter.wogenstein@t-online.de schreiben.
Da die Arbeit im Verein „Netzwerke Ernährungsräte Niedersachsen e.V.“ i.d.R. ehrenamtlich ist, sind Fördermitglieder sehr willkommen.

Peter Wogenstein
Sprecher des Ernährungsrats Niedersachsens
Vorstand im Institut für Welternährung
Tel. 0172 204 9188
E-Mail: peter.wogenstein@t-online.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de

IWENeuer Verein Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen will landesweit vernetzen
Rheinisches Revier: Agrar-Modelle von gestern für die Welt von morgen?

Rheinisches Revier: Agrar-Modelle von gestern für die Welt von morgen?

Haloorange, CC BY-SA 3.0

Agrar-Modelle von gestern für die Welt von morgen?
Zivilgesellschaft protestiert: NRW verpasst Chancen für grüne Innovationen
 
Nach dem Ende der Braunkohle hätte NRW eine große Chance: sich als Vorreiter für eine sichere, gesunde und bürgernahe Ernährung zu profilieren. Doch diese Chance scheint das Land zu verspielen. In seinem Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier wird die Intensivlandwirtschaft von gestern als Modell für morgen herausgestellt. Gegen diese rückwärtsgewandte Politik richtet sich der Protest eines breiten Bündnisses zivilgesellschaftlicher Organisationen, Bürger und Bauern. In einem offenen Brief an die Landesregierung fordern sie stattdessen das Modell einer nachhaltigen, ökologischen Landwirtschaft, die die nahen Metropolen sicher mit gesunden Lebensmitteln versorgt und lebenswerte Landschaften sichert. Dies sollte als Schwerpunkt in das Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Revier aufgenommen werden.
 
Wilfried Bommert, Sprecher des Instituts für Welternährung, unterstützt die gemeinsame Stellungnahme der Zivilgesellschaft und betont: „Die Corona-Pandemie und der Klimawandel zeigen uns die Grenzen der Globalisierung auf. Systemrelevante Lebensbereiche, und dazu zählt unsere Ernährung, müssen in Zukunft wieder mehr in die Region zurückgeholt und widerstandsfähig organsiert werden. Ökologisch, regional, saisonal und fair“, so Bommert, „sind die Grundsteine für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem. Es geht um Innovativen und es wäre fatal, wenn das Land NRW diesen Bereich links liegen ließe. NRW sollte die Chance im Rheinische Revier nutzen und ein grünes Vorbild für das 21. Jahrhundert entwickeln.“

Die gemeinsame Stellungnahme zum Wirtschafts- und Strukturprogramm für das Rheinische Zukunftsrevier 1.0 können Sie hier als PDF herunterladen.

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Essen in Zeiten von Corona: 7 Empfehlungen, die das Immunsystem stärken

Essen in Zeiten von Corona: 7 Empfehlungen, die das Immunsystem stärken

Es geht um unsere Abwehrkräfte. Wenn das Virus angreift, müssen wir fit sein. Wir können unsere körpereigene Abwehr stärken und zugleich das Klima schonen. Wie, das hat das IWE Vorstandsmitglied Agnes Streber zusammengefasst, sie leitet das Ernährungsinstitut Kinderleicht in München. 

1.    Viel frisches Gemüse und Obst essen
So bunt und saisonal wie es im März nur geht. Obst und Gemüse sind wertvolle Lieferanten der Vitamine A, C und E, enthalten Antioxidantien und Bitterstoffe, die die Abwehrkräfte stärken und aktivieren. Vor allem Gemüse und Salatsorten, die viele Bitterstoffe enthalten, sind stärkend für die Abwehr. Beispiele dafür sind Radicchio, Endiviensalat, Chicorée, Rucola und jegliche Kohlsorten wie Grünkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Blumenkohl. Aber auch Klassiker wie Karotten, rote Bete, Spinat und Fenchel sind genussreiche Unterstützer, um gesund zu bleiben.

2.    Auf Vollkornprodukte zurückgreifen
Vollkornmehl enthält viele Ballaststoffe, die für einen gesunden Darm, eine gute Verdauung und lange Sättigung sorgen. Darüber hinaus liefern sie wertvolle Mineralstoffe und Vitamine. Vor allem Zink, Eisen und Selen sind im Zusammenhang mit dem Immunsystem besonders wichtig. Diese sogenannten Spurenelemente finden sich vor allem in Hafer(-flocken), Hirse, Paranüssen, Sonnenblumen- und Kürbiskernen sowie Weizenkeimlingen. 
Tipp: Sprossen und Keimlinge (Anleitungen bei YouTube) können ganz leicht selbst gezogen werden und machen sich hervorragend im selbst gebackenen Brot!

3.    Mit Gewürzen und Kräutern kochen
Wärmende Gewürze wie Ingwer, Kurkuma, Zimt, Chili, Curry, Muskat und Kreuzkümmel sind reich an ätherischen Ölen, können gut gegen Viren wirken und machen das Essen gleichzeitig noch schmackhafter. Frische Kräuter haben ebenso eine positive Wirkung auf das Immunsystem und sollten vielseitig beim Kochen eingesetzt werden. Gleichzeitig kann der Verzehr von Salz so verringert werden. 
Tipp: Kresse selber ziehen und in der Küche griffbereit mit Brettchen und Messer hinstellen!

4.    Viel trinken
Ideal sind täglich 1,5-2 L Wasser und besonders zur Erkältungszeit werden die Schleimhäute somit vor dem Austrocknen geschützt. Wasser kann mit Zitronen- und Orangenscheiben und Ingwerstückchen aufgepeppt werden und liefert somit noch mehr Gutes für’s Immunsystem. Wärmende Kräutertees sind ebenfalls sehr empfehlenswert und bringen noch mehr Geschmack. 

5.    Wenig Zucker und keinen Alkohol
Zuckerreiche Lebensmittel liefern viele Kalorien aber keine gesunden Nährstoffe. Der Körper arbeitet, um die Süßigkeiten zu verdauen, bekommt aber nichts Gutes dafür. Auch auf Alkohol sollte lieber verzichtet werden. Süße gesündere Leckereien wie z.B. Energiekugeln, Popcorn, Haferriegel mit Schokolade, Puddings und Müslibällchen können leicht selbst zubereitet werden.

6.    Fleisch und Wurstwaren
Wir empfehlen, nach Möglichkeit auf Fleisch zu verzichten. Für Fleischliebhaber*innen gilt die Empfehlung, nicht mehr als 2-3 Mal pro Woche Fleisch zu verzehren und dies unbedingt aus biologischer Haltung zu kaufen. 

7.    Sonnenlicht und Bewegung an der frischen Luft
Jeden Tag ein großer Spaziergang von mindestens 1-2 Stunden, möglichst zur Mittagszeit und in der Sonne, hilft unserem Körper, das immunstärkende Vitamin D zu produzieren. Draußen an der frischen Luft ist es außerdem möglich, die Empfehlung von 2 Meter Abstand gut einzuhalten und so dem Ansteckungsrisiko aus dem Weg zu gehen. Nutzen Sie doch die Zeit für ausgiebige Spaziergänge oder Fahrradtouren und bewegen Sie sich täglich an der frischen Luft. 

Agnes Streber steht als Ernährungsexpertin für Interviews und als Gesprächspartnerin zur Verfügung unter:
Tel: 089/716 77 50 30
Mail: info@kinderleichtmuenchen.deagnes.streber@institut-fuer-welternaehrung.org

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