Insekten weg – keiner Schuld?

Insekten weg – keiner Schuld?

Kommentar von IWE-Sprecher Wilfried Bommert

Quelle: Flickr CC BY-NC-SA 2.0

Wer ist schuld? Wir nicht, tönt die Lobby der Feldspritzen und Düngerstreuer. Wir nicht, echot es aus den Konzernen, die mit Insektiziden ihre Gewinne machen. Achselzucken bei den Verantwortlichen der Politik. So What? War’s nicht vielleicht der Klimawandel, das Extremwetter? Ausweichmanöver, wie wir sie kennen.

Bleiben wir hartnäckig. Könnte es sein, dass es die üblichen Verdächtigen sind, die nicht nur die Insekten auf dem Gewissen haben, sondern auch tatkräftig den Treibhauseffekt befeuern? Es sind die, die mit gutem Gewissen in den luftdicht verriegelten Kabinen ihrer Schlepper sitzen und auf endlosen Äckern den Spritzplan ihrer Chemiekonzerne abarbeiten. Mitläufer im großen Agromonopoly. Sie wollen dabei sein, wenn die großen Ernten eingefahren werden. Wissen Sie nicht, dass sie die Grundlagen dafür selbst zerstören?

Insekten, dass sind die, die dafür sorgen, dass wir Äpfel und Birnen essen können, Honig ernten, dass Singvögel satt werden. Ohne sie droht Kettenbruch in der Nahrungskette, auch in der unseren. Was davon wissen die, die da oben in den Schleppern sitzen? Fehlanzeige, wer in die Lehrpläne deutscher Landwirte schaut, wundert sich nicht mehr. Soviel Unwissen. Aber das schützt vor Strafe nicht, wie wir wissen. Und Insekten erteilen keine Absolution! Wenn der stumme Frühling kommt, werden wir vergeblich auf die Insekten, die Bienen und die Vögel warten, vor leeren Tellern.

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Ist eine Ernährung ohne Fleisch möglich?

Ist eine Ernährung ohne Fleisch möglich?

„The End of Meat“, R: Marc Pierschel, Credit: Mindjazz Pictures

Pro Jahr verzehrt ein Deutscher im Schnitt 60 Kilo Fleisch. Bei 85 % kommen Fleisch und Wurst jeden Tag auf den Tisch. Die Folgen u.a. für Klima, Umwelt und Tierwohl sind immens.

Bei Deutschlandfunk Kultur diskutierten IWE-Sprecher Wilfried Bommert und Regisseur Marc Pierschel („The End of Meat“) über fleischlose Ernährung und nachhaltigen Fleischkonsum.

Die komplette Sendung zum Nachhören finden Sie hier.

Den Trailer zum Dokumentarfilm „The End of Meat“ gibt es hier.

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Der Klimawandel und der Teller

Der Klimawandel und der Teller

WDR5 Interview mit IWE-Vorstand Wilfried Bommert

Anlässlich der Erscheinung seines neuen Buchs „Verbrannte Mandeln – Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht“ war IWE-Vorstand Wilfried Bommert am 11.9. zu Gast in der Sendung „Neugier genügt – Redezeit“ bei WDR5. In seinem halbstündigen Interview erklärt er, wie sich die Folgen des Klimawandels auf unsere Nahrungsmittel auswirken und beantwortet die Frage, wie wir den veränderten Bedingungen begegnen können: Die Agrarwende steht an, nur Nachhaltigkeit kann unsere Ernährung sichern.

Die komplette Sendung zum Nachhören finden Sie hier.

Mehr Informationen zur Publikation „Verbrannte Mandeln – Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht“ gibt es hier.

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Neuer Ernährungsrat in Frankfurt gegründet

Neuer Ernährungsrat in Frankfurt gegründet

Global denken, lokal handeln

Gemeinsam mit Vertretern von Transition Town Frankfurt, Slow Food, Echt Hessisch, der SOLAWI Frankfurt, dem Umweltdezernat und Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main wurde der Ernährungsrat für Frankfurt am 30. August 2017 gegründet. Der Verein Bürger für regionale Landwirtschaft & Ernährung fungiert als Träger des Ernährungsrates.

Mit der Erlangung unserer Ernährungssouveränität möchte der Ernährungsrat nicht nur für den Konsum guter Lebensmittel eintreten, sondern vor allem für Lebensmittel aus regionaler und saisonaler Produktion, die im Vordergrund stehen sollen. Der Ernährungsrat Frankfurt wird sich mit den Themen der Ernährung beschäftigen, die durch die aktiven Bürger*innen gewünscht werden. Ziel ist hierbei ein großes Netzwerk Aktiver zu schaffen.

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

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Endzeitstimmung im Land der Mastbarone?

Endzeitstimmung im Land der Mastbarone?

Kommentar von Wilfried Bommert

Kein Ei zum Frühstück? Kein Schinken, keine Wurst? Den Bürgern vergeht der Appetit auf die Produkte der Eier- und Fleischfabriken. Seit letzter Woche sinkt die Lust auf Ei dramatisch. Giftalarm. Der Fleischkonsum rutscht gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent. Der Ekel der Mastställe hat die Teller erreicht. Der Pegel an gesundheitsschädlichem Nitrat im Grundwasser steigt.

Den Wasserwerken reißt der Geduldsfaden gegenüber der Agrarlobby, die seit Jahren „freiwillig“ für sauberes Wasser sorgen will, aber von Jahr zu Jahr mehr Gülle und Stickstoff auf ihre Felder kippt.

Es geht hier nicht um schwarze Schafe, um Einzelne. Es geht um ein System, dessen Wesen immer deutlicher zutage tritt: Er geht um den Kern der industriellen Land- und Ernährungswirtschaft. Sie hat sich über 50 Jahre daran gewöhnt, dass ihre Sünden verziehen, ihre Kollateralschäden durch die Bürger gezahlt werden. Ihr ist es egal, wer unter ihr den Landwirtschaftsminister gibt. Sie sitzt fest in den Entscheidungszentralen von Bund und Ländern. Sie schreibt geräuschlos Gesetze, Verordnungen und Regierungserklärungen mit. Und sorgt dafür, dass auch die nächste Mastfabrik genehmigt, dass auch das nächste Pestizid seinen Freifahrschein bekommt. Wer glaubt, der Dieselbetrug sei der einzige im Land, der sollte vielleicht einmal die Zulassungsverfahren von Agrargiften auf den Prüfstand stellen.

Um was handelt es sich bei dem Gift in den Eierfabriken, beim Elend in den Mastställen, beim steigenden Nitratpegel in unserem Lebensmittel Nummer Eins, dem Wasser? Ist das Systemversagen, das noch zu reparieren wäre? Oder ist es die Unbeherrschbarkeit des agrarindustriellen Systems, die da zu Tage tritt? Die zwangsläufig zu dem führen muss, was die ölgetriebene Autoindustrie nun erleben wird, das Aus?

Die Bürgergesellschaft jedenfalls bereitet sich vor auf den Gau an der grünen Front. Sie arbeitet daran, ihre Ernährung wieder in die Regionen zurück zu holen. Ihre „Ernährungswende“ hat bereits mehr als 20 Städte erreicht, mehr als 20 Prozent der deutschen Bevölkerung steht hinter ihr. Sie entwirft die Zukunft der Ernährung. Ein bürgerliches System der Selbstversorgung: Regional, ökologisch und fair. Und das sorgt für eine neue Stimmung im Lande: für Aufbruch. Im Gegensatz zur Endzeitstimmung bei den Mastbaronen!

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Köln geht voran: Ernährung wird Teil lokaler Politik

Köln geht voran: Ernährung wird Teil lokaler Politik

Stadt unterstützt Ernährungsrat mit jährlich 50.000 Euro

Als erste Stadt in der Bundesrepublik hat sich Köln entschlossen seine Ernährung wieder zum Teil der lokalen Politik zu machen. Der Rat beschloss am 11. Juli 2017 den „Ernährungsrat Köln und Umgebung“ mit 50.000 Euro jährlich zu unterstützen.

Den Zuschuss erhält der Gemeinnützige Verein „Taste of Heimat“, der die Entwicklung eines regionalen Ernährungskonzepts für die Domstadt seit 2015 vorantreibt. Das Institut für Welternährung (IWE) gratuliert dem Initiator und IWE-Mitglied Valentin Thurn herzlich zu diesem Erfolg.

„Köln setzt damit Maßstäbe für die Zusammenarbeit von Bürgern, Wirtschaft, Verwaltung und Politik bei der Entwicklung einer neuen und nachhaltigen Ernährungsstrategie“, erklärt Dr. Wilfried Bommert, der Sprecher des IWE. Die Domstadt profiliere sich mit diesem Beschluss als Vorreiter für die Regionalisierung der Ernährung in Deutschland. Sie ist damit Ansporn für einen neue deutsche Ernährungsbewegung, die „Regional, Bio und Fair“ zum Maßstab zukünftiger Ernährungskonzepte macht.

Auch in Berlin, Hamburg und München sammelt sich die Zivilgesellschaft, um ihre Ernährung zurück in ihre Region zu holen. Mittlerweile verfolgen Initiativen in mehr als 20 weiteren Städten in der Bundesrepublik ähnliche Konzepte.

Das Institut für Welternährung unterstützt diese Entwicklung im Rahmen seines Projekts „Deutschland auf dem Weg zur Ernährungswende“, das von Umweltbundesamt und dem Umweltministerium in Berlin gefördert wird.

Weitere Informationen zum Ernährungsrat Köln und Umgebung finden Sie hier.

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Wilfried Bommert at MACS-G20 workshop

Wilfried Bommert at MACS-G20 workshop

Focus: Food loss & waste reduction

Finally 41 participants from 17 countries (among them 13 G20-States), from FAO, OECD and EU-Commission and as stockholder of the civil society IWE World Food Institute, Berlin were welcomed, to the initial MACS-G20 workshop related to food loss & waste reduction in Berlin.

MACS is organised by leading sciensts of G20 – States to coordinate scientific programs on G20-level. Wilfried Bommert presented aspects of „Future Food Systems towards Zero Waste“. He showed how civil society builds an new food system in Germany and in other places around the world.

Embedded into inspiring keynote presentations the conference worked out information related to success stories, considerable barriers, upcoming challenges as well as transferability to other countries. This comprehensive stocktaking will provide the basis for further systematic steps within the MACS-G20 initiative. Beside further cooperation within G20 member states they also included considerations about responsibility of G20 for food loss & waste reduction in third countries and options for respective support and interaction.

More information here.

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Online-Video-Kurs: Nachhaltigkeit in der Ernährung

Online-Video-Kurs: Nachhaltigkeit in der Ernährung

Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung

Der Online-Video-Kurs „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung ist ab sofort auf YouTube verfügbar. In 18 Lerneinheiten von jeweils 30-60 Minuten Laufzeit behandelt der Kurs auf regionaler, nationaler und globaler Ebene die Auswirkungen von Ernährungsverhalten & Ernährungssystemen auf Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheit und Kultur.

Ausgangspunkt der Reihe sind globale Herausforderungen wie Klimawandel, Armut/Welthunger, Wassermangel, Existenzsicherung kleiner und mittlerer Betriebe sowie ernährungsmitbedingte Krankheiten. Zentral ist die Vermittlung praktischer Lösungsmöglichkeiten anhand von sieben „Grundsätzen für eine Nachhaltige Ernährung“.

Teilnehmende des Online-Kurses werden befähigt, die Auswirkungen des persönlichen Ernährungsverhaltens und der globalen Ernährungssysteme kritisch zu hinterfragen sowie Lösungsmöglichkeiten zu identifizieren und umzusetzen. Sie bilden sich über ganzheitliche Zusammenhänge von „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ intensiv fort und werden angeregt, das erworbene Wissen in ihre Berufspraxis zu integrieren und professionell weiterzugeben.

Den Online-Video-Kurs „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ finden Sie hier.

Ergänzend gibt es alle Foliensätze mit der Literatur-Dokumentation sowie eine ausführliche Projektbeschreibung zum Download.

IWEOnline-Video-Kurs: Nachhaltigkeit in der Ernährung
Food Revolution 5.0 – Gestaltung für die Gesellschaft von morgen

Food Revolution 5.0 – Gestaltung für die Gesellschaft von morgen

Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG)

Austin Stewart, Second Livestock, 2014, digital bearbeitetes Bild, ausgestopftes Huhn mit VR-Headset, © Austin Stewart

Essen ist ein Sinnbild für das Leben, stiftet Identität, Heimat und kulturelle Regeln. Für den Ethnologen Claude Levi-Strauss markiert das Kochen von Nahrung die erste kulturelle Handlung des Menschen und damit den Beginn von Zivilisation und Handwerk. In der heutigen Überflussgesellschaft hat sich Essen zum kreativen Selbstdarstellungsmittel und zur Ersatzreligion entwickelt.

Auf der anderen Seite machen explosionsartig steigende Bevölkerungszahlen, der Klimawandel, Ressourcenknappheit, Hunger und Armut, wachsende Anforderungen an Gesundheit und Hygiene sowie geopolitische Krisen ein Umdenken bezüglich Produktion, Verpackung, Vertrieb, Konsum und Entsorgung dringend notwendig.

In der Ausstellung „Food Revolution 5.0“ beschäftigt sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) mit einer der dringlichsten Fragen des 21. Jahrhunderts: Wie sieht die Zukunft unserer Ernährung aus? „Food Revolution“ stellt über 30 internationale Designer mit ihren zukunftsweisenden Vorstellungen, Ideen und Entwürfen vor. Es sind Statements, die als Best Practise Vorschläge für das Hier und Jetzt funktionieren. Andere stellen spekulative Projekte dar, die mögliche Zukunftsszenarien aufzeigen vor derm Hintergrund der Frage: Was wäre wenn…?

Die Ausstellung „Food Revolution 5.0“ ist vom 19. Mai bis zum 29. Oktober 2017 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu sehen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

IWEFood Revolution 5.0 – Gestaltung für die Gesellschaft von morgen
Interview: Eine Welt ohne Hunger – Ist das möglich?

Interview: Eine Welt ohne Hunger – Ist das möglich?

IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert zu Gast bei Bayern 2 und ARD-alpha

IWE-Vorstandssprecher Wilfried Bommert war als Gast bei Moderator Christoph Peerenboom zum Tagesgespräch „Eine Welt ohne Hunger – Ist das möglich?“ auf Bayern 2 und ARD-alpha eingeladen.

Anlass der Sendung war eine G20-Konferenz in Berlin, zu der das deutsche Entwicklungsministerium vor dem Hintergrund der aktuellen Hungerkrise in Teilen Afrikas und Asiens eingeladen hatte.

Das Tagesgespräch ging den Fragen nach: Wie könnte sie aussehen, eine Welt ohne Hunger? Was müsste sich in der Landwirtschaft, in der Forschung, in der globalen wie lokalen Politik ändern, um ein solches Ziel zu erreichen?

Die Sendung zum Nachhören finden Sie hier.

IWEInterview: Eine Welt ohne Hunger – Ist das möglich?