
Luise V./Flickr
„Die zukünftige Welternährungssicherung wird häufig im Hinblick auf Bevölkerungswachstum und Klimawandel diskutiert. Dabei gelten die Länder des „Globalen Südens“ als besonders vulnerabel. Ernährungssicherheit ist jedoch auch für den „Globalen Norden“ aufgrund der zunehmenden Bevölkerungskonzentration in Städten von besonderer Aktualität.
Dabei steht nicht Nahrungsknappheit, sondern die „Delokalisation“ von Produktion und Ernährung im Vordergrund, die die Stadt stark von externen Faktoren abhängig macht. Vor diesem Hintergrund wurden in einer Flächenbilanzierung nach ISO 14040/44 die Flächen bilanziert, die die Stadt Berlin unter heutigen Ernährungsgewohnheiten verbraucht, diese regionalen Flächenkapazitäten (hier: Brandenburg) gegenübergestellt und Handlungsoptionen zur Verringerung des Flächenbedarfs untersucht. Von den benötigten Flächen liegen 28 % im Ausland. Diese Importe werden von Berlin-Brandenburg derzeit nicht durch entsprechende Exporte (gemessen an virtueller Fläche) ausgeglichen.
Zudem überschreitet die zu Ernährungszwecken beanspruchte Fläche pro Person deutlich das sozial-ökologisch verträgliche Niveau. Daraus ergeben sich Fragen nach der Resilienz (Widerstandsfähigkeit) des städtischen Ernährungssystems und nach den regionalen Versorgungsmöglichkeiten. Dabei zeigt sich, dass neben einer Änderung der Konsummuster, die auch mit einem hohen Anteil an vermeidbaren Lebensmittelverlusten einhergehen, auch ein Umdenken in der inländischen (regionalen) Produktion nötig wäre, um die Selbstversorgungskapazität Berlins zu erhöhen.“ (Zusammenfassung)
Die Studie finden Sie hier. Zum Artikel „Regional essen: Funktioniert das?“ von natur.de geht es hier.
Im August Bebel Haus im Berliner Wedding traf sich Ende Januar 2017 die Berliner Zivilbevölkerung mit dem rot-rot-grünen Senat. Auf der Tagesordnung stand die Zukunft der Stadternährung: Wie und woher wird sich Berlin im 21. Jahrhundert ernähren?
Das Fachgebiet Stadtplanung und Regionalentwicklung der HafenCity Universität lädt die Aktiven des Hamburger Ernährungsrats herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Food Revolution 5.0 – Gestalten für die Gesellschaft von morgen“ im Museum für Kunst und Gewerbe ein.

Auch in Hamburg befindet sich ein Ernährungsrat mitten in den Vorbereitungen zur Gründung. So findet beispielsweise am 02. Mai 2016 ein Brainstorming-Treffen statt. Dort wird über die grundlegende Struktur und Ausrichtung eines Ernährungsrates für Hamburg gesprochen, u. a. über Organisation, Zielsetzung und mögliche Projekte.
Der Ernährungsrat Berlin ist mehr als nur die zivilgesellschaftliche Antwort auf den Rat für gutes Essen. Er ist – in eigenen Worten – ein breites Bündnis von BürgerInnen, dessen Ziel es ist, den zukunftsfähigen Wandel des Ernährungssystems in der Region aktiv voranzutreibe. Es bildet eine Plattform aller lokal und regional tätigen Akteure dieses angestrebten Wandels und dient beteiligten VerbraucherInnen, bäuerlichen ErzeugerInnen, StadtgärtnerInnen, LebensmittelretterInnen, VertreterInnen der lokalen Lebensmittelwirtschaft und Gastronomie, WissenschaftlerInnen, VertreterInnen von Verbänden, Vereinen und Bildungseinrichtungen u. a. m. zur Entwicklung gemeinsamer Ziele und Strategien und deren Umsetzung in politischen Aktivitäten und Aktionen.