v.l.: Maurice Attenberger (Regionalleiter GLS Bank München), Valentin Thurn (Ernährungsrat Köln), Anja Salewski (Moderation), Jürgen Müller (Kartoffelkombinat e.V.), Michael Böhm (Ecozept), Angela Hartmann (Kinderleicht e.V.), Agnes Streber (Projektleitun)

„Wo steht München auf dem Weg zur Ernährungswende? Darüber diskutierten rund 80 Teilnehmer/innen, darunter Vertreter/innen von über 20 lokalen Umwelt- und Ernährungsinitiativen bei der Veranstaltung „Lokal statt  global- gutes Essen als lokale Politik“, zu der das Institut für Welternährung (IWE) am Donnerstag (30.03.2017) in München in die Räume der GLS-Bank geladen hatte.

Vorräte für maximal drei Tage
Dass eine Ernährungswende unumgänglich sei, daran ließ der Sprecher des Instituts für Welternährung Wilfried Bommert keinen Zweifel. Großstädte wie München besitzen kaum Ernährungssicherheit, ihre Vorräte reichen für maximal drei Tage. Hinzu kommt der Klimawandel, die Vernichtung von Boden, das Schrumpfen der Grundwasservorräte durch industrielle Landwirtschaft und weite Transporte der globalen Nahrungskette. Sein Fazit: „Unsere Ernährung ist nicht mehr sicher. Neue Ernährungskonzepte müssen her. Die Ernährung wird sich in Zukunft aus der Region speisen, bio und fair.“

 

München aus der Region ernähren – das wäre möglich

Dem stimmte auch der Michael Böhm von Ecozept zu. Der Agrarmarktforscher hat schon mal berechnet, wie viel Fläche es bedarf, um die Bevölkerung von München aus der Region zu ernähren: genau 342.600 Hektar, das entspräche der 12fachen Fläche des Münchener Stadtgebiets. Zur Zeit gehen allerdings durch Bebauung ca. 13 ha pro Tag verloren.  Dies müsse sich ändern. Die Voraussetzungen für ein regionales Ernährungskonzept stünden in München gar nicht so schlecht, befand Jürgen Müller vom Münchener Verein Kartoffelkombinat e.V. Schließlich habe die „Biostadt“ München schon einiges auf den Weg gebracht, etwa die weitgehende Umstellung  auf Bio in Kitas und städtischen Kantinen. Doch die bisherigen Bemühungen der Verwaltung allein reichen nicht aus. Erforderlich sei eine „Weitung der Perspektive“. Voraussetzung dafür sei ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis.

 

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