Aufruf zur „Wir haben es satt!“ Demo am 19.1. in Berlin

Aufruf zur „Wir haben es satt!“ Demo am 19.1. in Berlin

Am 19. Januar gehen wieder Zehntausende bei der „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin für eine ambitionierte Agrarreform auf die Straße. 

Die „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Demonstration wird von Tausenden Bäuerinnen und Bauern – konventionell und bio – getragen, von denen etliche mit ihren Traktoren aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen. Zusammen mit rund 100 Organisationen aus der Zivilgesellschaft treten sie für eine Landwirtschaft und Lebensmittelpolitik ein, in der Bauern fair entlohnt werden und sich alle Menschen gesund ernähren können.

Gemeinsam fordern wir, dass der Agrarindustrie endlich der Geldhahn abgedreht wird. Die 60 Milliarden Euro an jährlichen EU-Agrargeldern müssen künftig Höfesterben, Klimaüberhitzung und Artensterben stoppen, anstatt diese Effekte der industriellen Landwirtschaft zu beschleunigen. Besonders in der Verantwortung steht dabei Agrarministerin Julia Klöckner. Sie darf die wichtigen Zukunftsthemen nicht weiter ignorieren und muss dafür sorgen, dass mit Steuergeld nur noch enkeltaugliche Landwirtschaft honoriert wird.

Hintergrund zur EU-Agrarreform:

Mit jährlich 60 Mrd. Euro bestimmt die EU-Agrarpolitik (GAP), welche Landwirtschaft sich in Europa lohnt. Aktuell profitieren dabei vor allem Landbesitzer: In Deutschland erhält das obere, flächenreichste Prozent (3.300 Betriebe) eine Milliarde Euro im Jahr, während die unteren 62 Prozent (200.000 Betriebe) sich 700 Millionen Euro teilen. Das Ergebnis der verfehlten Agrarpolitik: Bauernhöfe müssen schließen, Artenvielfalt schrumpft und es ist zu viel Nitrat im Wasser. Selbst der Wissenschaftliche Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums dringt auf einen raschen Kurswechsel.

Alle sieben Jahre wird die GAP reformiert, derzeit verhandeln Mitgliedsstaaten und EU-Parlament über die Agrarförderung nach 2020. Für nächste Förderperiode muss das Prinzip ‚öffentliches Geld für öffentliche Leistungen‘ gelten: Bauern sollten für besondere gesellschaftliche Leistungen auf dem Acker und im Stall Gelder erhalten. Hierzu zählen u.a. Schutz des Wassers, Erhalt fruchtbarer Böden, Sicherung der Artenvielfalt und artgerechte Tierhaltung.

Die Demonstration am 19.1. beginnt um 12 Uhr am Brandenburger Tor und zieht zum Agrarministergipfel, wo die Teilnehmer mit einem unüberhörbaren Kochtopf-Konzert eine gerechte EU-Agrarreform und mehr Mut für die Agrarwende fordern. Alle Menschen, die sich für gute Landwirtschaft und gesundes Essen einsetzen, sind herzlich willkommen teilzunehmen!
Weitere Informationen: www.wir-haben-es-satt.de

Foto: Alexander Puell / www.wir-haben-es-satt.de

IWEAufruf zur „Wir haben es satt!“ Demo am 19.1. in Berlin
Preise für Agrarland in Deutschland explodieren

Preise für Agrarland in Deutschland explodieren

In den vergangenen zehnn Jahren sind die Preise für Agrarland im Bundesdurchschnitt um 161% gestiegen.

„Die Preise für Agrarland in Deutschland explodieren förmlich“, schreibt der Weltagrarbericht in seiner Meldung vom 3.1.2019.

Der Deutsche Bauernverband hat im Dezember vergangenen Jahres den Situationsbericht 2018/19 veröffentlicht, der sich auf die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Kaufwerten für landwirtschaftliche Grundstücke stützt. Aus diesem Bericht geht hervor, dass die Preise für Agrarland zwischen 2010 und 2017 um 103% gestiegen sind. 2010 kostete ein Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche noch 11.854 Euro, 2017 lag der Preis im Bundesdurchschnitt bereits bei 24.064 Euro.

Am teuersten ist Agrarland in Bayern, dort kostet ein Hektar durchschnittlich 60.864 Euro. Platz zwei belegt Nordrhein Westfalen mit 48.085 Euro, auf Platz drei folgt Niedersachsen mit 33.497 Euro. Zum Vergleich: mit 9.676 Euro pro Hektar kostet Agrarland im Saarland am wenigsten, gefolgt von Thüringen mit 10.522 Euro pro Hektar und Brandenburg mit 11.372 pro Hektar.

Wie stark die Preise gestiegen sind, zeigt sich, wenn man die Preisentwicklungen der letzten zehn Jahre betrachtet. Im Bundesdurchschnitt stiegen die Preise in diesem Zeitraum um 161%. Da in den alten Bundesländern die Preise bereits auf einem hohen Niveau waren, fiel der Anstieg dort mit 116% geringer aus. In den neuen Bundesländern stiegen die Agrarlandpreise aufgrund niedrigerer Ausgangswerte um 278%. 

Zum vollständigen Artikel des Weltagrarberichts geht es hier.

Foto: Lutz Koch/ Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

IWEPreise für Agrarland in Deutschland explodieren
Ernährungsräte verabschieden Frankfurter Erklärung für gute Ernährung und Produktion

Ernährungsräte verabschieden Frankfurter Erklärung für gute Ernährung und Produktion

Ramón Goeden (websenat)/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Ramón Goeden (websenat)/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Unter dem Motto „Wege zur Ernährungsdemokratie“ kamen in Frankfurt vom 23. bis zum 25. November mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden beim zweiten Kongress der deutschsprachigen Ernährungsräte zusammen. Das Netzwerktreffen schloss am Sonntag mit der Verabschiedung einer Frankfurter Erklärung.

Die Ernährungsräte fordern darin geschlossen eine radikale Änderung der Art und Weise wie wir Lebensmittel produzieren, konsumieren und wertschätzen.

  • Alle Menschen sollen Zugang zu gutem und gesunden Essen bekommen.
  • Wir brauchen transparente Preise, die Umweltschäden durch Produktion mit einbeziehen
  • Verbraucher sind nicht allein verantwortlich, das heißt wir brauchen neue politische Rahmenbedingungen z.B. Subventionierung nach öko-sozialen Kriterien und nicht nach Fläche.

Die Frankfurter Erklärung soll als Leitlinie für die Arbeit der Ernährungsräte dienen. Ernährungsräte sind Zusammenschlüsse von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Kommunen. Allein in Deutschland gibt es bisher über 40 bestehende und in Gründung befindliche Initiativen.

Die Frankfurter Erklärung der Ernährungsräte: „Ernährungsdemokratie jetzt!“

Weltweit organisieren sich Bürger*innen in Ernährungsräten, um als Bündnis zivilgesellschaftliche Positionen und Forderungen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem öffentlich zu vertreten und ihnen zu politischer Geltung zu verhelfen.

Die Gründe für eine Ernährungswende sind offensichtlich:
Die industrielle Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion befördern den Klimawandel, die Abholzung der Wälder, die Zerstörung der Böden, Wasserknappheit sowie -verschmutzung und den Verlust von Biodiversität mit Auswirkungen in Deutschland, der Europäischen Union und überall in der Welt. Wenige große Unternehmen der Agrarwirtschaft profitieren, während viele bäuerliche Betriebe und handwerkliche Verarbeiter aufgeben müssen. 800 Millionen Hungernde, mehr als eine Milliarde fehlernährte Menschen – und parallel dazu zwei Milliarden Übergewichtige – weltweit zeigen, dass das globale Ernährungssystem aus dem Ruder gelaufen ist.

Ein Systemwandel ist möglich, denn immer mehr Bürger*innen schätzen gutes Essen und Klarheit darüber, wo und wie es erzeugt wird. Sie kaufen ökologische, saisonale und regionale Produkte. Das zeigt uns, dass gutes Essen und gute Landwirtschaft möglich sind – jetzt und in Zukunft, hier in Deutschland und überall.

Zentral ist dabei, dass die Verantwortung für eine zukunftsfähige Ernährungsweise nicht auf Akteure wie Lebensmittelproduzent*innen und Konsument*innen abgewälzt werden darf. Vielmehr ist es Aufgabe der Politik, für die Rahmenbedingungen zu sorgen, die ein zukunftsfähiges, relokalisiertes Ernährungssystem ermöglichen. Die Politik ist gefordert Formen des nachhaltigen Wirtschaftens zu fördern.

Eine demokratische, gerechte, freie und weltoffene Gesellschaft ist für das Gelingen der Ernährungswende dabei unabdingbar!

Die Ernährungsräte im deutschsprachigen Raum sind in den Städten und Gemeinden vor Ort aktiv, um die Ernährungswende auf lokaler Ebene mit zu gestalten.
Mit den nachfolgenden Forderungen treten wir an die Öffentlichkeit:

Veränderte Rahmenbedingungen durch politische Verantwortung:

Der Zugang zu gesunden Lebensmitteln muss auch als Ausdruck des Vorsorgeprinzips Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge sein. Städte und angrenzende Regionen spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung. Die aktuell bestehenden planerischen und entwicklungspolitischen Instrumente sollen auch die Belange der Lebensmittelerzeugung und Verteilung berücksichtigen – und zwar weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Wahre Preise und Transparenz im wirtschaftlichen System:

Die aktuellen Wirtschaftsstrukturen mindern die Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung. Wir brauchen eine korrekte Einpreisung externer Kosten (d.h. direkt und indirekt verursachte ökologische und soziale Probleme) bei Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung

Macht der Verbraucher*innen und Verantwortung der Politik:

Die Verantwortung kann nicht allein auf die Verbraucher*innen abgewälzt werden, während echte Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung fehlen. Appelle zu nachhaltigem Konsum scheitern unter anderem an fehlenden attraktiven Alternativen.

Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungskreisläufen:

Regionale Lebensmittelversorgung erfordert funktionierende, (lokale) Wertschöpfungskreisläufe und Infrastrukturen. Eine Ernährungswende gelingt dabei nur zusammen mit einer Agrarwende unter Beteiligung aller Stufen der Wertschöpfung.

Voneinander Lernen und existierende Lösungen übertragen:

In vielen Regionen gibt es bereits zahlreiche Erfolgsbeispiele nachhaltiger Lebensmittelversorgung. Diese gilt es zu fördern und zu multiplizieren. Hierbei kommt vor allem den Politiker*innen in Städten und Gemeinden eine größere Verantwortung zu, die sie wahrnehmen müssen.

IWEErnährungsräte verabschieden Frankfurter Erklärung für gute Ernährung und Produktion
The battle for the future of farming: what you need to know

The battle for the future of farming: what you need to know

File 20181115 194509 1l1czwm.jpg?ixlib=rb 1.1
Kletr/Shutterstock.com

Michel Pimbert, Coventry University and Colin Anderson, Coventry University

It is widely agreed that today’s global agriculture system is a social and environmental failure. Business as usual is no longer an option: biodiversity loss and nitrogen pollution are exceeding planetary limits, and catastrophic risks of climate change demand immediate action.

Most concede that there is an urgent need to radically transform our food systems. But the proposed innovations for more sustainable food systems are drastically different. Which we choose will have long-lasting effects on human society and the planet.

Suggested innovations in food systems can be broadly understood as either seeking to conform with – or to transform – the status quo.

The future of farming is ours to decide.
Raggedstone/Shutterstock.com

A technological future

Some want to keep the agriculture industry as close to existing practices as possible. This is true of the increasing number of corporate and financial actors who seek to solve the food crisis by developing new technologies. These technologies are envisaged as being part of what is being called the “fourth industrial revolution” (4IR). The “answer” here is thought to lie in a fusion of technologies that blurs the lines between physical, digital and biological domains.

For example, the World Economic Forum is currently supporting agricultural transitions in 21 countries through its “New Vision for Agriculture” initiative. This initiative supports “innovation ecosystems” to re-engineer food systems based on “12 transforming technologies”. In this imagined future, next generation biotechnologies will re-engineer plants and animals. Precision farming will optimise use of water and pesticides. Global food systems will rely on smart robots, blockchain and the internet of things to manufacture synthetic foods for personalised nutrition.

Like previous green revolution technologies in agriculture, this effort is designed by and for powerful agricultural giants. These technological innovations reinforce the concentration of political and economic power in the hands of a small number of corporations. Indeed, the latter have a growing monopoly control over the “12 transforming technologies” protected by patents.

Who needs humans?
Kung_tom/Shutterstock.com

Most notably, the spread of these technologies will expand the technosphere at the expense of the biosphere. Flying robots will pollinate crops instead of living bees. Automated machines will replace farmers’ work on soil preparation, seeding, weeding, fertility, pest control and harvesting of crops.

These hi-tech innovations radically depart from most farming practices. They are moving us towards an increasingly people-less food system. Yet they show a remarkable continuity with the logic of capitalist accumulation – hence their staying power despite their significant risks.

The spread of automated, de-localised and digitalised production and commercialisation of food is part of the “financialisation” of the global food system. Financial markets play an increasing role in controlling food systems from a distance. This generates huge social and human risks. For example, the significant growth in the sale and purchase of financial products linked to food commodities was one of the determining factors in the 2008 world food crisis.

We could be seeing an extension of the megafarms we know today.
Igorstevanovic/Shutterstock.com

Another option

But there is an alternative to this future. Agroecology involves the application of ecological principles for the design and management of sustainable agroecosystems. Our research on agroecology focuses on how it can contribute to food sovereignty, which emphasises the democratisation of food systems. Agroecology’s contribution to the Sustainable Development Goals is now recognised.

In contrast to the technological vision described above, agroecological innovations promote circular systems that involve recycling, reuse and combining resources to reduce dependency on external inputs, in particular fossil fuels. They mimic natural cycles and the functional diversity of natural ecosystems.

An organic coffee plantation in Ecuador.
Dr Morley Read/Shutterstock.com

Farming systems are designed in a way that is based on beneficial interactions between plants, animals and environments. Trees and shrubs might be planted amongst or around crops, say. Or two or more crops might be grown in proximity. Agroecology reduces the dependence of food producers on expensive external inputs, distant commodity markets and patented technologies. This is achieved by relying on appropriate biodiversity to ward off pests and increase farm yields.

At broader scales, agroecology involves circular systems that combine food and energy production with water and waste management. Pollution is minimised and synergies achieved by carefully clustering industries into functional wholes. The re-localisation of production and consumption within territories enhances local economic regeneration and sustainability.

Agroecological innovations in transitions to sustainable food systems are being driven largely from the bottom up by civil society, social movements and allied researchers. In this context, priorities for innovations are ones that increase citizen control for food sovereignty and decentralise power. This is in direct contrast to the monopoly control enabled by 4IR technologies.

Growing multiple crops at once.
Katarzyna Mazurowska/Shutterstock.com

A democratic debate

Government, civil society and private sector representatives will soon meet in Rome at the United Nations Food and Agriculture Organization to discuss the future of farming. Who controls the global governance of innovation will be a hotly debated topic.

But given these highly contested views on innovations for food and agriculture, it is vital that everyone is able to exercise their right to have a say on the future of their food supply. Deliberative and inclusive processes such as citizens’ juries, peoples’ assemblies and community-led participatory processes are urgently needed to decide priorities for food and agricultural innovations. This is all the more important in today’s context of rapid global change and uncertainty.

So. Do you want to live in a world in which artificial food is produced by intelligent robots and corporations that put profits before people? Or one where agroecological innovations ensure we can nourish ourselves and our communities in a fair, ecologically regenerative, and culturally rich way?The Conversation

Michel Pimbert, Professor and Director, Centre for Agroecology, Water and Resilience, Coventry University and Colin Anderson, Senior Research Fellow, Coventry University

This article is republished from The Conversation under a Creative Commons license. Read the original article.

IWEThe battle for the future of farming: what you need to know
„Ökologischer Landbau in der Region muss vorangetrieben werden“: Interview mit Wilfried Bommert bei HR-Info

„Ökologischer Landbau in der Region muss vorangetrieben werden“: Interview mit Wilfried Bommert bei HR-Info

hanna/Flickr (CC BY-ND 2.0)

Sind Solidarische Landwirtschaft und Ökologischer Landbau zukunftsweisende Konzept, von denen das ganze Land – oder gar die ganze Welt ernährt werden könnte? HR-Info sprach dazu mit Dr. Wilfried Bommert vom Institut für Welternährung in Berlin.

Den Beitrag können Sie hier hören.

 

 

 

 

IWE„Ökologischer Landbau in der Region muss vorangetrieben werden“: Interview mit Wilfried Bommert bei HR-Info
Bundesregierung muss 1,5-Grad-Ziel entschlossen anpacken – alles andere ist unverantwortlich

Bundesregierung muss 1,5-Grad-Ziel entschlossen anpacken – alles andere ist unverantwortlich

BUND Bundesverband/Flickr (CC BY-NC 2.0)

BUND Bundesverband/Flickr (CC BY-NC 2.0)

Vor der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Katowice rufen die Arbeits­gemein­schaft bäuer­liche Landwirtschaft, Bioland, Demeter und Naturland mit dem „Bäuerlichen Klimaappell“ die Bundesregierung zur Einhaltung ihrer Klimaziele auf.

Sie erklären: „Der Klimawandel gefährdet zunehmend die Existenz landwirtschaft­li­cher Betrie­be hier bei uns und weltweit. Der verheerende Dürresommer 2018 muss eine Zeiten­wende in der Klimafrage einläuten. Die Bundesregierung muss ihre eige­nen Klimaziele zu 100% einhalten und eine CO2 Steuer einführen. Bäuerinnen und Bauern brauchen Klima­schutz. Durch umweltschonenden Ackerbau und artgerechte Tierhaltung nehmen wir unsere Verantwortung auf den Höfen für eine enkeltaugliche Zukunft wahr. Wir fordern die Bundes­regierung auf, entschlossen das 1,5-Grad-Ziel anzupacken – alles andere ist unverantwortlich.“

Alle vier Verbände rufen dazu auf, am 1. Dezember auf den Demonstrationen „Tempo machen beim Kohleausstieg“ in Köln und Berlin sowie auf der „Wir haben es satt“-Agrar-Demon­stra­tion am 19. Januar 2019 in Berlin auch für eine klimaschonende Landwirtschaft auf die Straße zu gehen und die Bundesregierung an das 1,5-Grad Ziel zu erinnern.

Bäuerlicher Klimaappell: Bauernverbände fordern Klimaschutz und Kohleausstieg – jetzt!

Im verheerenden Dürresommer 2018 erleben wir erneut die zerstörerischen Folgen des Klima­wan­dels. Tausende Höfe in Europa und Deutschland – und viele Millionen weltweit – sind davon betrof­fen. Die Fruchtbarkeit unserer Böden, die Existenz unserer Betriebe und unsere Wälder sind massiv durch die Klimakrise bedroht. Seit langem warnen Klimaforscher, doch die Politik handelt nicht. Die Auswirkungen des Klimawandels sind ökologisch, sozial und ökono­misch unverantwortbar. Es ist Zeit, eine Wende in der Klimapolitik einzuläuten. Zeit zu handeln!

Wir fordern von der Politik: Die zugesagten deutschen Klimaziele müssen zu 100% um­ge­setzt und notfalls nachgeschärft werden, um das Klimaabkommen von Paris einzuhalten. Das heißt: Reduzieren der CO2-Emissionen mindestens um 40% bis 2020 und um 55% bis 2030. Ein weiteres Aufschieben verschärft die Auswirkungen der Klimakrise und verteuert mögliche Gegenmaßnahmen extrem.

Daher fordern wir die Bundesregierung auf:

  • Eine CO2-Besteuerung als wirksamstes Mittel für den Klimaschutz kurzfristig auf den Weg zu bringen.

Die Politik darf vor den Profitinteressen von klimazerstörenden Konzernen (Kohle, Flug­ver­kehr, Autoindustrie, Agrarindustrie etc.) nicht einknicken. Politik hat die Aufgabe, die Wirt­schaft so zu regulieren, dass sie nicht zulasten des Klimas geht. Auch die Land- und Lebensmittelwirtschaft muss klimaschonende Wege weiter beschreiten und ausbauen – im Ackerbau und in der Tierhaltung. Wir fordern von Bundesland­wirtschafts­ministerin Klöckner, auch hier deutliche Schritte einzuleiten:

  • Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren durch die Rückbesinnung auf eine flächengebundene Tierhaltung
  • Förderung eines nachhaltigen Konsums und Stoppen der Lebensmittelverschwendung
  • Etablieren einer Stickstoffstrategie zur Reduzierung der Lachgasemissionen,
  • Förderung der CO2-Bindung durch Humusaufbau in den landwirtschaftlichen Böden,
  • Schutz, beziehungsweise nachhaltige wirtschaftliche Nutzung, von Mooren, Grünland und Wald sicher stellen,
  • Ausrichten der gesamten EU-Agrarzahlungen auf eine klimaschonende, umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft,
  • Ausweitung des Ökolandbaus als bewährtes und zertifiziertes Verfahren für eine umweltfreundliche Landwirtschaft,
  • Weitere Erforschung sowie Etablieren in der Praxis von besonders klimafreundlichen Verfahren wie Agroforstwirtschaft, reduzierte Bodenbearbeitung ohne Einsatz von Totalherbiziden, optimierte Fruchtfolgen und Nährstoffrecycling.

Wir Bäuerinnen und Bauern erklären uns solidarisch mit dem peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya, denn sein Fall ist ein warnendes Beispiel für die globale Gefährdung unserer Lebensgrund­lagen. Wir erklären uns auch solidarisch mit der Europäischen Klimaklage, bei der Bäuerinnen und Bauern aus europäischen und afrikanischen Ländern beim Europäischen Gerichtshof vom Rat der EU-Regie­rungen und vom Europäischen Parlament eine konsequente Klimapolitik einfordern. Wir sind solidarisch mit den Familien Backsen, Bohm und Lütke-Schwienhorst, die die Existenz ihrer Höfe durch den Klimawandel bedroht sehen und deshalb die Bundesregierung auf Einhaltung der Klimaziele verklagen. Zusammen mit der Zivilgesell­schaft werden wir der Klimazerstörung und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen aktiv entgegentreten.

Berlin, 19.11.2018. Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Bioland e.V., Demeter e.V., Naturland Verband für ökologischen Landbau e.V.

IWEBundesregierung muss 1,5-Grad-Ziel entschlossen anpacken – alles andere ist unverantwortlich
Klimawandel nur durch sofortige Maßnahmen auch in der Landwirtschaft einzudämmen

Klimawandel nur durch sofortige Maßnahmen auch in der Landwirtschaft einzudämmen

Kevin/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Kevin/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Für die Vermeidung von gefährlichen Klima-Kipppunkten müssen verstärkt kurzlebige Klimaschadstoffe wie Methan reduziert werden, schreibt ein Team von Forschern der ETH Zürich und des gemeinnützigen NAHhaft-Instituts für nachhaltige Ernährungsstrategien in der Fachzeitschrift Nature Climate Change. Die Landwirtschaft ist die größte Quelle von Methan weltweit. Die Minderung von Methan ist zentral, um der derzeitigen Beschleunigung des Klimawandels entgegen zu wirken.

Der bereits stattfindende Klimawandel könnte in den nächsten 20 Jahren gefährliche Klima-Kipppunkte auslösen und sich damit selbst beschleunigen. Lukas Fesenfeld, Mitautor des Beitrags in Nature Climate Change und Forscher an der ETH Zürich, führt dazu aus: „Wenn wir die Klimaziele ernsthaft erreichen wollen, dann führt kein Weg daran vorbei, neben CO2 auch möglichst rasch deutlich weniger kurzlebige und besonders schädliche Klimaschadstoffe, wie Methan und Rußpartikel, auszustoßen. Wie der letzte Hitzesommer und derzeitige Wassermangel eindrücklich zeigen, ist der Klimawandel kein Zukunftsthema mehr, sondern er hat bereits heute ernsthafte und kostenintensive Auswirkungen.“

Nach den Analysen des Autorenteams verursacht die Landwirtschaft 19 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen, wenn man das Treibhausgaspotenzial der Klimaschadstoffe auf 20 Jahre betrachtet. Würde die gesamte Wertschöpfungskette des Ernährungssystems einbezogen, wäre der Anteil an den globalen Gesamtemissionen sogar noch höher. Alexander Schrode, Mitautor und Co-Geschäftsführer des NAHhaft-Instituts, hebt hervor: „Vor allem die Produktion und der Konsum von Fleisch und Milchprodukten müssen deutlich sinken, um den Ausstoß des besonders schädlichen Methans zu reduzieren. Zudem sollten innovative und klimaschützende Ansätze, wie die regenerative Landwirtschaft sowie klimafreundliche Fleischalternativen, unterstützt werden. Nur so können die immer größeren und realen Klimarisiken in Schach gehalten werden. Um die internationalen Klimaziele zu erreichen, sollte Deutschland auf nationaler Ebene deutlich aktiver den Wandel des Ernährungssystems an- gehen. Dafür kann auf zahlreiche Ansätze und Initiativen in Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aufgebaut werden.”

Quelle des Beitrags bei Nature Climate Change:
Fesenfeld, L.P., Schmidt, T.S., Schrode, A.F. (2018): Climate policy for short- and long-lived pollutants, Nature Climate Change. Online verfügbar hier.

IWEKlimawandel nur durch sofortige Maßnahmen auch in der Landwirtschaft einzudämmen
Filmkritik: Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Filmkritik: Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Eine Filmkritik von Ines Meier
DAVID GEGEN GOLIATH

Bei der Rettung des Saatguts ginge es um Sex, Menschen seien besessen von Sex, selbst wenn es nur Steckrüben-Sex sei. Will Bonsall, Gründer des Scatterseed Projekts, wirkt wie ein hippiesker Weihnachtsmann und schwadroniert schmunzelnd vor seinem Holzschuppen. Diese einigermaßen schräge Szene ist der Beginn des Trailers zu Taggart Siegels und Jon Betz’ Dokumentarfilm „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“. Der erste Eindruck also: Hier wird ein Film darauf aus sein, mit  den Mitteln des Boulevards eine Zielgruppe zu kapern, die Saatgut sonst in etwa so spannend und relevant wie Briefmarkensammeln findet. Von dem kleinen Fehltritt darf man sich glücklicherweise nicht irritieren lassen: Dieser Dokumentarfilm geht uns alle an.

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung – und diese zentrale Ressource ist extrem bedroht. Mehr als 90% Prozent aller Saatgutsorten sind im Zuge der Industrialisierung der Landwirtschaft bereits verschwunden. Seit der Übernahme von Monsanto durch Bayer in diesem Jahr beherrschen nur noch drei Konzerne mehr als 60% des weltweiten Saatgut-Marktes. Eine immer größer werdende Bewegung aus Bauern, Gärtnern, Umweltaktivisten, Wissenschaftlern und Bürgern stemmt sich gegen diese Entwicklung. Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen ist nach Queen of the Sun: What Are the Bees Telling Us? über das Bienensterben die zweite Zusammenarbeit der US-amerikanischen Dokumentarfilmer Taggart Siegel und Jon Betz, die auch die gemeinnützige Filmproduktion Collective Eye Films betreiben. Sie machen kein Geheimnis daraus, auf welcher Seite sie im Kampf von David gegen Goliath stehen.

Siegel und Betz führen uns in Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen durch die Geschichte des Saatguts, das über Jahrtausende in der Hand der Bauern lag. Bis vor einigen Jahrzehnten war allen Kulturen quer über den Globus freier Zugang zu Saatgut selbstverständlich, Saatgut war Gemeingut bevor es zum Handelsgut verkam. Für ihre komplexe Bestandsaufnahme mit Fokus auf den amerikanischen Kontinent interviewen Siegel und Betz eine ganze Reihe an Saatgut-Aktivisten – darunter viele indigene Bäuerinnen und Bauern, die Physikerin Vandana Shiva, die Umweltjuristin Claire Hope Cummings, die Primatologin Jane Goodall sowie NGOs und Projekte, die sich dem Aufbau und Erhalt von Saatgutbanken widmen.

Die Geschichte des Saatguts ist letztendlich eine Geschichte des globalen Kapitalismus.  Großindustrielle entwickeln da unter dem Deckmantel des Versprechens auf höhere und bessere Erträge hybrides und genmanipuliertes Saatgut, das vor allem ihrer eigenen Profitmaximierung dient. Da es patentiert ist und nicht mehr von den Bauern vermehrt werden darf, müssen sie es jedes Jahr neu kaufen. Die Saatbanken und Saatgutpraktiken der Bauern werden zerstört, die Bauern und in ihrer Folge die Verbraucher zu Geiseln der Konzerne. Es sind Pflanzen, die nicht von ungefähr auf einen hohen Chemieverbrauch gezüchtet sind, so wie es kein Zufall ist, dass die Konzerne, die den Saatgutmarkt beherrschen, Chemie- und Pharmaunternehmen sind.

Der Film erzählt die Geschichte einer Industrie, die einst Kriegschemikalien verkaufte und sich mit der Landwirtschaft einen neuen Absatzmarkt erschlossen hat. Die Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität sind immens. Der Regen der Pestizide geht direkt neben Siedlungen oder gar Schulen nieder. Auffällig sind in diesen Gegenden erhöhte Raten an Missbildungen, Fehlgeburten und Krebserkrankungen. Massiv drängen die Konzerne in die Länder des Südens, die Kleinbauern dort nehmen Kredite auf, verschulden sich. Die genmanipulierte Saat ist nicht an die regionalen Klimabedingungen angepasst und schädlingsanfällig. Allein in Indien haben sich in den letzten zwanzig Jahren 300.000 Bauern das Leben genommen. Oft, indem sie Pestizide trinken. Die Konzerne stecken riesige Summen in politische Kampagnen und Lobbyismus, sie reagieren auf Klagen mit Gegenklagen, besetzen Regierungspositionen und manipulieren wissenschaftliche Daten.

Man könnte nun vor der Summe dieses Grauens direkt das Handtuch werfen, aber diesem Impuls stemmt sich Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen schon allein stilistisch mit einem gewaltigen Potpourri entgegen. Die eher klassischen Interviewaufnahmen werden flankiert von Nachrichten- und Archivmaterial, Privatfotos, Stock-Footage von umherfliegendem, wasserbeperltem Gemüse und allerlei animierten Sequenzen, bei denen kein Stil dem anderen gleicht. Man reibt sich da eine Weile ungläubig die Augen, bis einem aufgeht: Das stilistische Chaos ist kein Versehen, sondern die Vielfalt der visuellen Stile soll die Forderung nach Vielfalt im Saatgut spiegeln. Was ja wiederum auch eine Art Stringenz ist – und die ist so dermaßen frech verspielt, dass man sich ihrem Charme nach anfänglichem Widerstand schmunzelnd ergibt.

Die passionierten Aktivistinnen und Aktivisten in Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen sind ansteckend. Immerhin steht und fällt mit dem Saatgut nicht nur das Angebot auf unseren Tellern, sondern auch das Überleben zukünftiger Generationen. Nur mit vielfältigem Saatgut werden wir uns den Folgen des Klimawandels anpassen können. Mit dem einher geht eine Landwirtschaft, die künftig nachhaltig wirtschaften muss, statt den Klimawandel weiter voranzutreiben. Man muss Jane Goodall hören, wie sie mit leuchtenden Augen vom Reichtum des Saatguts schwärmt. Den Molekularbiologen Ignacio Chapela, der die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen als Tanz beschreibt, der eine Kultur überhaupt erst ermöglicht. Die zwei botanischen Entdecker, die über in Tütchen abgepacktes Saatgut in eine dermaßen große Aufregung geraten, dass man sich ein paar Sekunden lang fragt, ob da nicht doch eher Marihuana drin ist. Oder eben Emigdio Ballon aus dem Tesuque Pueblo in New Mexico, der erzählt, wie sein Großvater ihm kurz vor seinem Tod eine Handvoll Samen gab, mit den schlichten Worten: „Dies ist Leben.“

Titelbild: Clayton Brascoupe mit Ähren vom einheimischen Mais der Pueblo in New Mexico © W-film / Collective Eye Films

IWEFilmkritik: Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen
Streitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“

Streitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Missernte des Sommers 2018 zeigt, dass die industrielle Landwirtschaft dem Klimawandel nicht gewachsen ist. Im Gegenteil: Sie feuert ihn weiter an. Sie zerstört die Bodenfruchtbarkeit, erschöpft die Wasservorräte und beschleunigt den Artenschwund. Die Ernährung zukünftiger Generationen steht auf dem Spiel.

Die Untätigkeit der Politik darf nicht länger hingenommen werden. In dieser Überzeugung fordert ein breites Bündnis der deutschen Zivilgesellschaft eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung. Dazu stellt es heute in Berlin die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ vor.

Im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober 2018 fordert das Bündnis aus Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. , Naturfreunde Deutschland e.V., Slow Food Deutschland e.V., Slow Food Europe und Institut für Welternährung – World Food Institute e.V. eine ökologische Wende: „Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischen Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten.“

Die Mitunterzeichner setzen vor allem auf die Zivilgesellschaft. Sie rufen dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade einer Ernährungswende durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen:

• Die Zivilgesellschaft setzt Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie.

• Sie schafft Vorbilder, indem sie darauf dringt, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.

• Sie verlangt, dass öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für gesellschaftlich geforderte Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden, die vom Markt nicht ausreichend vergütet werden.

• Sie unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.

• Sie fordert, dass chemisch-synthetische Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.

Für die Initiatoren der Streitschrift ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft eine globale Herausforderung. Sie startet als ein europäisches Projekt, das in den Regionen beginnt und von einer wachen Zivilgesellschaft getragen wird.

Die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ steht in verschiedenen Versionen als PDF zum Download zur Verfügung: Kurzversion (DE), Langversion (DE), Short Version (EN), Long Version (EN)

Foto: Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

IWEStreitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“
SWR-Reportage: Unser Fleisch – Bio oder Masse?

SWR-Reportage: Unser Fleisch – Bio oder Masse?

Maria Schaefer/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Maria Schaefer/Flickr

Aus der Programmankündigung des SWR: „Fragt man deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher, sagen die meisten, sie würden nicht nur bei Obst und Gemüse, sondern auch bei Fleisch zu Bioprodukten greifen. Die Entscheidung an der Kasse sieht jedoch meist anders aus. Deutsche Supermärkte und Discounter überbieten sich gegenseitig mit Kampfpreisen für Fleisch aus konventioneller Haltung. Viele Kunden können nicht widerstehen und greifen bei billigen Preisen zu. Für viele Fleischerzeuger ist dieser Wettbewerb ruinös. Wie sieht die Alternative aus? Ist es die Umstellung auf Bio?

Es gibt zwei Alternativen aus diesem Dilemma: entweder die Betriebe noch weiter zu vergrößern, um rentabler zu produzieren oder den Wechsel zur Biohaltung, bei der größere Gewinnspannen winken und die Umwelt geschont wird. Beide bergen jedoch Risiken. Noch intensivere Massentierhaltung schädigt die Umwelt und zieht viele Probleme nach sich, vom Tierwohl ganz zu schweigen. Die Umstellung auf Bio ist für die Landwirte ein großes finanzielles Risiko. Das „betrifft“-Team begleitet Bauern, die sich für eine der beiden Alternativen entschieden haben und verfolgt, ob und zu welchem Preis die Umstellung gelingt. Die Autorinnen Tatjana Mischke und Monika Kovacsics haben auch Landwirte getroffen, die versuchen, einen Mittelweg zu gehen: mit konventioneller, aber trotzdem ökologischer und nachhaltiger Fleischproduktion.“

Die Sendung „Unser Fleisch – Bio oder Masse?“ können Sie hier ansehen. 

IWESWR-Reportage: Unser Fleisch – Bio oder Masse?