Interview mit Bauern in Brandenburg: „Das hier wird bald Wüste“

Interview mit Bauern in Brandenburg: „Das hier wird bald Wüste“

Jan Grossarth hat für die FAZ mit dem Biobauern Benedikt Bösel gesprochen, der in Ostbrandenburg 1100 Hektar Acker- und Grünland bewirtschaftet. In dem Interview, das am 14.7.2018 in der Online-Ausgabe erschien, fragt er nach den Ernteverlusten durch die anhaltende Trockenheit.

Der erste Regen seit 9 Wochen käme zu spät, erklärt Bösel, „Wir haben 40 Prozent weniger Dinkel und 35 Prozent weniger Roggen und Wintergerste“. Längere Trockenperioden kämen heute häufiger vor als früher, die Verteilung der Niederschläge habe sich geändert. Nach langer Trockenheit regne es dann so viel, dass der Boden das Wasser nicht aufnehmen kann.

Das liege aber auch an den Böden, so Bösel weiter. „Viele Jahrzehnte wurden sie extrem intensiv bewirtschaftet. Kurzfristig höhere Erträge wurden so mit einem Verlust an Bodenleben erkauft. Es gibt weniger Mikroorganismen, Würmer, Wurzeln, die Böden versanden. Sie halten weniger Wasser. Wenn wir unsere Landwirtschaft nicht ändern, ist hier in 15 Jahren Wüste.“

Lesen Sie das komplette Interview hier.

Foto: Flickr (CC BY-ND 2.0)

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Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie

Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie

Der Artikel „Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie“ Silvia Liebrich erschien am 18. Juli 2018 in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Liebrich nimmt darin Bezug auf eine neue Studie „Emissions impossible: How big meat and dairy are heating up the planet“ des IATP und Grain.

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die fünf weltgrößten Fleisch- und Molkereikonzerne für mehr Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind als die großen Ölkonzerne. Sie schaden dem Klima damit deutlich mehr als bislang angenommen. Ein Großteil der Unternehmen setzt in seinen CO₂-Bilanzen viel zu niedrige Werte an. Um den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, müsste der jährliche Fleischkonsum bis 2030 auf 22 Kilo pro Person sinken.

Die Länder hatten sich vor drei Jahren beim Klimagipfel in Paris auf die Reduzierung der Emissionen im Nahrungssektor geeinigt. „Genaue Ziele und verpflichtende Vorgaben für Unternehmen und Landwirtschaft gibt es aber bis heute nicht. In der Realität stehen die Wachstumsziele vieler Firmen in krassem Widerspruch zu den Klimaschutzzielen,“ so Liebrich.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier.

Foto: Matthias Ripp / Flickr (CC BY 2.0)

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„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

Im Rahmen der Ausstellung „Food Revolution 5.0“ fand im Kunstgewerbemuseum in Berlin unter der Moderation von IWE-Sprecher Wilfried Bommert ein Fishbowl-Talk zum Thema „Essbare Stadt“ statt. Als Expertinnen eingeladen waren dazu Svenja Nette von den Prinzessinnengärten, Kai Gildhorn von Mundraub, Bernhard Watzl vom ernährungswissenschaftlichen Max Rubner-Institut in Karlsruhe, die Landschaftsarchitektin Katrin Bohn, Hendrik Monsees vom Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie sowie Volkmar Keuter vom Fraunhofer-Institut UMSICHT.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Leila Kemmer war bei dem Gespräch dabei und hat dazu einen Artikel im Blog der Staatlichen Museen zu Berlin „Museum and the City“ veröffentlicht. Ihren Beitrag können Sie hier lesen.

Foto: Marco Clausen, Prinzessinnengarten / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

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Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit

Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit

Über 200 Städte in Deutschland haben sich mittlerweile entschieden, zunehmend auf Glyphosat und andere Pestizide zu verzichten. Dazu zählt auch die bayerische Stadt Dachau. Die Kommune hatte im vergangenen Jahr einen Stadtratsbeschluss gefasst, wonach Landwirte auf städtischen Pachtflächen auf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat und auf Neonikotinoide, eine Gruppe hochwirksamer Insektizide, verzichten zu müssen. Dies gilt jedoch nur für Neuverpachtungen. Bestehende Pachtverträge sind von dem Stadtratsbeschluss nicht betroffen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian Pronold hat die Stadt besucht.

„Die weitgehend pestizidfreie Kommune ist möglich. Dies setzt ein verändertes Denken hinsichtlich des Schönheitsideals einer Stadt, die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und politischen Veränderungswillen voraus. Dachau ist dafür ein gutes Beispiel,“ so Florian Pronold.

Pflanzenschutzmittel werden neben der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau auch auf öffentlichen Flächen der Kommunen eingesetzt. Der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und die Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün und Umwelt informierten Pronold anlässlich einer Ortsbegehung über die verschiedenen Möglichkeiten einer pestizidfreien Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen. Die Stadt ist schon seit den 80er-Jahren aktiv dabei, auf bestimmten Flächen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden bzw. zu minimieren. So werden störende Pflanzen zum Beispiel auf Gehwegen oder öffentlichen Eingangsbereichen abgeflammt, mechanisch oder mit Kehrmaschinen beseitigt. Des Weiteren hat die Stadt Ackerflächen, die sie 2014 erworben hat, an einen Biobauern verpachtet.

„Das Verbot von Glyphosat auf städtischen Flächen ist ein erster Schritt hin zu einer umweltfreundlichen Bewirtschaftung,“ sagte Oberbürgermeister Hartmann. „Andere Kommunen, so zum Bespiel jüngst auch der Landkreis Dachau, ziehen nun mit ähnlichen Beschlüssen nach. Zum Erhalt der Artenvielfalt in Flora und Fauna in Deutschland sind aber bundesweite gesetzliche Regelungen notwendig.“

Pronold erklärte, das Bundesumweltministerium setze sich für einen grundsätzlichen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Ende dieser Legislaturperiode ein. „Daher sind uns die Erfahrungen der Landwirte und Kommunen, die sie beim Vermeiden von Pestiziden machen sehr wichtig. Denn letztlich dürfen wir nicht bei Glyphosat stehenbleiben, wenn wir eine insgesamt umwelt- und naturverträglichen Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln erreichen wollen.“

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei – durch die unmittelbare Schädigung von
Wildpflanzen und –tieren einerseits, durch die Schädigung der Nahrungsnetze und den Entzug der Nahrungsgrundlage von Wildtieren
andererseits. Zudem beeinträchtigt ein übermäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch die Qualität von Böden und Gewässern. All diese Beeinträchtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des Menschen aus. Vor diesem Hintergrund gilt es, die Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren.

Quelle: Pressemitteilung BMU, 9. Juli 2018

Foto: „Kreuzungen“, Thomas Schlosser/Flickr (CC BY 2.0)

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Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Eine Missernte steht uns bevor, mit jedem Tag ohne Regen schwindet die Zuversicht, vor allem im Osten der Republik. Beginnen so die mageren Zeiten? Oder ist es nur ein Ausrutscher der Natur, das ganz normale Risiko, wie es die Landwirtschaft schon immer tragen musste? Für den Bauernverband ist es letzteres, ein Betriebsunfall, der sich durch Versicherungen und Steuernachlass schultern lässt. Für die Klimawissenschaft ist es ein Teil des neuen Klimas, mit dem wir in Zukunft rechnen müssen. Ein Klima, auf das unsere Landwirtschaft bisher noch nicht einmal in Ansätzen vorbereitet ist. Die Risiken der gängigen Methode werden schlichtweg übersehen.

Dabei liegen sie auf der Hand: Es sind die Hochleistungspflanzen, die für ihre Höchstleistung vor allem eines brauchen: Wasser. Für eine Kilo Getreide 1500 Liter. Es ist die Einfalt auf den Feldern, die keinen Puffer bieten, um Klimarisiken abzufedern. Und es sind die gestressten Böden, die ihre Kraft verloren haben, den natürlichen Niederschlag, den Regen zu speichern.

Die Missernte in Ostdeutschland ist ein Alarmsignal. Das System der intensiven Landwirtschaft hat seine Grenzen erreicht. Es ist Zeit für einen grundlegenden Wandel. Landwirtschaft muss wieder auf sichere Ernten setzen. Resilienz statt Höchstertrag. Auf lebendige, fruchtbare Böden, die Niederschläge wieder speichern können. Auf robuste Vielfalt statt empfindlicher Monokulturen. Sie muss sich wieder auf die Kreisläufe der Natur einstellen, sich einpassen, ohne sie zu zerstören. Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Ein „Weiter wie bisher“ darf es nicht geben. „Business as usual is not an Option“, warnte der Weltagrarrat schon 2008. Die Dürre im Osten der Republik führt uns vor Augen, wie recht er damit hat. Nicht nur bei uns und nicht nur im Sommer 2018. Wenn es uns jetzt nicht gelingt, die Wende einzuleiten, werden wir mageren Zeiten entgegen gehen. Die fetten Jahre sind vorbei.

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Landwirtschaft: Der Preis für unseren Geiz

Landwirtschaft: Der Preis für unseren Geiz

Der Artikel „Der Preis für unseren Geiz“ von Christiane Grefe erschien am 27. Juni 2018 bei ZEIT Online. Die Journalistin berichtet darin über einen neuen UN-Bericht, der auch die in der Landwirtschaft entstehenden Kosten für Umwelt und Gesundheit mit berechnen wird.

„Manchmal kommen die mutigen Lösungen von unerwarteter Seite. Die Regierung des indischen Bundesstaats Andhra Pradesh hat angekündigt, chemischen Dünger und Pestizide abzuschaffen. Schon im Jahr 2024 sollen die Bauern nur noch mit biologischen Methoden ihren Boden fruchtbar machen und Schädlinge bekämpfen. Sechs Millionen Farmer müssen bis dahin Zero Budget Natural Farming erlernen.

Pavan Sukhdev war gerade in Andhra Pradesh, und was dort geschieht, hat den langjährigen Berater des UN-Umweltprogramms (Unep) und neuen Präsidenten des World Wild Fund for Nature (WWF) begeistert, es ist eine Revolution in der Landwirtschaft. Sukhdev weiß aber auch: Es wird ein Kraftakt. Ob der gelingt, hängt von der Unterstützung ab, die er bekommt – „und Wertschätzung erfährt nur, was auch bewertet wird“, sagt Sukhdev.

Biologische Anbaupraktiken sparen Wasser, bauen Humus auf, mindern den Klimawandel und helfen den Ärmsten, sich vielseitig zu ernähren. Doch in den Agrarstatistiken und den Gewinn- und Verlustrechnungen kommen solche Leistungen kaum vor. Warum? „Weil sie weder berechnet werden noch einen Preis haben“, sagt Sukhdev. Die Politik aber orientiert sich an dem, was Ökonomen vorrechnen. Damit sich etwas ändert, hat Sukhdev, einst Manager bei der Deutschen Bank, zusammen mit 150 Experten aus 33 Ländern einen grundlegend neuen Bewertungsrahmen für die globale Land- und Lebensmittelwirtschaft erarbeitet. Der Titel trägt ihre Kernbotschaft: „Messen, was wirklich zählt.““

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

Foto: Terrace farms at Sanasar, Jammu, India; Credit: sandeepachetan.com/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Tiere essen: Interview mit Jonathan Safran Foer

Tiere essen: Interview mit Jonathan Safran Foer

Der US-amerikanischer Schriftsteller Jonathan Safran Foer („Alles ist erleuchtet“, „Extrem laut und unglaublich nah“) veröffentlichte 2009 sein erstes Sachbuch. „Tiere essen“ setzt sich kritisch mit den Folgen der Massentierhaltung auseinander und wurde ein Bestseller. Das Buch wurde als Dokumentarfilm mit Natalie Portman verfilmt und startet in diesem Jahr in den US-amerikanischen Kinos. Im Interview mit dem Magazin Mother Jones erzählt er, warum er „Tiere essen“ schrieb, wie seine Kinder mit dem Thema umgehen und ob die Auseinandersetzung über die Folgen der Massentierhaltung unter Trump schwieriger geworden ist.

Das komplette Interview (Englisch) finden Sie hier.

Foto: Marcus Müller / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Crowdfunding: „Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung“

Crowdfunding: „Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung“

Eine neue soziale Bewegung entsteht. Eine Bewegung, die die Ernährungswende „von unten“ vorantreibt. Vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen und in umfassend recherchierten Beiträgen diskutiert „Genial lokal“ die aussichtsreichsten Strategien für die zukunftsfähige Transformation lokaler Ernährungssysteme. Es lässt sich zudem als vielseitige Handreichung zur Gründung von Ernährungsräten nutzen. Unterstützen Sie die Kampagne zum Buch und die Ernährungswende von unten bis zum 31. Juli hier!

Das Buch
Die Zeit ist reif für eine zukunftsfähige Ernährungswende! Die Politik zeigt bisher jedoch wenig Neigung, sie umzusetzen. Deshalb machen jetzt zivilgesellschaftliche Initiativen den Wandel zu ihrer Sache. Food policy councils liefern das Vorbild, an dem sich die bei uns meist „Ernährungsrat“ genannten Bürgerbündnisse orientieren.

Valentin Thurn, Gundula Oertel und Christine Pohl zeigen anhand internationaler und lokaler Beispiele, wie entschlossen und erfolgreich diese die Ernährungswende von unten in Gang bringen. Das Buch vertieft die Fragen, die sich dabei stellen. Etwa, wie die Chancen für eine relokalisierte Versorgung und Nahrungssicherheit der Städte und Kommunen aus wissenschaftlicher Perspektive stehen; wie ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit in einer zukunftsfähigen Ernährungsstrategie vereint werden; oder wie Bürger*innen die Bestimmungsmacht über ihre Teller tatsächlich zurückerobern können.

Dazu stellt das Buch praxisorientiertes Rüstzeug bereit. Es hilft dabei, regional angepasste Strategien zu entwerfen. So werden lokale Ernährungsräte zu einem politisch wirkungsmächtigen und strukturell gut handhabbaren Instrument der Durchsetzung der Ernährungswende!

Ihre Unterstützung
Wir wollen die Idee der Ernährungswende möglichst weit verbreiten und zeigen, wie Ernährungsräte vor Ort gegründet werden können. Deshalb wollen wir nicht nur das Buch über Vorbestellungen teilfinanzieren, sondern Unterstützer*innen auch die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden! Bei diesem Projekt führt Ihre Unterstützung dabei sicher zum Ziel: Die Summe muss  nicht unbedingt vollständig zusammenkommen – jeder Kauf wird abgewickelt und jeder Euro fließt direkt in das Projekt. Denn mit jeder Unterstützung helfen Sie uns, das ökonomische Risiko zu minimieren.

Die Autor*innen
Valentin Thurn wurde als Regisseur von „Taste the Waste – die globale Lebensmittelverschwendung“ und „10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?“ international bekannt. Er schrieb er die Bücher „Die Essensvernichter“ und „Harte Kost“, und realisierte über 40 Dokumentationen für ARD, ZDF und ARTE. Darüber hinaus gründete er 2012 den Foodsharing e.V. und 2014 den Taste of Heimat e.V. Er ist Vorsitzender des Kölner Ernährungsrates und hilft derzeit mit, ein Netzwerk der Ernährungsräte im deutschsprachigen Raum aufzubauen.

Gundula Oertel ist freie Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Landwirtschaft, Umwelt, Ernährungspolitik und Transformation. Seit 2015 engagiert sie sich auch unmittelbar in der Berliner Stadternährungspolitik, war an der Gründungsinitiative für einen Berliner Ernährungsrat beteiligt und gehört seinem Sprecher*innenkreis an. Ihr erstes Buch „Taste the Waste – Rezepte und Ideen für Essensretter“, veröffentlichte sie gemeinsam mit Valentin Thurn im Jahr 2011.

Christine Pohl befasst sich seit vielen Jahren mit den Themen Ernährung und Landwirtschaft und der Frage nach einer sozial und global gerechten Ernährungswende. Sie hat die Gründung des Berliner Ernährungsrat mit angestoßen, fungiert als seine Koordinatorin und gehört seinem Sprecher*innenkreis an. Bei INKOTA, Oxfam, Friends of the Earth und als freiberufliche Autorin hat sie sich mit globalen Ernährungssystemen, Konzernmacht und -verantwortung sowie Handels- und Entwicklungspolitik beschäftigt.

Die Crowdfunding Page finden Sie hier.

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Pestizidfrei verpachten!

Pestizidfrei verpachten!

Rund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich bewirtschaftet. Etwa 60 Prozent des so genutzten Grunds gehören den LandwirtInnen jedoch nicht selbst, sondern sind gepachtet. Stellen Sie sich vor, alle VerpächterInnen würden in ihren Verträgen eine ökologische Bewirtschaftung einfordern, den Einsatz von Pestiziden untersagen oder gezielt an Bio-Betriebe und Projekte der solidarischen Landwirtschaft verpachten.

Das würde der Agrarwende enormen Schwung verleihen! Und es ist möglich!

Deshalb hat das Umweltinstitut München jetzt www.pestizidfrei-verpachten.de auf den Weg gebracht: Verpächterinnen und Verpächter finden auf diesem Info-Portal Broschüren mit praktischen Tipps, um ihre Pachtverträge umzustellen. Falls auch Sie Land besitzen und verpachten, können Sie mit wenigen Sätzen im Pachtvertrag der Natur etwas Gutes tun und Ihr Land für die kommenden Generationen gesund halten.

Foto: Michael Geisler/Flickr (CC BY-ND 2.0)

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Interview: Open Source Lizenzen für die Bienenvielfalt

Interview: Open Source Lizenzen für die Bienenvielfalt

Walter Haefeker ist Berufsimker und spricht im Interview mit Ines Meier über das Bienensterben, die Intensivierung der Landwirtschaft und die Chancen, die Open Source Lizenzen, Samenbanken und Bienenstrom für das Überleben der Bienen bieten.

Walter Haefeker war ursprünglich IT-Manager und viele Jahre im Silicon Valley tätig. Bei seiner Rückkehr nach Europa stieß er durch sein Interesse an alten landwirtschaftlichen Geräten auf sogenannte Kanitzkörbe für Bienen. Seine Kinder waren von Anfang an begeistert. Sein jüngster Sohn nahm sich eine Sonnenblume aus der Vase und ging damit zum Bienenkorb, um die Bienen zu füttern. Walter Haefeker ist inzwischen seit 15 Jahren Berufsimker und engagiert sich als Vorstand im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerverbund, als Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes sowie als Leiter der Arbeitsgruppe Gentechnik im Weltimkerverband Apimondia.

Um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen, hat vor kurzem ein Supermarkt nahe Hannover ohne Ankündigung über Nacht alle Produkte weggeräumt, die es ohne Bienen nicht geben würde. Das Angebot verkleinerte sich um 60%. Wie würde unsere Welt ohne Bienen aussehen?

Ich war in diese Geheimaktion involviert, sie hat sehr eindrücklich gezeigt, was auf dem Spiel steht. Eine Vielfalt von Obst und Gemüse ist von der Bestäubung durch Honigbienen und ihre Verwandten abhängig. Ohne Bienen würden wir uns hauptsächlich von Haferschleim oder ähnlichem ernähren, unser Nahrungsangebot wäre stark verarmt.

Eine Welt, die Bienen existenzgefährdend unter Druck setzt, wäre darüber hinaus in vielen anderen Aspekten lebensfeindlich. Die Auswirkungen sehen wir heute schon in der Vogelwelt. Auch uns würde es physisch und emotional schlecht gehen.

In China müssen Menschen mittlerweile ganze Obstplantagen per Hand bestäuben. Der Einzelhandelsriese Walmart hat in den USA gerade Patente für mehrere autonome Roboter-Bienen angemeldet, die Blüten bestäuben, Schädlinge überwachen und Pestizide spritzen sollen. Warum sterben Bienen weltweit?

Wir haben die Rahmenbedingungen für Bienen an vielen Stellschrauben verschlechtert. Wir haben ausgeräumte Agrarlandschaften mit einem minderwertigen Blütenangebot. Dabei ist vor allem die Vielfalt des Pollens sehr wichtig für die Bienen. Wir setzen Pestizide ein, um die Agrarlandschaft maschinengerecht zu machen. Wir haben Mähtechnik, die mit hoher Geschwindigkeiten blühende Wiesen mäht, dabei kommen jede Menge Bienen zu Schaden. Wir haben bei der Honigbiene eingeschleppte Bienenkrankheiten. Wir haben keine Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Es gibt viele Ursachen für das Bienensterben, hinter denen aber jeweils die Intensivierung der Landwirtschaft steht.

Wie unterscheiden sich Wild- von Nutztiervölkern?

Das ist regional verschieden. In Europa haben wir noch eine große genetische Vielfalt bei den Bienen. Die Honigbiene ist hier heimisch, aber durch die eingeschleppte Varroamilbe ohne Unterstützung der Imker nicht überlebensfähig. Dieser Parasit ernährt sich von der sogenannten Hämolymphe, der nährstoffhaltigen Körperflüssigkeit der Honigbienen, und ist ihr gefährlichster Feind. Abgesehen von der notwendigen Behandlung der Varroamilbe wären aber die Bienenvölker, mit denen wir als Imker arbeiten, auch wild lebensfähig. Bienenhaltung ist also nicht vergleichbar mit Schweinemast oder Geflügelhaltung.

Wie werden Bienen gezüchtet und was sind die Zuchtziele?

Ein Bienenvolk vermehrt sich durch Teilung, normalerweise über den Schwarm. Diese Teilung kann der Imker auch selbst vornehmen. Bevor ein Bienenvolk schwärmt, zieht es sich eine oder mehrere neue Königinnen. Die Vermehrung der Königinnen kann der Imker lenken. Es gibt verschiedene Verfahren, um sowohl bei der Königin als auch bei den sogenannten Drohnenvölkern, die die männlichen Bienen liefern, bestimmte Eigenschaften zu selektieren oder zu stärken.

Da wir in Europa eine hohe Bevölkerungsdichte haben, ist es wichtig, dass die Bienen sanftmütig sind. Wenn einem Imker auffällt, dass ein Volk besonders aggressiv oder stechlustig ist, wird auf dieser Basis nicht weiter gezüchtet. Eine große Rolle bei der Züchtung spielen natürlich auch die Resistenz gegen Bienenkrankheiten und der Honigertrag.

Wem gehören die Bienen? Gibt es wie im Saatgutbereich auch hier eine zunehmende Marktkonzentration?

Wir sind glücklicherweise in der Situation, in der die Bauern waren, bevor Konzerne in den Bereich eingestiegen sind. Die Bienenzucht ist extrem vielfältig, hier wird kooperativ Zuchtmaterial getauscht. Züchter, die für die Selektion und Vermehrung ein besonderes Händchen haben, beliefern Imkerkollegen, die sich auf die Honigproduktion konzentrieren, mit Königinnen. Diese Königinnen sind frei von Lizenzen und Rechten des Züchters, so dass jeder Imker uneingeschränkt mit diesem Zuchtmaterial arbeiten kann.

Spielen Patente in der Bienenzucht überhaupt eine Rolle?

Gott sei Dank spielen Patente hier noch keine Rolle. Das ist unsere Chance: Wir müssen jetzt dafür einstehen, dass das auch so bleibt. Wir sind Teil der Bewegung, die dafür gesorgt hat, dass Europa weitgehend gentechnikfrei ist. Und wir haben uns natürlich sehr genau angeschaut, was den Bauern mit ihrem Saatgut passiert ist. Da war es plötzlich nicht mehr der Nachbar, der besonders gut züchten konnte. Stattdessen waren es Firmen, die Lizenzen auf Hybrid-Saatgut erhoben haben. Die Einführung des Sortenschutzrechts hat das, was Landwirte machen und verbreiten können, eingeschränkt. Auch das gibt es im Bereich der Imkerei nicht.

Als erster Verband überhaupt arbeitet der Verband Bayerischer Carnicazüchter inzwischen mit einer Open Source Lizenz. Welche Vorteile versprechen diese öffentlichen Lizenzen?

Der Carnicazuchtverband in Bayern war der erste Verband, der diesen Schritt gemacht hat. Aber inzwischen tut sich auch in Nachbarländern wie Holland und Frankreich etwas, auch bei anderen Bienenrassen. Zunächst geht es darum, die gemeinsame Zuchtarbeit, die in einem Verband geleistet wird, vor dem Zugriff durch Dritte zu schützen. Wir wollen sicherstellen, dass wir als Imker auch in Zukunft kooperativ zusammenarbeiten und diese Art der Bienenzucht fortführen können.

Der Weltimkerverband Apimondia hat vor zwei Jahren angekündigt, weltweit ein Open Source System für Bienenhalter einführen zu wollen. Wie wird dieses Vorhaben aufgenommen und wie ist der aktuelle Stand der Entwicklungen?

Ich bin beim Weltimkerverband für das Thema Gentechnik zuständig. Als ich dem Verbandsvorstand diese Strategie vorgeschlagen habe, wurde sie mit großer Begeisterung aufgenommen. Bei einer Open Source Lizenz ist eine juristische Person als Lizenzinhaber formal sehr wichtig. Gegenüber anderen Bereichen der Landwirtschaft sind wir in der glücklichen Lage, dass wir einen Weltverband haben, der diese Rolle übernommen hat. Wenn man einer juristischen Person diese Lizenzrechte einräumt, muss man sicherstellen, dass sie nicht gekauft oder anderweitig beeinflusst werden kann. Diesen großen, breit aufgestellten und neutralen Boden haben wir mit Apimondia. Aktuell erklären wir den einzelnen Imkerverbänden, wie das Open Source System funktioniert und wie man es umsetzen kann.

Auch die Landwirte in der Nutztierzucht haben beobachtet, was im Saatgutbereich passiert ist. Trotzdem gibt es keine vergleichbare strategische Selbstorganisation.

In der Bienenhaltung haben wir eine glückliche Verkettung von Umständen. Ich war in den 80er Jahren als Vertreter für Siemens in der Open Source Foundation, ich kenne also die Open Source Bewegung im IT-Bereich von Anfang an. In diesem Bereich waren die gesamte Computersoftware und vor allem die Betriebssysteme durch Firmen lizensiert und patentiert. Dadurch hatten die Universitäten Schwierigkeiten, Informatik zu lehren.

Bei Open Source im Bienenbereich geht es also nicht nur um die Sicherung der Rechte von Imkern, sondern auch um die Sicherung der Forschungsmöglichkeit für die Bienenwissenschaft. Wir haben in der Imkerei Quereinsteiger, die das Prinzip verstehen und wissen, wofür man es nutzen kann. Als deutlich wurde, dass es Versuche gibt, Bienen gentechnisch zu verändern, war klar, dass wir dieser Entwicklung mit einer Open Source Lizenz einen Riegel vorschieben müssen.

Bei meinen Recherchen zur Entwicklung einer solchen Lizenz für die Imkerei stieß ich auf die Open Source Initiative beim Saatgut. Das war ein weiterer glücklicher Umstand. Es gibt in der Landwirtschaft keinen anderen Bereich, in dem die Voraussetzungen für die Umsetzung von Open Source so gut sind wie bei den Bienen. Beim Thema Saatgut ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, in der Nutztierzucht sieht es brandgefährlich aus. Bei den Bienen haben wir aber bisher keine Sortenschutzregeln, Lizenzen oder Patente. Und wir haben eine Weltorganisation, die das System global umsetzen kann.

Als eine Reaktion auf das weltweite Bienensterben gibt es internationale Bestrebungen zum Aufbau von „Bienen-Banken“. Was genau wird da konserviert und wer kann die Banken nutzen?

Wir konservieren das Sperma von Drohnen. Die Bienen-Genbanken sind vergleichbar mit Saatgutbanken. Diese Initiative wird ebenfalls innerhalb des Weltimkerverbandes koordiniert und läuft parallel zu unserer Open Source Lizenz. Auch hier versuchen wir aus den Fehlern zu lernen, die wir beim Saatgut beobachtet haben. Die Landwirte haben brav ihre gesamte Vielfalt bei Saatgutbanken abgeliefert. Wie man beispielsweise in Gatersleben sieht, hat der Staat dann ein Biotech-Zentrum direkt auf diesen Standort gebaut und das Ganze in einen Selbstbedienungsladen für Konzerne verwandelt. Das wollen wir bei den Bienen verhindern. Deswegen kommt in unsere Genbanken nur Material, das unter der Open Source Lizenz steht.

In Städten wie Berlin gibt es inzwischen sehr viele Bienenhalter_innen, während etwa in Brandenburg großer Mangel herrscht.

Wir erleben einen großen Boom der Imkerei in den Städten. Viele Menschen wollen sich für die Bienen engagieren, das finden wir sehr gut. Allerdings hat beispielsweise die Honigbiene einen relativ hohen Betreuungsaufwand, weil sie gegen die Varroamilbe behandelt werden muss. Man sollte also entsprechende Kurse für Bienenhaltung absolvieren und sich überlegen, ob man die Betreuung von einem oder mehreren Bienenvölkern zeitlich leisten kann. Bienen warten nicht, bis man von einer Geschäftsreise zurückkommt, sie schwärmen beispielsweise, wann sie wollen.

Wir müssen verstärkt daran arbeiten, dass wir Menschen, die sich für Bienen interessieren, die ganze Welt der Bienen nahebringen. Für diejenigen, die Bienen halten wollen, aber wenig Zeit haben und auch keinen Honig produzieren möchten, gibt es andere Möglichkeiten. In Deutschland haben wir neben der Honigbiene hunderte weitere Bienenarten. Hummeln und Solitärbienen brauchen genauso Unterstützung wie die Honigbiene. Es gibt für jeden Menschen die passende Biene. Ein Boom der Imkerei in den Städten nutzt der Landwirtschaft allerdings erst einmal nichts.

Noch einmal zurück zur Aktion des Supermarktes in Hannover. Der Rewe-Vorstand resümierte da angesichts der immerhin noch gut bestückten Auswahl an Alkoholika lakonisch: „Besaufen können wir uns in Zukunft noch, aber sonst wird’s eng“. Was muss die Politik tun, um die Bienen zu schützen?

Ein wichtiger Schritt der europäischen Politik war das Verbot bienengefährlicher Neonicotinoide im Freiland, das nächstes Jahr wirksam wird. Wir brauchen auf der politischen Ebene ein Umsteuern hin zu einer bienenfreundlichen Agrarpolitik. Davon würden die Landwirte profitieren. Die Bestäubung durch Honigbienen und andere Bestäuber steigert die Erträge und die Qualität der Produkte und ist den Mitteln der Agrarindustrie häufig überlegen. Open Source ist dabei ein wichtiges Feld, nicht nur bei den Bienen oder beim Saatgut.

Der chemische Pflanzenschutz hat seinen Zenit überschritten, das ist eine gute Nachricht für die Bienen. Es wird immer schwieriger, chemischen Pflanzenschutz zur Zulassung zu bringen. Wenn sich herausstellt, dass das Produkt gefährlicher ist als angenommen – was meist der Fall ist – werden die Produkte wieder verboten. Stark im Kommen ist gerade der digitale Pflanzenschutz, der mit leichten Agrarrobotern und Bilderkennung arbeitet. In der Auseinandersetzung zwischen Zivilgesellschaft und Konzerninteressen wird es darum gehen, wem die Daten gehören. Werden unsere Landwirte nicht nur beim Saatgut, sondern auch bei den digitalen Daten, die sie für die neuen Anbaumethoden brauchen, von großen Konzernen abhängig?

Alle großen Chemiehersteller haben inzwischen eine Digitalabteilung und träumen davon, dass die Landwirte ihre Daten in ihrer Cloud haben. Da müssen wir schnell handeln, denn die Konzerne haben dazu bereits entsprechende Überlegungen. Wenn Uni-Projekte, in denen Agrarroboter und die Erkennung von Unkräutern und Schädlingen erforscht werden, mit öffentlichen Geldern gefördert werden, müssen die Ergebnisse unter eine Open Source Lizenz gestellt werden. Das ist das Know-How, das die moderne Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts ausmachen wird. Die Unis dürfen ihre Forschungen nicht patentieren und die Patente an Konzerne verkaufen, um sich zu refinanzieren.

Was kann jede_r Einzelne gegen das Bienensterben tun?

In der Stadt und in den Siedlungsgebieten kann jeder Zierrasen und Zierpflanzen durch Bienenweidepflanzen ersetzen. Es ist schön, wenn der Garten nicht nur blüht, sondern auch summt. Man kann bienenfreundlich zertifizierte Produkte wie die unseres europäischen Siegels „Certified Bee Friendly“ kaufen und alternativ Bio-Produkte.

Unser ältestes Projekt ist beispielsweise die Sternenfair-Milch. Die Milchbauern haben kaputte Preise, weil sie mit sehr intensiven – und bienenschädlichen – Methoden zu viel Milch produzieren. Sie erinnern sich vielleicht an die große Milchkrise 2009, wo die Milchbauern im Streik vor das Kanzleramt gezogen sind. In dieser Zeit hat sich der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) vom Bauernverband abgespalten. Die Landwirte haben verstanden, dass der Bauernverband nicht die Interessen der Landwirte vertritt, sondern die Interessen derer, die an den Landwirten verdienen.

Die Milchbauern wollten eine faire Milch. Wir haben den Landwirten vorgeschlagen, die Kriterien für ein neues Milchprodukt gemeinsam zu erarbeiten. Ziel war ein rundum faires Produkt – fair für den Landwirt, den Verbraucher und die Bienen. Das war damals eine unideologische Diskussion. Wir haben den konventionellen Landwirten erklärt, wie sich ihre verschiedenen Produktionsmaßnahmen auf die Bienen auswirken. Sie sind mit uns über das Thema Bienen schon die halbe Strecke zu Bio gegangen. Die Sternenfair-Milch existiert bis heute und ist das erfolgreichste faire Milchprodukt überhaupt. Bei der letzten Milchkrise mussten sehr viele Betriebe hier in Bayern aufgeben. Bei keinem der Betriebe, die mit uns zusammenarbeiten, war das der Fall.

Die neueste Errungenschaft in dem Bereich ist der sogenannte Bienenstrom, dafür kooperieren wir mit den Stadtwerken Nürtingen. Je nach Menge des Ökostroms wird von Landwirten eine bestimmte Fläche in der Agrarlandschaft zum Blühen gebracht. Jemand, der selbst nur einen Balkon hat, kann durch den Wechsel des Stromanbieters dafür sorgen, dass es mehr Blüten in der Landschaft gibt. Wir kooperieren dafür auch mit dem Fachverband Biogas, um mittels einer ausreichenden Zahl an Stromkunden vermehrt Blühpflanzen statt Mais in die Biogas-Produktion zu bringen.

Foto: Durch Spritzmittel vergiftete verendete Biene vor dem Flugloch – Urheber/in: Global 2000 / (CC) BY-NC-ND

Das Interview wurde ursprünglich im Rahmen der Aktion „Vielfalt statt Macht“ auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung www.boell.de veröffentlicht.

IWEInterview: Open Source Lizenzen für die Bienenvielfalt