Mehr Extremwetter durch die Störung gigantischer Luftströme in der Atmosphäre

Mehr Extremwetter durch die Störung gigantischer Luftströme in der Atmosphäre

Jestream, Foto: NASA

Jestream, Foto: NASA

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung

 

 

 

 

 

  • Computersimulationen zeigen einen starken Anstieg von Ereignissen, bei denen die Wellenbewegung des Jetstreams in der Atmosphäre aufhören, sich weiter vorwärts zu bewegen.
  • Dadurch könnten Wetterextreme am Boden häufiger werden.
  • Eine starke arktische Erwärmung reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem Nordpol und den Subtropen, und dieser Unterschied ist ein wesentlicher Treiber des Jetstreams.
  • Eine Verringerung der Luftverschmutzung in den Industrieländern könnte einen Teil der natürlichen Temperaturdifferenz zwischen den mittleren Breiten und der Arktis wiederherstellen.

Computersimulationen zeigen einen starken Anstieg von Ereignissen, bei denen die Wellenbewegungen des Jetstreams in der Atmosphäre aufhören sich weiter voran zu bewegen. Dadurch könnten Wetterextreme am Boden häufiger werden: Wenn die Westwinde aufhören, Wettersysteme voranzutreiben, halten diese länger an – aus ein paar sonnigen Tagen kann eine Hitzewelle werden, anhaltender Regen kann zu Überschwemmungen führen. Ein internationales Team von Wissenschaftlern führt das auf die vom Menschen verursachte Erwärmung speziell in der Arktis zurück.

„Wir erwarten, dass solche atmosphärischen Bedingungen um etwa 50 Prozent ansteigen, die einen langsamen, sich breit schlängelnden Jetstream und festgefahrene Wetterextreme begünstigen“, sagt Michael Mann von der Pennsylvania State University in den USA, Hauptautor der in Science Advances veröffentlichten Studie. „Wir sprechen dabei von quasi-resonanter Verstärkung planetarer Wellen, aber was das bedeutet, ist ziemlich einfach: Menschen werden wahrscheinlich häufiger extreme und potenziell gefährliche Wetterereignisse erleben.“ Solche planetarischen Wellenereignisse waren auch Ursache der verheerenden Waldbrände in Kanada 2016, der Überschwemmungen in Europa 2013 und der Hitzewelle in Russland 2010.

Erstmals wurde das zukünftige Auftreten solcher Bedingungen, die zu Wachstum und Stillstand planetarer Wellen führen, jetzt in einer Vielzahl von modernen Klimasimulationen (CMIP5) durchgerechnet. Während der Zusammenhang zwischen der Störung atmosphärischer Wellen und Extremwetter bereits in früheren Studien und für vergangene Ereignisse nachgewiesen wurde, überraschte der Blick in eine mögliche Zukunft bei ungemindertem Treibhausgasanstieg. „Bei der Betrachtung einer großen Anzahl verschiedener Computermodelle haben wir interessante Unterschiede festgestellt“, sagt Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Ko-Autor der Studie. „Verschiedene Klimamodelle liefern teils deutlich unterschiedliche Zukunftsprognosen für Resonanzereignisse des Klimas. Im Mittel zeigen sie allerdings eine deutliche Zunahme. Zwei Faktoren scheinen die Häufigkeit solcher Resonanzereignisse zu bestimmen: Die Erwärmung der Arktis und die Luftverschmutzung.“

Arktische Erwärmung und Luftverschmutzung

Die Arktis erwärmt sich schneller als der Rest des Planeten. Computersimulationen, die das berücksichtigen, zeigen einen stärkeren Anstieg der Ereignisse, bei denen die plantearen Wellen in ihrer Vorwärtsbewegung stocken. Gleiches gilt für Simulationen, die die Auswirkungen der Luftverschmutzung mit winzigen Partikeln – sogenannten Aerosolen – beinhalten. Eine starke arktische Erwärmung reduziert den Temperaturunterschied zwischen dem Nordpol und den Subtropen, und dieser Unterschied ist ein wesentlicher Treiber des Jetstreams. Die Arktis ist deshalb für die gigantischen Luftströme, die unsere Wettersysteme antreiben, von besonderer Bedeutung. Die Luftverschmutzung wiederum blockiert einen Teil der Sonnenstrahlung, etwa in Regionen mit vielen Kohlekraftwerken, und führt so zu einer leichten temporären lokalen Kühlung. Dadurch wird ebenfalls die Temperaturdifferenz zwischen mittleren Breiten und Nordpol reduziert.

„Unsere Ergebnisse weisen also auch darauf hin, dass eine Verringerung der Luftverschmutzung in den Industrieländern tatsächlich einen Teil der natürlichen Temperaturdifferenz zwischen den mittleren Breiten und der Arktis wiederherstellen könnte – was wiederum dazu beitragen würde, zukünftige Störungen der planetaren Wellen und die damit verbundenen Wetterextreme zu vermindern“, sagt Stefan Rahmstorf. „Es ist interessant, dass die Stilllegung von Kohlekraftwerken in zweierlei Hinsicht zur Vermeidung von Klima-Destabilisierung beitragen kann: durch die Reduktion von Treibhausgasemissionen, die die globale und arktische Erwärmung vorantreiben, und durch die Verringerung der Luftverschmutzung. Wenn wir also den Anstieg gefährlicher Wetterextreme begrenzen wollen, scheint ein schneller Ausstieg aus der Kohle eine ziemlich gute Idee zu sein.“

„Die Klimamodelle sind noch zu grob, um diese Art von extremen Wetterepisoden für bestimmte Zeiten oder Orte vorherzusagen“, sagt Ko-Autor Dim Coumou, der sowohl am PIK als auch an der Vrije Universiteit Amsterdam arbeitet. „Die Modelle sind jedoch in der Lage, große Muster von Temperaturänderungen realistisch darzustellen“, so Kai Kornhuber vom PIK, der ebenfalls Ko-Autor der Studie ist. „In Kombination mit früheren Forschungsarbeiten zu diesem Thema sehen wir in unseren Simulationen einen ziemlich besorgniserregenden Trend: Wetterextreme nehmen im Zusammenhang mit unserem Ausstoß an Treibhausgasemissionen zu, und ein häufigeres Stocken der gigantischen Luftströme hoch in der Atmosphäre scheint hier ein wichtiger Faktor zu sein.“

Artikel: Michael E. Mann, Stefan Rahmstorf, Kai Kornhuber, Byron A. Steinman, Sonya K. Miller, Stefan Petri, Dim Coumou (2018): Projected changes in persistent extreme summer weather events: The role of quasi-resonant amplification. Science Advances, Vol. 4, no. 10 [DOI: 10.1126/sciadv.aat3272]

Link zum Artikel hier. Link zur Mitteilung der Pennsylvania State University hier

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Agroecology as a Pathway towards Sustainable Food Systems

Agroecology as a Pathway towards Sustainable Food Systems

Zum diesjährigen Welternährungstag am 16. Oktober hat MISEREOR den neuen Bericht „Agroecology as a Pathway towards Sustainable Food Systems“ veröffentlicht. Der Bericht beinhaltet drei Fallstudien aus landwirtschaftlich schwierigen Trockengebieten in Brasilien, Indien und Senegal.

Die Fallstudien zeigen: Kleinbauernfamilien konnten mit agrarökologischen Ansätzen ihre Einkommen und die Produktivität ihrer Betriebe steigern; die Biodiversität auf agrarökologischen Betrieben ist im Vergleich zur Referenzgruppe größer und die Produktvielfalt wirkt sich positiv auf die Ernährungssicherheit aus; die Umstellung auf Agrarökologie war verknüpft mit sozialen und politischen Veränderungen, die u.a. zur Stärkung der Rolle von Frauen beigetragen haben und Kleinbauern und Kleinbäuerinnen mehr Möglichkeiten zur Partizipation und Mitsprache geboten hatten.

Damit agrarökologische Ansätze ihr volles Potential für eine inklusive ländliche Entwicklung entfalten können und die Widerstandsfähigkeit kleinbäuerlicher Betriebe angesichts des Klimawandels gestärkt wird, ist politische Unterstützung dringend nötig.

Den Bericht „Agroecology as a Pathway towards Sustainable Food Systems“ können Sie hier herunterladen.

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Civil Society Report: On the Use and Implementation of the Right to Food Guidelines

Civil Society Report: On the Use and Implementation of the Right to Food Guidelines

Executive Summary:

The right to food is a fundamental pillar to the right to life. Yet it is also arguably the most violated human right globally. Today, hundreds of millions of individuals – some 821 million – remain food insecure. They lack consistent physical and economic access to sufficient, safe and nutritious food to meet their dietary needs. They face obstacles to securing an adequate income to purchase the food needed to feed their families in a dignified manner, and to acquiring rights and access to the resources – water, land, seeds, biodiversity – necessary to produce food. Many laws and policies support industrial, mono-culture modes of agricultural and food production that feed corporate supply chains and harm the environment, while rates of malnutrition continue to soar with massive impacts on the health and wellbeing of populations across the globe. Many who seek to defend their own right to food, and that of their communities and peoples, face retaliation, criminalization, persecution and – all too often – death. These and many other violations of the right to food occur daily, in all corners of the planet, most often in the absence of any possibility of recourse, of access to justice, or of enforcing state accountability.

Although these violations occur, there is a deepening awareness that the realization of the right to food is foundational for achieving food security, poverty eradication, sustainable livelihoods, social stability, peace and security, economic growth, and rural and social development. Right to food realization will also be necessary to meet the ambitious targets set forth in the Sustainable Development Goals (SDGs) for 2030. Just as the importance of the right to food is acknowledged, there is also growing normative consensus on the scope and content of the human right to food, of states’ corresponding obligations to ensure its realization, and of the steps states can take to meet these obligations.

The Voluntary Guidelines to support the Progressive Realization of the Right to Adequate Food in the Context of National Food Security (the RTF Guidelines) have played a critical role in establishing consensus on how to implement the right to food. Spurred by a determined alliance of governments, civil society organizations (CSOs) and UN offices, the RTF Guidelines were negotiated through a participatory process in the Committee on World Food Security (CFS) and adopted unanimously by all member states of the United Nations Food and Agriculture Organization (FAO) in 2004. Since their adoption, the RTF Guidelines have been used to create tool kits and policy guidance to assist states with national implementation. They have also been used, particularly by the Right to Food Unit, now Team, at the FAO, to assist governments in adopting national strategies and legislation aimed at right to food realization.

The RTF Guidelines remain a foundational and ever relevant text, providing critical guidance on right to food implementation. Over the last decade, however, the international community has expanded and deepened its understanding of the steps states should take to realize the right to food, enhancing the recommendations laid out in the Guidelines. The challenge that remains is to translate this understanding into concrete actions on the ground. This synthesis report summarizes the results of broad consultation amongst social movements, Indigenous peoples, small-scale food producers, non-governmental organizations (NGOs), and other CSOs on the use and implementation of the RTF Guidelines, as well as the main challenges that negatively impact the realization of the right to food and nutrition. It is a contribution from the Civil Society Mechanism (CSM) to the Global Thematic Event on the RTF Guidelines to be held during the 45th session of the CFS in October 2018. As such, it aims to contribute to promoting learning from experience and accountability in the CFS, the foremost inclusive international and intergovernmental platform on food security and nutrition, and to reinforcing the important role of monitoring at the CFS.

Download PDF: „Civil Society Report: On the Use and Implementation of the Right to Food Guidelines“

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Streitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“

Streitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Missernte des Sommers 2018 zeigt, dass die industrielle Landwirtschaft dem Klimawandel nicht gewachsen ist. Im Gegenteil: Sie feuert ihn weiter an. Sie zerstört die Bodenfruchtbarkeit, erschöpft die Wasservorräte und beschleunigt den Artenschwund. Die Ernährung zukünftiger Generationen steht auf dem Spiel.

Die Untätigkeit der Politik darf nicht länger hingenommen werden. In dieser Überzeugung fordert ein breites Bündnis der deutschen Zivilgesellschaft eine öffentliche Debatte über die Zukunft unserer Ernährung. Dazu stellt es heute in Berlin die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ vor.

Im Vorfeld des Welternährungstags am 16. Oktober 2018 fordert das Bündnis aus Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V., NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. , Naturfreunde Deutschland e.V., Slow Food Deutschland e.V., Slow Food Europe und Institut für Welternährung – World Food Institute e.V. eine ökologische Wende: „Jetzt geht es um eine grundlegende Veränderung, um ein innovatives Agrar- und Ernährungssystem, das sich in biologische Kreisläufe und ökologische Netzwerke einpasst, das auf soziale Beziehungen und ökonomischen Ausgleich setzt und damit die Ernährung auf Generationen hinaus sichert, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten.“

Die Mitunterzeichner setzen vor allem auf die Zivilgesellschaft. Sie rufen dazu auf, die gegenwärtige politische Blockade einer Ernährungswende durch zivilgesellschaftliche Aktionen zu durchbrechen:

• Die Zivilgesellschaft setzt Signale der Veränderung durch Desinvestment aus den Aktien der Agrar- und Ernährungsindustrie.

• Sie schafft Vorbilder, indem sie darauf dringt, dass Kommunen und Kirchen für ihren großen Grundbesitz nur noch Pachtverträge abschließen, die ökologisches Wirtschaften fördern.

• Sie verlangt, dass öffentliche Mittel der Bundesrepublik wie der Europäischen Union nur für gesellschaftlich geforderte Leistungen der Landwirtschaft vergeben werden, die vom Markt nicht ausreichend vergütet werden.

• Sie unterstützt die neue Ernährungsbewegung in Deutschland, die ökologische Ernährungskonzepte als Teil lokaler und regionaler Politik entwickelt.

• Sie fordert, dass chemisch-synthetische Pestizide aus der Produktion verbannt werden, ebenso wie Antibiotika aus der Tierhaltung.

Für die Initiatoren der Streitschrift ist die ökologische Transformation der Landwirtschaft eine globale Herausforderung. Sie startet als ein europäisches Projekt, das in den Regionen beginnt und von einer wachen Zivilgesellschaft getragen wird.

Die Streitschrift „Landwirtschaft am Scheideweg – Nur eine ökologische Landwirtschaft kann zehn Milliarden Menschen ernähren“ steht in verschiedenen Versionen als PDF zum Download zur Verfügung: Kurzversion (DE), Langversion (DE), Short Version (EN), Long Version (EN)

Foto: Rubén Díaz Caviedes/Flickr (CC BY-SA 2.0)

IWEStreitschrift zur Zukunft unserer Ernährung: „Landwirtschaft am Scheideweg“
Studie Universität Augsburg: „How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“

Studie Universität Augsburg: „How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“

Die Studie der Universität Augsburg  „How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“ evaluiert die „versteckten Kosten“ der deutschen Landwirtschaft, die durch drei maßgebliche Umweltbelastungen – Stickstoff, Treibhausgas-Emissionen und Energieverbrauch – bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen. Diese werden derzeit nicht in die Marktpreise für Lebensmittel einbezogen. Die Studie wurde von der Tollwood GmbH für Kultur- und Umweltaktivitäten gemeinsam mit der Schweisfurth Stiftung in Auftrag gegeben.

Sie offenbart eine erhebliche Fehlbepreisung und damit Marktverzerrung durch die Preisdifferenz, die zwischen den aktuellen Erzeugerpreisen und den wahren Kosten liegt. Die höchsten externen Folgekosten und damit größten Fehlbepreisungen gehen mit der Produktion konventionell hergestellter Produkte tierischen Ursprungs einher. Diese müssten auf Erzeugerebene dreimal so teuer sein, als derzeit bepreist (196 % Aufschlag auf die Erzeugerpreise). Die zweithöchsten Aufschläge müssten für konventionell hergestellte Milchprodukte (96 %) und die niedrigsten für Bio-Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs (6 %) erfolgen.

Bei tierischen Produkten ist die Höhe der externen Kosten und Preisaufschläge insbesondere durch die energieintensive Aufzucht der Nutztiere zu erklären. Dazu zählen Futtermittelanbau, Beheizung und Belüftung der Ställe sowie der Metabolismus der Tiere. Diese Faktoren führen unter anderem zu einer bedeutend höheren Austragung von reaktivem Stickstoff und Treibhausgasen sowie einem höheren Energiebedarf als bei pflanzlichen Produkten. Demnach ist der größte Anteil der Preisaufschläge jeweils auf den Treiber Stickstoff zurückzuführen, gefolgt von Treibhausgasen und Energie.

Am Beispiel von Milcherzeugnissen kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass konventionelle Milcherzeugnisse etwa 30 % teurer sein müssten, der Ladenpreis von biologischen vergleichsweise etwa 10 %. Im aktuellen Ladenpreis sind der Ausstoß von Treibhaus-Emissionen, der Energieverbrauch und der Einsatz von Stickstoffdünger nicht einberechnet.

Im Vergleich konventioneller mit ökologischen Produktionspraktiken führen vor allem der Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger beim Pflanzenanbau sowie ein geringerer Einsatz von industriell produziertem Kraftfutter bei der Nutztierhaltung in allen untersuchten Lebensmittelkategorien zu geringeren externen Kosten und Preisaufschlägen für ökologische Produkte.

„Für viele negative Klima-, Umwelt- und Gesundheitsfolgen, die sich aus der Produktion von Lebensmitteln ergeben, kommen aktuell weder die Landwirtschaft noch die Konsumenten auf“, erklärt Dr. Tobias Gaugler von der Universität Augsburg. „Die hiermit verbundene Preis- und Marktverzerrung stellt – ökonomisch gesprochen – eine Form von Marktversagen dar, der es mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu begegnen gilt. Ausgehend von unseren Ergebnissen und dem ‚polluter pays principle‘ der UN folgend müssten insbesondere Produkte aus konventioneller Nutztierhaltung deutlich mehr kosten, also dies aktuell in Deutschland der Fall ist.“

Die Studie leistet einen Beitrag zur Kostenwahrheit und ist bislang die erste Studie, die für Deutschland diese Umweltbelastungen errechnet hat. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die tatsächliche Preisdifferenz erheblich größer ist. Denn die Datenlage zu gravierenden weiteren Umweltfolgen, wie beispielsweise den gesellschaftlich-sozialen Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen oder den ökologischen Auswirkungen durch den Einsatz von Pestiziden, ist so unzureichend, dass keine Aussagen in der Studie darüber getroffen werden konnten.

„Die gesellschaftlichen Folgekosten durch den immensen Einsatz von Pestiziden sind komplex und sicher hoch“, so der Pestizid-Experte der GRÜNEN LIGA Tomas Brückmann. Hier besteht Forschungsbedarf, um diese Zahlen den gesellschaftlichen Entscheidungsträgern alsbald zur Verfügung zu stellen.“
Dr. Niels Kohlschütter, Geschäftsführer der Schweisfurth Stiftung, kommentiert: „Die Preise sagen uns nicht die Wahrheit. Ökologische und soziale Kosten zahlt die Gemeinschaft und nicht der Konsument. Um Anreize für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und nachhaltigen Konsum gestalten zu können, die auf dem Respekt vor dem Lebendigen beruhen, brauchen wir die Transparenz über die wahren Kosten, die bei der Erzeugung für die Allgemeinheit entstehen. Für ein zweites Preisschild am Produkt benötigen wir die Wissenschaft, die ermittelt, was es wirklich kosten müsste.“

Stephanie Weigel, Bereichsleitung Mensch und Umwelt der Tollwood GmbH, ergänzt: „Die Politik muss umgehend Maßnahmen ergreifen und diese extreme Preis- und Marktverzerrung abstellen, die vor allem die Bio-Lebensmittel am Markt benachteiligt. Es kann nicht angehen, dass die Kosten für ökologische Schäden bei der Lebensmittelproduktion nicht eingepreist sind und stattdessen von der Allgemeinheit bezahlt werden müssen. So werden die Verbraucher an der Nase herumgeführt. Wenn die Lebensmittel im Supermarkt mit dem wahren Preis ausgezeichnet wären, würden viel mehr Menschen zu Bio-Produkten greifen, die dann kaum mehr teurer wären als konventionell erzeugte.“

Die Studie „How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?“ finden Sie hier als PDF-Download. 

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Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung

Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung

Vielerorts wird versucht, wieder ein lokales, umweltfreundliches und gerechtes Ernährungssystem aufzubauen – angetrieben von den Bürgerinnen und Bürgern. Ernährungsräte sollen hierbei zu einem wichtigen Instrument einer modernen Kommunalpolitik werden, denn: „Essen ist politisch.“ Ein neues Buch zeigt die Energie dieser Vernetzung auf und will dazu beitragen, dass sich Städte wieder aus der Region ernähren.

Billig-Tomaten aus Spanien, Äpfel aus Neuseeland – unsere Lebensmittel haben eine weite Reise hinter sich, ehe sie bei uns landen; Ausbeutung der Beschäftigten vor Ort und Schadstoffe gibt es nicht selten gratis dazu. Unser globalisiertes Ernährungssystem „funktioniert“, doch immer mehr Menschen sind sich der negativen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen bewusst, wollen Veränderungen – und wollen vor allem wieder wissen, woher ihr Essen kommt.

Mit ihrem am 1. Oktober 2018 erscheinenden Buch „Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung“ möchten der bekannte Filmemacher Valentin Thurn sowie Gundula Oertel und Christine Pohl den Bürgerinnen und Bürgern die Entscheidungsmöglichkeiten über ihr Essen zurückgeben – und dazu motivieren, die Ernährungswende selbst in die Hand zu nehmen. Dabei zieht das Autorentrio Bilanz, deckt Schwächen auf und zeigt vor allem wie es – anders – geht.

Im Zentrum stehen sogenannte Ernährungsräte, zivilgesellschaftliche Zusammenschlüsse, die sich ausgehend von den USA stark ausbreiten. Was sind und wie funktionieren Ernährungsräte? Wo ist der nächste ansässig, was ist bei der Gründung zu beachten? Das Buch gibt Antworten und präsentiert Tipps: von A wie Arbeitsteilung bis Z wie Ziviler Ungehorsam und zeigt auf, wie lokal agierende Ernährungsräte zu einem politisch wirkungsmächtigen und bestens geeigneten Instrument zur Durchsetzung der Ernährungswende werden.

Veranstaltungen

Samstag, 6. Oktober, 13 Uhr (Berlin) 
“Stadt Land Food“
Lesung und Buchvorstellung mit Valentin Thurn, Gundula Oertel und Christine Pohl
Veranstaltungsort: Markthalle Neun/Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin.

Donnerstag, 8. November, 19:30 Uhr (Krefeld)
„10 Milliarden. Wie werden wir alle satt?“ 
Filmvorführung und Regisseurgespräch mit Valentin Thurn
Veranstaltungsort: Südbahnhof Krefeld / Werkhaus e.V.

Donnerstag, 4. April 2019, 18 Uhr (Bochum)
„Wie die Ernährungswende in Schwung kommt“ 
Vortrag von Valentin Thurn
Veranstaltungsort: Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Valentin Thurn, Gundula Oertel, Christine Pohl, »Genial lokal. So kommt die Ernährungswende in Bewegung«, 288 Seiten, Klappenbroschur, ISBN 978-3-96238-055-7, 20 Euro / 20,60 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

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Soil bacterial networks are less stable under drought than fungal networks

Soil bacterial networks are less stable under drought than fungal networks

Source: ashleigh290 / Flickr (CC BY 2.0)

Abstract:
Soil microbial communities play a crucial role in ecosystem functioning, but it is unknown how co-occurrence networks within these communities respond to disturbances such as climate extremes. This represents an important knowledge gap because changes in microbial networks could have implications for their functioning and vulnerability to future disturbances. Here, we show in grassland mesocosms that drought promotes destabilising properties in soil bacterial, but not fungal, co-occurrence networks, and that changes in bacterial communities link more strongly to soil functioning during recovery than do changes in fungal communities. Moreover, we reveal that drought has a prolonged effect on bacterial communities and their co-occurrence networks via changes in vegetation composition and resultant reductions in soil moisture. Our results provide new insight in the mechanisms through which drought alters soil microbial communities with potential long-term consequences, including future plant community composition and the ability of aboveground and belowground communities to withstand future disturbances.

Read or download full study here.

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Auf dem Weg in die „Heißzeit“? Planet könnte kritische Schwelle überschreiten

Auf dem Weg in die „Heißzeit“? Planet könnte kritische Schwelle überschreiten

Hudsӧn/Flickr (CC BY-NC 2.0)

Hudsӧn/Flickr (CC BY-NC 2.0)

Gemeinsame Pressemitteilung des Stockholm Resilience Center, der Universität Kopenhagen, der Australian National University und des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Die globale Erwärmung auf lange Sicht bei 1,5°C bis 2°C zu stoppen, könnte schwieriger sein als bisher angenommen. Selbst bei Umsetzung der im Pariser Abkommen festgelegten Pläne zur Minderung von Treibhausgasemissionen bleibt ein Risiko, dass der Planet durch verschiedene Rückkopplungsprozesse in einen Zustand gerät, den die Forscher als „Hothouse Earth“ bezeichnen. Dies diskutiert ein internationales Team von Wissenschaftlern in einer neuen Studie im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Eine solche Heißzeit wäre langfristig durch etwa 4°C bis 5°C höhere Temperaturen charakterisiert sowie durch einen Meeresspiegelanstieg um 10m bis 60m, so die Veröffentlichung. Der Übergang zu einer emissionsfreien Weltwirtschaft müsse deshalb deutlich beschleunigt werden, argumentieren die Autoren.

„Industrielle Treibhausgasemissionen sind nicht der einzige Faktor, der die Temperatur auf der Erde beeinflusst. Unsere Arbeit weist darauf hin, dass eine vom Menschen verursachte globale Erwärmung von 2°C andere Prozesse des Erdsystems anstoßen könnte (oft als Rückkopplungen bezeichnet). Diese wiederum könnten die Erwärmung weiter vorantreiben – selbst wenn wir aufhörten, Treibhausgase auszustoßen“, sagt Leitautor Will Steffen von der Australian National University (ANU) und dem Stockholm Resilience Centre (SRC). „Um dieses Szenario zu vermeiden, ist es notwendig, das menschliche Handeln in eine neue Richtung zu lenken, von der Ausbeutung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Erdsystem.“

Derzeit liegt die globale Durchschnittstemperatur bereits um gut 1°C über dem vorindustriellen Niveau und steigt etwa 0,17°C pro Jahrzehnt an.

Die Autoren der Studie betrachten zehn natürliche Rückkopplungsprozesse, von denen einige mit den sogenannten Kippelementen im Erdsystem verknüpft sind. Durch das Überschreiten kritischer Schwellen könnten diese in fundamental andersartige Zustände versetzt werden. Die Rückkopplungen könnten z.B. Kohlenstoffspeicher in Kohlenstoffquellen verwandeln, die in einer entsprechend wärmeren Welt unkontrolliert Emissionen freisetzen würden. Zu den kritischen Prozessen gehören insbesondere tauender Permafrost, der Verlust von Methanhydraten vom Meeresboden, eine Schwächung von Kohlenstoffsenken an Land und in den Ozeanen, eine zunehmende bakterielle Atmung in den Ozeanen, das teilweise Absterben des Amazonas-Regenwaldes sowie der borealen Wälder, eine Verringerung der Schneedecke auf der Nordhalbkugel, der Verlust von arktischem und antarktischem Meereis sowie das Schrumpfen der großen Eisschilde. Die Studie berücksichtigt noch nicht mögliche Rückkopplungen zwischen Emissionen und der planetaren Wolkenbedeckung.

Kippelemente im planetarischen Getriebe: Treibhausgase aus Industrie und Landwirtschaft bringen das Erdsystem aus dem Gleichgewicht

„Diese Kippelemente könnten sich wie eine Reihe von Dominosteinen verhalten. Wird einer von ihnen gekippt, schiebt dieses Element die Erde auf einen weiteren Kipppunkt zu. Es könnte sehr schwierig oder sogar unmöglich sein, die ganze Reihe von Dominosteinen davon abzuhalten, umzukippen. Manche Orte auf der Erde könnten unbewohnbar werden, wenn die „Heißzeit“ Realität würde“, ergänzt Johan Rockström, Direktor des Stockholm Resilience Centre und designierter Ko-Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

„Die Treibhausgasemissionen aus Industrie und Landwirtschaft bringen unser Klima und letztlich das ganze Erdsystem aus dem Gleichgewicht, das zeigen wir auf. Im Zentrum stehen hier vor allem die Kippelemente in der globalen Umwelt, die sich – sobald ein bestimmtes Belastungsniveau einmal überschritten ist – grundlegend, schnell und möglicherweise irreversibel verändern könnten. Gewisse Kaskaden solcher Ereignisse könnten das gesamte Erdsystem in eine neue Betriebsweise kippen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, amtierender Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Was wir derzeit noch nicht wissen, ist, ob das Klimasystem sicher bei etwa 2°C über dem vorindustriellen Niveau ‚geparkt‘ werden kann, wie es das Pariser Abkommen vorsieht. Oder ob es, einmal so weit angestoßen, weiter abrutschen würde in ein dauerhaftes Supertreibhaus-Klima. Die Forschung muss sich daran machen, dieses Risiko schnellstmöglich besser abzuschätzen.“

Die Reduktion von Treibhausgasen allein reicht nicht aus

Um die Chancen zur Vermeidung einer „Heißzeit“ zu verbessern, brauche es nicht nur eine entschlossene Minderung von Kohlendioxid- und anderen Treibhausgasemissionen. Auch erweiterte biologische Kohlenstoffspeicher, etwa durch ein verbessertes Wald-, Landwirtschafts- und Bodenmanagement, oder die Erhaltung der biologischen Vielfalt sowie Technologien, um der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen und unterirdisch zu speichern, können eine wichtige Rolle spielen, so die Autoren. Entscheidend sei jedoch, dass diese Maßnahmen auch durch grundlegende gesellschaftliche Veränderungen gestützt werden.

„Das Klima und andere Veränderungen zeigen uns, dass wir Menschen das Erdsystem bereits auf globaler Ebene beeinflussen. Das bedeutet auch, dass wir als internationale Gemeinschaft an unserer Beziehung zum System arbeiten können, um die zukünftigen planetarischen Bedingungen zu beeinflussen. Diese Studie identifiziert einige der Hebel, die dafür genutzt werden können“, schließt Katherine Richardson von der Universität Kopenhagen.

Artikel: Will Steffen, Johan Rockström, Katherine Richardson, Timothy M. Lenton, Carl Folke, Diana Liverman, Colin P.Summerhayes, Anthony D. Barnosky, Sarah E. Cornell, Michel Crucifix, Jonathan F. Donges, Ingo Fetzer, Steven J. Lade, Marten Scheffer, Ricarda Winkelmann, Hans Joachim Schellnhuber (2018). Trajectories of the Earth System on the Anthropocene. Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

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Publikationsreihe Journalismus & Nachhaltigkeit

Publikationsreihe Journalismus & Nachhaltigkeit

Die digitale Publikationsreihe Journalismus & Nachhaltigkeit des gemeinnützigen Netzwerks Weitblick richtet sich an journalistische Bildungseinrichtungen und an Journalistinnen und Journalisten. Die 12 Bände eignen sich für den Unterricht ebenso wie für die persönliche Fortbildung. Die Handreichungen bieten Wissen, Einordnung und Handwerkszeug für die Recherche sowie Tipps, weiterführende Hinweise, Literaturempfehlungen und Übungen.

Die Modulhandbücher und Skripte sind das Ergebnis eines Qualifizierungsprojekts des Netzwerks Weitblick, eines Vereins von Journalisten für Journalisten, der das Ziel hat, die Information, Diskussion und Meinungsbildung zu Nachhaltigkeitsthemen voranzubringen. Netzwerk-Mitglieder haben 12 Lehrmodule entwickelt und gemeinsam mit journalistischen Bildungseinrichtungen erprobt. Sie haben in den vergangenen zwei Jahren mehr als 130 zumeist angehende Journalisten zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen geschult und interdisziplinäres Handwerkszeug und Gespür für die spezifischen Herausforderungen und Lösungen vermittelt. Die Publikationsreihe bündelt das Wissen und bietet Journalistinnen und Journalisten reichlich Lesestoff.

Bildungseinrichtungen erhalten durch die 12 Bände geballtes Know-how, solide Grundlagen und Materialien für Unterricht, Seminare und Workshops – damit Medienschaffende in ihrem Berufsalltag andere Fragen stellen und aus neuen Perspektiven interessant und konstruktiv berichten. Mithilfe der 12 Lehrmodule können angehende und gestandene Journalistinnen und Journalisten den Faden von Lieferketten aufnehmen (Band 2), Finanzströme hinterfragen (1), berichten, wie man aus Dreck Gold macht (4), und mit dem Ganzen im Blick (8) Wege aus der Sackgasse veralteter Mobilitätskonzepte aufzeigt (9). Sie lernen Greenwashing von seriöser Kommunikation zu unterscheiden (3), Wirtschaftswachstum zu reflektieren (5) und erfahren, was die Wissenschaft für sie bereithält (10). Storytelling (6) macht selbst die Energiewende (7) gut verdaubar, und an der Berichterstattung über zu wenig Trinkwasser (12) und zu viel Fleischkonsum (11) müssen sich Journalistinnen und Journalisten dank einführenden Hinweisen nicht mehr die Zähne ausbeißen.

Die Autoren und Autorinnen sind erfahrene Journalisten, die sich seit Jahren mit den journalistischen Herausforderungen zu Nachhaltigkeitsfragen befassen, in Beiträgen für renommierte Medien und/oder in eigenen Büchern. IWE-Sprecher Wilfried Bommert hat für die Reihe den Band „Kampf ums Wasser“ und „Das Fleisch und der Hunger“ mit verfasst. Mitdenken von Nachhaltigkeit im journalistischen Fragenkatalog führt zu tieferen, neuen Einsichten – und guten Geschichten. Denn Nachhaltigkeit ist ein Querschnittsthema und gehört in jedes Ressort: in die Verbraucherstrecke, den Modeteil und den Sport genauso wie in den Wirtschaftsteil, ins Feuilleton und in die Politik. Ob als Hauptthema oder als Aspekt systematisch berücksichtigt – immer geht es bei Nachhaltigkeit um unser aller Zukunftsfähigkeit.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit finden Sie hier. Die Erlöse aus dem Verkauf dieser Publikationen fließen den Zwecken des gemeinnützigen Vereins Netzwerks Weitblick e.V. zu. 

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Nachhaltigkeit in der Ernährung: Bezugsrahmen und Programme der Vereinten Nationen, in Europa und Deutschland – SDGs

Nachhaltigkeit in der Ernährung: Bezugsrahmen und Programme der Vereinten Nationen, in Europa und Deutschland – SDGs

Von Dr. Karl v. Koerber, Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung e. V., München

Zusammenfassung „Nachhaltigkeit in der Ernährung: Bezugsrahmen und Programme der Vereinten Nationen, in Europa und Deutschland – UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)“

Angesichts der drängenden globalen Herausforderungen bedarf es großer gesellschaftlicher Anstrengungen mit weitreichenden Kooperationen aller beteiligten Akteure in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, NGOs, Medien und Praxis. Neben förderlichen politischen Rahmenbedingungen sind intensivierte Bildungsanstrengungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen notwendig, um die Verbraucherinnen und Verbraucher zu nachhaltigem Verhalten zu motivieren. Hierzu gehört unter anderem ein vermehrter Kauf von „nachhaltig“ erzeugten, verarbeiteten und gehandelten Lebensmitteln sowie ein verstärktes Angebot von „nachhaltigen“ Gerichten in der Außer-Haus-Gastronomie.

Die Vereinten Nationen zielen auf eine globale Transformation in Richtung Nachhaltigkeit – Ausgangsbasis hierfür ist die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ von 1948. Die UN haben hierfür verschiedene neue Instrumente ins Leben gerufen: die Agenda 2030 (einschließlich der UN-Ziele für nachhaltige-Entwicklung, SDGs), den Zehn-Jahres-Rahmenplan von Programmen für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (darun- ter das Programm nachhaltige Ernährungssysteme) sowie das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die SDGs sind in der Tat ehrgeizige Ziele, die in nur noch elf Jahren erreicht sein sollen – bzw. müssen, um dem Überleben der Menschheit und aller Lebewesen sowie dem friedlichen Zusammenleben eine reelle Chance einzuräumen.

Auch auf europäischer Ebene gibt es verschiedene Aktivitäten zu Nachhaltiger Ernährung. Für Deutschland wurden von der Bundesregierung Umsetzungsprogramme beschlossen. Darüber hinaus existieren mehrere Netzwerke für Nachhaltige Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Den kompletten Buchbeitrag „Nachhaltigkeit in der Ernährung: Bezugsrahmen und Programme der Vereinten Nationen, in Europa und Deutschland – UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs)“ von Dr. Karl v. Koerber, Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung e. V., München finden Sie unten stehend als PDF zum Download.

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