Interview mit Bauern in Brandenburg: „Das hier wird bald Wüste“

Interview mit Bauern in Brandenburg: „Das hier wird bald Wüste“

Jan Grossarth hat für die FAZ mit dem Biobauern Benedikt Bösel gesprochen, der in Ostbrandenburg 1100 Hektar Acker- und Grünland bewirtschaftet. In dem Interview, das am 14.7.2018 in der Online-Ausgabe erschien, fragt er nach den Ernteverlusten durch die anhaltende Trockenheit.

Der erste Regen seit 9 Wochen käme zu spät, erklärt Bösel, „Wir haben 40 Prozent weniger Dinkel und 35 Prozent weniger Roggen und Wintergerste“. Längere Trockenperioden kämen heute häufiger vor als früher, die Verteilung der Niederschläge habe sich geändert. Nach langer Trockenheit regne es dann so viel, dass der Boden das Wasser nicht aufnehmen kann.

Das liege aber auch an den Böden, so Bösel weiter. „Viele Jahrzehnte wurden sie extrem intensiv bewirtschaftet. Kurzfristig höhere Erträge wurden so mit einem Verlust an Bodenleben erkauft. Es gibt weniger Mikroorganismen, Würmer, Wurzeln, die Böden versanden. Sie halten weniger Wasser. Wenn wir unsere Landwirtschaft nicht ändern, ist hier in 15 Jahren Wüste.“

Lesen Sie das komplette Interview hier.

Foto: Flickr (CC BY-ND 2.0)

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Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie

Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie

Der Artikel „Fleischkonzerne schaden dem Klima mehr als die Ölindustrie“ Silvia Liebrich erschien am 18. Juli 2018 in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Liebrich nimmt darin Bezug auf eine neue Studie „Emissions impossible: How big meat and dairy are heating up the planet“ des IATP und Grain.

Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die fünf weltgrößten Fleisch- und Molkereikonzerne für mehr Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind als die großen Ölkonzerne. Sie schaden dem Klima damit deutlich mehr als bislang angenommen. Ein Großteil der Unternehmen setzt in seinen CO₂-Bilanzen viel zu niedrige Werte an. Um den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen, müsste der jährliche Fleischkonsum bis 2030 auf 22 Kilo pro Person sinken.

Die Länder hatten sich vor drei Jahren beim Klimagipfel in Paris auf die Reduzierung der Emissionen im Nahrungssektor geeinigt. „Genaue Ziele und verpflichtende Vorgaben für Unternehmen und Landwirtschaft gibt es aber bis heute nicht. In der Realität stehen die Wachstumsziele vieler Firmen in krassem Widerspruch zu den Klimaschutzzielen,“ so Liebrich.

Lesen Sie den kompletten Artikel hier.

Foto: Matthias Ripp / Flickr (CC BY 2.0)

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IATP Study: How big meat and dairy are heating up the planet

IATP Study: How big meat and dairy are heating up the planet

„The world’s biggest meat and dairy companies could surpass ExxonMobil, Shell and BP as the world’s biggest climate polluters within the next few decades. At a time when the planet must dramatically reduce its greenhouse gas emissions, these global animal protein giants are driving consumption by ramping up production and exports. GRAIN and IATP examined the world’s largest 35 companies and found that most are not reporting their GHG emissions data and few have set targets that could reduce their overall emissions. We need to urgently build food systems that meet the needs of farmers, consumers and the planet. But to do so, we must break the power of the big meat and dairy conglomerates and hold them to account for their supersized climate footprint.

New research from GRAIN and IATP shows that:
• Together, the world’s top five meat and dairy corporations are now responsible for more annual greenhouse gas emissions than ExxonMobil, Shell or BP.
• By 2050, we must reduce global emissions by 38 billion tons to limit global warming to 1.5 degrees Celsius. If all other sectors follow that path while the meat and dairy industry’s growth continues as projected, the livestock sector could eat up 80% of the allowable GHG budget in just 32 years.
• Most of the top 35 global meat and dairy giants either do not report or underreport their emissions. Only four of them provide complete, credible emissions estimates.
• Fourteen of the 35 companies have announced some form of emission reduction targets. Of these, only six have targets that include supply chain emissions, yet these emissions can account for up to 90% of total emissions. The six companies that do pledge cuts in supply chain emissions are
simultaneously pushing for growth in production and exports, driving their overall emissions up regardless of their intention to reduce emissions per kilo of milk or meat produced.

To avert climate catastrophe, we must reduce production and consumption of meat and dairy in overproducing and overconsuming countries and in affluent populations globally, while supporting a transition to agroecology.

More information here. Download PDF of IATP study „Emissions impossible: How big meat and dairy are heating up the planet“ (July 2018) here.

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„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

„Wollen Sie in einer essbaren Stadt leben?“ Food Revolution 5.0

Im Rahmen der Ausstellung „Food Revolution 5.0“ fand im Kunstgewerbemuseum in Berlin unter der Moderation von IWE-Sprecher Wilfried Bommert ein Fishbowl-Talk zum Thema „Essbare Stadt“ statt. Als Expertinnen eingeladen waren dazu Svenja Nette von den Prinzessinnengärten, Kai Gildhorn von Mundraub, Bernhard Watzl vom ernährungswissenschaftlichen Max Rubner-Institut in Karlsruhe, die Landschaftsarchitektin Katrin Bohn, Hendrik Monsees vom Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie sowie Volkmar Keuter vom Fraunhofer-Institut UMSICHT.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Leila Kemmer war bei dem Gespräch dabei und hat dazu einen Artikel im Blog der Staatlichen Museen zu Berlin „Museum and the City“ veröffentlicht. Ihren Beitrag können Sie hier lesen.

Foto: Marco Clausen, Prinzessinnengarten / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

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WFP: 10 Mythen über den Welthunger

WFP: 10 Mythen über den Welthunger

Das UN World Food Programme, das als größte humanitäre Organisation der Welt den Hunger weltweit bekämpft, hat eine Liste mit den 10 häufigsten Mythen über den Welthunger erstellt und mit den Fakten verglichen. Die Liste umfasst folgende Mythen: „Hunger bedeutet, nicht genug zu essen zu haben“; „Alle Hungernden der Welt leben in Afrika“; „Es wird nie genug Nahrung geben, um die ganze Welt zu ernähren“; „Hunger wird allein von Dürren und anderen Naturphänomenen verursacht“; „Hunger ist nur eine Gesundheitsfrage“; „Es gibt genug Probleme auf der Welt. Warum soll ich mich mit Hunger in anderen Ländern beschäftigen?“; „Hunger und Hungersnöte sind schwer vorauszusagen. Man kann sich nicht auf sie vorbereiten“; „Menschen leiden nur in Notsituationen Hunger“; „Es gibt dringendere globale Probleme als Hunger. Was ist mit Armut, bewaffneten Konflikten und der Benachteiligung von Frauen?“; „Wir können nichts tun, um den Hungernden zu helfen“.

Lesen Sie den kompletten Beitrag „10 Mythen über den Welthunger “ hier.

Foto: WFP Delivers Food to North Darfur IDP Camps, United Nations Photo / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit

Kommunen auf dem Weg zur Pestizidfreiheit

Über 200 Städte in Deutschland haben sich mittlerweile entschieden, zunehmend auf Glyphosat und andere Pestizide zu verzichten. Dazu zählt auch die bayerische Stadt Dachau. Die Kommune hatte im vergangenen Jahr einen Stadtratsbeschluss gefasst, wonach Landwirte auf städtischen Pachtflächen auf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Glyphosat und auf Neonikotinoide, eine Gruppe hochwirksamer Insektizide, verzichten zu müssen. Dies gilt jedoch nur für Neuverpachtungen. Bestehende Pachtverträge sind von dem Stadtratsbeschluss nicht betroffen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium Florian Pronold hat die Stadt besucht.

„Die weitgehend pestizidfreie Kommune ist möglich. Dies setzt ein verändertes Denken hinsichtlich des Schönheitsideals einer Stadt, die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und politischen Veränderungswillen voraus. Dachau ist dafür ein gutes Beispiel,“ so Florian Pronold.

Pflanzenschutzmittel werden neben der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau auch auf öffentlichen Flächen der Kommunen eingesetzt. Der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann und die Mitarbeiter der Abteilung Stadtgrün und Umwelt informierten Pronold anlässlich einer Ortsbegehung über die verschiedenen Möglichkeiten einer pestizidfreien Bewirtschaftung der städtischen Grünflächen. Die Stadt ist schon seit den 80er-Jahren aktiv dabei, auf bestimmten Flächen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden bzw. zu minimieren. So werden störende Pflanzen zum Beispiel auf Gehwegen oder öffentlichen Eingangsbereichen abgeflammt, mechanisch oder mit Kehrmaschinen beseitigt. Des Weiteren hat die Stadt Ackerflächen, die sie 2014 erworben hat, an einen Biobauern verpachtet.

„Das Verbot von Glyphosat auf städtischen Flächen ist ein erster Schritt hin zu einer umweltfreundlichen Bewirtschaftung,“ sagte Oberbürgermeister Hartmann. „Andere Kommunen, so zum Bespiel jüngst auch der Landkreis Dachau, ziehen nun mit ähnlichen Beschlüssen nach. Zum Erhalt der Artenvielfalt in Flora und Fauna in Deutschland sind aber bundesweite gesetzliche Regelungen notwendig.“

Pronold erklärte, das Bundesumweltministerium setze sich für einen grundsätzlichen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Ende dieser Legislaturperiode ein. „Daher sind uns die Erfahrungen der Landwirte und Kommunen, die sie beim Vermeiden von Pestiziden machen sehr wichtig. Denn letztlich dürfen wir nicht bei Glyphosat stehenbleiben, wenn wir eine insgesamt umwelt- und naturverträglichen Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln erreichen wollen.“

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei – durch die unmittelbare Schädigung von
Wildpflanzen und –tieren einerseits, durch die Schädigung der Nahrungsnetze und den Entzug der Nahrungsgrundlage von Wildtieren
andererseits. Zudem beeinträchtigt ein übermäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch die Qualität von Böden und Gewässern. All diese Beeinträchtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des Menschen aus. Vor diesem Hintergrund gilt es, die Anwendung von
Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren.

Quelle: Pressemitteilung BMU, 9. Juli 2018

Foto: „Kreuzungen“, Thomas Schlosser/Flickr (CC BY 2.0)

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Naturbewusstseinsstudie: Deutsche wollen besseren Meeresschutz und keine Genpflanzen

Naturbewusstseinsstudie: Deutsche wollen besseren Meeresschutz und keine Genpflanzen

Das BMU hat die mittlerweile fünfte Naturbewusstseinsstudie vorgelegt, der eine bundesweite Befragung zugrunde liegt. Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Vermüllung der Meere durch Plastik als Gefahr für den Naturschutz und unterstützt die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten der aktuellen Naturbewusstseinsstudie wünscht sich auch strengere Regeln und Gesetze, damit die Fischerei mehr für den Schutz der Meeresumwelt tut. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich zudem darauf verlassen können, dass der Handel keine Produkte von bedrohten Fischarten anbietet. Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich außerdem für eine Kennzeichnungspflicht von tierischen Produkten aus, die mit gentechnisch manipulierter Nahrung gefüttert wurden. Das sind einige Ergebnisse der alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Im Kampf gegen den Plastikmüll in unseren Meeren unterstützt uns fast die gesamte Bevölkerung. Die Vermüllung gefährdet Ökosysteme auf dem ganzen Planeten. Wir müssen daher weltweit überflüssiges Plastik vermeiden und den Rest im Kreislauf
halten und recyceln. Eine große Mehrheit der Befragten unterstützt zudem Meeresschutzgebiete und strengere Regelungen für die Fischerei zum Schutz der Natur. Auch die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger gegenüber der Gentechnik nehme ich sehr ernst. Wir brauchen endlich bundesweit einheitliche Regelungen, um den Anbau von Genpflanzen zu verbieten.“

Gegenüber dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft vertritt eine große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland eine skeptische Position:
So sprechen sich 79 Prozent der Befragten für ein Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft aus. 93 Prozent sind der Meinung, dass mögliche Auswirkungen auf die Natur immer untersucht werden sollten, wenn Pflanzen gezielt gentechnisch verändert werden. Ebenso sprechen sich 93 Prozent der Befragten dafür aus, Lebensmittel von Tieren, die mit gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert werden, im Handel zu kennzeichnen.

Der aktuellen Naturbewusstseinsstudie liegt eine bundesweite Befragung zugrunde, die zum Jahresende 2017 durchgeführt wurde. Insgesamt 2.065 zufällig ausgewählte Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 18 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie stellt aktuelle und empirisch abgesicherte Daten bereit, die für die Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit wertvolle Grundlagen sind. Die Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit 2009 alle zwei Jahre veröffentlicht.

Die Naturbewusstseinsstudie 2017 sowie ein Informationspapier mit wesentlichen Aussagen der Studie stehen hier zum Download bereit.

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Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Missernte, Klimawandel, das Ende der fetten Jahre? Kommentar von Wilfried Bommert

Eine Missernte steht uns bevor, mit jedem Tag ohne Regen schwindet die Zuversicht, vor allem im Osten der Republik. Beginnen so die mageren Zeiten? Oder ist es nur ein Ausrutscher der Natur, das ganz normale Risiko, wie es die Landwirtschaft schon immer tragen musste? Für den Bauernverband ist es letzteres, ein Betriebsunfall, der sich durch Versicherungen und Steuernachlass schultern lässt. Für die Klimawissenschaft ist es ein Teil des neuen Klimas, mit dem wir in Zukunft rechnen müssen. Ein Klima, auf das unsere Landwirtschaft bisher noch nicht einmal in Ansätzen vorbereitet ist. Die Risiken der gängigen Methode werden schlichtweg übersehen.

Dabei liegen sie auf der Hand: Es sind die Hochleistungspflanzen, die für ihre Höchstleistung vor allem eines brauchen: Wasser. Für eine Kilo Getreide 1500 Liter. Es ist die Einfalt auf den Feldern, die keinen Puffer bieten, um Klimarisiken abzufedern. Und es sind die gestressten Böden, die ihre Kraft verloren haben, den natürlichen Niederschlag, den Regen zu speichern.

Die Missernte in Ostdeutschland ist ein Alarmsignal. Das System der intensiven Landwirtschaft hat seine Grenzen erreicht. Es ist Zeit für einen grundlegenden Wandel. Landwirtschaft muss wieder auf sichere Ernten setzen. Resilienz statt Höchstertrag. Auf lebendige, fruchtbare Böden, die Niederschläge wieder speichern können. Auf robuste Vielfalt statt empfindlicher Monokulturen. Sie muss sich wieder auf die Kreisläufe der Natur einstellen, sich einpassen, ohne sie zu zerstören. Das sind die Herausforderungen, vor denen wir stehen.

Ein „Weiter wie bisher“ darf es nicht geben. „Business as usual is not an Option“, warnte der Weltagrarrat schon 2008. Die Dürre im Osten der Republik führt uns vor Augen, wie recht er damit hat. Nicht nur bei uns und nicht nur im Sommer 2018. Wenn es uns jetzt nicht gelingt, die Wende einzuleiten, werden wir mageren Zeiten entgegen gehen. Die fetten Jahre sind vorbei.

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Landwirtschaft: Der Preis für unseren Geiz

Landwirtschaft: Der Preis für unseren Geiz

Der Artikel „Der Preis für unseren Geiz“ von Christiane Grefe erschien am 27. Juni 2018 bei ZEIT Online. Die Journalistin berichtet darin über einen neuen UN-Bericht, der auch die in der Landwirtschaft entstehenden Kosten für Umwelt und Gesundheit mit berechnen wird.

„Manchmal kommen die mutigen Lösungen von unerwarteter Seite. Die Regierung des indischen Bundesstaats Andhra Pradesh hat angekündigt, chemischen Dünger und Pestizide abzuschaffen. Schon im Jahr 2024 sollen die Bauern nur noch mit biologischen Methoden ihren Boden fruchtbar machen und Schädlinge bekämpfen. Sechs Millionen Farmer müssen bis dahin Zero Budget Natural Farming erlernen.

Pavan Sukhdev war gerade in Andhra Pradesh, und was dort geschieht, hat den langjährigen Berater des UN-Umweltprogramms (Unep) und neuen Präsidenten des World Wild Fund for Nature (WWF) begeistert, es ist eine Revolution in der Landwirtschaft. Sukhdev weiß aber auch: Es wird ein Kraftakt. Ob der gelingt, hängt von der Unterstützung ab, die er bekommt – „und Wertschätzung erfährt nur, was auch bewertet wird“, sagt Sukhdev.

Biologische Anbaupraktiken sparen Wasser, bauen Humus auf, mindern den Klimawandel und helfen den Ärmsten, sich vielseitig zu ernähren. Doch in den Agrarstatistiken und den Gewinn- und Verlustrechnungen kommen solche Leistungen kaum vor. Warum? „Weil sie weder berechnet werden noch einen Preis haben“, sagt Sukhdev. Die Politik aber orientiert sich an dem, was Ökonomen vorrechnen. Damit sich etwas ändert, hat Sukhdev, einst Manager bei der Deutschen Bank, zusammen mit 150 Experten aus 33 Ländern einen grundlegend neuen Bewertungsrahmen für die globale Land- und Lebensmittelwirtschaft erarbeitet. Der Titel trägt ihre Kernbotschaft: „Messen, was wirklich zählt.““

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

Foto: Terrace farms at Sanasar, Jammu, India; Credit: sandeepachetan.com/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Peer Review 2018: „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“

Peer Review 2018: „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“

Die Peer Review 2018 zur „Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ wurde vom Bundeskanzleramt in Auftrag gegeben, Herausgeber ist der Rat für nachhaltige Entwicklung. Sie wurde auf der 18. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) Anfang Juni in Berlin vorgestellt
 
In diesem Bericht wird die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie bewertet – darauf basierend wurden Empfehlungen formuliert. Unter anderem richtet sich eine Empfehlung an alle beteiligten Akteure in Deutschland, ihre Bestrebungen zu verstärken für „eine Trendumkehr beim Verlust der biologischen Vielfalt und die Realisierung grundlegender Veränderungen, die für unsere Milch- und Fleischindustrie sowie unsere Ernährung insgesamt notwendig sind, in ähnlichem Ausmaß wie bei der Energiewende“.
Sie können die Peer Review (ab S. 43 auf Deutsch) hier herunterladen
IWEPeer Review 2018: „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“